Aktivitäten

2017

Wanderung im Seidenbachtal am 28.05.17

Wieser mit Kleiner Knabenkraut

Wiese voller Kleiner Knabenkräuter
Foto © 2017 Arthur Mößner

Porträt eines Kleinen Knabenkrautes Am Sonntag, 28. Mai 2017, machte sich eine Wandergruppe der Regionalgruppe Bonn-Köln der GdS unter der Leitung von Brigitte und Arthur Mößner sowie Dr. Wolfram Kunick auf den Weg ins Seidenbachtal und auf den Froschberg bei Blankenheimerdorf in der Eifel. Die Magerwiesen standen in voller Blüte. Auch die Samenstände der Küchenschelle und der Herbstzeitlose ließen sich noch entdecken. Die Waldpartien umgaben artenreiche Säume. Besonders beeindruckte eine feuchtere Wiese mit Kleinem Knabenkraut (Orchis morio) in vielen Exemplaren. Auf dem Froschberg unter der mächtigen "Süntelbuche" mit ihren Zickzackzweigen gab es eine kleine Pause bevor die Gruppe sich auf den Rückweg machte, der noch weitere Pflanzenschätze bereit hielt. Das Wetter zeigte sich von seiner schönsten Seite.

Brigitte Mößner

 

 

Porträt eines Kleinen Knabenkrautes
Foto © 2017 Arthur Mößner

Süntelbuche

Die Süntelbuche mit ihren Zickzackzweigen kommen natürlich im Süntel vor und wurden aufgrund ihres merkwürdigen Wuchses von dort aus in Gärten, Parkanlagen und in die Landschaft geholt.
Foto © 2017 Arthur Mößner

Süntelbuche, kahl

Bei der noch kahlen Süntelbuche im Frühjahr ist die eigentümliche Zweigform deutlich zu erkennen.
Foto © 2017 Helga Panten

Gartenreise in die Niederlande vom 28. bis 30. 04.2017

Garten von Manfred Lucenz und Klaus Bender

Die Pracht von gelben Tulpen und Kaiserkronen im Garten von Manfred Lucenz und Klaus Bender
Foto © 2017 Helga Panten

Rosa- und Pinktöne im Garten von Lucenz-Bender

Einfach genießen, die spannungsvollen Rosa- und Pinktöne im Garten von Lucenz-Bender
Foto © 2017 Helga Panten

Als Zwischenstation auf dem Weg in die Niederlande bot sich der Garten von Manfred Lucenz und Klaus Bender in Bedburg-Hau an. Auch wenn die meisten Staudenfreunde ihn kannten, empfanden ihn wohl alle wieder als Erlebnis. Farben sind das Leitmotiv dieses 4.000 Quadratmeter großen Privatgartens. Den Hauptpart spielten zu unserer Besuchszeit die 5000 Tulpen, unterstützt von Frühlingsgehölzen wie der vor Blüten überquellenden Exocorda. Die sensiblen Farbzusammenstellungen von Gelbem Hügel, Purpurgarten und Weißem Garten begeisterten und die Gespräche mit den beiden Gartenbesitzern sind immer wieder ein Gewinn: Gummibärchen gegen Wühlmäuse, Algenkalk gegen Buchsbaumpilz wurden eifrig notiert.

Garten "Het Bergje"

Viele schöne Details gab es im Garten "Het Bergje" zu bewundern, dessen Name auf seine leichte Erhöhung gegenüber dem Umland anspielt.
Foto © 2017 Helga Panten

Wie hingetupft lässt Anneke Caljouw die roten und rotweißen Tulpen zwischen den weißen Narzissen erblühen
Foto © 2017 Helga Panten

Zum "Bollen-Weekend" hatten etliche Gärten rund um Amersfort eingeladen. Wir durften schon vorher in Blüten und Farben schwelgen. Anneke Caljouw mit ihrem Garten "Het Bergje” in Amersfoort gehörte zu den Einladenden. Der nur 1.300 qm große Garten wurde 2001 nach dem Bau des Wohnhauses in seiner heutigen Form angelegt. Ausgangspunkt war: Kein Rasen, viele Blumen und wenig Pflegeaufwand. Seit 2006 hat Anneke sich auf besondere Sorten spezialisiert und schenkt der Farbe rund ums Jahr mehr Aufmerksamkeit unter dem Motto “Kunst, Farbe und besondere Pflanzen“. Die ehemalige Grundschullehrerin, malt mit den Blüten, lässt „Wellen“ und farbliche Schwerpunkte entstehen. Der Garten grenzt an einen ehemaligen Klostergarten, durch den er eine Kulisse aus hohen Bäumen erhält.

Alter Ochsenstall

Gelb und Weiß, die Farben des alten Ochsenstalls geben das Thema des Gartens vor, das Marieke zauberhaft umgesetzt hat - auch wenn diese Kombination nicht wirklich "ihr Ding" ist.
Foto © 2017 Helga Panten

Marieke Nolsen, Besitzerin des Gartens "In de Boomgard" in Leusden, ist Floristin, Gestalterin und bietet Floristikkurse für Jedermann an; sie arbeitet gern mit Pastelltönen und Farbverläufen, was sich gut in ihrem 1.200 qm großen Garten erleben liess. Als Blumenbinderin findet sie es herrlich, mit Blumen aus dem Garten zu arbeiten. Daher besteht die Bepflanzung zum großen Teil aus floristisch verwendbaren Blumen, Früchten und Blattwerk, aus denen sie floristische Arrangements entstehen lässt, die Jahreszeit und Garten widerspiegelt. Marieke sagt von sich selbst, sie liebe üppige, transparente Borders mit einer sehr natürlichen Ausstrahlung. Marieke Nolsen ist der Motor hinter dem „Bollenweekend“.

 Ton-in-Ton-Pflanzung von Marieke NolsenReizvolle Ton-in-Ton-Pflanzung von Marieke Nolsen mit Stiefmütterchen, Narzissen und Knotenblumen
Foto © 2017 Helga Panten

 

 

 

 

 

2002 übernahm sie das einigermaßen verwahrloste Grundstück und begann es mit großen Vergnügen auszulichten. Nach eigenem Entwurf entstand der Garten mit seiner strengen Einteilung. Buchen- und Buchsbaumhecken gliedern ihn heute in vier verschiedene Gartenräume, die überquellen vor Stauden und Büschen. Der Garten liegt rund um den ehemaligen Ochsenstall, ein altes, typisches Gebäude das zum 1807 gegründeten Landgut Den Treek-Henschoten gehört. (Das Landgut selbst ist heute ein großes, extensives Naherholungsgebiet.) Wie alle Bauwerke des Landgutes ist es in den Farben Gelb und Weiß gestrichen. Auch wenn diese Farbkombination nicht zu Mariekes Favoriten gehört, hat sie sich ihnen angepasst.

Jaqueline van der Kloet

Weiße und schwarzviolette Tulpen sowie die filigranen Blütenstände der blauen Camassia sind nur eine der schönen Zwiebelblumen-Kombinationen von Jaqueline van der Kloet.
Foto © 2017 Helga Panten

"De Theetuin“ von Jaqueline van der Kloet in Weesp stand als nächstes auf dem Programm. Auch er entspricht mit seiner relativ geringen Größe von 1.300 qm vielen heutigen Gärten. Der Teegarten liegt auf einer der vier Bastionen der alten, reizvollen Festungsstadt Weesp, von der die Staudenfreunde auf dem Weg zum Garten einen kleinen Eindruck bekamen. Die Bastion Bakkerschans, auf der der Theetuin liegt, datiert von 1674 und ist von einem Festungswall mit stattlichen alten Bäumen umschlossen. Der Garten liegt als versteckte Oase im Grünen auf dem historischen Boden der Schanze. Dieser erste Teegarten der Niederlande wurde 1986 entworfen und angelegt durch Jacqueline van der Kloet, Stan Gall und Niek Roozen. Sie sahen hier den perfekten Ort für einen Modellgarten mit besonderen Pflanzen, Gefäßen und einem behaglichen Teehaus (leider nur für private Feiern geöffnet), das aus einem 1875 angelegten Munitionslager entstand. Besondere Stauden, nicht alltägliche Einjahrsblumen in spannenden Kombinationen und vor allem der besondere Umgang mit den Zwiebeln sind die Spezialität von Jacqueline van der Kloet, die sich in dem Garten sehr gut erleben ließ.

Hotel Nautsch Kwartier in Heusden

Behagliches Quartier bot das Hotel Nautsch Kwartier in Heusden, das einer alten Siedlung nachempfunden ist. Die Lage direkt am Goimeer verleitete den einen oder anderen Staudenfreund zu einem Spaziergang am Wasser. Die benachbarte Festungsstadt Naarden bot ein abendliches Ausflugsziel für die Gruppe.
Foto © 2017 Helga Panten

Keukenhof

Als breiter Fluss aus Rot- und Rosa-Tönen fingen die Tulpen an dieser Stelle des Keukenhofs den Blick ein.
Foto © 2017 Helga Panten

Nach den filigran gestalteten Privatgärten des ersten Tages ließ der Keukenhof in üppigster Blumenpracht schwelgen. Rasenflächen und Bäume boten dem Auge grünen Halt zwischen all den Farben. Meist waren sie plakativ eingesetzt, hin und wieder gab es aber auch Anregungen für den eigenen Garten zuhause. Trotz früher Stunde unseres Besuchs quoll der 32 ha große Park bereits vor Menschen über, was sich während der Besuchzeit steigerte. Bewundernswert der Top-Pflegezustand in dem sich das gesamte Gelände befand.

Baumschule Esveld

Etwas erschöpft nach all den Keukenhof-Farben nahmen die Staudenfreunde im schönen Gewächshaus der Baumschule Esveld zum Mittagsimbiss Platz.
Foto © 2017 Helga Panten

2017 stand die 68. Ausgabe des Keukenhofs unter dem Thema „Dutch Design“, bei dem niederländische Sachlichkeit mit Innovation verbunden worden war. Gepflanzt wurden rund 7 Mio. Zwiebelblumen, darunter 800 Tulpensorten. Der Keukenhof ist das Schaufenster der niederländischen Blumenzwiebelkultur. Während der achtwöchigen Öffnungszeit zeigen 100 Züchter ihre Blumen als lebendigen Katalog im Freiland.

Farbnuancen  Japanischer Ahorn

Erstaunlich viele Farbnuancen lassen sich bei den Japanischen Ahorn entdecken.
Foto © 2017 Helga Panten

Reiche Beute machten die Staudenfreunde in der weit über die Grenzen der Niederlande hinaus bekannten Baumschule Esveld in Boskoop. Sie vermehrt auf 4 ha Fläche ein unglaublich breites Sortiment an Gehölzen, bietet aber auch Stauden an. Auf einem weiteren Hektar ließen sich elf nationale Sammlungen entdecken: Acer, Abelia, Buchsbaum, Kletternde Lonicera, Enkianthus, Japanische Azaleen, Osmanthus, Pieris, Hortensien, Sarcoccoca. Während unseres Besuchs zog die Sammlung Ahorn mit 700 verschiedenen Arten und Sorten darunter unzählige Japanische die Staudenfreunde an. Ihre Blattfarben machten den Frühlingsstauden durchaus Konkurrenz. Die Baumschule liegt in der für den Raum Boskoop typischen Landschaft mit schmalen langen Landstücken, die über parallel laufende Kanäle entwässert und früher auch erschlossen wurden.

Wim Baas

Leidenschaftlich wirbt Wim Baas (in Gummistiefeln) für behutsamen und bewussten Umgang mit der Natur.
Foto © 2017 Helga Panten

Absolutes Kontrastprogramm zu dem vorher Gesehenen bot der 8.000 Quadratmeter große Moeras- en Stinzenplanten-Tuin von Dr. Wim Baas. Er liegt am Rande des Naturreservats „De Westbroekse Zodden“ in der Ost-Vechtse Veen-Landschaft (Moor-Landschaft). Der Chemiker und Ökologe Bass ist ein Spezialist für die Verwilderung von Gartenpflanzen. In der Universität Utrecht hat der inzwischen emeritierte Wissenschaftler die Lebensbedingungen der verschiedenen Arten erforscht. Kreislaufsysteme im Garten, die Verbindung zur Tierwelt, insbesondere die Bedeutung der Ameisen sind ihm ein wichtiges Anliegen, das er seinen Besuchern voller Leidenschaft vermittelt.

Im Gänsemarsch ging es vorbei an den Schätzen, die der Moeras- und Stinzenpflanzen zu bieten hat, wie dem Verborgenen Schuppenwurz, Lathraea clandestina, und den Knabenkräutern.
Foto © 2017 Helga Panten

Der Moeras- und Stinzenplanten-Tuin besteht aus zwei Teilen: Der erste ist weitgehend natürlich belassen und eigentlich die Fortsetzung des angrenzenden Veens, also der Torfabgrabungen der Gegend. Das tiefschwarze Wasser des Grundwasserteiches deutet auf das natürlich gewachsene Ursprungsmaterial hin.

Der zweite Teil ist eine bis auf 5 m erhöhte ehemalige Weidefläche, die wegen ihrer Mauerwerke wie ein seit langem verlassener Bauernhof wirkt. Die für die Landschaft untypische Erhöhung entstand aus Bauschutt von Häusern, die in der Umgebung abgerissen wurden. Aus ihm baute Wim unregelmäßige Stützmauern, Anhöhen und Steinschüttungen. Auch aus Lehm, Sand und Muschelschalen ließ er verschiedene Standorte für Stinzenpflanzen entstehen. Die meisten dieser Arten benötigen kalkreichen Boden, um sich etablieren zu können, der in der extrem sauren Moorlandschaft nur durch Eingriffe des Menschen entsteht.

Dank dieser beiden verschiedenen Bereiche wurde der Garten zum Lebensraum für Knollen- und Zwiebelgewächse, für Orchideen, Farne, fleischfressende Pflanzen und vieles mehr. Neben einheimischen Arten hat Wim Baas auch besondere nichtheimische Bäume, Büsche und Sumpf- und Waldpflanzen angesiedelt. Der Garten ist also kein reiner Ökogarten.

Garten von Anja van Heeswijk

Kulissenartige Taxus-Hecken lenken den Blick in die Tiefe des Gartens von Anja van Heeswijk.
Foto © 2017 Helga Panten

Erst seit einem Jahr öffnet Anja van Heeswijk ihren 5.000 Quadratmeter großen Garten des Hubertushof in Leusden. Er liegt rund um ein altes Jagdhaus, das im Stil der Amsterdamer Schule (Architekturstil zwischen 1910 und 1930) gebaut wurde und mit seinem wellenförmigen Strohdach und der tragenden Konstruktion aus Eichenholz sehr markant wirkt. Als Antwort darauf läuft eine strenge Gartenachse, rechts und links von kulissenartig angeordneten Taxus-Hecken gesäumt, auf eine große, bogenförmige Pergola zu und sogar optisch noch darüber hinaus bis in den Wald. Eigentlich hätte die Pergola als Blickfang im Blütenschmuck der stattlichen Wisterien prangen müssen. Aber wie überall so hatte auch hier der sehr späte Frost den Blüten ein jähes Ende bereitet.

Hubertushof

Die naturnahen Staudenpflanzungen des Hubertushofs, bilden einen perfekten Übergang zur Waldkulisse. Im Hintergrund das stattliche Jagdhaus, um den sich der Garten herum legt.
Foto © 2017 Helga Panten

Rechts und links seitlich neben Haus und Taxuskulissen schließen sich naturnahe Pflanzungen an, die sich dank einer Fülle an Blütenpflanzen, darunter vielen Zwiebelblumen, mit der natürlichen Umgebung des Waldes rings herum verbinden. Anja liebt es, wie sie sagt, Pflanzen miteinander zu kombinieren. Dabei berücksichtigt sie Blütenfarben, Blütezeit, Blattform und –farbe, Höhe usw. Jedes Jahr versucht sie den Garten noch weiter zu verbessern und verändert ihre Borders um sie noch harmonischer wirken zu lassen. So ist ein natürlich erscheinender Garten mit einer Fülle an Blumen entstanden, der sich mühelos in die Wald-Umgebung einbindet, aber auch mit dem Haus harmoniert. Auch dieser Garten hatte zum „Bollenweekend“ eingeladen.

Gardens op den Haar

Seit dem 13. Jahrhundert entwässern Gräben wie dieser die Flächen der heutigen "Gardens op den Haar". Für Schatten und Bodenfeuchte liebende Arten ein idealer Standort
Foto © 2017 Helga Panten

Überraschend anders präsentierten sich die “Gardens op den Haar” von John und Joyce Ramsbotham, Hoevelaken. Der 2 ha große Garten gehörte früher zu einem großen Landgut, das erst 1967 aufgeteilt wurde. Das Haus steht auf einer etwas erhöhten Fläche (Haar = Warft), von der man annimmt, dass sie früher als Kartoffelacker diente. Südlich des Hauses liegt sumpfiger Wald, der aber vermutlich bereits seit dem 13. Jahrhundert durch parallele Gräben entwässert wird. Ihn verwandelten die Besitzer seit 1991 sehr behutsam in Wald- und Schattengärten, die jeweils durch Wassergräben voneinander getrennt sind. Kamelien, Japanische Ahorn, Pieris aber auch viele Stinzenpflanzen wie Buschwindröschen und Lerchensporn finden hier einen ihren Bedürfnissen optimal entsprechenden Platz.

Garten von John und Joyce Rambotham

Ein Wald von Hasenglöckchen untermischt mit ein paar Narzissen betont den Waldcharakter des Gartens von John und Joyce Rambotham.
Foto © 2017 Helga Panten

Insgesamt bietet der Garten sieben verschiedene Bereiche: „Waldgarten“, gegliedert durch 18 parallel verlaufenden Gräben, „Englischer Garten“ mit Rasen und Borders im englischen Stil, „Millenniumsgarten“ im Jahr 2000 mit vielen Hostas angelegt, „Rosengarten“, „Tropischer Garten“ mit üppigem Grün von Gunnera, Musa und Fatsia, „Teich- und Felsengarten“ sowie der „Feuer- und Eis-Garten“ mit orangen, roten und gelben Blüten sowie schwarzem Laub und „Eis-Blocks“.

Tuin de Lage Oorsprong

Er ist auf gutem Wege der "Tuin de Lage Oorsprong", aber noch ist viel zu tun.
Foto © 2017 Helga Panten

Der "Tuin de Lage Oorsprong" in Oosterbeek bettet sich ein in einen großen Landschaftspark, der vielerlei Erholungsmöglichkeiten bietet. Der ehemals ziemlich verwahrloste Garten wird seit einigen Jahren behutsam wieder zum Leben erweckt. Zum jetzigen Zeitpunkt erschien vieles auf gutem Wege, manches noch nicht ganz stimmig. Es wird spannend sein, den Garten in einigen Jahren noch einmal zu erleben.

Garten Verheggen

Als schöner Abschluss der Reise wartete der Garten Verheggen in Lottum auf die Staudenfreunde.
Foto © 2017 Helga Panten

Den Abschluss der Reise bildete der großzügige, klar strukturierte Hausgarten Verheggen in Lottum. Seine 4.000 qm erfreuen mit vielen schönen und üppigen Stauden- und Blumenzwiebelpflanzungen. Der älteste Teil ist der „Informelle Garten“ mit einer Laube, überwölbt von einem Götterbaum und umrahmt von blühenden Borders. Der Englische Border-Garten wird durch schöne Farbkombinationen und Pflanzen in verschiedenen Höhen geprägt. Viele Stauden, Rosen, Büsche und – im Sommer – Dahlien bestimmen ihn. Große Taxussäulen bestimmen den Charakter des Vier-Farben-Gartens, in dem Stauden, Gräser und Einjahrsblumen miteinander kombiniert sind. Im Rosengarten verbinden sich Rosen mit verschiedenen Kräutern. Ramblerrosen, Kletterrosen und Strauchrosen sorgen für eine romantische Atmosphäre. Der Dahliengarten zeigte natürlich noch nichts von seiner Pracht, machte aber Lust, im Laufe des Sommers erneut zu kommen. Der Sammlungsgarten ist entstanden aus einer großen Sammlung von Stauden und Gräsern. Den Schattengarten prägt eine große rote Buche, unter der Rhododendren und Azaleen für Farbe sorgten.

Garten Nel Verheggen

Mutig mischt Nel Verheggen die verschiedenen Tulpen-Farben im Vier-Farben-Garten mit seinen markanten Taxus-Säulen.
Foto © 2017 Helga Panten

2016

Botanische Wanderung im Eschweiler Tal am 22.5.2016

Eschweiler Tal

Auch Streuobstwiesen prägen den Charakter des Eschweiler Tals
Foto © 2016 Arthur Mößner

Bizarre Felsformation im Steinbruch
Foto © 2016 Arthur Mößner

Die von Brigitte und Arthur Mößner vorbereitete Exkursion führte durch das Eschweiler Tal bei Bad Münstereifel und zu den orchideen-reichen Magerrasen am Hirnsberg. Der Weg lief zunächst entlang des von Erlen gesäumten Eschweiler Baches. Den Talgrund nehmen dort nährstoffreiche, feuchte Wiesen mit ausgedehnten Pestwurzfluren ein. Den Weg säumen artenreiche Gebüsche aus Schlehen, Rotem Hartriegel, Berberitze, Wolligem Schneeball oder Pfaffenhütchen, die stellenweise von Waldreben überzogen sind.

Steinsame

Die leuchtend-blauen Blüten des Steinsame
Foto © 2016 Arthur Mößner

Ein aufgelassener Steinbruch lässt mit einer hohen, senkrechten Wand den anstehenden Kalkstein erkennen. Im Kalkschotter fanden wir als Arten wärmeliebender Säume z. B. Blutroten Storchschnabel (Geranium sanguineum), Wirbeldost (Calamintha clinopodium), Wilden Majoran (Origanum vulgare), Odermennig (Agrimonia eupatoria) und Golddistel (Carlina vulgaris)

Purpur-Orchidee (Orchis purpurea)

In den Kalk-Magerrasen begeisterten uns vor allem die vielen Orchideen, am auffallendsten die reichblühende Purpur-Orchidee (Orchis purpurea).
Foto © 2016 Arthur Mößner

Der Hangwald zeigt anschaulich die einstige Niederwald-Bewirtschaftung mit mehrstämmigen Haselnuß-Sträuchern, Feldahorn, Hainbuchen und Eichen, gelegentlich auch Elsbeeren (Sorbus torminalis). In der Krautschicht herrscht Bingelkraut (Mercurialis perennis) vor – aber schließlich fanden wir ausgedehnte Teppiche des Blauen Steinsamens (Lithospermum= Buglossoides purpureo-caeruleum) mit seinen leuchtend blauen Blüten. Die noch vom vorjahr erhaltenen weißen, kugelförmigen und steinharten Samen gaben der Pflanze ihren Namen. In Wald begegneten wir außerdem Akelei, Lungenkraut und Seidelbast.

Wolfram Kunick, Bonn

Niederlande Oudolf

Auf Piet Oudolfs Spuren - Reise in die Niederlande am 03. und 04.09.2016

Garten Ernst

Neugierig und interessiert, die Bonn-Kölner Staudenfreunde im Garten Ernst
Foto © 2016 Helga Panten

BernePark in Bottrop

Vom Klärbecken zum Stauden-Senkgarten, der BernePark in Bottrop
Foto © 2016 Helga Panten

Herbst ist die ideale Jahreszeit, um Gärten von Piet Oudolf zu erleben, aber auch um in anderen Gärten nach Anregungen für die zweite Hälfte des Jahres Ausschau zu halten. Die Reise begann ziemlich spektakulär im BernePark in Bottrop. Unverkennbar ging es dabei um eine ehemalige Kläranlage. Der Abriss der Anlage hätte viel Geld gekostet. Daher verfielen die Stadtväter auf die sehr nachahmenswerte Idee aus der technischen Anlage einen Park zu machen. Während das eine Klärbecken in einen ruhigen glatten Wasserspiegel verwandelt wurde, konnte man Piet Oudolf gewinnen, um aus dem zweiten Klärbecken einen Stauden-Senkgarten zu machen. Die ehemaligen Rechen bieten heute als Brücke gute Aussicht von oben über Staudengarten und Wasserbecken.

BernePark

Lebhaft diskutieren die Staudenfreunde die Gestaltung des BerneParkes
Foto © 2016 Helga Panten

Piet Oudolf

Das Purpurbraun der Eupatorium harmoniert wunderbar mit den Klinkern von Oudolfs Bürohaus. Nur welche Solidago-Sorte das ist, hätten alle Staudenfreunde gern gewusst.
Foto © 2016 Helga Panten

Piet Oudolfs Garten in Hummelo war das nächste Ziel. Der Gartenarchitekt ist bekanntlich einer der prominentesten Vertreter der Dutch Wave. Mit seinen Pflanzungen, die auch den Herbst und Winter attraktiv machen, hat er für eine nachhaltige Veränderung der Sicht auf den Garten gesorgt. Als Aushängeschild seiner Vorstellungen vom Garten quillt auch sein privates Grün über vor Farben und Formen. Spannend erscheint der Bezug, den er immer wieder auch zu den umgebenden Gebäuden herstellt.

Oudolf-Garten

Weiche und streng geschnittene Hecken, die Fülle der Gräser, die sanften Töne von Kerzenknöterich und Herbstanemonen geben dem Oudolf-Garten Leben.
Foto © 2016 Helga Panten

Hans Kramer

Hans Kramer (im blau-grauen Shirt) stimmt die Gruppe ein auf das, was sie gleich in den Staudenquartieren entdecken wird.
Foto © 2016 Helga Panten

Herzliche Begrüßung durch Hans Kramer vom Hessenhof in Ede, den die Staudenfreunde vor wenigen Jahren bereits mit einem seiner brillanten Vorträge erlebt hatten. Jetzt waren sie neugierig auf seine Staudengärtnerei. Nach der sommerlichen Vermehrungszeit bot sie (fast) alles was das Herz des Staudenfreundes höher schlagen lässt. Entsprechend wohl gefüllt war der Kofferraum am Ende des Besuches.

Hessenhof Ede

Die Qual der Wahl fällt schwer, also genau schauen und wählen unter der Vielfalt des Kramerschen Angebotes
Foto © 2016 Helga Panten

Beukenhofs

Die Großzügigkeit des "Beukenhofs" lässt malerischen Gehölzen wie hier dem weißbunten Etagen-Schneeball Raum zur Entfaltung
Foto © 2016 Helga Panten

Nach dem "Stress" des Besuchs in der Staudengärtnerei ließ der "Beukenhof" in Barneveld die Staudenfreunde wieder zur Ruhe kommen. Die großzügige Weite des rund einen Hektar großen Gartens wechselt mit kleineren Gartenräumen, die sich verschiedenen Themen widmen und jeder eine andere Atmosphäre ausstrahlen. Streng geschnittene Buchenhecken - "Beukenhof"! - gliedern den Garten und geben der Fülle optischen Halt. Seinen besonderen Charakter bekommt der Garten durch die Ausblicke in die umgebende weite Landschaft.

Beukenhof

Das Purpurviolett und Rosa von Dahlien, Salvien und Polygala umgibt den kleinen Gartenraum im "Beukenhof". Über den Rand der Amphore im Zentrum quillt Köpfchen-Knöterich (Persicaria capitata)
Foto © 2016 Helga Panten

Angenehmer Platz auf der Terrasse des Stadskasteels Oudaen
Foto © 2016 Helga Panten

Nach all den Gärten erreichte die Gruppe das quirlige Utrecht als Übernachtungsort. Der wunderbar milde Herbstabend war ideal für die Bootsfahrt rund um die Altstadt von Utrecht, bei der sich das entspannte Leben in den vielen Restaurants und Gartenhöfchen erleben ließ. Danach fand die Gruppe behaglichen Platz am Wasser auf den Terrassen des Stadskasteels Oudaen, das schon auf das 13. Jahrhundert zurück geht.

Vlinderhof

Unter viel Gelächter wurde das nasse Hindernis auf dem Weg zum Vlinderhof überwunden
Foto © 2016 Helga Panten

Überraschend schweißtreibend gestaltete sich am nächsten Morgen der Weg zum Vlinderhof in Utrechts Maximapark. Die Alendorper Wetering musste mit einer Ziehbrücke überwunden werden, was unter viel Gelächter geschah. Jenseits der Brücke nahm Marc Kikkert mit seiner Truppe die Bonn-Kölner in Empfang. Marc Kikkert hatte Jahre zuvor die Vision, einen Staudengarten im Maximapark entstehen zu lassen. Der Maximapark lehnt sich an die neu entstandenen Viertel Utrechts an und bietet nicht nur den dort Wohnenden die Möglichkeit zu Sport und Entspannung. Piet Oudolf sollte die Planung des Staudengartens übernehmen, so Kikkerts Wunsch, der auf viel Skepsis stieß. Aber nach viel Überzeugungsarbeit ließ Oudolf sich bewegen, den 5.000 qm großen Park zu entwerfen. Die vielen Freiwilligen, die Kikkert um sich schart, pflanzen und pflegen den Staudengarten. Die Bonn-Kölner Staudenfreunde waren begeistert über die Pflanzenpracht und den Pflegezustand dieser öffentlichen Anlage. Von vielen wurde der Besuch des Vlinderhofs, übersetzt Schmetterlingshof, als Höhepunkt der Fahrt angesehen. Und für den Rückweg gab es einen weniger anstrengenden Weg.

Marc Kikkert

Marc Kikkert - mit neongrüner Jacke - erläutert, welcher Mut und welche Anstrengungen nötig waren, um den Vlinderhof entstehen zu lassen
Foto © 2016 Helga Panten

Vlinderhof

5.000 qm umfasst die Fläche des Vlinderhofs, die von einer großen Zahl engagierter Freiwilliger gepflegt wird.
Foto © 2016 Helga Panten

Tuin an het Boord

Eine Buchsbaumhecke rahmt die stattlichen Stämme der Parrotien und betont die Länge der Allee im "Tuin an het Boord"
Foto © 2016 Helga Panten

Der gepflegte großzügige Privatgarten "Tuin an het Boord" wartete in Nuenen auf die Reisegruppe. Außergewöhnlich gleich zum Auftakt der erste Anblick: Eine sorgfältig geschnittene Allee von Parrotia persica 'Vanessa', an der leider nur erst wenige Blätter eine Idee der herbstlichen Farbenpracht boten. Die Baumreihe öffnet den Blick in den mediterranen Garten voller wärmeliebender Pflanzen. Dahinter schlossen die Besitzer Matt und Dini Baten einen formalen Garten mit streng gefasstem Teich an. Den Abschluss bildet der Obst- und Gemüsegarten und seitlich versteckt liegt ein Ruhe ausstrahlender japanischer Garten.

Tuin an het Boord

Das streng gefasste Wasserbecken gibt dem formalen Garten des "Tuin an het Boord" seinen Charakter
Foto © 2016 Helga Panten

Gräserspiel im "Tuin an het Boord"

Heiteres Gräserspiel im Gegenlicht im "Tuin an het Boord"
Foto © 2016 Helga Panten

Walburg-Tuine

Zu ehrwürdigen Gestalten herangewachsene Nadelgehölze in den Walburg-Tuinen
Foto © 2016 Helga Panten

Bereits 1958 entstanden die Gärten De Walburg in Nuenen. Garten-Architektin Hetty Cox legte die Gärten im Stil des Wiederaufbaues an. Inzwischen sind die damals gepflanzten Gehölze zu einem lebendigen Monument herangewachsen, in dem Gartenkultur und Natur nahtlos ineinander übergehen. Nach Hetty Cox Tod 2001 war der Garten einige Zeit sich selbst überlassen. Jetzt kümmert sich die Stiftung Walberg-Tuinen mit vielen Freiwilligen um das kulturhistorische Erbe - eine große Herausforderung, die aber bereits in vielen Bereichen erfolgreich in Angriff genommen worden ist. So konnten die Staudenfreunde die Kette der Gärten genußvoll durchwandern.

Herbstlicher Blütenflor lockt zum Durchstreifen der Walburg-Gärten
Foto © 2016 Helga Panten

Garten Ernst

Lobelien, Monarden, Agastache und Gaura mixen sich zu einem fröhlichen Bild im Garten Ernst
Foto © 2016 Helga Panten

Den heiteren Schlusspunkt unter die Reise setzte der Garten von GdS-Mitglied Angela Ernst in Solingen, in dem ein Schluck Wein die Lebensgeister wieder weckte. Der Garten quillt über vor Pflanzen, die Angela Ernst mutig und unkonventionell miteinander mixt. "Ich habe einen großen Teil meiner Kindheit in den Sommerferien glücklich in Italien verbracht und wollte diese warme, etwas wilde Atmosphäre in meinem Garten wieder aufleben lassen", sagt sie über ihren Garten. Nur 1.000 qm groß, ist er für die Besitzerin Experimentierfeld mit immer wieder neuen Arten und Sorten, die sie ausprobiert und deren heiteres Miteinander sie genießt. Auch die Staudenfreunde hatten ihre Freude an dem Garten, der erstaunlich viele zauberhafte Pflanzenkombinationen beherbergt.

Danach rollte der Bus voll zufriedener Staudenfreunde Richtung Köln und Bonn.

Helga Panten, Bonn

Garten Ernst

Das Garten-Konzept von Angela Ernst wird lebhaft erörtert
Foto © 2016 Helga Panten

2015

Gartenreise in die Ile de France vom 10. bis 13.06.2015

 Jardins Amoena von Francis Peeters

Vielleicht der Höhepunkt, auf jeden Fall krönender Abschluss der Reise: Die Jardins Amoena von Francis Peeters (Bildmitte mit geschorenem Kopf) in Silly/ Ville Hoves in Belgien
Foto © 2015 Helga Panten

Gartenreisen in die Ile de France gibt es viele. Die Klassiker stehen auf dem Programm von Marly bis Versailles. Aber Privatgärten? Anders als in Nordfrankreich oder der Normandie sind die privaten Gartenschätze rund um Paris kaum bekannt. Entsprechend mühsam waren die Vorbereitungen für das Team aus Marita Stark-Quabius, Beate Sonst und Annche Maintzer. Umso größer war ihre Erleichterung und die Begeisterung bei den Teilnehmern der Reise über die Schönheit der Gärten, die sich während der Reise auf der Höhe der Rosenblüte und bei bestem Wetter präsentierten.

Schlösschen von Philippe Taminiaux und Karine Fonsny

Ruhe und Gelassenheit strahlt der Garten rund um das Schlösschen von Philippe Taminiaux und Karine Fonsny aus
Foto © 2015 Helga Panten

Den Auftakt machte am 10. Juni noch in Belgien als Unterbrechung der Anreise der Jardin "Le-Sous-Bois" von Philippe Taminiaux und Karine Fonsny. In traumhafter Lage 100 m oberhalb der Maas gelegen, strahlt der 3 ha große Garten, der sich in ein 14 ha großes Anwesen bettet, Ruhe und Gelassenheit aus. Als die Besitzer es vor 17 Jahren erwarben, breitete sich vor dem Schlößchen eine große Schafweide aus, linker Hand begrenzt durch Wald. Radikal verändert haben sie diese Situation nicht. Behutsam ergänzten sie den Waldsaum durch edle Gehölze wie Cornus controversa 'Variegata', dunkelroten Cotinus coggygria und helllaubige Catalpa.

Jardin "Le-Sous-Bois"

Wild und gepflegt, der Wechsel zwischen Beidem macht den Charme des Gartens über der Maas aus.
Foto © 2015 Helga Panten

Die ehemalige Schafsweide wurde zur großen Wiese über die der Blick hinweg geht auf die Maas mit ihrem Steilufer. Sauber gemähter Rasen gibt ihrer Margeritenfülle optischen Halt. Rechter Hand schließt sich der intensive Gartenteil an. Hinter einem üppigen Staudenborder verbergen sich intime Gärtchen wie ein von Buchsbaumheckchen gefasster "Bauerngarten", ein weißer Garten oder der romantische von Rosen übersponnene Laubengang. 80 Kletterrosen haben hier ihren Platz, den sie zum großen Teil mit passender Clematis teilen. Hier wie im ganzen Garten wachsen nur Pflanzen mit sanften Farbtönen, laute Farben gibt es nicht

Hortillonnage

Die Staudenfreunde auf dem Weg in das Gewirr der Flussarme
Foto © 2015 Helga Panten

Amiens war die nächste Station auf dem Weg der Staudenfreunde. Nachdem ein ursprünglich eingeplanter Garten kurzfristig nicht besucht werden konnte, ging es auf die Hortillonnage, eine Bootsfahrt durch die "Lagunenlandschaft" zwischen den Flüssen Somme, Selle und Avre. Bereits seit dem Mittelalter wird auf den Inseln im Gewirr der Flussarme Gartenbau betrieben. Früher dominierte Gemüse. Nachdem die Gärtner aufgrund der Kleinteiligkeit nicht mehr mit dem modernen Angebot konkurrieren konnten, fielen etliche Flächen brach. Inzwischen wird der Gartenbau als Bioanbau wiederbelebt, eifrig unterstützt von den Menschen in Amiens, die sich über das frische Gemüse aus der Nachbarschaft freuen. Außerdem haben sich etliche Kleingärtner angesiedelt, die in friedlichem Miteinander mit der reichen Tierwelt der Gewässer leben.

Jardin de Grenouillere

Vom Haus aus gesehen, scheint der "Jardin de Grenouillere" hinter der Rasenfläche mit ihrem Staudensaum zu enden. Aber dort beginnt der Wassergarten
Foto © 2015 Helga Panten

Das Hotel Chateau du Val in Saint-Germain en Laye, ehemals Jagdschloss Ludwigs XIV, in dem bereits Voltaire, Diderot, Rousseau und Mozart gewohnt haben, bot den Bonn-Kölnern stilvolle und ruhige Unterkunft für eine Nacht.

Nach einem Blick in den Park des Schlosses von Saint-Germain en Laye ging es am Donnerstag, dem 11.6.2015 in den "Jardin de Grenouillere" in Les Essarts Le Roi im Südwesten von Paris. Der Garten liegt im Einzugsbereich der Quellen des Flüsschens Yvette und spielt heute mit dem Thema Wasser. Aber als Francoise Lacaze das Grundstück 1988 kaufte, war es aufgrund der Yvette-Quellen sumpfig - einfach ein Froschtümpel, wie die Übersetzung des Gartennamens lautet. Drainagen lenkten die Feuchtigkeit, schufen trockene und feuchte Bereiche. Trotzdem zahlten sie und ihr Mann viel Lehrgeld mit falscher Bepflanzung.

Jardin de Grenouillere

Die Quellen der Yvette sorgen dafür, dass der "Froschtümpel-Garten" immer genügend Wasser besitzt
Foto © 2015 Helga Panten

Ab 1999 schalteten sie die Gartenarchitektin Sonja Gauron ein. Gemeinsam mit ihr entstand der japanisch inspirierte Bereich vor dem Haus, der großzügige Rasen mit seinem Staudensaum hinter dem Haus und der daran anschließende große Wasserbereich, neben dem zwei sehr locker aufgeschnittenen Weiden und ein Cornus controversa 'Variegata' ein zauberhaftes Spiel von Licht und Schatten aufführen. Auch Francoise hat für den heute reifen Garten, in dem eher geschnitten als neu gepflanzt werden muss, ihre Farb-Vorlieben. Knalliges Rot hat in ihrem Garten nichts zu suchen.

Charmante Sitzplätze in Sonjas Garten

Einer der vielen charmanten Sitzplätze in Sonjas Garten
Foto © 2015 Helga Panten

Nur wenige Kilometer von "Froschtümpel-Garten" entfernt liegt der Privatgarten von Sonja Gauron, "Le Jardin de Sonja", in Le Perray en Yveline. Vor 25 Jahren entstand er auf 3000 qm brach liegender Feldfläche. Einfach war die Anlage des Gartens nicht. Schwerer Lehmboden steht hier an. In 30 cm Tiefe gibt es eine wasserundurchlässige Schicht. Viele Pflanzen verlor sie, weil es ihnen entweder zu nass war oder der Wind sie in dem damals völlig offnenen Gelände umwehte. Sie konnten nicht tief genug wurzeln, um sich fest zu verankern. Inzwischen kennt sie die Arten, die mit dem Boden zurecht kommen oder sie setzt sie auf kleine Hügel, die ihnen zu trockenen Wurzeln verhelfen. Englische Garten-Vorbilder standen Pate. Der Bereich vor dem Haus schwelgt in Grüntönen. Hinterm Haus gibt es Farben von Rosen, Hibiscus, Geranium, Fingerhüten und vielem mehr.

Schmaler Streifen zwischen Haus und Gartengrenze

In einen geheimnisvollen Waldweg hat Sonja den schmalen Streifen zwischen Haus und Gartengrenze verwandelt
Foto © 2015 Helga Panten

Kunden, die sie durch ihren Garten führt, fühlen sich von den vielen reizvollen Gartensituationen genauso angesprochen wie von den markanten Gewächsen, mit denen die Pflanzensammlerin Atmosphäre schafft: Die große Hängezeder vor dem Haus unter der ein Bächlein fließt, umrahmt von grünschwarz-getupften Persicarien, die das Licht-Schattenspiel der Zeder vertiefen; der Schneeflockenstrauch (Chionanthus virginicus) mit seinen weißen Puderquasten, der elegante Viburnum plicatum 'Mariesii'. Wichtig sind ihr auch die oft vernachlässigten Restflächen wie der schmale Streifen zwischen Haus und Gartengrenze. Ihn verwandelte sie in einen geheimnisvollen Waldweg. Sogar eine ganz kurze Querachse unterbricht ihn, um einem Fenster des Hauses Ausblick zu verschaffen. Eine kleine Statue, Tori, Spiegel, spiralartige Pflasterung, wuchtige Buchskugeln und Clematisranken verwandeln dies kleine Gartenfleckchen in einen kleinen Ort der Kontemplation.

Schloss Breteuil

Wie bei allen klassischen französischen Gärten bildet auch das Schloss Breteuil das Zentrum, von dem aus die Achsen in die Landschaft strahlen
Foto © 2015 Helga Panten

Der erste Blick auf das nachmittägliche Ziel, den Garten des Schlosses Breteuil, konnte die Reisegruppe bereits bei einem gemütlichen Picknick unter den alten Bäumen des Parkes werfen. Danach ging es unter fachkundiger Führung durch den Garten, dessen Wurzeln zwar bereits aus dem 17. Jahrhundert stammen. Im 19. Jahrhundert wurde er jedoch komplett neu im Stil Le Notres, also als klassischer französischer Garten angelegt. Das Schloss liegt im Mittelpunkt der Gartenachsen, die weit in die Landschaft hinausstrahlen und so den Herrschaftsanspruch der Familie Breteuil demonstrierten. Rund um das Schloss ordnen sich streng schnittene Gehölze und formale Wasserbecken dem Gestaltungswillen des Herrschers unter.

Detail des Englischen Gartens

Detail des Englischen Gartens, des so genannten Prinzengartens, der 1991 unter Leitung des belgischen Gartenarchitekten René Péchère erneuert wurde
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Heute fügen sich ein "Jardin d'Anglaise', ein Rosen-Laubengang, Labyrinth und Gemüsegarten samt Obstspalier in den Park ein. In Frankreich ist er vor allem bei Kindern beliebt, weil an verschiedenen Stätten die Märchen von Charles Perrault inszeniert sind.

Vom Schloss Breteuil ging es ins nicht weniger geschichtsträchtige Fontainebleau. Im Hotel Napoleon, wenige Schritte von Schloss und Park Fontainebleau entfernt, nahm die Gruppe stilvolles Quartier. In seinem wunderschönen grünen Innenhof war nichts vom Gequirle der draußen vorbeiführenden Straße zu spüren.

Jardin d' Anne-Marie

Feenhaft solle ihr Garten sein, so hatte Anne-Marie es gewünscht und realisiert
Foto © 2015 Helga Panten

Mit dem 1.400 qm großen "Jardin d' Anne-Marie" in Lardy wartete der Kleinste der Gärten am Vormittag des 12.6.2015 auf die Staudenfreunde und überraschte mit unglaublicher Rosenfülle. Kaum wusste man, wohin den Blick zuerst lenken. Da erstaunte es nicht, dass Anne-Marie Grivaz bereits mehrere Preise für ihr kleines Paradies bekommen hat. 1976 haben ihr Mann und sie mit der Anlage des Garten begonnen. Zwei Jahre habe es gedauert, bis sie den Garten so einigermaßen unkrautfrei bekommen hätten, erzählte sie. So richtig angefangen haben sie dann 1980 mit einer Arbeitsteilung, die bis heute anhält: Er ist für die Baulichkeiten zuständig, sie für die Pflanzen. Besonderen Charme besitzt der Garten durch die Wasserläufe. Quer durch den Garten zieht sich ein Kanal, der den oberen Gartenteil vom unteren trennt und von einer weißen Brücke überspannt wird. Unterhalb des Gartens fließt das Flüsschen La Juine vorbei.

Rosenfülle

Wohin den Blick zuerst wenden bei dieser Rosenfülle?
Foto © 2015 Helga Panten

Rosen sind das große Thema des Gartens ursprünglich inspiriert vom elterlichen Garten Anne-Maries in dem Clematis und Moosrosen blühten. Auch hier bilden alte Rosen einen Schwerpunkt. 120 Kletterrosen überspinnen die Pergola, unter der hindurch man den Garten durchwandelt. Zur Hauptrosenblüte treten die Stauden vor ihrer Pracht zurück, Glockenblumen, Veronica, Alchemilla spielen die zurückhaltenden Begleiter. Danach setzt sich der schattigere untere Gartenteil mehr in Szene beispielsweise mit der großen Hosta-Sammlung.

Haus und Garten von Annie und Bernard Lerebour

Den Eindruck von Ruhe und Behagen strömen Haus und Garten von Annie und Bernard Lerebour aus
Foto © 2015 Helga Panten

Ein bisschen skeptisch fuhren die Staudenfreunde nach dieser überquellenden Fülle in den "Jardin de la Haute Vigne" von Annie und Bernard Lerebour in Etampes. Annie hat eine Schule für Floristik, würde ihr Garten auch floristisch sein, voller Accessoires und Schnickschnack? "Nein", lachte sie, als die Gruppe ihr gegen Ende des Besuchs von ihren Befürchtungen erzählte, Floristik und Garten würde sie streng trennen. Aber die Grundprinzipien der Gestaltung, die habe sie von der Floristik durchaus übernommen.

Wie Inseln betten die Bäume mit ihrem "Fußvolk" aus Rosen, Stauden und Hortensien sich in den Rasen
Foto © 2015 Helga Panten

Ein paar Obstbäume und der traditionelle Gemüsegarten bestimmten den 3.000 qm großen Garten als die Lerebours ihn 1976 vom Schwiegervater übernahmen. Heute rahmen großzügige Rasenflächen die Inseln der alten Bäume. Unter ihrem lockeren Schirm blühen Rosen und Hortensien, Thalictrum und Hosta, Spornblume, Frauenmantel, Phlomis und Geranium. Der Haupteindruck ist Ruhe, Weite und Grün, in das Farbtupfer eingestreut sind, die zum Hinschlendern und Betrachten verlocken. Gerade im Entstehen ist ihre Duftecke, in der Philadelphus 'Etoile de Berger', Syringa microphylla, Duftrosen und Choisya stehen. So ganz einfach hätten neu gesetzte Pflanzen es im ihrem Garten aber nicht. Er sei sehr trocken, Wasser verschwindet sofort im Boden, erzählte sie.

Die Rosenbegleiter ordnen sich ganz den strahlenden Rosenblüten unter
Foto © 2015 Helga Panten

Noch einmal in Rosen schwelgen ließ der Schaugarten der "Roseraie d' Andre Eve". 3.500 Rosen, Stauden und Gehölze beherbergt er, wobei die Rosen sich in verschwenderischer Fülle zeigten und Stauden und Gehölze neben sich kaum zu Wort kommen ließen. Erst wer bewusst hinschaute, entdeckte, dass das Rosenrot, -rosa- und -weiß erst richtig strahlte durch den Kontrast zum sanftvioletten Rittersporn und ebenso sanften Nepeta, dass blaue Clematis, Veronica und blauer Lein ihnen ritterlich zur Seite standen und dass Iris schon vor den Rosen ihren Auftritt hatten.

Rosengärtnerei von Andre Eve

Wahrhaft in Duft und Schönheit schwelgen ließ sich im Schaugarten der Rosengärtnerei von Andre Eve
Foto © 2015 Helga Panten

Nach dem Durchschreiten des Schaugartens durfte die Gruppe einen Blick in die Züchterwerkstatt tun. Rund 30.000 Samenkörner werden pro Jahr ausgesät. Etwa 750 davon kommen in die engere Wahl, werden sieben Jahre beobachtet. Wenn es gut geht, bleiben am Ende eine oder zwei gute neue Sorten übrig. Voller Staunen betrachteten die Staudenfreunde die Rosenpflückerinnen, die unmittelbar neben den Neuheiten eben erblühte Duftrosen für die Ölproduktion pflückten.

Baumschule Brochet-Lanvin

Stauden in großer Fülle gab es in den Staudenborders und im Verkaufsbereich der Baumschule Brochet-Lanvin
Foto © 2015 Helga Panten

Abschiednehmen von Fontainebleau hieß es am Morgen des 13.6.2015. Noch zwei Stationen lagen vor den Staudenfreunden. Die erste war der "Jardin et Pepiniere Brochet-Lanvin" in Nanteuil-la-Foret in der Champagne. Die Baumschule hat sich spezialisiert auf Gehölze für kalkreiche Böden. Sie hält die nationale Sammlung von Weiden und Spirea, legt außerdem einen Schwerpunkt auf Deutzien, Philadelphus, Lonicera sowie alte Rosen und vermehrt ein beachtliches Staudensortiment.

Dominique Brochet, Besitzer der Baumschule Brochet-Lanvin

Begeisternd erzählte Dominique Brochet, Besitzer der Baumschule Brochet-Lanvin, den Staudenfreunden von seinen Pflanzenspezialitäten
Foto © 2015 Helga Panten

Kaum glaublich erschien den Staudenfreunden die Fülle und Schönheit der oft wenig beachteten Arten. Wie mit Schneebällen überschüttet erscheint Deutzia magnifica 'Nancy', welch ein Duft umgibt den sanft errötenden Philadelphus purpurascens 'Sibylle' und welchen Charme besitzen die Spireen, die allzu oft als banale Heckensträucher missbraucht werden.

Trotz all dieser staunenswerten Besonderheiten zog es die Staudenfreunde dann doch zum Staudenborder und in die Staudenverkaufsflächen, aus der viele mit Beute zum Bus zurückkehrten. Dort mussten die Pflanzen sich den Platz mit ein paar Flaschen Champagner teilen, denn stilgerecht gab es zum mittäglichen Picknick für jeden ein Glas Champagner, den so mancher auch mit nach Hause nehmen wollte.

Schöne steppenartige Pflanzung von Francis Peeters

Der sehr gut durchlässige Boden ist das Geheimnis dieser schönen steppenartige Pflanzung von Francis Peeters
Foto © 2015 Helga Panten

Viele empfanden den letzten Garten auf der Reise als den Höhepunkt. "Jardins Amoena" von Francis Peeters und Guy Vandersande in Silly/ Ville Hoves ist mit seinen 4.000 qm raffiniert und großzügig angelegt. Francis Peeters ist ein ausgewiesener Pflanzenexperte, der in Belgien eine eigene Gartensendung hat. Er kombiniert Ungewöhnliches wie Sisyrichum striatum mit Allium sphaerocephalon, Zebraschilf und weißgrün gestreiften Chinaschilf oder rotweiße Rosen mit dunkelroter Berberitze, rotweißen Potentilla nepalensis und blassrötlich blühenden Heuchera. Die Staudenfreunde staunten über seine Eucomis, die sonst im Kübel gehätschelt werden, bei ihm aber ausgepflanzt sind. "Sie und viele andere Südafrikaner sind gut winterhart, wenn sie eine sehr gute Drainage bekommen", erklärte Peeters. Auch mit Dierama, die seinen Sitzplatz am Teich umschmeicheln, hat er gute Erfahrungen gemacht. Bis -7° C halten sie ohne weiteres aus, wenn man sie vor Winternässe schützt.

Dierama blühen am Sitzplatz am Teich

Dierama blühen am Sitzplatz am Teich, der mit seinem runden Fenster (ganz rechts im Bild) auch den Außenraum mit einbezieht
Foto © 2015 Helga Panten

Bei ihm bekommen alle Pflanzen drei Chancen. Wenn es dann nicht klappt, haben sie in seinem Garten nichts zu suchen. Dank seiner Experimentierfreude und natürlich auch seiner Gartensendung, bekommt er von vielen Züchtern Neues zum Testen. Begeistert ist er beispielsweise von einer neuen weißen Anemone x cultorum 'Wild Swan', die ununterbrochen vom Juni bis zum Oktober blüht. Die Staudenfreunde notierten eifrig.

Nach dieser letzten Station ging es mit schönen Erinnerungen und voll beladenem Kofferraum zurück nach Köln und Bonn.

28.7.2015 Helga Panten

Botanische Wanderung durchs Lampertstal am 06.04.2015

Märzenbecher

Märzenbecher, die kräftigen Verwandten des Schneeglöckchens
Foto © 2015 Helga Panten

Deutlich Vorfrühling war es, als die kleine Gruppe der Bonn-Kölner Staudenfreunde am 6.4.2015 unter der Leitung von Brigitte und Arthur Mössner zur Wanderung durch das Lampertstal in der Eifel startete. Die Bäume waren noch völlig kahl. Primeln schoben erste Blättchen aus der Erde. Hier und dort ließen sich frisch getriebene Eisenhut-Blätter entdecken. Die Wiese, die den Talboden deckt, zeigte sich in zurückhaltendem Beige - Ecrue. Seidelbast war die erste Kostbarkeit, auf die die Gruppe stieß. Durch die kühle Witterung strömte der Duft leider nur sehr verhalten. Und dann wenig später tauchte er auf, der Hang voller Märzenbecher - Leucojum vernum. Zu Hunderten - oder gar Tausenden? - zogen sich die kräftigen Stängel mit den weißen Bechern den Hang hinauf. Mit ihrem häutigen Blattscheide erinnern sie an ihre Verwandtschaft mit dem Schneeglöckchen, mit dem zusammen sie zum Tribus Galantheae gehören. Grüne Spitzen tragen die frischen Blüten, gelbe die älteren, entdeckten die Staudenfreunde.

Zwischen dunklem Grün und Gelb wechseln die Tupfen auf den Spitzen der Blütenblätter
Foto © 2015 Helga Panten

In großen Flächen ziehen sich die Märzenbecher-Bestände im Lampertstal die Hänge hinab
Foto © 2015 Helga Panten

Früher stand an der Stelle, an der sich jetzt die Märzenbecher in solcher Menge ausbreiten, ein Fichtenwald. Auf Betreiben von Professor Wolfgang Schumacher von der Uni Bonn - Geobotanik und Naturschutz - wurden die Fichten vor 30 Jahren entfernt. Heute wächst dort ein Haargerste-Buchenwald (Hordelymo-Fagetum), also eine Pflanzengesellschaft, wie sie auf den dort anstehenden Kalkböden natürlich vorkommt.

Kalvarienberg bei Alendorf

Auf dem "Höhepunkt" der Wanderung, dem Kalvarienberg bei Alendorf
Foto © 2015 Helga Panten

Weiter wanderten die Staudenfreunde durch das Tal in Richtung Kalvarienberg bei Alendorf. In den großen Magerwiesen an den Flanken des Kalvarienbergs blühten zaghaft erste Küchenschellen, Veilchen breiteten blaue Polster aus und hier und dort reckte sich ein Stängel Lungenkraut empor. Sogar einige bereits blühende Primula veris gab es hier zu entdecken. Nach diesem "Höhepunkt" führte der Weg im Bogen zurück ins Lampertstal und nach gut 3 Stunden landeten alle wieder zufrieden an ihren Autos. Zum Abschluß ging es ins Restaurant Breuer in Ripsdorf, in dem die Masse der Ostergäste den Wanderern gerade Platz machte.

pa

2014

Botanische Wanderung Sistig-Krekeler Heide 28.06.2014

Artenreiche Borstgraswiese

Was wächst denn da? Mit konzentriertem Blick schaut die Gruppe der Bonn-Kölner Staudenfreunde über die artenreichen Borstgraswiesen.
Foto © 2014 Helga Panten

Orchideen, Enzian, Arnika, Klappertopf und Kreuzblümchen, die Borstgrasrasen in der Sistig-Krekeler Heide bei Kall/Eifel sind ein Paradies für Pflanzen und die dazu gehörigen Tiere. Bis vor noch gar nicht langer Zeit bestimmten monotone Fichtenwälder hier die Landschaft. Inzwischen haben Landesregierung und NRW-Stiftung damit begonnen, die Fichtenwälder abzuholzen und zurückzuverwandeln. Mit großem Erfolg, wie die Bonn-Kölner Staudenfreunde unter Führung von Marietta Schmitz von der Biologischen Station Euskirchen erfuhren. Sie hatte auch für das köstliche Kräuterpicknick gesorgt, das die Gruppe unterm dichten Dach einer Kastanie genoß, während rings umher der Regen rauschte.

Nachmittags ging es ins Dahlemer Moor, das Ähnliches erlebt hatte. Auch dort hatten Fichtenpflanzungen das Heidemoor bedrängt, nachdem es vorher über Gräben entwässert worden war. Seit 2006 wurde das Moor renaturiert. Auch hier mit großem Erfolg. Die Staudenfreunde konnten neben Glockenheide und Sonnentau sogar Bestände der schönen Moorlilie entdecken.

Waldhyazinthe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

In erstaunliche Zahl hatten sich die Waldhyazinthen bereits in den Borstgrasrasen der Sistig-Krekeler Heide angesiedelt
Foto © 2014 Helga Panten

 

So gut können Wildkräuter schmecken, stellten die Staudenfreunde fest beim Picknick unterm schützenden Kastanienbaum.
Foto © 2014 Helga Panten

Moorlilie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Dahlemer Moor entdeckt: Die zauberhafte Moorlilie
Foto © 2014 Arthur Mößner

Sonnentau

Sonnentau bedeckt die Erde in der Dahlemer Heide
Foto © 2014 Arthur Mößner
 

Tulpenreise Niederlande 26.-27.04.2014

Brookergarten

Dank gezielter Sortenwahl und geschickter Verteilung wirkten die Pflanzungen im Brookergarten locker und duftig.
Foto © 2014 Helga Panten

Als die Bonn-Kölner Staudenfreunde am 26.4.2014 losfuhren hatte das sehr heiße und frühe Frühjahr 2014 bereits alle Tulpen im Kölner Raum verblühen lassen. Auch auf der Fahrt durch die Niederlande waren die Vorgärten tulpenfrei. Machten wir eine Tulpenfahrt ohne Tulpen?

Der 5.500 qm große Brookergarten von Loek en Anne-Marie Gubbels in Hout Blerick zerstreute unsere Sorgen.

Brookergarten

Gelb und weiß spiegelten die Tulpen sich im großen Teich des Brookergartens.
Foto © 2014 Helga Panten

Kaum öffnete sich das Tor, fiel der Blick auf Tulpen über Tulpen. Weiß, cremegelb und rosa untermischt mit den weißen Schellenbäumen der Schachbrettblumen säumten sie den kleinen Teich, schwelgten in Rot und Rosa oder mischten Gelb mit Weiß. Lilienblütige, einfache, späte, gefüllte späte, Rembrandt-Tulpen blühten in sorgsam abgestimmten Farben. Dazu verliehen glatter Rasen, sauber geschnittene Hecken dem Garten eine Atmosphäre von Ruhe und Gepflegtheit.

Alljährlich nach der Tulpenblüte werden die Zwiebeln mit kräftigem Ruck aus dem lockeren Boden gezogen und vernichtet, erzählte Loek Gubbels. Im Herbst ziehen frische Zwiebeln nach neuem Farbkonzept in den Garten ein.

Brookergarten

Der Rahmen der strengen Hecken im Brookergarten ließ das Rosa und Weiß der Tulpen klar hervortreten.
Foto © 2014 Helga Panten

Hortus Bulborum

Wie ein Lehrbuch der Tulpengeschichte lagen die Beete des Hortus Bulborum mit den verschiedenen historischen Tulpensorten vor den Augen der Staudenfreunde.
Foto © 2014 Helga Panten

Der Hortus bulborum in Limmen erwartete die Gruppe mit überwältigenden Farben. In ihm werden mehr als 4.000 verschiedene historische Zwiebelblumen-Sorten vermehrt und erhalten. Darunter 2600 Tulpen-Sorten, die zum Glück zum überwiegenden Teil noch in voller Blüte standen, und 25 ebenfalls überwiegend noch blühende Fritillaria-Arten und -sorten. Nicht mehr erlebbar waren die 1100 Narzissen-, 130 Hyazinthen- sowie 110 Crocus vernus-Sorten.

Klein aber weltweit einmalig zeigt der Zwiebel-Garten lebendiges kulturhistorisches Erbe. Er gibt Einblick in die Züchtungsgeschichte und in die verschiedenen Moden und Trends der vergangenen Jahrhunderte. Für die heutigen Züchter stellt er eine Gen-Bank dar, aus der sie für Neuzüchtungen schöpfen können. Zur Sammlung gehören hunderte alter Sorten aus der Zeit vor 1900, die nicht mehr oder kaum noch kommerziell vermehrt werden. Die ältesten Tulpensorten stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die älteste Kaiserkrone Frittilaria imperialis 'Prolifera' wurden 1577 zum ersten Mal beschrieben und die ältesten Narzissen im Hortus bulborum sind noch mehrere Jahrhunderte älter.

Der Garten wird ehrenamtlich betrieben. Jeden Frühsommer werden alle Zwiebeln unter Mitwirkung vieler Helfer ausgegraben.

Tulpensorte 'Absalon'

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Tulpensorte 'Absalon' aus dem Jahr 1780. Sie zählt zu den damals so begehrten und teuer gehandelten Rembrandttulpen mit ihren gebrochenen Farben.
Foto © 2014 Helga Panten

 

Wies Voesten, Stekkentuin

Herzlich begrüßt wurde die Gruppe im Stekkentuin von Wies Voesten
Foto © 2014 Helga Panten

Von den überbordenden Blütenfarben ausruhen konnten die Augen der Bonn-Kölner Staudenfreunde im Stekkentuin in Espel/Flevoland, wo Wies Voesten die Gruppe begrüßte. Sie liebt Pflanzen mit besonderen Blattfarben, -formen und -strukturen. Daher verschmolzen verschiedenfarbige Hosta, Helleborus, Heuchera in dem 3.800 qm großen Garten zu einem sanftfarbigen Bild. Frühjahrsblühende Stauden wie Veronica mit ihrem Blau und das Gelb der Waldsteinien setzten behutsam Akzente dazwischen.

Der Name Stekkentuin, Stecklingsgarten, stammt aus den Anfangsjahren, als sie vor allem aus Stecklingen gezogene Pflanzen, die sie von Freunden bekommen hatte, in ihren Garten setzte.

Stekkentuin

Bei den frischen Grüntönen des Stekkentuins kamen die Augen zur Ruhe.
Foto © 2014 Helga Panten

Liepkje Schat

Liepkje Schat erläuterte das Konzept ihres Gartens, bevor die Staudenfreunde in die Gartenräume eintauchten.
Foto © 2014 Helga Panten

Ausgeruht nach einer erholsamen Nacht im angenehmen Hotel Lumen in Zwolle ging es am 27.4.2014 zu Liepkje Schat nach Bant/Flevoland. Wie die anderen Gärten im Flevoland auch, lag ihr Garten wie eine blühende Insel inmitten der weiten Felder, die Jahrzehnte zuvor dem Meer abgerungen worden waren. Hohe Hecken bilden nicht nur die klaren Grenzen der Gartenräume sondern halten auch den Wind ab, der ununterbrochen über das flache Land weht. Wie strenge Mauern umschlossen sie mal kleine, mal große Gärten. Durchgänge machten neugierig, lockten die Gruppe zum Weitergehen, zum Entdecken immer neuer Gartenthemen mit wohl abgewogenen Tulpenfarben.

Alljährlich fotografiert Liepkje Schat ihre Gärten, damit sie farblich passend nachpflanzen kann. So zeigen die Gartenräume immer üppige Blütenpracht, die jedes Jahr ein wenig anders ausfällt.

Liepkje Schat

In diesem Gartenraum bei Liepkje Schat dominieren Drifts aus hellrosa Tulpen. Kräftigrosa und fast schwarze Tulpen sowie dunkellaubige Berberitzen und Heuchera sorgen dafür, dass der Gartenteil nicht süßlich wirkt.
Foto © 2014 Helga Panten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das glühende Rot der Lilienblütigen Tulpen wird durch die weiße Sorten mit Streifen in gleichem Rot gebändigt.
Foto © 2014 Helga Panten

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Mutig kombiniert Liepkje Schat schillerndes Orange und Orangerosa der Tulpen, mit dem Grüngelb der Euphorbien und dem erdigem Rotbraun von Berberitze und Heuchera.
Foto © 2014 Helga Panten

Hier und dort gab es auch etwas zu kaufen für den Garten zuhause.
Foto © 2014 Helga Panten

Großzügig umgibt der Garten das vergleichsweise kleine Haus des Pegasushofs.
Foto © 2014 Helga Panten

Ähnlich und doch ganz anders zeigte sich der 4000 qm große Pegasushof von Jan und Elly Giesen-Quartel, ebenfalls in Bant gelegen. Großzügig, weiträumig, elegant umschließt der Garten das vergleichsweise kleine Haus. Er setzt die Architektur des Hauses nach außen hin fort. Er spielt mit runden und eckigen Heckenkulissen vor denen bunte Blütenpracht tanzt. Davor liegen Rasenteppiche, klare Wasserspiegel oder schlicht graue Plattenflächen. Sie alle strahlen Ruhe aus und geben den Pflanzen Vortritt.

Die Bonn-Kölner Staudenfreunde waren die letzten, die die diesjährige Tulpenpracht im Pegasushof erleben konnten. Morgen, erklärte Elly, würde sie mit dem Rückschnitt der Tulpen beginnen.

Den Reiz des Gartens macht der Wechsel zwischen klaren Flächen und Formen sowie der üppigen Blütenpracht aus.
Foto © 2014 Helga Panten

Lebhaft diskutiert, notiert und fotografiert wurden die Pflanzungen des Pegasushofs.
Foto © 2014 Helga Panten

Elly Kloosterboer

Launig begrüßt Elly Kloosterboer die Gruppe in De Goldhoorn Gardens
Foto © 2014 Helga Panten

Das letzte Ziel im Flevoland waren De Goldhoorn Gardens in Bant von Elly Kloosterboer. Auch dieser Garten umfasste 4.000 qm und lag wiederum wie eine Insel inmitten der Felder. Er lässt sich am ehesten mit üppig, verspielt, romantisch beschreiben. Die Gartenräume haben verschiedene Farben zum Thema, wie der feurigrote Garten, der weiße Garten oder der Garten aus Rot- und Purpurtönen. Nacheinander durchsschritten die Staudenfreunde sie bevor sie ins Herz des Garten kamen, zu einer Rasenfläche rund um einen großen Teich, über den eine Blauregen-berankte Brücke führt. Regen jagte die Gruppe nach kurzem Rundgang in den Schutz des Hauses und verkürzte die Besichtigung, nach der es wieder zurück nach Bonn ging.

Helga Panten, Bonn

Mutig mischte die Gartenbesitzerin verschiedensten Rot-, Rosa- und Purpurtöne, zwischen denen das Hellblau der Hasenglöckchen vermittelte.
Foto © 2014 Helga Panten

Edel wirkten die weißen Tulpenblüten über den grünen Blatthorsten.
Foto © 2014 Helga Panten

Der Regen konnte die gute Laune nicht verderben.
Foto © 2014 Helga Panten

Durch den "Bollenstreek" ging es von Garten zu Garten. Dort findet man noch immer Tulpenfelder so weit das Auge reicht.
Foto © 2014 Helga Panten

Hasenglöckchen in Hückelhofen am 13.04.2014

 "Preussisch-Blau" der Hasenglöckchen

Das "Preussisch-Blau" der Hasenglöckchen
Foto © 2014 Arthur Mößner

Die kleine Gruppe der Bonn-Kölner Staudenfreunde ist begeistert über den bei uns ungewöhnlichen Frühlingsflor
Foto © 2014 Arthur Mößner

Man muss nicht erst nach England reisen, um Bluebells in freier Natur zu erleben.
Am 13. 4. 2014 bot Brigitte Mößner einen Spaziergang in Hückelhofen-Baal an, um das dortige Vorkommen von Hasenglöckchen (Hyazinthoides non-scripta) zu bewundern. Eine kleine Gruppe machte sich auf den Weg. Schon von weitem sahen wir die blauen Matten am Wegesrand. Doch bis wir dort ankamen, wurde jede auch noch so kleine Ansammlung der blauen Schönheiten mit Staunen betrachtet und fotografiert.

Doch was für eine Freude, als sich im Wald die großen blauen Flächen ausdehnten. Wie soll man dieses Blau beschreiben? Mir fällt dazu nur Preußischblau ein, aber viel leuchtender! Dazu im Hintergrund strahlend gelbe Rapsfelder und Bäume, die gerade mit erstem Maiengrün das Bild abrundeten. Das Ganze wurde durch ein Wechselspiel von Licht und Schatten vervollständigt. Wir waren restlos begeistert. In einem dort gelegenen Gasthof ließen wir bei Kaffee und Kuchen den Spaziergang ausklingen. Herzlichen Dank an Brigitte Mößner.

Ute Schunck

Teppich der Hasenglöckchen

Weit zieht sich der Teppich der Hasenglöckchen durch den Wald
Foto © 2014 Arthur Mößner

Genaues Hinschauen offenbart die Schönheit der kleinen Zwiebelblumen
Foto © 2014 Arthur Mößner

2013

Gartenreise ins Gelderland von 14. - 16.06.2013

Garten von Elisabeth Imig

"Wie bekommt sie diesen tollen Pflegezustand hin?" fragten sich die Staudenfreunde im Garten von Elisabeth Imig
Foto © 2013 Helga Panten

"Jetzt reicht es aber langsam", der halb scherzhafte Ausspruch einer Freundin vor etlichen Jahren erheitert Elisabeth Imig noch immer. Danach habe sie erst richtig losgelegt mit der Verwandlung der 3.000 qm großen Flächen rund um das stattliche Bauernhaus. Entsprechend beeindruckt zeigten sich die Bonn-Kölner Staudenfreunde, die unter der Regie von Marita Stark-Quabius ins Gelderland reisten. Hier im Stauden- und Blumengarten in Bedburg-Hau legten sie eine erste Pause ein. Gleich hinter der Gartenpforte bezauberten Drifts verschiedener Stauden-Pfingstrosen, umschmeichelt vom Gelbgrün der Wolfsmilch und des Frauenmantels. Mohn, Iris, Fingerhüte, dicke Lauchkugeln, Rosen im ersten Flor nahmen gefangen. Reizvoll bettete sich der Gemüsegarten ins Blühen, bei dem Rot, Purpur, Violett, Blau und Weiß vorherrschten.

filigraner EisenpavillonEin filigraner Eisenpavillon bildet den Drehpunkt des Gartens
Foto © 2013 Helga Panten

Ein filigraner Eisenpavillon bildete den Drehpunkt, der überleitete vom westlichen in den östlichen Gartenteil mit seiner üppigen Bepflanzung rund um den Gartenteich und vom Gemüsegarten zur Obstwiese. Letztere zeigte klare Strukturen aus kurz gemähten Rasenpartien und ungemähten Gräserbändern rund um die alten Bäume. Zwischen den Halmen versteckte sich das sonst oft störende Narzissenlaub und fast verblühte Lauchkugeln fingen noch immer den Blick.

Hier hätte man länger verweilen können. Aber die Internationalen Pflanzentage Bingerden lockten mit rund 80 Ständen voller Raritäten und Spezialitäten. Clematis und Agapanthus, Geum, Lilien und Iris, Perückensträucher, Saxifragen und vielerlei Salvien stellten eine echte Herausforderung dar. Alles wollte begutachtet, das Richtige gekauft und Versuchungen widerstanden werden. Der schöne Schlossgarten bot Entspannung, bevor das Staugeschick des hilfsbereiten Busfahrers zum ersten Mal gefordert war.

 

 

 

 

Alles wollte begutachtet, das Richtige gekauft und Versuchungen widerstanden werden bei den Pflanzentagen in Bingerden
Foto © 2013 Helga Panten

 

Huzarenhof

In den grünen Zimmern des Huzarenhofs ließ es sich behaglich sitzen
Foto © 2013 Helga Panten

Weiter ging's zum Huzarenhof in Joppe, dem Jaap van der Waal und René van der Mijden, zwei Garten-begeisterte Männer, Gestalt gegeben haben. Ruhe und Harmonie definierten sie als Ziel für das 3.300 qm große Grundstück, das sie vor knapp 25 Jahren erworben hatten. Damals beherrschten Baum- und Rhododendronmassen das verwahrloste Grundstück. Heute zeigt es mit drei Gartenteilen Großzügigkeit und beeindruckende Pflanzenbilder. Zwischen den Flügeln des in Cremetönen gestrichenen Hauses formen lineare Pergolen, Buchen- und Taxushecken grüne Zimmer. Weißgrüne Hosta, Kletterhortensien, vor allem aber die Hortensie 'Annabelle', die später das sanfte, zum Farbton des Hauses passende Cremegelb aufstecken wird, geben hier den Ton an.

Huzarenhof

Klare rund Formen bestimmen den "Vorgarten" des Huzarenhofs
Foto © 2013 Helga Panten

Den großen "Vorgarten" zwischen Eingang und Haus bestimmen ruhige Rasenpartien gefasst von Hecken, Borders und Teich in klaren runden Formen. Das sanfte Gelbgrün der Gleditsia triacanthus 'Sunburst' wirft flirrendes Licht über diesen Gartenteil, der mit den Farben Blau, Rosa, Violett und Grau spielt.

Husarenhof

Auch an heißen Tagen im Huzarenhof ist es hier kühl
Foto © 2013 Helga Panten

Parallel zu Haus und "Vorgarten" erstreckt sich der verwunschene waldartige Teil, in dem Rhododendren noch immer eine Rolle spielen. Überstellt von lichten Gehölzen umgeben sie den tief liegenden, natürlichen Teich, dessen Wasserspiegel mit dem Grundwasser schwankt. Moosgarten, Hosta, Farne und die großen Blätter der Scheincalla (Lysichiton) erzählen von der Kühle, die die hölzerne Plattform über dem Teich auch an heißen Tagen umgibt.

Dineke Logtenberg in Buschhoeve

Herzliche Begrüßung durch Dineke Logtenberg in Buschhoeve
Foto © 2013 Helga Panten

Nach dem Abend in der schönen Altstadt von Deventer ging es am Samstagmorgen weiter nach "De Buschhoeve" in Wolfheze. Auch wenn bereits in Bingerden reichlich "Beute" gemacht worden war, zog die Gärtnerei erst einmal magisch an. Sie lockte mit prachtvollen Farbkombinationen wie beispielsweise rotem Mohn vor dunkelvioletten Lupinen und zartvioletten Thalictrum.

Nach dem Abend in der schönen Altstadt von Deventer ging es am Samstagmorgen weiter nach "De Buschhoeve" in Wolfheze. Auch wenn bereits in Bingerden reichlich "Beute" gemacht worden war, zog die Gärtnerei erst einmal magisch an. Sie lockte mit prachtvollen Farbkombinationen wie beispielsweise rotem Mohn vor dunkelvioletten Lupinen und zartvioletten Thalictrum.

Links: Schöne Farbkombinationen lockten in die Gärtnerei, Rechts: Lauch fasste die Beete des Gemüsegartens streng ein
Foto © 2013 Helga Panten

Wer seine Wünsche erfüllt sah, wandelte durch den Garten, in dem Gemüse in Lavendel- oder Alliumfassung heranwuchs, vorjähriger, weiß-blühender Kohl für Aufsehen sorgte und Borders in Rosa-Blau-Weiß schwelgten. Gartenzimmer am Haus boten reizvolle Anregungen für streng gefasste Pflanzenfülle im Schatten, mit Weiß oder Rosa-Pink als Leitfarbe. Viel bewunderter Star der Gärten war die gefüllte Präriekerze (Camassia leichtlinii 'Semiplena').

Garten Rhienderensefeld

Hecken rahmen die Gartenthemen im Garten Rhienderensefeld
Foto © 2013 Helga Panten

Während Regenschauer nieder rauschten, verzögerten Umleitungen die Anfahrt zu "Het Rhienderenseveld" in Brummen. Pünktlich vorm Eingang rissen die Wolken auf und der frisch gewaschene Garten strahlte im Sonnenglanz. Ria Stam, Gartenbesitzerin und Porzellanmalerin, ließ sich durch ihre Arbeit zur Gestaltung ihres Gartens inspirieren. Wie die Farben auf einer Palette umringen verschiedene Gartenthemen die zentrale Wiese mit den Lindenbäumen. Hohe Hainbuchenhecken rahmen jedes der Themen, laufen rechts und links in geschwungenem Bogen auf die Rasenfläche zu, so als säßen "Blau und Weiß", "Wassergarten", "Pastellfarben" oder "Orange, Gelb und Rot" in einem behaglichen Sessel. Puristisch gibt sich das anschließende "Kunstatelier" unter freiem Himmel. Eine große Wiese, von sauber gemähten Wegen durchzogen, bot einer Ausstellung reizvoller Bronzeskulpturen Raum.

Klein Knoevenoord

Königsfarn und Lichtnelken dürfen sich in Klein Knoevenoord zu Japanischem Ahorn, Zierlauch und Knöterich 'Johanniswolke' gesellen
Foto © 2013 Helga Panten

War "Klein Knoevenoord", ebenfalls in Brummen, der Höhepunkt des Tages? Viele der Staudenfreunde sahen das so. Als großzügig, offen, heiter und entspannend empfanden sie die 15.000 qm rund um das Haus auf dem sanften Hügelchen, von dem sich der Name, der "Hügelort" bedeutet, ableitet. Garten und Landschaft sollten fließend ineinander übergehen, so der Wunsch von Frank van Noppen und René Hoevenaren. Also darf am großen Folienteich westlich des Hauses das Purpur wilder Lichtnelken, Japanischen Ahorn, Alliumkugeln und Jakobsleitern umspielen. Stattlicher Königsfarn, sonst draußen in den Sumpfflächen zuhause, herrscht über Rodgersien, Hosta und Lupinen.

Das geöffnete Zaunelement betont es: Landschaft und Garten sind als Einheit gedacht
Foto © 2013 Helga Panten

Auf der östlichen Seite öffnet sich der Garten mit niedriger Bepflanzung zur Landschaft. Zwei Catalpa rahmen den Blick. Ein leeres Zaunelement, durch das Lauchkugeln und Hosta vorwitzig in die angrenzende Wiese zu schauen scheinen, vermittelt zwischen Landschaft und Garten.

Klein Knoevenoord

Garten oder doch Landschaft? Die Übergänge sind auch hier fließend in Klein Knoevenoord
Foto © 2013 Helga Panten

Weiter lockt der Rasenteppich hinters Haus, wo Landschaft und Garten langsam die Rollen wechseln. Landschaft signalisiert der natürliche Teich mit seiner Trauerweide, mit Schilf und Wasseriris an seinem Rand. Aber die Fontäne, die mächtige Gunnera und der Rhododendronsaum vor Birken, Erlen und Eichen sprechen von menschlichem Gestaltungswillen. Der markante Kreis aus Kopfweiden und die Weidenallee holen typische Landschaftselemente in den Garten. Dem Wald im hinteren Teil des Gartens ließen Frank van Noppen und René Hoevenaren seine Wildheit. Nur hier und da erinnern Elemente wie eine Gruppe Rhododendron oder der Picknickplatz, dass nicht nur Reh, Hase und Fuchs hier zuhause sind, sondern auch der Mensch.

Frans Koekkoek und Evert Warffemius

Links: Frans Koekkoek und Evert Warffemius, die Besitzer des Bronckhorster Gartens; rechts: Wechselspiel zwischen steinernen und pflanzlichen Monumenten
Foto © 2013 Doro Feld

Aus der Landschaft hinein ins "städtische Leben" von Bronckhorst. "Ein großer Garten kann das nicht sein", dachten wohl alle, die den schmalen Durchgang neben dem Antiquitätenladen durchschritten. Aber dann verblüffte der Garten der "Heeren von Bronckhorst" von Frans Koekkoek und Evert Warffemius doch mit 2.700 qm schmaler, langer Fläche. Zwei Längsachsen, senkrecht zur Hinterfront des Hauses gliedern den gesamten Garten. An ihnen entlang formen im hausnahen Teil strenge Buchen- und Buchsbaum-Hecken Gartenzimmer nach Gartenzimmer. Staudenfülle und Rosen nehmen in ihnen Platz. Ruhe strahlt ein drei-gliedriges Wasserbecken aus, das von schlichtem Grün gefasst ist.

Ein schöner Platz zum Kontemplieren: Der ruhige Spiegel des dreigegliederten Teiches
Foto © 2013 Helga Panten

 

Hinter den Gartenzimmern führen steinerne und aus Taxus geschnittene Monumente ein verblüffendes Wechselspiel auf. Den Abschluss vor den umgebenden Weideflächen bildet der Obstgarten, in dem ungemähte Wiesenstreifen voller Mohn farbliche Akzente setzten. Auch die blaue Bank am Ende einer der beiden Längsachsen wartete hier. Über ihre Größe hatte der Hausherr rätseln lassen: 2,50 m 3,00 m oder gar mehr? Verblüfft stellten die Besucher fest, es ist eine Kinderbank von nur 1,25 m Breite. Sie gaukelt dem Auge noch mehr Gartentiefe vor, als er ohnehin schon besitzt. Nach all dem Geschauten klang der Abend in dem hübschen Ort Bronckhorst behaglich aus.

Mustergärten von Mien Ruys

Eine Zeitreise durchs Garten-Design erlauben die Mustergärten von Mien Ruys, hier ein Garten der 50er Jahre
Foto © 2013 Helga Panten

 

Eine Zeitreise durch das Gartendesign vor und nach dem 2. Weltkrieg wartete am nächsten Tag auf die Staudenfreunde mit den Mustergärten der großen niederländischen Gartenarchitektin Mien Ruys (1904 – 1999). Ihre Eltern waren Besitzer der Gärtnerei Moerheim in Dedemsvaart, wohl jedem Staudenfreund durch die Sonnenbraut 'Moerheims Beauty' bekannt. Durch ihren Vater ermuntert, begann Mien Ruys von 1923 an und verstärkt nach dem 2. Weltkrieg Mustergärten für die Kunden der Gärtnerei anzulegen. In ihnen demonstrierte sie die standortgerechte Verwendung von Stauden für Sonne bis Schatten und die jeweils aktuellen Materialien von Waschbeton über Bahnschwellen bis hin zum Kunststoff. Die Liebe zum Karree in den 50er Jahren, der Trend zur Naturnähe der 70er, der beginnende Purismus der 90er Jahre, all das ließ sich beim Durchstreifen der Gartensituationen ablesen. Als verbindendes Element durchzog die klare Formensprache von Mien Ruys, die auch Piet Oudolf inspiriert hat, die gesamte Anlage.

Links: Naturnah wird in den 70er Jahren gestaltet. In den 90ern liegt Purismus im Trend, wie in den Mustergärten gut abzulesen ist
Foto © 2013 Helga Panten

Nach den vielen Begegnungen mit Altvertrautem in den Gärten von Mien Ruys, warteten Joke Kuperij und Karel Huyts in Koekange mit ihrer sehr individuellen Handschrift auf. Das stattliche strohgedeckte Wohnhaus aus dem Jahr 1868 steht im Zentrum des Gartens. Wie ein Pelz legen sich Staudenborder mit Geranium, Monarden, Fingerhüten und vielem anderen rund herum. Verschiedenerlei Gartenräume lagern sich an, die sich auf einem Rundweg durchschreiten lassen.

Haus von Joke Kuperij und Karel Huyts

Wie ein Pelz legen sich Staudenborder um das strohgedeckte Haus von Joke Kuperij und Karel Huyts
Foto © 2013 Helga Panten

Schmale Wege locken in den verwunschenen Schattengarten voller Rodgersien, Tafelblatt, gelbem Scheinmohn und gelben Trillium. Ds ende des kühlen Grüns markiert ein Heckenriegel, der gleichzeitig den Hintergrund für einen schlichten Brunnen bildet, aus dem die Pflanzen versorgt werden. Von hier aus führt ein breiter geschwungener Rasenweg durch ein fröhliches Miteinander von Stauden, Ein- und Zweijährigen, wie Akelei und Fingerhut, einjährigem Mohn und dunkelroten Knautien (Knautia makedonica). Kopfweiden im Raster gepflanzt, bilden darüber grüne Ruhepunkte.

Ein Staketenzaun bändigt buntes Blühen, hinter dem eine Kaskade aus weißen Wisterien herabrauscht
Foto © 2013 Helga Panten

Eine Kaskade aus weißen Wisterien am Gartenrand fängt den Blick. Wie weiß schäumendes Wasser scheinen die Blütenrispen herabzustürzen und in einem Saum aus Allium karataviense zu verbrodeln. Davor umfasst das Rasenband ein kleines Schnittblumengärtchen, dessen Blütenfülle ein schlichter Staketenzaun bändigt. Die anschließende große Wiese mit ihrer unglaublich langen Bank schürte bereits die Vorfreude der Staudenfreunde. Joke Kuperij hatte die Gruppe dazu ermuntert, hier ihr Picknick auszurichten – ein idealerer Platz ließ sich kaum denken. Aber vorher galt es die Gartenpartie jenseits des Hauses, den ehemaligen Obstgarten zu betrachten. Im dunklen Grün unter den Bäumen wirkte das von Buchsbaum gefasste Rondell wie eine Lichtung. Hier hat der Gemüsegarten seinen Platz gefunden. Das Lichte des Rondells wird durch weiß blühende Fingerhüte, weiße Judassilberlinge und weiß panaschierte Hosta betont.

Die lange Bank im Garten von Joke Kuperij

Der beste Platz für ein Picknick: Die lange Bank im Garten von Joke Kuperij
Foto © 2013 Doro Feld

Wohl gestärkt ging es an die Rückfahrt, auf der als letzte Etappe ein Besuch im Garten Picker in Borken Weseke wartete. Kaum ließ sich die Fülle der Gartensituationen, der lauschigen Sitzplätze, der Beete und Inszenierungen, der Teiche und Wasserspiele, noch erfassen, nach all dem bereits Gesehenen. Trotzdem blieb Zeit, weitere unerfüllte Pflanzenwünsche zu befriedigen und die letzten Ecken des Busses damit voll zu stopfen. Dann ging es an die letzten 150 km bis Köln und Bonn, wo alle wohlbehalten und höchst zufrieden ankamen.

Helga Panten, Bonn

Garten Picker

Die letzte Etappe: Der Garten Picker mit seinen unzähligen Garteninszenierungen, Sitzgruppen und Wasserspielen
Foto © 2013 Helga Panten

2012

Ein Tag dem Apollofalter gewidmet - 23.06.2012

Apollofalter

Eine echte Rarität, der wunderschöne Apollofalter
Foto © 2012 Wolfgang Queda

Vor allem von den beiden Organisatoren Helga Ostermann und Peter Pretscher wurde der 23. Juni mit großer Spannung erwartet, denn vor und nach dem Termin regnete es in Strömen, und bei Regen fliegt der Apollo nicht. Er ist eine Diva und fliegt an den sonnenbeschienenen Südhängen der Moselfelsen (z. B. Rosenberg) nur, wenn es ausreichend warm (25 bis 30 Grad C), sonnig und windstill ist.
Der 23. Juni 2012 erfüllte zumindest stundenweise diese Bedingungen.

Dortebachtal

Apollofalter-Biotop, die Südhänge der Mosel mit ihren Seitentälern wie dem Dortebachtal
Foto © 2012 Helga Panten

Wir stiegen gegen 11 Uhr ins Dortebachtal ein, das auf knapp 2 km von 80 m auf 320 m ansteigt, und wanderten bis zum Wasserfall am Ende des Tales. Die 37-köpfige Gruppe bildete eine lange Schlange auf dem engen rutschigen Pfad, und Peter Pretscher musste häufiger stehen bleiben, um allen in der Schlange seine Erklärungen zu geben. Auf den vom Tal aus einsehbaren und zum Teil betretbaren Schiefer- und Sandsteinfelsen steht die Sonne viele Stunden senkrecht und hier gedeihen die Futterpflanzen für die Raupe des Apollos: Sedum album, Sedum acre und Sedum reflexum neben Ceterach officinarum, Artemisia campestris, Allium sphaerocephalon und anderen. An dem kleinen Wasserfall wachsen im Schatten Laub- und Lebermoose, die allerdings für den botanisch interessierten Menschen interessanter sind als für den Apollofalter.

Wird der Apollofalter sich zeigen? Voller Spannung ist die Bonn-Kölner Gruppe unter der Führung von Dr. Peter Pretscher (3.v.rechts)
Foto © 2012 Ilona Breuer

Hinab ging es das Dortebachtal und bis zum Ausgang sahen wir keinen einzigen Falter. Erst als wir am Fuße des Rosenbergfelsens und dessen Klüften und Spalten nach Eiern des Falters suchten, wurden wir fündig. Hauchzart, schwebend an die Decke von Felsspalten geheftet, waren die kaum Stecknadelkopf großen weißen Eier zu sehen. Und in diesen winzigen Gebilden entwickelt sich die Raupe bis zur Größe von 2,5 mm bis zum nächsten Frühjahr, um dann in die Sedumnester zu fallen und zu fressen und zu fressen. Vier Häutungen macht die Raupe durch, bis sie sich verpuppt, um dann als Falter nach etlichen Wochen zu schlüpfen, einen warmen Stein zu suchen, die Adern seiner Flügel mit seiner Körperflüssigkeit voll zu pumpen , sie in der Wärme erhärten zu lassen und los zu fliegen.

Apollofalter zwischen Sedum album

Fototermin mit dem Apollofalter mitten zwischen Sedum album, seinen Futterpflanzen
Foto © 2012 Wolfgang Queda

Als wir noch ganz beeindruckt von diesem komplizierten und großer Feinabstimmung bedürftigen Werdegang waren, schwebte ein Prachtexemplar den Felshang herunter, setzte sich vor unseren Augen mit ausgebreiteten Flügeln auf einen warmen Stein und beschenkte uns mit einem Fototermin von mehreren Minuten. Das war der eindeutige Höhepunkt, und den Organisatoren fiel ein Steinchen vom Herzen.

Blick vom Valwiger Berg

Noch ein letzter schöner Blick vom Valwiger Berg
Foto © 2012 Helga Panten

 

Zum Abschluss gab es noch Pilze, Steinpilze, Birkenpilze u. a., und zwar im Wald auf dem Valwiger Berg gegenüber von Cochem. Über ihn läuft der Apollopfad, aber Apollos gab es hier an diesem Tag nicht mehr, dafür einen wunderschönen Ausblick über das Moseltal mit den Orten Ernst, Bruttig-Fankel, Ellenz, Poltersdorf und Briedern.
Nach diesem Ausblick in unser schönes Land ging es wieder zurück nach Bonn und Köln.
Ein herzlicher Dank gilt Peter Pretscher für die Auswahl des Ziels, Vorbereitung und Führung der Wanderung.

Helga Ostermann, Juli 2012

Gartenreise nach Zeeland vom 15. - 17.06.2012

Links Gartenbesitzerin Rita Lengton

Neugierig auf Zeeländer Gärten: Die Bonn-Kölner Gruppe der Staudenfreunde, links im Bild Gartenbesitzerin Rita Lengton aus Nisse
Foto © 2012 Helga Panten

Paeonien im Arboretum Kalmthout

Erster farblicher Höhepunkt, die Paeonien im Arboretum Kalmthout
Foto © 2012 Helga Panten

Petrus schien es nicht gut zu meinen mit der Bonn-Kölner Gruppe der Staudenfreunde. Es goss in Strömen während der Bus die 32 Reiseteilnehmer unter der Regie von Ute Schunck und Helga Weber Richtung Zeeland schaukelte. Aber von Nässe lassen Gartenbegeisterte sich nicht schrecken. Alle stapften tapfer durch Pfützen und wassertriefende Rasenwege des belgischen Arboretums Kalmthout, das als erstes auf der Reiseroute lag. Und sie wurden belohnt. Bald lockerten die Wolken auf. Baumvete-ranen wie die riesige alte Nestfichte oder die gelben, weißen und purpurnen Partien des Arboretums konnten ohne Regenschirm bewundert werden. Überall setzten Fingerhüte Akzente. Pfingstrosen blühten in beeindruckender Pracht. Leider war die Piet-Oudolf-Rabatte noch weitgehend im Entstehen. Dafür zeigte sich die Gärtnerei des Arboretums gut bestückt und die Kauflust, die sich auch in fast jedem der folgenden Gärten befriedigen ließ, nahm ihren Anfang.

Garten von Laura Dingemans

Die gelb-violetten Border begeisterten im Garten von Laura Dingemans
Foto © 2012 Helga Panten

Auf ein Gartenparadies stießen die Staudenfreunde bei Laura Dingemans im niederländischen Heerle. Unwichtig, dass dort noch mal Regen rauschte. Zum Glück war es das letzte Mal. Laura Dingemans startete vor 35 Jahren als Garten-Neuling, dem ein Koniferen-Azaleen-Garten angelegt worden war. Jetzt spürte man nichts mehr davon. Die ursprünglich 4.000 qm Fläche hatte sie auf 10.000 qm erweitert, in denen Laura Dingemans gekonnt mit Blattstrukturen, Wuchsformen und Blütenfarben spielt. Immer wieder öffneten Gartenräume, von streng geschnittenen Hecken eingefasst, den Blick auf neue Themen. Einfach schön der Zusammenklang gelb-laubiger Gehölze wie der Catalpa mit ihren großen Blättern, dem filigranen Laub der Gleditschie und der kräftigen Gestalt eines gelbblättrigen Pfeifenstrauches. Darunter antworteten die gelben Blütenknäuel der Phlomis, der gelbgrüne Blütenschaum der Alchemillen und die kleinen dreiblättrigen Blüten der Saruma über herzförmigem Laub. Gelb der Schrecken der Gartenbesitzer? Wenn es so daher kommt, sicher nicht!

Wassergarten von Laura Dingemans

Immer wieder öffneten Gartenräume den Blick auf neue Themen wie hier auf den großen Wassergarten von Laura Dingemans
Foto © 2012 Helga Panten

Beispielhaft auch der winzige Wassergarten am Haus, den Farne, Astilboides tabularis, Frauenmantel, Gräser und Hosta lebendig wirken lassen. Am meisten aber begeisterten die Staudenfreunde die gelb-violetten Border voller Salvien, Geranium 'Rosanne', Nepeta, gelben Lupinen, Phlomis, gelbem Eisenhut und vielem anderen mehr. Das schwellende Buchsbaumpolster an ihrem Ende, schien zu bequemem Lagern und Schauen einzuladen. Was konnte danach noch Schöneres kommen?

Garten von Rita Lengton

Die zentrale Achse lockt den Garten von Rita Lengton zu erkunden
Foto © 2012 Helga Panten

Jeder Garten ist anders, auch wenn er ähnliche Pflanzen verwendet, wurde gleich darauf in "De Herberg" klar. Die Heckenarchitektur macht den Garten von Rita Lengton in Nisse reizvoll. Die zentrale Achse lockt vom Haus aus in das 3.000 qm große Areal. Strenge Heckenriegel bremsen allzu schnelles Durcheilen. Behäbig sitzen Bergenien vor Buchsbaumpolstern. Stauden wie Phlomis, Salvien, Margeriten und Geranium quellen zwischen streng geschnittenen Buchskugeln hervor. Ein paar Stufen hinab und man steht auf einem Rasenplatz, den Beete mit linienförmigen Pflanzungen aus beispielsweise Frauenmantel und Kugelefeu einfassen. Nicht nur hier sind Blattstruktur und Formensprache wichtiger als Blüten. Weiter auf der zentralen Achse öffnet sich der nächste Gartenraum: Ein Rasenplatz mit altem Birnbaum im Zentrum, um den herum sich die Gartenachse ein wenig dreht. Nun strebt sie auf den Gartenteich zu, zwei Liegestühle hinterm Teich halten die Blick auf, bevor er durch die Baumlücke hinaus in die Landschaft strebt.

Garten in Nisse

Schwungvoll begrenzt die Doppelhecke den Garten in Nisse
Foto © 2012 Helga Panten

Den rechten Gartenrand begleitet eine markante Doppelhecke mit geschwungenen Bögen. Die linke Seite, auf der sich kleinere Gartrenräume wie Sukkulentengarten und Gemüsegarten hinter Hecken verbergen, wird von einer kurzen Birnbaumallee erschlossen. Sie mündet ein einen reizvollen Pavillon aus Birnenspalier gezogen. All das wirkte ungewohnt und spannend und jeder verzieh gern, dass die Ersatzpflanzungen für die Verluste nach dem vergangenen Winter noch nicht ganz überzeugten.

Stauden und Einjährige, was wurde bewusst gepflanzt, was hat sich ausgesät und wird behutsam gesteuert?
Foto © 2012 Helga Panten

Der Samstag-Morgen brachte einen neuen Höhepunkt mit "Het Vlackeland" in St. Joosland von Madelien van Hasselt. Die Landschaftsarchitektin hat sich mit dem Garten einen Traum erfüllt. In ihm probiert sie neue Pflanzen und Pflanzenkombinationen aus, sammelt Erfahrungen und zeigt ihren Kunden Pflanzideen. Auf den ersten Blick wirkt die 1 ha große Fläche einfach nur eben, dann aber erschließt sich Beet auf Beet - ähnlich wie in einer Gärtnerei. Madelien kombiniert munter: Einjährige und Staudenmohn mit Spornblume (Centranthus), Wiesenraute und Salvien oder dicke Lauchkugeln mit den dünnen Rispen der Linaria, mit Jungfer in Grün, Spornblumen und Bocksbart. Was davon ist bewusst gepflanzt, was hat sich selbst ausgesät, wandert und wird behutsam gesteuert?

Dicker Zierlauch mit Jungfer in Grün, Spornblume, Purpur-Leinkraut (Linaria purpurea) und Schwarzwurzel, welche eine Kombination!
Foto © 2012 Helga Panten

Eine wichtige Rolle spielen ornamentale Gräser, die natürlich ihren Hauptauftritt im Herbst haben. Dann wird Deschampsia caespitosa wie eine Rauchwolke über den rot, gelb und orange glühenden Kniphofia-Fackeln aufsteigen und ein paar Schritte weiter Molinia 'Cascade' die strengen Strukturen einer Reihenpflanzung auflösen. Nur das Goldgrün der Mähnengerste (Hordeum jubatum) wehte schon jetzt in den Pflanzungen und streichelte die Finger. Kurz geschorener Rasen und ein großer Teich gaben dem Auge Ruhe. Ein liebevoll gepflegter Gemüsegarten, in dem Lebensgefährte Willi das Sagen hat und widerstandsfähige regionale Sorten ausprobiert, sowie ein kleiner Obstgarten vollendeten das Gartenerlebnis.

Rammekenshof

Dynamisch dürfen Rosen und Stauden sich im Rammekenshof entwickeln
Foto © 2012 Helga Panten

Der Rammekenshof in Ritthem von Willeke und Ruud Verschuur entstand in den letzten vierzehn Jahren. Stück für Stück schob sich der Garten in die ursprünglich völlig kahlen 10.000 qm hinein. Die letzte Fläche nahmen die Beiden erst 2007 in Angriff, nachdem der alte Gartenteil überquoll vor Pflanzen. Heute erlebt man den alten Garten als kleines Labyrinth, in dem man Farbgärten von Rosarot über Gelb zu Silber-Blau-Weiß und Bronze durchschreitet. Überall mischen sich Rosen dazwischen, die zum Schnuppern verlockten. Hecken, die lenken, und Rasenflächen, die für Ruhe sorgen, gibt es hier nicht. Ihre zusätzliche Pflege wäre nicht zu bewältigen. Stattdessen gliedern und trennen größere Gehölze.

Pennisetum-Reihe

Wie ein Deich bremst die Pennisetum-Reihe die "heranrollenden" Wellen der Pflanzen
Foto © 2012 Helga Panten

Ein gemauerter Bogen markiert den Übergang von alt zu neu. Hinter dem Bogen öffnet sich der Präriegarten, der mit Muscheln abgedeckt ist, der Nähe zum Meer geschuldet. Prächtig gedeihen hier Digitalis lanata, Iris, Stachys, Euphorbien. Rosen ziehen den Blick an. Später werden Veronicastrum, Crocosmia und Gräser ihren Auftritt haben. Wie Wellen branden die Pflanzengemeinschaften gegen eine Bogenpflanzung aus Pennisetum an. Hier findet die "wilde" Prärie ihr Ende. Ein breiter Kiesstreifen, eine große Rasenfläche legen sich darum und beruhigen das "heranrollende" Pflanzenmeer.

Streng geschnittener Buchsbaum rahmt die Beete, in denen sich Pflanzen und Kunst in Szene setzen
Foto © 2012 Helga Panten

Skulpturen aus Zimbabwe bilden die Blickfänge im Houtenhandschen Hof von Conny und Ben Walraven in Koudekerke. Den Rahmen dafür setzen streng gefasste Beete rund ums Haus, die die Architektur im Freien fortführen. Schmale Wege zwischen den kniehohen Beeten zwingen zum langsamen Gehen und genauen Betrachten von Kunst, Stauden und Rosen. Die Blütenfarben in den Beeten sind zurückhaltend, viel Purpur und dunkles Rot, Violett, Silbergrau, etwas grünliches Gelb von Al-chemilla. Umso kräftiger zeigen sich die Gegensätze der Blattstrukturen: Gefingert, geschlitzt, Schwerter, lanzenförmig. Die Pflanzen zeigen starke Präsenz, lassen den Skulpturen aber eindeutig den Vortritt.

Skulpturen aus Zimbabwe

Hier strenger Rasen mit den Säulen der Skulpturen aus Zimbabwe, dort die "Wildnis" des Teiches
Foto © 2012 Helga Panten

Wie ein Teppich legt sich Rasen vor die strengen Beete. Von gegenüber antwortet ein Sitzplatz mit weißer Sissinghurst-Bank, gerahmt von duftenden Pfeifensträuchern und Rosen. Weiter entfernt vom Haus bildet der Rasen den Übergang zu Gräsern, Schilf und Mädesüß, die den großen Gartenteich einfassen. Durch ein Schlupfloch in der Hecke fällt der Blick auf den Obstgarten - Erinnerung an die Zeit, als die Großeltern hier noch lebten. Alte knorrige Apfelbäume stehen jeder in einem Geviert aus Geranium macrorrhizum 'Spessart', das die Farben der Apfelblüten auf die Erde geholt zu haben scheint.

Garten von Kees Jakobse

Der weiße Garten, eines der Highlights im Garten von Kees Jakobse
Foto © 2012 Helga Panten

'Juust Wa 'k Wou' nennt Kees Jacobse seinen Garten in Schoondijke, "Genau das, was ich will". 3400 Pflanzen wollte der Maler Kees, darunter 150 Hosta, 150 Hemerocallis, Rosen überall, dazu Farne, Gräser, Gemüse. Als erstes durchschritten die Staudenfreunde am Sonntagmorgen seinen 88 m langen englischen Border, in dem sich die Farben von Weiß über Gelb zu Rosa, zu Rot und schließlich zu Purpur-Violett wandeln. Erste Begeisterung; aber Kees lotste weiter bis vor das gemütlich wirkende alte Haus, um das sich seine Gärten wie um eine Glucke scharen: Der weiße Garten von Buchshecken eingefasst - zum Zentrum hin werden sie flacher und lassen das Weiß stärker hervorquellen; der Topiary-Garten, der die ganze Freude seines Gestalters an Formen und Figuren zeigt; der Gemüsegarten voll strotzender Kohl- und Salatköpfe, Lauch und Roter Beete, begrenzt von einer langen Reihe blau-schillernder Rittersporne.

Gemüsegarten von Kees Jakobse

Rittersporn recken sich wie eine blaue Wand hinter dem Gemüsegarten von Kees Jakobse
Foto © 2012 Helga Panten

Erst der zweite Blick offenbar im Kräutergarten, dass das, was hier so fröhlich blüht, als "Kraut" zu gebrauchen ist. Wie ein kleines Refugium wirkt der kleine Farngarten, über dessen Efeu-Zaun Fingerhüte winken. Rasenflächen fallen zum Teich hin ab, dem tiefsten Platz des Gartens, an dem ein kleiner "geheimer" Sitzplatz Ruhe verheißt. Überall wird Gestaltungsfreude und -geschick, aber auch liebevoller Umgang mit Pflanzen und durchweg alten Materialien spürbar.

Garten von Frans und Franny Geijsel

Ruhig, klar und modern wirkt die Bepflanzung im Garten von Frans und Franny Geijsel
Foto © 2012 Helga Panten

Nach den vielfältigen, überquellenden Gärten von Kees Jacobse wirkt "Goede Aarde", die "Gute Erde", von Frans und Franny Geijsels in Biervliet ruhig, modern und klar – ohne puristisch-sparsam zu sein. Hecken umgrenzen die Gartenräume, die sich alle auf die nicht weniger klare, zurückhaltende Architektur des Hauses beziehen. Die Freiflächen dienen den Beiden als Privatgärten, Schaugärten und Experimentierfeld zugleich. Von der Größe her entsprechen sie modernen Hausgärten. Die schlichte Einrichtung überlässt den Pflanzen in ihrer ganzen Farben- und Formenvielfalt den Vortritt. So demonstrieren Veronicastrum 'Lavendelturm', Thalictrum 'Elin', Salvia 'Smouldering Torches', Panicum 'Shenandoah' oder Aruncus 'Horatio' rund ums Haus ihre Stärken.

Frans Geijsel

"Pflanzen mit viel Vergnügen und wenig Arbeit" versprach Frans Geijsel, daher wollte die Käuferschlange nicht abreißen.
Foto © 2012 Helga Panten

"Pflanzen mit viel Vergnügen und wenig Arbeit" ist das Motto der Staudengärtnerei und des Gartens von Frans und Franny. Aus dem riesigen aktuellen Staudensortiment wählen sie in enger Zusammenarbeit mit Gartenarchitekten blühfreudige, schönlaubige, gesunde, standfeste Sorten aus. Nur sie werden bei ihnen vermehrt und angeboten. Spektakuläre aber wenig zuverlässige Neuheiten wie orange blühende Echinacea gibt es bei ihnen nicht. Die Staudenfreunde waren entsprechend beeindruckt, ihre Kauffreude ließ sich kaum bremsen.

Rasengarten von Sarina Meijer

Größer hätte der Kontrast zwischen 'Goede Aarde' und dem Garten von Sarina Meijer in Axel kaum sein können. Hier klare Sachlichkeit, dort repräsentative Opulenz. Drei große, rechteckige Rasengärten bestimmen die 5.500 qm Fläche - für große Gesellschaften der ideale Rahmen. Den ersten fassen Stauden- und Rosenborder ein, die von Rosarot über Orange, zu Gelb und Weiß verlaufen. Ein breites Doppelbecken voller Seerosen dominiert die Mitte, unterbrochen durch einen Pavillon, der einer voluminösen Sitzgruppe Platz bietet. Als Blickfang an den Schmalseiten dient jeweils eine weiße Bank im betonenden pflanzlichen Rahmen.

Rose 'Rhapsodie in Blue'

Die Rose 'Rhapsodie in Blue' übernimmt eine der Hauptrollen im violettblauen Border
Foto © 2012 Helga Panten

 

Der zweite Rasengarten widmet sich dem Thema Purpurblau mit üppigen Büschen der Rose 'Rhapsodie in Blue' begleitet von Salvien, Rittersporn und Blutstorchschnabel. Vom Haus aus läuft der Garten auf die strengen Reihen eines Pappelhains jenseits der Gartengrenze zu und bekommt so Weite. Der dritte wirkt grün und zurückhaltend und lagert sich rund um die Beete voller Rosen, Hosta, Gräser und geschnittener Taxusskulpturen, die die Terrasse am Haus abschirmen und ihr Intimität verleihen. Ein bisschen wirken diese Beete wie ein kleiner Garten im großen. Hierher zieht man sich zurück, wenn man den Alltag und das Getriebe hinter sich lassen möchte.

Garten von Sarina Meijer

Mit Hecken und Rosen schirmt Sarina Meijer die Terrasse vorm Haus ab
Foto © 2012 Helga Panten

Bereits auf dem Rückweg nach Deutschland wartete als letzte Station im belgischen Oevel "t' Goede Gevoel", "das gute Gefühl", auf die Staudenfreunde. Als "rund ums Haus streng, im Garten selbst romantisch" beschreibt Griet Mertens ihr Konzept für die 4.400 qm Fläche. Die Freude der Belgier an geschnittenen Gehölzen wird im vorderen und seitlichen Gartenteil spürbar, Hecken in verschiedenen Höhen, geformte Bäume, Pflanzkarrees - so streng wie das Haus, so streng wird hier auch das Grün geformt. Dann geht es hinein in den großen Garten hinterm Haus. Eine mächtige gelb-laubige Catalpa, die einen Sitzplatz beschirmt, gebietet erst einmal Halt. Wie auf einer Balustrade steht oder sitzt man hier und überblickt den Garten. Rechts und links ziehen sich üppige Staudenpflanzungen hin. Die Mitte bietet einer fast italienisch anmutenden niedrigen Heckenanlage Platz, in der breite Buchsstreifen Rosenbeete einfassen.

Garten von Griet Mertens

Am besten lässt sich der Garten von Griet Mertens von der Terrasse am Haus aus überblicken.
Foto © 2012 Helga Panten

Das Zentrum bildet ein Rosenpavillon, dessen Fenster wechselnde Gartenblicke eröffnen. Auf der Haupt- und Querachse fällt der Blick auf strenge Heckenarchitektur, die jeweils in einem Blickfang endet, einer Sissinghurst-Bank, einer Putte, dem Haus. Die diagonalen Ausblicke zeigen die üppige Blütenpracht der Staudenpflanzungen. Charmantes Detail dabei: Ein Heckenbogen, der als streng geschnittener Cotoneaster beginnt, in die lockere Struktur einer Kletterhortensie übergeht und schließlich in ungeschnittenen Sträuchern endet.

Zu überladen? Zu viel hineingepackt? Nicht jeder war mit diesem letzten Garten völlig einverstanden. Aber vielleicht war das zum Abschluss der unglaublich vielfältigen Gartenreise gerade richtig. Wunderbar ließ sich nun darüber reflektieren, warum Gärten als schön, entspannend, übermöbliert, anregend, langweilig, aufregend, anstrengend empfunden werden. So verflog die Rückreise rasch und schneller als gedacht landete der Bus in Köln und Bonn, wo jeder hochzufrieden und reich beladen mit "Beute" nach Hause strebte.

Helga Panten, Juni 2012

2011

Reise in die Normandie vom 02. - 06.06. und vom 16. - 20.06.2011

Schloss Maizicourt

Blick über das Entree zum Schloss Maizicourt
Foto © 2011 Helga Panten

Catherine Guevenoux und links Taubenhaus

Links: Klein, zierlich und energiegeladen steht Catherine Guevenoux vor den Staudenfreunden; rechts: Der Garten mit dem Taubenhaus
Foto © 2011 Helga Panten

Klein, zierlich und energiegeladen steht Catherine Guevenoux auf dem Gartenstuhl, um eine rasche Einführung in ihre Gärten, die Jardins Maizicourt zu geben, denn die Bonn/ Kölner Staudenfreunde sind ungeduldig. Nach einigen Stunden Bus-Fahrt brennen sie darauf, ihren Garten zu sehen und das was sie bereits durch das prächtige Portal erspäht haben, erscheint perfekt. Gleich zweimal im Abstand von vierzehn Tagen musste sie diese Einführung absolvieren. Nach der ersten Gruppe, die vom 2. bis 6. Juni 2011 in die Normandie unterwegs war, machte sich vom 16. bis 20. Juni die zweite auf, wiederum geleitet von Peter Ruhnke.
Als Unterbrechung auf der Fahrt in die Normandie bietet sich der 8 ha große Garten nördlich von Amiens einfach an, der sich rund um das Schloss aus dem 18. Jahrhundert erstreckt. Sie habe versucht, Bereiche zu schaffen, die sie an ihre Kindheit erinnern, erklärt Madame Guevenoux. Aber zu dem Schlösschen passt auch nichts besser als die Gartenräume voll nostalgischen Charmes.

Schloss-Entree

Von Buchs gefasste Beete voller Rosen und Stauden rahmen das Schloss-Entree
Foto © 2011 Helga Panten

An barocke Gärten erinnert die Raumfolge entlang der zentralen Mittelachse. Zum Auftakt der Ehrenhof vor dem Schloss, in dem Rosenbögen und von Buchs gefasste Beete voller Rosen und Prachtstauden den Blick lenken.
Auf der Gartenseite ein grüner Teppich, das "Rasenparterre", gefasst von einem rosaweißen Saum mit mächtigen Rodgersien vor Rhododendren, Magnolien und Cornus im Schatten und gelben Tönen in der Sonne, wo Taglilien, gelbgrüne Hosta, gelblaubige Berberitzen und Buchsbaumkugeln dominieren. Dahinter der ruhige Hain, das Boskett, das hinüber führt in die Landschaft. Eine zweite seitliche Achse zieht vorbei an Teich und Labyrinth zur Buchsbaumallee, einem "Gehölzborder" aus Ginster, Rosen, Spireen, Buddleia, Flieder und Cornus-Arten, die hier einen Duft- und Blütentanz aufführen. Hübsch auch der Obstgarten mit zentraler Rosen- und Staudenpergola, der kleine geschlossene Garten mit dem Tau-benhaus sowie die Gärtchen vor dem kleinen Kavaliershaus, die mit Farben spielen. Es gab viel zu entdecken.

Glasfenster von Georges Braque

Das Glasfenster von Georges Braque in der Friedhofskapelle von Varengeville
Foto © 2011 Helga Panten

 

St. Valery an Caux bot der ersten, Dieppe der zweiten Gruppe behagliches Quartier. Von dort ging es am nächsten Morgen nach Varengeville sur Mer. Die erste Stippvisite galt dem kleinen Friedhof des Ortes, der direkt auf den Klippen gelegen, einen phantastischen Blick über Steilküste und Meer bietet. Der Maler und Bildhauer Georges Braque hat hier seine letzte Ruhestätte gefunden. Die Friedhofskapelle be-eindruckte die deutschen Besucher mit einem Glasfestern aus seiner Hand.

 

 

 

 

 

Herrenhaus Bois de Moutier

Das Herrenhaus Bois de Moutier
Foto © 2011 Helga Panten

Gleich nebenan wartete der 12 ha große Jardin du Bois de Moutier auf die Staudenfreunde. Guillaume Mallet schuf den Garten 1898 in Zusammenarbeit mit dem berühmten englischen Architekten Sir Edwin L. Lutyens und der Gartengestalterin Gertrude Jekyll, die hier die ersten Mixed Borders in Frankreich anlegte. Entsprechend englisch ist auch die Atmosphäre, die Haus und Garten ausstrahlen. Sie sind noch immer im Besitz der Familie Mallet.

die Borders im Jardin de Bois de Moutier

Lebhafte Diskussion über die Borders im Jardin de Bois de Moutier
Foto © 2011 Helga Panten

Zum Auftakt lehnen sich grüne Gartenzimmer und Höfe an das Haus an, erweitern es gleichsam nach außen. Mauern und streng geschnittene Hecken fassen den weißen Rosengarten ein, geben den Borders Halt, die in Blau- und Purpurtönen der Iris, Allium, Katzenminze und Storchschnabel schwelgen. Dahinter ragt die dunkelgrüne Architektur mächtiger Eiben wie Türme zwischen Rosen und Magnolien auf.

Die Stämme der uralten Rhododendron; unten: Im Waldgarten überraschen immer wieder neue Szenen
Foto © 2011 Helga Panten

 

Wer die grünen Zimmer rund um das Herrenhaus durchschritten hat, wandelt über großzügige, sanft abfallende Rasenflächen hinein in den Waldpark. Das Haus scheint von hier aus fern und entrückt auf dem Hügel zu thronen. Im Waldpark unterm Schirm alter Eichen wechselt das Bild von Lichtung zu Lichtung. Mal dominieren Japanische Azaleen, dann Bambus, blaue Hortensien, chilenische Eucryphias, Farne oder Schildblätter (Darmera). Vielleicht am eindrucksvollsten sind die uralten Rhododendren, die bis zu 10 m hoch reichen. Der für diese Region ungewöhnliche saure Boden macht ihr vitales Wachstum möglich.

 

 

Viele Hände halfen mit die mittäglichen Picknicks vorzubereiten
Foto © 2011 Helga Panten

Draußen vor dem Park nahm währenddessen bereits das Picknick Gestalt an, denn die Zeit war viel zu kostbar, als dass man sich mittags zu einem französischen Menu niedergelassen hätte. Viele Hände halfen mit, Rilette und Schinken, Pasteten und Käse, Cornichons, Tomaten, Radieschen und Baguette aufzuschneiden und zu drapieren. Alles liebevoll eingekauft und organisiert von Manfred Jablonski, dem Busfah-rer der ersten Gruppe, und von Peter Ruhnke und seinen Helfern bei der zweiten Tour. Natürlich fehlte auch das Schlückchen Rotwein nicht, nach dem es sich gut zum nächsten Programmpunkt starten ließ.

Schloss Miromesnil

Hübsch mit Blumen geschmückt erleben die Staudenfreunde Schloss Miromesnil
Foto © 2011 Helga Panten

Guy de Maupassant wurde hier geboren, erfahren die Staudenfreunde beim Besuch von Schloss und Park Miromesnil in Tourville-sur-Arques. Ein Blick in die alte Kapelle, eine Stippvisite ins hübsch mit Blumen geschmückte Schloss und dann geht es hinein in den Küchengarten, das eigentliche Ziel des Besuches. Die Kombination von Blumen und Gemüse soll von hier aus ihren Siegeszug angetreten haben. Das Schloss Miromesnil wurde im 16. und 17. Jahrhundert gebaut. Die Anfänge der Gärten reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück. 1938 erwarb die Familie Vogüé das Anwesen. Simone de Vogüé begann nach dem Krieg Blumen mit Obst und Gemüse zu mischen. Heute ernährt der Garten wie eh und je die Schlossbewohner und erfreut zugleich das Auge.

Artischocken, Porree, Kohl und Salat geordnet in Reihen und gesäumt von blühenden Stauden
Foto © 2011 Helga Panten

Auf vier Quadraten – jeweils durch Rasenstreifen getrennt - gedeihen Blumen, Obst und Gemüse. Die Hauptallee dazwischen begleiten Mixed Borders, auf denen sich Stauden wie Aruncus, Zierlauch, Nepeta und Heuchera in vielen Farben und Höhen mischen. An den alten Mauern ranken Clematis in rund 200 Sorten. Rittersporn und Rosen wachsen zwischen dem Spalierobst. Neben all dem bunten Blühen stehen Artischocken, Porree, Kohl und Salat streng geordnet in Reihen. Ein wirklich hübscher Kontrast zwischen Vergnügen und Nützlichkeit.

Alexandre Thomas

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Links: Alexandre Thomas begrüßt die Bonn/Kölner Staudenfreunde; rechts: Auch ein schmaler Gang wird mit den richtigen Pflanzen zum Gartenraum
Foto © 2011 Helga Panten

Chateau Bosmelet in Auffay, kann damit nicht recht mithalten. Das trockene Frühjahr ist Schuld, dass Einjährige und Gemüsepflanzen noch nichts her machen, auch wenn der Charme des Schlossherrn die Staudenfreunde einnimmt. Die zweite Gruppe hat daher nicht die Gelegenheit, ihn zu erleben. An seine Stelle tritt der Parc Floral "William Farcy", der Gemeindegarten in Offranville, der mit viel Liebe und Begeis-terung angelegt wurde und gepflegt wird.

Eremurus-Tal im Jardin Agapanthe

Das Eremurus-Tal im Jardin Agapanthe
Foto © 2011 Helga Panten

Jardin de Agapanthe in Grigneuseville ist das erste Ziel am Samstagmorgen. Der junge, viel gefragte Gartenarchitekt Alexandre Thomas, hat hier einen Garten angelegt, der ihm als "lebendiges Musterbuch" dient. Gartensituation folgt auf Gartensituation. Thomas spielt mit unterschiedlichen Ebenen, lässt Lavendel in einem Garten-theater die Hauptrolle spielen. Wasser rinnt, sprüht, plätschert. Mal zaubern Palmen mediterranes Flair, mal meint man einen Hauch von Ostasien zu verspüren. Hier bekommt der schmale Durchgang am Haus durch ein Spalier aus Buchsbaumkübeln sein Gesicht. Dort führt eine kleine rund Treppenanlage ins geheimnisvolle Grün. Mit viel Fingerspitzengefühl kombiniert er Farben und Blattformen.

Jardin Agapanthe

Hereinspaziert ins Lavendeltheater im Jardin Agapanthe
Foto © 2011 Helga Panten

Fast konventionell muten dunkelrote Rosen mit rosa Astrantien, dem Weiß von Ornithogalum thyrsoides, Gillenia und Geranium an. Aber er lässt auch zartrosa und gelbliche Eremurus wie Raketen aus Büschen von rosa und weißen Pfingstrosen schießen, lässt Gräser dazwischen wehen und untermalt mit weißen Hebebüschen. Das dunkle Laub von Sambucus 'Black Lace' korrespondiert mit dem schwarz verfärbten Rand einer riesigen Amphore, deren Schwere zwei mächtige Gräser an ihrer Seite auflösen. "Können die anderen Gärten, die wir noch sehen werden, sich daneben behaupten?" fragten sich die Staudenfreunde. Sie können es!

Gehölzstreifen rahmen die Rasenachsen ein, untermalt von Stauden, die für den Gehölzrand prädestiniert sind
Foto © 2011 Helga Panten

Jardin de Bellevue in Beaumont le Hareng macht seinem Namen alle Ehre. Phantastisch ist der Blick, der vom Herrenhaus in die Landschaft hinein geht. Aber auch die Rasenachsen, die den Garten erschließen, rechtfertigen den Namen. Sie strahlen Ruhe aus und lassen die Staudenfreunde schlendern, schauen und genießen. Eigentlich ist der 6 ha große Garten ein Arboretum, das die Besitzer Martine und Francis Lemonnier geschaffen haben. Eine unglaubliche Sammlung Hortensien hat hier ihren Platz, aber auch die Magnolien beeindrucken, die Schneebälle, Chamaecyparis und vieles andere mehr. Als Gehölzstreifen rahmen sie die Rasenachsen ein, untermalt von all jenen Stauden, die für den Gehölzrand prädestiniert sind. Fingerhut, Persicaria und Geranium dominieren. Farne, Euphorbien und Epimedium mischen sich dazwischen. Bekannt ist der Garten für seine Helleborus-Sammlung und vor allem für seine nationale Sammlung von Meconopsis, die leider nicht mehr in Blüte stehen. Umso schöner präsentieren sich weiße Lilium martagon.

Der Gelbe Garten in Clos de Coudray

Auf seinem Höhepunkt: Der Gelbe Garten in Clos de Coudray
Foto © 2011 Helga Panten

Eigentlich ist die Schaulust danach bereits gesättigt. Aber mit Clos de Coudray in Etaimpuis wartet noch ein drittes Highlight. Der 3 ha große private Schaugarten gehört zu einer Gärtnerei, die rund 8.000 Arten und Sorten vermehrt. Im Garten wachsen sie in hervorragendem Pflegezustand und perfekter, standortgerechter Verwendung und Kombination. Den Auftakt bildet der Rosengarten mit stattlicher Pergola, gefolgt von Kiesgarten, Wasserlauf und Teichen, Felsenpartien, Waldrandsituationen, weißem Garten, gelbem Garten, Borders in Blau und Rosa, Hortensiengarten, exotischen Gartenpartien mit Baumfarnen und Gunnera. Die Vielfalt der Eindrücke lässt sich kaum noch aufnehmen. So verpasst der eine oder andere einen der Höhepunkte, den Gräsergarten, der seinen Platz ein bisschen versteckt hinter den Pflanzensammlungen hat. Die Gärtnerei selbst mit all ihren Raritäten fordert anschließend noch einmal die volle Konzentration der Staudenfreunde, die schließlich erschöpft, aber beladen mit Schätzen in den Bus zurückkehren.

Hinter dem Herrenhaus

Hinter dem Herrenhaus gibt ein formaler Garten der Rosenfülle Halt
Foto © 2011 Helga Panten

Rouen bietet danach zentrales und doch ruhiges Quartier, um frische Kräfte zu schöpfen für den nächsten Tag. Der führt die beiden Gruppen zum Jardin Angelique in Montmain. Den Rosen gehört die Liebe von Madame Lebellegard, der Besitzerin des Privatgartens mit seinem Herrenhaus aus dem 17. Jahrhundert. 3.000 von ihnen hat sie zusammengetragen zu einem Garten voller Duft und Farben. Hinter dem Herrenhaus gibt ein formaler Garten mit streng geschnittenen Buchsbaumhecken der Rosenfülle Halt. Weiß und rosa quillt es dort zwischen grünen Wänden hervor, Rittersporn und Pfingstrosen, Astrantien, Storchschnabel und Clematis untermalen oder kontrastieren ihre Farben. Das Zentrum bildet ein kreisrundes Wasserbecken, dessen Form ein ebenso runder Buchsbaumkreis betont.

Jardin Angelique

Auf Fotopirsch im romantischen Gartenteil von Jardin Angelique
Foto © 2011 Helga Panten

Vor dem Haus löst sich die Strenge in einen eher englisch anmutenden Garten auf. Stauden und Gehölze stehen hier gleichberechtigt neben den Rosen. Die Wege schlängeln sich sanft, Gehölze verhindern den Blick auf noch kommende Partien. Gartenraum folgt auf Gartenraum. Dazwischen ermuntern Brücken und Toren zum Weiterwandern und Entdecken.

Rechtecke aus Buchsbaum rahmen die Staudenbeete vor dem Haus ein.
Foto © 2011 Helga Panten

Als Kontrastprogramm zu den üppigen und romantischen Bildern des Vormittags schließt sich nachmittags der moderne Jardin La Plume in Auzonvile-sur-Ry an. Über ihn sagen die Besitzer Sylvie und Patrick Quibel: „Er ist so geplant und strukturiert, wie wir ihn uns immer wünschten: Leicht und wundersam und gleichzeitig klassisch und zeitgemäß“. Das französische Wort "Plume" bedeutet Feder, Federkleid und so herrschen die fedrigen Gestalten der Gräser vor. Aber auch Veronicastrum, Thalictrum, Wiesenknöpfe spielen in dem fedrigen Konzert mit. Der erste Gartenbereich, den der Besucher hinter der kleinen Gärtnerei durchschreitet, erinnert mit seinen bogig geschnittenen Hecken an aufgestellte Pfauen-, Fasanenfedern oder Hahnenkämme. Unmittelbar dahinter beginnt der 1,5 ha große ehemalige Obstgarten mit Nähe und Weite zu spielen. Die intensiven Gartenpartien rund um das Haus gehen langsam über in die Landschaft. Dabei ist das Rechteck die vorherrschende Form. Rechtecke aus Buchsbaum rahmen die Staudenbeete vor dem Haus ein, setzen die Räume von innen nach außen fort. Feuerfarben herrschen darin: Das knalliges Rot des Mohns, Brennende Liebe, rotgelbe Akelei, gelbe Taglilien, gelbe Nachtkerzen, Fackellilien. Davor breiten sich Rechtecke zwischen breiten, glatt geschorenen Rasenwegen aus. Die Karrees am Rande füllen hohe Gräser wie Panicum und Festuca mairei.

 La Plume

Links: Immer wiederkehrendes Motiv in La Plume: Streng geschnittener Buchsbaum. Rechts: Feuerfarben quellen aus den Buchs-Karrees vor dem Haus
Foto © 2011 Helga Panten

In den Rechtecken im Zentrum mischen sich Akelei, Lythrum, Thalictrum, Veronicastrum und Wiesenknöpfe mit Gräsern zu einer wiesenhaften Szenerie. Die alten Obstbäume ragen dazwischen auf. Mit zunehmender Entfernung vom Haus verschwinden die gezüchteten Stauden in den Karrees und machen wilden Arten Platz bis der Garten schließlich in der Wiese endet. Wie ein Gegenentwurf fügt sich an der Seite der Gemüsegarten an mit seiner bunten Mischung aus Blumen, Kräutern, Gemüse und Buchskugeln.

Seerosen-Teiche in Monets Garten

Weltberühmt: Die Seerosen-Teiche in Monets Garten
Foto © 2011 Helga Panten

Nach all den Gärten, Blüten und Farben bringt am Spätnachmittag eine Führung durch Rouen mit seinen schönen Fachwerkhäusern andere Eindrücke. So lässt sich ein wenig Abstand gewinnen, bevor es am nächsten Tag auf der Rückfahrt noch einmal Garten-Begeisterung pur gibt. Monets Garten in Giverny bildet den würdigen Abschluss der Reise. Die Seerosen blühen bereits in voller Pracht. Rosen und Mohn zeigen zu welchen Farben sie fähig sind und alle Staudenfreunde staunen über die unzähligen Japaner, die durch Garten und Haus streifen. Die Asiaten wissen, Monet ist einer der wichtigsten Vertreter des Japonismus gewesen. Er ließ sich in seiner Arbeit von Japanischen Holzschnitten und Zeichnungen inspirieren, die noch heute die Wände seines Hauses schmücken.

Gesättigt mit Eindrücken und in Gedanken schon beim Einpflanzen der frisch erworbenen Stauden rollen beide Gruppen danach in Richtung Köln und Bonn, wo alle hochzufrieden und wohlbehalten eintreffen.

Helga Panten

 

 

 

2010

Reise nach Thüringen und Sachsen-Anhalt vom 17. - 20.06.2010

Rosarium Sangerhausen

Kletterrosen im Rosarium in Sangerhausen in voller Blüte
Foto © 2010 Heinz Kulle

Wir starteten am 17.6.10 pünktlich sowohl in Bonn als auch in Köln in Richtung Kassel. Der Himmel zeigte sich bewölkt, und es war kühl, aber es regnete nicht. Wir hatten auf der Autobahn freie Fahrt und waren sehr pünktlich in Sangerhausen.
Thomas Havel führte uns durch das einzigartige Rosarium mit seinen etwa 8.000 Rosensorten. Ziel dieses Rosengartens ist es, alle je gezüchteten Rosenarten und – sorten zu sammeln und auch zu präsentieren, von den europäischen, persischen und chinesischen Wildarten bis zu modernen Züchtungen, von den Kletter- und Parkrosen bis hin zu den Polyantharosen.

Thomas Havel

Thomas Havel erläutert den Teilnehmern aus Bonn und Köln Ziel und Zweck des Rosariums
Foto © 2010 Heinz Kulle

Dank der systematischen Aufpflanzung lässt sich die Entwicklung der Rosen im Park sehr gut nachvollziehen, die natürlich für Rosenfreunde von besonderem Interesse ist. Für die nicht so spezialisierten Besucher gab es am Eingang schöne Staudenrabatten zu bewundern. Thomas Havel führte auch vor, welche Mühe gerade die Erhaltung alter Züchtungen macht, die nicht mehr den heutigen Anforderungen hinsichtlich Wuchs, Blüte und insbesondere Resistenz gegen Rosenkrankheiten entsprechen.

 EGA, Erfurt

Auftakt auf der EGA mit der vermutlich längsten Rabatte mit Einjährigen in Europa
Foto © 2010 Heinz Kulle

Nach dem Abschied von der Rosenfülle ging es weiter nach Erfurt, wo wir im Hotel Radisson Quartier bezogen. Am Abend erwartete uns ein launiger Nachtwächter, der uns die Innenstadt von Erfurt, in späterer Stunde auch mit Laterne, zeigte. Stolz auf die lange und wechselvolle Geschichte seiner Stadt, glücklich darüber, dass sie nach der Wende 1989 in ihrer alten Substanz erhalten und restauriert werden konnte, zeigte er uns ihre Höhepunkte: Krämerbrücke, Alte Universität, älteste Synagoge Nordeuropas, Domplatz und Rathausplatz und die vielen engen Gassen, in denen man auf der alten Via Regia wandelt und so gerade die „Kurve kratzen“ konnte, und das alles garniert mit vielen Anekdoten und Histörchen. Gegen Mitternacht war die Führung zu Ende. Die Reisegesellschaft verschwand schnell in ihren Betten.

Rabatte im Skulpturenpark

Rabatte im Skulpturenpark mit Paeonien, Geranium, Salbei und Alchemilla
Foto © 2010 Heinz Kulle

Am nächsten Tag ging es pünktlich zur EGA auf der Cyriaksburg. Hier kann man Tage verbringen. Geführt wurden wir vom Leiter des Parks, Claus Heuvemann, der einigen von uns noch aus Weihenstephan bekannt war. Am Eingang begrüßte uns die vermutlich längste Rabatte mit Einjährigen in Europa. Sie ist der Stolz vor allem der alten Erfurter, die diesen Park schon zu DDR-Zeiten kannten und liebten und sich ungern von dem gewohnten Eindruck trennen. Aber Claus Heuvemann hat es doch gewagt, den Holländer Piet Oudulf zu beauftragen, Neues zu planen. Ganz begeistert führte er die Rabatten im Skulpturenpark vor, die mit Paeonien, Geranium, Salbei und Alchemilla auch in beeindruckender Pracht standen. Rosengarten, Japanischer Garten und die Pflanzenschauhäuser einschließlich Gartenbaumuseum konnten wir nur streifen. All dies lockt, die EGA noch einmal zu besuchen.

Der Rennsteiggarten

Eingebettet in die Höhen des Thüringer Waldes: Der Rennsteiggarten
Foto © 2010 Heinz Kulle

Nach einer kurzen Eispause ging es weiter auf die Höhen des Thüringer Waldes zum Rennsteiggarten in der Nähe von Oberhof. Hier ist das Klima rau. Wir hatten Glück und zur Besichtigung des Gartens einen wärmeren Tag erwischt. Der Garten wurde vor Jahrzehnten von der Universität Jena gegründet mit dem Wunsch, hier alpine und subarktische Flora anzusiedeln. Der Leiter des Gartens, Frank Meyer, gab uns eine kleine Einführung und stellte uns gleich im Eingangsbereich alpine Kostbarkeiten vor. Die Gruppe durchstreifte dann das Gelände, bewunderte nordamerikanische und asiatische Gehölze und genoss Fernweh erzeugende Ausblicke weit in das Land und den Thüringer Wald.

Karl Wienke - ganz links im Bild

Begeistert führte Karl Wienke - ganz links im Bild - die Staudenfreunde durch seinen Garten
Foto © 2010 Heinz Kulle

Am Ende des Tages gab es noch eine schöne Zugabe: Der Privatgarten von Karl Wienke in Suhl. Karl Wienke ist Gartenarchitekt und hat sich – umgeben von Wald – einen Felsengarten angelegt, an den sich unten ein großer Teich anschließt. Auf diesem sehr unterschiedlichen Untergrund hat der versierte Pflanzenkenner schöne Irissorten, Etagenprimeln, Orchideen und viele andere Stauden angepflanzt. Karl Wienke führte alles begeistert vor und erklärte unermüdlich.
Abends ging es zurück nach Erfurt. Etliche tummelten sich noch nach dem Buffet auf dem Krämerbrückenfest.
Am Sonnabendmorgen ging es zur gut sortierten Staudengärtnerei Siegmar Poltermann in Erfurt. Die Gruppe schwärmte schnell aus, und jeder suchte und fand seine gewünschten Pflanzen, die auch glücklich im Bus untergebracht wurden.

Wörlitzer Park

Der Wörlitzer Park - auch ein "Lehrbuch" für Baustile, wie hier beim Gotischen Haus
Foto © 2010 Heinz Kulle

Am späteren Vormittag fuhren wir nach Wörlitz. Wir kamen pünktlich an und nahmen Quartier im gepflegten Hotel zum Stein, um nach einer kurzen Mittagspause zu einer Gondelfahrt durch die Park- und Seenlandschaft von Wörlitz aufzubrechen. Fürst Leopold III. Friedrich Franz ließ in Zusammenarbeit mit von Erdmannsdorff diese Parklandschaft von 1764 bis 1800 errichten. Sie ist den Ideen der Aufklärung verpflichtet und diente auch der Bildung seiner Untertanen. Von seinen ausgedehnten Reisen durch Europa brachte er viele Anregungen mit. So platzierte er neben Tempelchen im griechischen Stil auch Bauten in italienischer und nordischer Gotik in die Seenlandschaft, alles durch Blickachsen miteinander verbunden. Als Zeichen seiner Toleranz ließ er unweit der neogotischen Kirche auch eine Synagoge für seine jüdischen Untertanen errichten. Schon damals waren die Parkanlagen für jedermann zugänglich.
Der Tag wurde richtig festlich mit einem schönen Buffet abgeschlossen. Alle saßen in einem Saal unter himmelblauer Decke und goldenen Sternen.

per Gondel durch den Wörtlitzer Park

Geruhsam gleitet die Reisegruppe per Gondel durch den Wörtlitzer Park, im Hintergrund der Venustempel
Foto © 2010 Heinz Kulle

Staudenpracht im Garten Faupel

Einladender Sitzplatz inmitten von Staudenpracht im Garten Faupel
Foto © 2010 Heinz Kulle

Sonntag ging es wieder westwärts am Nordhang des Harzes entlang. Als Unterbrechung der langen Fahrt stand der ideenreich angelegte Garten im englischen Stil von Ingeborg und Eberhard Faupel in Borken bei Kassel auf dem Programm. Er wurde in der Serie „Hessens schönste Gärten“ 2008 gezeigt und war mit seinen ganz unterschiedlich gestalteten Gartenräumen ein interessantes und liebenswertes Paradies, in dem beispielsweise ein aus dem Erdreich dringenden großäugigen Ungeheuer eine beachtliche Hosta-Sammlung bewachte. Alles in allem war das ein guter Abschluss unserer erlebnisreichen Reise.

Helga Ostermann

Reise zum Kaiserstuhl vom 28. - 30.05.2010

Wilde Dictamnus

Wilde Dictamnus eingebettet in die Trockenrasen am Kaiserstuhl
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

 

Spielkasino Baden-Baden

 

Prachtvoll: Das Spielkasino Baden-Baden
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

Pünktlich um 6 Uhr startete der erste Teil unserer Reisegruppe vom Verteiler Köln Süd in Köln. Manfred Jablonski, der Chef des Omnibusun-ternehmens, fuhr selbst. Er hatte wohl Sehnsucht nach den Staudenfreunden und ihrer Art, Reisen zu veranstalten. Auch in Bonn war der zweite Teil der Reisegruppe pünktlich um 6.30 Uhr startbereit, und so ging es gen Süden. Auf der Fahrt hielt ich fußend auf dem Buch „Die Eroberung der Natur" von D. Blackborn einen Vortrag über die Rheinbegradigung durch Tulla, also über die Region, in die unser Bus fahren würde.
Der Himmel ermutigte in keiner Weise zum Reisen. Düstere, tief hängende Wolken zogen auf und Regengüsse gingen über uns hinweg. Wir schöpften Hoffnung, als sich der Himmel südlich von Mainz aufhellte und richtig, wir konnten ohne nass zu werden um 11.00 Uhr in Baden-Baden aussteigen. Die Führung durch das Spielkasino war ein Erlebnis. Das in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von dem Franzosen Benarze finanzierte und von Weinbrenner erbaute Haus ist äußerst prachtvoll und im Stil der französischen Schlösser gebaut mit riesigen Lüstern, Stofftapeten und Wand- und Deckengemälden. Wir hatten eine ausgezeichnete Führerin, eine Dame mit Pfiff, die neben den sachlichen Erklärungen ihren Vortrag mit Anekdoten würzte.

Markus Brunsing, Kurpark Baden-Baden

 

Markus Brunsing erläutert mit viel Elan die Entwicklung des Kurparks Baden-Baden
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

Um 13 Uhr trafen wir uns mit Gartenamtsleiter Markus Brunsing vor den Kolonnaden des Kasinos. Mit Elan, den wir von seinem Vortrag bei uns im Jahr 2007 in guter Erinnerung hatten, begann er die Entwicklung des großartigen und gut bestückten Landschaftsparks und seine Intentionen bei der Rabattenbepflanzung zu erklären.

 

 

Kurpark Baden-Baden

Der Kurpark Baden-Baden besticht durch seine Weite und die herrlichen Gehölze
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

 

Auch heftige Regengüsse schreckten die Staudenfreunde nicht
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

 

Aber dann kam ein Gewitter mit heftigsten Regengüssen. Teilweise gingen die Erklärungen in der Trinkhalle und unter den Vordächern der Kolonnaden-Geschäfte weiter, aber alle zog es doch immer wieder hinaus in den Park mit seinen spektakulären Baumriesen und seltenen Gehölzen. Nach 1 1/2 Stunden waren wir ziemlich durchnässt und strebten zum Bus, ohne den Rosenneuheiten-Garten gesehen zu haben, in dem aber zu Markus Brunsings Bedauern noch kaum etwas blühte. Zwei Stunden später erreichten wir den Kaiserstuhl, wo wir in der Achkarrer Krone behaglich unterkamen.

Thomas Gumbert

 

Thomas Gumbert erwies sich als ein Glücksfall
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

29. Mai 2010

Pünktlich um 8.15 Uhr tauchte Thomas Gumbert, Gästeführer vom Naturzentrum Kaiserstuhl, im Hotel auf, um die heutige Wanderung vorzubesprechen. Der Himmel hatte sich glücklicherweise aufgeklärt. Er schlug vor, den Badberg und die Lösshohlgasse am Vormittag zu erwandern, nach dem Mittagessen in das Lilienthal zu fahren und uns danach die Weinprobe präsentieren zu lassen. Thomas Gumbert erwies sich als ein Glücksfall. Was er vielleicht an einzelnen Pflanzen nicht kannte, kompensierte er durch seine Geschichts-, Landschafts- und Weinbaukenntnisse und seine muntere Erzählweise, eingefärbt durch liebenswürdigen badischen Dialekt.

 

 

 

 

Badberg

Wanderung über den Badberg mit seinen Trockenrasen-Gesellschaften
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

 

Der Anstieg auf den Badberg überforderte zum Glück niemanden. Auf den durchwanderten Trockenwiesen blühten an die sieben bis acht Orchideenarten, Salbei, Geranium, Kartäusernelken, Futter-Esparsette, Wiesenklee und Waldanemone. Je höher wir kamen, desto beeindruckender wurde der Überblick über die Landschaft des Kaiserstuhls mit seinen stark eingeschnittenen Tälern, in denen unten die Dörfer nisten und die Hänge bis hoch hinauf für den Rebanbau terrassiert sind. Die in den 70er Jahren wenig einfühlsam durchgeführte Bo-denreform war zwar für einen zeitgemäßen Wein-bau nötig; man erkannte aber schnell die Übertrei-bungen und Fehler, so dass die später erfolgten Regulierungen kleinflächiger und den Hangverläufen angepasster durchgeführt wurden. Insgesamt bietet der Kaiserstuhl vom Badberg aus den Anblick einer ausnehmend lieblichen Landschaft.

 

 

 

Lösshohlweg

 

Die Lösshohlwege entstanden durch das Jahrhunderte währende Befahren mit schweren Karren
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

 

Nach fast 2 ½ Stunden beendeten wir die kleine Bergwanderung und fuhren zum Lösshohlweg bei Bickensohl. Die Lösshohlwege sind in ihrer Höhe von bis zu 25 und 30 m beeindruckend. Die Löss-klumpen fühlen sich wie leicht feuchtes Talkum an, feinkörniger als Mehl. Vor allem an Abzweigungen bekam man eine Ahnung, welche Labyrinthe in früherer Zeit solche Hohlwegsysteme gewesen sein müssen.

 

 

 

 

 

 

Bocks-Riemenzunge

 

Bocks-Riemenzunge, eine der ganz raren Kostbarkeiten am Kaiserstuhl
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

 

Im "Rebstock" in Bickensohl gab es ein gepflegtes Mittagessen, und danach ging es weiter etwas östlich von Ihringen in das Lilienthal zu einem Gut im Privatbesitz, vormals der Familie von Bismarck gehörend. Auch hier wanderten wir über Trocken-rasen mit reichen Orchideenbeständen von Brand-Knabenkraut, Helmorchis, Weißes Waldvögelein, Waldhyazinthe, Nestwurzorchidee, Kleines und Großes Zweiblatt, Händelwurz und Bocks-Riemen-zunge. Das großzügige Arboretum beeindruckte ebenfalls mit Mammutbäumen, diversen Kiefern, zahlreichen Birkensorten, Ahorn-, Buchen- und Eichensorten. Das alles genossen wir bei herrlich warmem, sommerlichem Wetter und so kehrte eine gut gelaunte Gruppe beim Winzer Stigler in Ihringen ein, der uns neun verschiedene beste Weinsorten zur Verköstigung gab. Zum Schluss gab's einen herrlichen Traminer.

 

 

 

Ewald Hügin

 

Bei drohendem Regen: Empfang durch Ewald Hügin
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

 

30. Mai 2010

Um 9.00 Uhr traten wie die Rückfahrt über Freiburg im Breisgau an. Der erste Stopp galt der Gärtnerei Hügin. Ewald Hügin erwartete uns schon. Er hatte am Vortag den Karl-Foerster-Preis bekommen. Die Gärtnerei bietet immer ausgesuchte Pflanzen mit einem interessanten Sortiment. Alle kauften eifrig ein bei nun wieder strömendem Regen.

Freiburger Rathaus

 

Führung durch Freiburg mit seinem schönen Rathaus
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

 

Nach zwei Stunden ging es weiter in die Innenstadt von Freiburg. Die 1 ½-stündige Stadtführung durch das liebenswürdige Freiburg mit seinen nach alten Plänen wieder aufgebauten Bürgerhäusern, mit seinen liebevoll und nach historischen Vorbildem geschaffenen Pflasterungen aus Kieselsteinen, mit seinen Türmen und schön gestalteten Gassen konnte glücklich ohne Regen stattfinden. Wir durften sogar ins Münster, auch wenn unsere Führung - da Sonntag – dort kaum Erklärungen geben durfte. Vieles - auch im Münster - erinnert an die lange Zeit, die Freiburg zum Hause Habsburg gehörte, und die Zugehörigkeit verlief wohl auch ungetrübt. Nach all diesen Eindrücken fuhr Manfred Jablonski uns durch viele Regenschauer ruhig und sicher wieder heim.

 Landschaft am Kaiserstuhl

Durch die liebliche Landschaft am Kaiserstuhl
Foto © 2010 Brunhilde Pfeifle

Helga Ostermann, Sommer 2010