Aktivitäten

Reise Würzburg & Veitshöchheim 2017

Donnerstag 15.Juni

Unser Bus startet um 7.00Uhr in Kenzingen, um uns am späten Vormittag in Würzburg vor den Toren des Botanischen Gartens zu entlassen. Hier erhalten wir eine Führung durch den weitläufigen Präriegarten und die große mediterrane Felsheide, alles passend bei mediterranen Temperaturen. Nach ausgiebiger Entdeckung der anderen Gartenteile geht es weiter nach Rödelsee. Wir besuchen Till Hofmann und Fine Molz in ihrer gerade entstehenden neuen Gärtnerei. Trotz hoher Temperaturen und bisher ohne Beschattung erwerben wir viele Stauden in gewohnt erstklassiger Qualität. ''Die Staudengärtnerei'' ist bereits jetzt im Begriff über ihre Grenzen hinaus ein Magnet für Staudenfreunde zu werden. Wir wünschen viel Erfolg.

Weiter geht’s nach Veitshöchheim, unser Hotel beziehen und zum gemeinsamen Abendessen in einem zünftigen Biergarten.


Botanischer Garten Würzburg
© 2017

Freitag 16. Juni

Wir verbringen den Vormittag im Versuchsbetrieb ''Stutel'', einer Außenstelle der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau u. Gartenbau in Thüngersheim. Hier befindet sich unter anderem der Sichtungsgarten für die ''Allgemeine Deutsche Rosenneuheitenprüfung'' (ADR) und eine umfangreiche Clematissammlung. Klaus Körber, lange Jahre Vorsitzender der Internationalen Clematisgesellschaft, führt uns durch's Gelände.


Im "Stutel"
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Anschließend fahren wir nach Erlabrunn, wo wir im historischen ''Meisnerhof'' zu Mittag essen. Gestärkt führt uns nun Herr Körber durch sein ''Clematis-Dorf'', zeigt uns einen privaten Garten und lädt uns bei Kaffee und Kuchen in sein eigenes Reich ein. Die Köpfe mit beeindruckenden Rosen- u. Clematisnamen gefüllt und vielen netten Gesprächen fahren wir zurück nach Veitshöchheim.

Hier erwartet uns gleich darauf ein Erlebnis ganz besonderer Art. Die Geschichte Veitshöchheims wird uns bei einer Abendwanderung durch die Erzählungen eines Nachtwächters (K. Körber) auf höchst kurzweilige und amüsante Weise nahegebracht. Noch lange erinnern wir uns an die 'Stehschlitzbrunzhose', welche immer ein Schmunzeln und so manchen Lacher auslöst.


Nachtwächter
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Samstag 17. Juni

Der Privatgarten von Familie Kraus in Uettingen ist heute unser erstes Ziel. Ein sehr schöner, liebevoll gestalteter Hausgarten mit Gartenzimmern, vielen Rosen u. einer großen Staudensammlung. Anschließend sehen wir uns im gleichen Ort ''Gardendreams'', den Laden von Corinna Seubert-Kohrmann an. Das Geschäft befindet sich in einem alten Gehöft mit Rosengarten und heute findet das alljährliche Rosenfest statt. Entsprechend betriebsam geht es hier zu.


Garten Kraus
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In einer alten Mühle, einem großen historischen Anwesen idyllisch ländlich gelegen befindet sich die 'Holzmühle', wo wir ein gemeinsames Mittagessen einnehmen.

Am Nachmittag besuchen einige den Privatgarten von Michael Kammerlander, manche besichtigen die Würzburger Residenz (UNESCO-Weltkulturerbe) u. andere vergnügen sich bei einem Stadtbummel in Würzburg. Am späten Nachmittag treffen sich alle Gruppen zu einer gemeinsamen Besichtigung des weltberühmten Hofgartens der Residenz, um danach zurück zu fahren und in Veitshöchheim ein letztes Mal auszugehen.


Garten Kammerlander
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Residenz Würzburg
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Sonntag 18. Juni

Am letzten Tag unserer Reise verlassen wir, satt vom reichhaltigen Frühstück, das Hotel und fahren weiter nach Karlstadt. Unterwegs steigen wir zu einer Exkursion in den Mainsteillagen zu den Trockenrasen. Man findet hier blütenreiche Pflanzengesellschaften, die in dieser Zusammensetzung sonst nirgendwo vorkommen. Nach Wanderung und Pflanzenbetrachtung gelangen wir nach Marktheidenfeld zum Mittagessen im 'Eichenfürst'. Bald danach erreichen wir  in Groß-Umstadt-Semd die Gärtnerei Eidmann. Nach einer Führung durch das weite Gelände wird bei Kaffee u. Kuchen noch einmal gut eingekauft.

Voll neuer Ideen und Motivation treten wir die Heimreise an. Vier erlebnisreiche, kurzweilige Tage sind schnell vorbei und auf der Rückfahrt werden die neuerworbenen Schätzchen bestaunt und besprochen. An dieser Stelle nochmal herzlichen Dank an die Organisatorin Sabine Baumann.

 

Reise zum Lago Maggiore 2015

Text: Suse Weber

Ich bekam diese Traumreise von den Mitgliedern unserer Gruppe zu meinem 90. Geburtstag geschenkt. Zwei ortskundige Damen,  Dr. Ulla Gumbel und Karina Waltzer, sowie Sabine Baumann   hatten sie hervorragend vorbereitet und das Wetter war wunderbar.

 

Am Freitag, 17.4.15, starteten wir im Omnibus der Firma Rast mit einem ausgezeichneten, stets hilfsbereiten Chauffeur um 7.30 Uhr von Freiburg im Breisgau mit 24 Teilnehmern. Auf der Autobahn ging es unter dem St. Gotthard nach Süden bis Ascona, dann hinauf auf den Monte Veritá.

Weltverbesserer brachten Anfang des 20. Jahrhunderts kulturell und geistig neuen Wind in das verschlafene Ascona. Freie Liebe, Anarchie und Vegetarismus waren geistige Inhalte, die sich die auf dem Monte Veritá entstandene Künstlerkolonie zu eigen machte - eine frühe Form der Hippiekultur?

Dort oben im Wald in einer großen Holzhütte gab es ein mitgebrachtes Picknick, ganz hervorragend mit vielen Broten, Würsten, Käse, die die Männer aufschnitten, eine große Schüssel prima Kräuterquark, viele Oliven, Weintrauben und Getränke.

Danach stiegen die guten Wanderer sehr viele steile Stufen hinab nach Porto Ronco. Wir durften zu fünft mit dem Bus fahren, schlenderten durch das Städtchen bis zum Hafen, tranken einen Kaffee und bestiegen dann mit den Wanderern das Schiff, das uns zu den Brissago-Inseln brachte. Dort empfing uns ein herrlicher botanischer Garten. Nachdem schon römische Siedlungen und ein Kloster dort gewesen waren, wurde von der deutsch-russischen Baronin Antoinette de Saint Léger mit einem lombardischen Palast und Pflanzen, die sie aus aller Welt kommen ließ, ein herrlicher Park angelegt. Ihr Mann zog sich 1897 nach Neapel zurück. Bei ihr waren viele berühmte Künstler, z.B. auch R.M. Rilke, zu Gast. Alle, auch Konrad Adenauer später, schwärmten von der grandiosen Aussicht, die wir auch genossen. Gleich am Eingang sahen wir ein großes Beet weißer Iris mit Etikett ‘Iris chinensis’ und weiter unten ähnliche mit sehr hübscher blauen Zeichnung.er blauen Zeichnung. Ich wollte zuhause als Irisgärtnerin natürlich genaueres herausbringen und fand in einem Buch von Richard Cayeux, dass der Begriff ein Sammelbegriff ist für die Iris, die in China und in Japan (als japonica) sehr viel an feuchten anmoorigen und meist schattigen Plätzen gepflanzt werden, die aber in Europa kaum zu finden sind, wegen der besonderen Bedingungen. Wir genossen die Pflanzenvielfalt immer mit dem Blick auf See und Berge.


Brissago-Inseln - Echium


Brissago-Inseln - Grevillea juniperina


Brissago-Inseln - Iris japonica


Brissago-Inseln - Melianthus major


Brissago-Inseln - Opuntia


Brissago-Inseln - Taxodium distichum 'Atemknie' 

Zurück an Land gings mit dem Bus nach Cannero in das große  4-Sterne-Hotel ‘Cannero’ direkt an der Uferpromenade. Wir hatten immer zu zweit geräumige Zimmer mit Bad und gingen über den bepflanzten Innenhof zum Essen ins Haupthaus.

Das Abendessen in einem Raum mit drei Tischen für uns (3 Gänge zur Auswahl) war sehr gut und das Frühstücksbuffet mit großer Obstmenge neben allem anderen überwältigend.

 

Am Samstag, 18.4., ging es mit dem Bus nach Intra zur Villa Taranto. Einst standen hier Kastanienwälder, später einzelne Villen. Im Jahr 1931 erwarb der schottische Kapitän Neil McEacharn ein 20 ha großes Grundstück und verwirklichte seinen Traum von einem englischen Landschaftspark mit mediterranen und exotischen Pflanzen. Mehr als 20 000 Pflanzenarten kann man in verschiedenen Themengärten begutachten, 80 000 Tulpen blühen hier im Frühjahr, ebenso wie 500 Rhododendron-Arten, ein Lotosteich, Springbrunnen und Gewächshäuser. Der Park gehört zu den acht schönsten Parks der Welt! Der Schotte vermachte seinen Park der Stadt mit der Auflage, ihn zu erhalten. Dass sich das lohnt, sieht man an der phantastischen Pflege. Als wir da waren, wurden die Rasenkanten zum Weg zweimal gemäht! Trotz der vielen tausend Besucher herrscht kein Gedränge. Wir sind viele Stunden in kleinen Gruppen herum gewandert. Eine riesige Acer-Sammlung hat mich besonders beeindruckt, alles perfekt etikettiert! Cornus, die bei uns schöne Büsche sind, sind dort hohe Bäume!


Villa Taranto - Davidia involucrata


Villa Taranto


Villa Taranto - Palmen im Valletta


Villa Taranto


Villa Taranto - Valletta

Wer wollte, konnte noch in die Stadt gehen, wo ein großer Markt war, aber auf einer Bank eine Tasse Kaffee trinken, war das Beste nach diesem Erlebnis.

Der Bus brachte uns dann noch zu einem Privatpark Villa Rusconi Clerici mit Palast, direkt am Seeufer mit eigenem Bootssteg. Der Besitzer führte uns durch Palast und Garten, der gerade im Umbau befindlich war. Früher war es ein Künstlertreff, Hermann Hesse war mehrmals dort. Der Hausherr schenkte zum Abschied jedem von uns ein selbstgeschriebenes Buch über das Anwesen mit sehr schönen Bildern.


Villa Rusconi-Clerici - Citrus-Kästen


Villa Rusconi-Clerici


Villa Rusconi-Clerici - Rosa banksiae lutea

 

Am Sonntag, 19.4., war es zunächst wesentlich kühler und die Pullover und Jacken gut zu gebrauchen. Die Berge waren weit runter voller Neuschnee und ein ganz neuer Blick! Wir fuhren mit dem Bus nach Intra und von dort mit einem kleineren Boot, auf dem wir gerade alle Platz fanden, zur größten der Borromäischen Inseln, der Isola Madre. Der Garten soll einer der ältesten botanischen Gärten Italiens sein mit mehr als 150 verschiedenen Kamelien, sehr vielen subtropischen Pflanzen, mit vielen herrlichen Pfauen, die ihr Rad oft über eine halbe Stunde stehen lassen, kleinen bunten Fasanen und Papageien. Ein eindrucksvoller Renaissancepalast, der heute ein Museum ist. Ich ging nicht hinein, trank auch nicht Kaffee, da mich mehrere Rabatten noch interessierten. Dann ging es wieder mit dem kleinen Boot bei Sonne und Wärme zur kleineren Insel Isola Bella. Am Ufer empfing uns ein riesiger Barockpalast: Carlo III. Borromaeo hat die Insel nach seiner Frau Isabella ‘Isola Bella’ genannt. Im Palastmuseum (sicher sehr interessant!) mit vielen wertvollen Kunstschätzen durchwanderten wir viele Stockwerke, um in den Garten zu gelangen, wo es auch herrlich blühte und eine klare Aussicht war. Im Garten schöne Pflanzungen, viele Terrassen, Steinwände und ein Einhorn, das Wappentier der Borromäer. Mit dem kleinen Boot gelangten wir nach Stresa, wo ein großes Stadtfest war, Blumen- und Gemüsemarkt, alle Geschäfte geöffnet! Viele aßen ein großes Blumeneis - aus der Hand, da es im Eiscafé so voll war.


Isola Madre


Isola Bella - Treppe am Teatro Massimo


Isola Bella

 

Montag, 20.4., nach einem reichlichen Frühstück ging es auf den Heimweg. Zunächst auf sehr engen, kurvigen Straßen (der Fahrer meisterte sie bewundernswert) ging es über die Schweizer Grenze ins Tessin nach Gambarogno am Nordufer des Lago Maggiore sehr hoch hinauf zu der weltberühmten Gärtnerei, Baumschule und Schaugarten der Firma Otto Eisenhut. Der Chef begrüßte uns und erklärte seinen Betrieb. Dann wurde kräftig eingekauft, vor allem viele Rosa banksiae, die wir im Park der Villa Rusconi Clerigi am Zaun als gelbblühende Hecke sahen, Sträucher, Stauden, viele Mitbringsel, der Fahrer verstaute alles (sogar im WC!).

Zum Abschluss gab es noch einen kleinen Aufstieg zum Parco Scherrer in Morcote am Luganer See und nach einem Kaffee gings dann über die Autobahn Lugano - St. Gotthard heimwärts.

Wir kamen pünktlich, wie der Chauffeur angekündigt hat, kurz vor 20.30 Uhr in Freiburg an.

Eine Traumreise, an die ich noch oft denken werde!

     

Ausflug ins Elztal 2009

Sommerliche Gartenreise durch den Schwarzwald

Text: Torsten Schwarz

Eine besondere Begeisterung für Gaben und Schönheit der Natur erlebten etwa 30 Staudenfreunde an allen Stationen der diesjährigen Fahrt der Regionalgruppe Südbaden. Ende Juli erfolgte die gemeinsame Busfahrt in den Schwarzwald zu ganz unterschiedlichen Zielen – ein traditioneller Bauerngarten in denkmalgeschütztem Ensemble, fundiertes Wissen über alpine Pflanzen in einer stillgelegten Gärtnerei und ein abgelegener Schwarzwaldhof mit Nutz-, Kräuter- und Heilgarten.

Beginnend in Freiburg, der liebenswerten Metropole Südbadens, führte uns die Busfahrt durch das immer enger werden Elztal hinauf in die typische Schwarzwälder Landschaft – viel Wald, mittendrin beweidete Flächen bis hinauf in die Höhenlagen, kleine Dörfer und Städtchen. Immer wieder sind verstreut Bauerhöfe zu erkennen, die die teilweise sehr mühsame Bewirtschaftung dieser Kulturlandschaft erahnen lassen.

Einer dieser in Alleinlage befindlichen Höfe war unser erstes Ziel. Kurz vor der Passhöhe Landwassereck in Oberprechtal empfing uns Frau Moser in ortsübliche Tracht; eine Tradition, die sich in dieser ländlich geprägten Gegend noch wohltuend bewahrt hat. Zwischen dem denkmalgeschützten Hofgebäude mit den für den Schwarzwald typisch weiten Dachüberständen und dem alten, aber noch voll funktionsfähigem Mühlengebäude hatte sie zwei großzügige Bauerngärten angelegt. Wie für Bauerngärten in dieser Region üblich, konnten wir einen rustikal und vielseitig gestalteten Garten besichtigen.   


Garten Moser


Garten Moser

Umfasst von Wiesen und Streuobst hat dieser Garten die wesentliche Eigenschaft von Bauerngärten nachgewiesen: er muss üppig sein. Blumen und Nutzpflanzen wachsen in durchdachter und über Jahrzehnte weiterentwickelter Erfahrung in Hülle und Fülle. Er dient der Versorgung der Hofgemeinschaft mit Nahrungsmitteln und der Verschönerung des Umfelds und der Wohnungen mit Schnittblumen. Die Fahrt zum nächsten Ort mit Einkaufsmöglichkeiten beträgt mehrere Kilometer und war ehemals für die Landwirte mit Zeit verbunden, in der daheim die nicht enden wollende Arbeit nicht erledigt wurde. Der Garten von Frau Moser ist heute aber auch Sinnbild für die Herausforderung, der jeder Gartenbesitzer irgendwann mal gegenüber steht: die Pflege macht mit zunehmendem Alter mehr Mühe und von den Kindern drängt sich keines auf, diese Tätigkeit mit der gleichen Leidenschaft zu übernehmen.


Garten Moser


Garten Moser

Mit den Eindrücken aus diesem ersten Garten erfolgte die Weiterfahrt über Gutach im Schwarzwald, vorbei an der Sommerrodelbahn und den Vogtsbauernhöfen. Dieses Freilichtmuseum möchte ich jedem Besucher ans Herz legen, werden hier doch Schwarzwälder Bauernhöfe des 16. bis 18. Jahrhunderts mit Nebengebäuden wie Speicher, Back- und Brennhäusle, Hausmahlmühle und Sägemühle nebst typischen Gärten gezeigt.

Unser nächster Zwischenstopp brachte uns zu dem Korbladen in Hausach. Dieser liegt direkt an der Hauptstraße gegenüber vom Bahnhof und hat auf drei Etagen neben Körben auch Puppen und Deko rund um Haus und Garten.

Unser nächster Tagesordnungspunkt war dann eine zünftige Vesper auf einem Parkplatz an der Kinzig. Waltraut Kapp-Ziemmeck und Sabine Baumann hatten bestens organisiert und nahezu den ganzen Stauraum des Busses, der ansonsten für die Koffer der Reisenden gedacht ist, reichlich und vielfältig mit Broten, Käsen, Wurst, Kuchen und Getränken gefüllt. Bei strahlendem Sonnenschein wurden umfangreich Erfahrungen ausgetauscht und natürlich die am Flußsaum sowie auf dem Schotter am Vesperplatz angefundenen Pflanzen bestimmt.

Mit dieser Stärkung im Bauch konnten wir den nächsten Garten in Angriff nehmen. Am Ortsrand von dem Städtchen Schiltach, das für seine historische Altstadt mit den vielen Fachwerkhäusern an sich schon eine Reise wert ist, hieß uns Herr Götz in seiner Gartenanlage willkommen. Die Familie Götz betrieb bis vor einigen Jahren noch eine auf dem Grundstück befindliche Gärtnerei, die nunmehr jedoch aus Altersgründen still gelegt ist. Die Ortsrandlage mit direkt angrenzenden Wäldern wies auch eine erste Besonderheit dieses Gartens auf: Rosen bedurften nicht unbedingt des besonderen Schutzes vor Läusen sondern vielmehr eines massiven Gitterzauns, um den Verbiss durch Rehe ein wenig zu mildern.


Garten Götz

Im Rahmen des Baus der Ortsumgehung von Schiltach vor zwanzig Jahren hatte Herr Götz die Gelegenheit genutzt, den Abraum des Tunnelbaus als Ausgangsbasis für einen vielseitigen Staudengarten mit stark alpiner Ausprägung anzulegen. Auf mehreren Ebenen entstand rund um das Wohnhaus eine Vielfalt, wie sie nur selten anzutreffen ist. Mit beneidenswerter Expertise und einer Vielzahl an Anekdoten gestaltete uns Herr Götz kurzweilige Stunden in seinem Garten. Sein Fachwissen verleitete die Teilnehmer immer wieder zu Nachfragen über Herkunft, Pflege, Schutz und Vermehrung.

Die nächste Station führte uns noch weiter weg von der Zivilisation. Nach kurvigen Fahrten auf schmalen Wegen mit traumhaften Fernblicken auf die Sommerlandschaft hielt unser Bus auf einer Hochebene. Die Weiterfahrt bis zu unserem letzten Ziel, dem Höfenhof der Familie Schillinger oberhalb von Schiltach-Lehengericht war dem Bus verwehrt, da dieser zu wenig geländegängig war. Somit hatten wir die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Spaziergang.

Die Familie Schillinger betreibt gemeinsam mit ihren Kindern einen abgelegen Hof mit Land- und Fortwirtschaft. Mittelpunkt des Hofes ist der historische Gemüsegarten aus den Jahre 1842. Der rechteckige Garten ist mit Sandsteinsäulen und einem Eichenholzzaum umgeben. Sandsteinplatten bilden kreuzförmige Wege. Der Bauerngarten birgt viele alte, neue und unbekannte Gemüsesorten und allein 25 Küchenkräuter. Um den Garten stehen Walnuss-, Zwetschgen-, Quitten- und Zibärtlebäume sowie 30 Rosensorten.Daneben gab es noch einen großen Kräutergarten mit Wild-, Gemüse- und Heilkräutern sowie einem separaten Beerengarten mit Wildbeeren und Bienenweidepflanzen zu entdecken. Auch ein Feuerbeet, ein Schattenbeet, einen weißen und einen mediterranen Garten gibt es zu bestaunen. Zudem experimentiert Frau Schillinger mit Gemüseanbauflächen auf Hügelbeeten, Hochbeeten und Bauhügelumnutzung. Insbesondere gab sie uns Zugang zu ihrem reichhaltigen Erfahrungsschatz aus dem Anbau in Mischkultur. Hier gab es für alle Teilnehmer mannigfaltige Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch im Umgang mit Schädlingen im Nutzgarten und der wechselseitigen Wirkung von Pflanzen. Naturnahe Staudenbeetgestaltungen runden das Bild von einem bewirtschafteten Schwarzwaldhof ab.


Garten Schillinger


Garten Schillinger

Nach umfangreicher Besichtigung der Gärten von Frau Schillinger konnten wir uns in den zu einem urigen Speiseraum umgebauten ehemaligen Kuhstall der nächsten körperlichen Stärkung zuwenden. Den Ausführungen von Herrn Schillinger über die Historie des Hofes und den Strukturwandel in der Landwirtschaft lauschend, ergab sich Gelegenheit zur Verköstigung von allerlei selbst Hergestelltem: frisches, selbstgebackenes Brot, Butter und Frischkäse, Quiche und Kuchen sowie eigene Tees und Limonade luden die Gruppe zum ausgiebigen Verweilen an.


Garten Schillinger


Garten Schillinger

Leiblich und fachlich gut gestärkt sowie mit vielen neuen Eindrücken nahmen wir den Spaziergang zurück zum Bus in Angriff. Die Rückfahrt durch das Kinzigtal, über die Passhöhe Heidburg und hinunter nach Freiburg gab vielfach die Möglichkeit, unsere schöne Heimat in Ruhe und von der erhöhten Sitzposition eines Busses aus zu betrachten, die Eindrücke auszutauschen und über die gelungene Fahrt zu resümieren.

Jeder besuchte Garten hat die Begeisterung seiner Besitzer für die Gestaltung und Pflege seines Gartens zum Ausdruck gebracht. Gleichzeitig kam auch die Individualität eines jeden Gartens zur Geltung: jeder Gartenbesitzer hat seine eigene Motivation, seine eigenen Ziele und mit seinen eigenen Umständen und Herausforderungen umzugehen. Bei allen Teilnehmern konnte man schon die Vorfreude auf die nächste Gartenreise unserer Regionalgruppe erkennen. Mein ganz besonderer Dank gebührt dabei der sorgfältigen Auswahl und Vorbereitung unserer Reiseziele durch Waltraud Kapp-Ziemmeck. Mit Souveränität, großem organisatorischen Fleiß und Geschick hat sie uns einen abwechslungsreichen und erfüllenden Tag geschenkt.