Gartenreisen

2015 - Unterfranken

Sonntag, 14.Juni

Im Juni ist Gartenreise-Zeit – zumindest für die Staudenfreunde aus Hamburg und Umgebung. Vom 13. bis 18.Juni 2015 ging es nach Unterfranken. Bei der Auswahl der Ziele half Rainer Trost von der Regionalgruppe Unterfranken kräftig mit, vielen Dank dafür. Als Unterkunft diente das 4-Sterne-Hotel Ross inmitten von Schweinfurt, wo wir bestens versorgt wurden.

Das erste Ziel am Sonntag war der Botanische Garten Würzburg, den es als Einrichtung der Universität seit 1696 gibt. Ursprünglich im Stadtzentrum gelegen, wurde er nach seiner Zerstörung bei Bombenangriffen 1945 ab 1960 auf dem Lehmgrubengelände am Dallenberg auf neun Hektar Fläche wieder aufgebaut. Heute bietet er eine Sammlung von ca. 10.000 Pflanzenarten und 15 Gewächshäuser mit mehr als 2.500 qm Fläche.

© 2015 Jan Renneberg

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Im Anschluss war ausreichend Zeit für einen Bummel durch Würzburg nebst Imbiss, einige entschieden sich auch für eine Besichtigung der Festung Marienberg.

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Am Nachmittag besuchten wir den Garten von Marina Wüst in Frickenhausen, einem der ältesten mittelalterlichen Weinorte in Mainfranken. Der Garten liegt oberhalb des Ortes, und so ging es zu Fuß durch ein Stadttor in den Ort hinein, an vielen historischen Fachwerkhäusern vorbei zum anderen Stadttor wieder hinaus und den Hang hinauf. Das angebotene Glas Wein oder Wasser kam uns auch aufgrund der hochsommerlichen Temperaturen gerade Recht.

Die Hanglange ist das prägende Element dieses Gartens. Teich, Rosengarten, Schattengarten, Bauerngarten sind auf verschiedenen Ebenen angelegt, teilweise mit niedrigen Buchsbaumhecken umgeben. Dazwischen gibt es immer wieder Punkte, von denen ein Blick über den Ort auf das Maintal möglich ist. Durch die Auswahl und Anordnung der Pflanzen entsteht im Bereich der Terrasse fast schon mediterrane Stimmung.

© 2015 Jan Renneberg

© 2015 Jan Renneberg

Nicht weit entfernt liegt unten am Mainufer der Garten von Anita Rau. Hinter den Natursteinmauern dominiert eine lange Rasenfläche mit seitlichen Staudenbeeten für Sonne und Schatten das Grundstück. Das Haus im fränkischen Stil, das kleine Gartenhäuschen und ein Brunnen vervollständigen den Eindruck von einem kleinen Paradies. Im Schatten der hohen Bäume konnten wir herrlich entspannt Kaffee und Kuchen genießen.

© 2015 Jan Renneberg

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Montag, 15.Juni

Am Montag besuchten wir Gärten in Landkreis Rhön-Grabfeld. Der erste Garten in Unsleben wird seit über 20 Jahren von Roswitha Amschler gestaltet, sie legt dabei besonderen Wert auf Stauden für halbschattige und schattige Bereiche. Der Garten ist in viele Gartenräume aufgeteilt und intensiv bepflanzt, es gibt eine große Hosta-Sammlung und überall schöne Sitzplätze. Die Pflanzen, die hier keinen Platz finden, kommen im wenige hundert Meter entfernten zweiten Garten unter, der u.a. einen kleinen Senkgarten beherbergt.

© 2015 Jan Renneberg

© 2015 Jan Renneberg

In ihrem Garten in Oberstreu hat Elisabeth Damm historische Rosen, Clematis, Hemerocallis und viele weitere Stauden gepflanzt. Im Vorgarten fließt ein kleines Bächlein, rund um die Terrasse, den Teich und die Streuobstwiese sind die Staudenbeete angelegt. Außerdem finden sich hier ein Kräutergarten, Gemüse- und Hochbeete sowie diverse Wildgehölze. Wir fühlten uns so wohl, dass wir spontan unser mitgebrachtes Essen im Garten verputzten.

© 2015 Jan Renneberg

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Peter Kirchner aus Eussenhausen ist ein Pflanzensammler, er hat im Laufe der Jahre mehr als 2400 Iris, Dahlien und Hemerocallis zusammengetragen. Auch an Stauden-Päonien herrscht kein Mangel – mehr als 400 Stück hat er in fünf Gärten vergraben, die wir uns als nächstes ansahen. Ein beeindruckendes Erlebnis, und natürlich gab es auch einige andere Stauden zu sehen. In der kleinen Gartenlaube gab es zum Abschluss ein Glas Wein oder Saft.

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Der Garten von Familie Lutz in Grafenrheinfeld ist ein typischer Sammlergarten. Die vielgereisten Pflanzenliebhaber beherbergen in dem gut strukturierten Bereich hinter dem Haus neben vielen anderen Stauden insbesondere Helleborus, Galanthus und Päonien, dazu einige Raritäten im Gewächshaus. Ausreichend Sitzmöglichkeiten waren im Garten vorbereitet, und so konnten wir bei Kaffee und Kuchen den Tag gemütlich ausklingen lassen.

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Dienstag, 16.Juni

Am Dienstag waren Gärten im mittleren Maintal unser Ziel. Neben vielen Stauden und Rosen in kleineren Rabatten rund ums Haus finden sich im Garten von Barbara und Tiemo Grimm in Veitshöchheim viele selbst getöpferte Skulpturen und Figuren, von denen einige die Reise nach Hamburg antraten. Am frühen Vormittag genossen wir Getränke und ein Stück Kuchen sowie den schönen Ausblick über das Maintal.

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© 2015 Jan Renneberg

Nur wenige Kilometer entfernt konnten wir anschließend im Versuchs- und Schaugarten für Obstbau und Gartengehölze „Stutel“ der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau Obstbäume, Ziergehölze und viele blühende Rosen und Clematis bewundern.

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Dritte Station an diesem Tag war der Landgarten Himmelstadt von Jutta und Reinhard Steimetz. Große Staudenbeete, viele Klettergerüste mit alten und neuen Rosensorten, dazu ein Bachlauf mit Teich. Zum Landgarten gehören natürlich auch ein Bauerngarten, Gemüsebeete und eine Blumenwiese. Die viele Sitzplätze waren ideal für die Abarbeitung des bestellten Büfetts in Form eines fränkischen Brotzeitvergnügens.

© 2015 Jan Renneberg

© 2015 Jan Renneberg

Anschließend war eigentlich der Besuch einer Gärtnerei in der Nähe eingeplant, da dies aber nicht klappte, machten wir einen etwas größeren Umweg auf der Rückfahrt zum Hotel über die Gärtnerei Fränkische Toskana in Wiesentheid, die mit mediterranen Kübelpflanzen bei uns punkten konnte.

 

Mittwoch, 17.Juni

Der Mittwoch brachte uns einen Abstecher nach Oberfranken zum Bamberger Staudengarten. Johann Strobler führte uns durch den Betrieb, zeigte uns die Anzuchten und die Vermehrung sowie die beeindruckende Topfmaschine. Aufgrund des sehr großen Staudensortiments von 2800 verschiedenen Arten und Sorten auf 10 ha sowie der Tatsache, dass dies die einzige Staudengärtnerei dieser Reise war, entschlossen wir uns spontan zu einigen kleineren Einkäufen, man möchte ja nicht unhöflich sein.

© 2015 Jan Renneberg

© 2015 Jan Renneberg

Vorbei am Steigerwald ging es zurück Richtung Schweinfurt. In Knetzgau-Hainert besuchten wir den Garten von Sabine und Reinhard Pecoraro-Schneider. Auf ca. 650 qm finden sich im fränkischen Bauerngarten drei Gartenräume mit vielen Stauden, Rosen und Gräsern, dazu ein Küchengarten und Hochbeete. Auf der anderen Seite des Hauses ein Hof mit Schattengarten und ein Steingarten. Die Besitzer haben in wenigen Jahren einen schönen Garten gestaltet.

© 2015 Jan Renneberg

© 2015 Jan Renneberg

In Grettstadt nahe Schweinfurt liegt der Garten von Marita und Roland Hümpfner. Rund um das Haus finden sich viele Stauden und Rosen in schönen Farbkombinationen, die Rabatten sind abwechslungsreich gestaltet und mit vielen kleinen Dekorationen ergänzt.

© 2015 Jan Renneberg

© 2015 Jan Renneberg

Gegenüber liegt der Garten von Astrid und Hubert Wück. Auch hier wieder viele Stauden, dazu ein großer Gartenteich mit Holzterrasse vor dem Haus. Schmale Wege führen vorbei an intensiv bepflanzten Staudenbeeten und schönen Gehölzen. Beide Gärten zeigen, dass auch auf wenig Raum schöne Gärten entstehen können.

© 2015 Jan Renneberg

© 2015 Jan Renneberg

Der letzte Garten dieser Reise befindet sich in Schwebheim und gehört Familie Fischer. Sie zeigen in ihrem Kräuter- und Heilpflanzengarten die traditionellen Pflanzen, die der Gemeinde Schwebheim die liebevolle Bezeichnung „Apothekergärtlein Frankens“ eingebracht hat. Nebenbei gibt es aber auch viele Rosen und Gehölze sowie einen naturnahen Wassergarten.

© 2015 Jan Renneberg

© 2015 Jan Renneberg

Viel zu schnell war die Reise vorbei und wir traten die Heimfahrt nach Hamburg an – 2016 ist als Ziel die niederländische Provinz Zuid-Holland angesagt.

 

2014 - Ostfriesland/Ammerland

Sonntag, 15.Juni

"Warum in die Ferne schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah!" – frei nach Johann Wolfgang von Goethe führte unsere Gartenreise uns diesmal in die nur knapp 200 km von Hamburg entfernten niedersächsischen Regionen Ammerland, Ostfriesland und Friesland. Klaus Knospe von der Regionalgruppe Weser/Ems hatte uns mit vielen Tips versorgt, hier noch einmal ein Dankeschön dafür!

© 2014 Jan Renneberg

Aufgrund der geringen Fahrzeiten konnten wir bereits auf der Hinfahrt am Sonntag den Park der Gärten in Bad Zwischenahn im Herzen der Parklandschaft des Ammerlandes besuchen. Auf dem Gelände der ehemaligen ersten niedersächsischen Landesgartenschau 2002 zeigen professionelle Gartenbaubetriebe in über 40 Themengärten Anregungen zum Aufbau grüner Oasen. Über 9.000 etikettierte Pflanzen und 35 zum Teil international einmalige Pflanzensortimente und -sammlungen werden vor dem Hintergrund der Arten- und Sortenerhaltung von Pflanzenfreunden sehr geschätzt. Als besonders herauszuheben sind dabei das von der GdS angelegte Taglilien-Rondell sowie der Ernst-Pagels-Garten.

© 2014 Jan Renneberg

Anschließend ging es zum Hotel Voss im benachbarten Westerstede, unserem Quartier für die nächsten Tage (und Veranstaltungsort für die Jahrestagung 2015).

 

Montag, 16.Juni

Am Montag besuchten wir Gärten in der Region Friesland, als erstes stand der Garten von Gesine und Jürgen Garz in Jever auf unserem Programm. Der ca. 1000 qm große Garten, von den Besitzern liebevoll „Uns Huusgorn“ genannt, ist, soweit das Wetter es zulässt, das Wohnzimmer der beiden Staudenfreunde. Der Garten ist bis in die letzte Ecke durchdacht und lässt einen nach jedem Schritt verweilen. Alpinum, Laubengang, Moorbereich mit frei wachsenden Orchideen, viele Wasserflächen, dazu eine große Hosta-Sammlung und viele Farne in einem tollen Farngang.

© 2014 Gabriele Renneberg

© 2014 Jan Renneberg

Im 900 qm großen Siedlungshausgarten von Rita und Horst Jansen in Wilhelmshaven trafen wir auf viele blühende Rosen in Kombination mit Gräsern sowie diversen anderen Stauden. Schmale Wege und diverse Sitzplätze runden das Bild ab. Für die Besitzer ist der Garten ein Raum der Ruhe, er zeigt ihnen mit seinem Werden und Gehen das Leben.

© 2014 Jan Renneberg

© 2014 Jan Renneberg

Ganz anders der schräg gegenüber liegende ca. 780 qm große Sammlergarten von Monika Tjaden.Hier gibt es keinen Rasen mehr, dafür viele Rosen, Clematis und rund 300 Hosta. Ein Naturteich bietet Raum für viele Tiere, in den Moorbeeten wachsen fleischfressende Pflanzen. Auch Freilandorchideen und alpine Pflanzen haben in diesem Garten ihren festen Platz. Vom Senkgarten am Ende des Grundstücks hat man einen ganz besonderen Blick auf die vielen zumeist kleinen Pflanzen.

© 2014 Jan Renneberg

© 2014 Jan Renneberg

Über 20 Hamamelis-Sorten sowie viele Vorfrühlingsblüher machen aus dem 3700 qm großen Garten von Anneliese und Johannes Oldenettel in Friedeburg-Etzel schon sehr früh im Jahr ein Paradies. Ein großer alter Baumbestand und viele seltene Gehölze verlängern im Herbst mit Laubfarben und Früchten das Gartenjahr. Dazwischen präsentieren sich in diesem Sammlergarten unterschiedlichste Farne, Gräser, Hosta und Taglilien. Kletterpflanzen in den Bäumen, mächtiger Bambus, daneben besondere Helleborus, Sedum und Orchideen. Gerne wären wir noch einige Stunden länger hier gewesen!

© 2014 Jan Renneberg

© 2014 Jan Renneberg

 

Dienstag, 17.Juni

Der Dienstag war Gärten in der Regionen Ostfriesland und Ammerland vorbehalten. Zunächst ging es zum Garten von Amanda und Arno Peters in Großefehn-Spetzerfehn inmitten der Fehnlandschaft mit ihren Kanälen und weißen Klappbrücken. Die einzelnen Gartenräume enthalten neben Stauden, Rosen, Gräsern, Farnen und vielen Hosta auch selbstgetöpferte Dekorationen. Kieswege verbinden die Gartenräume, Hühner dürfen frei durch den Garten laufen, es gibt diverse Wasserspiele, einen Bachlauf sowie einen Gemüsegarten.

© 2014 Gabriele Renneberg

© 2014 Jan Renneberg

Der Landhausgarten von Brigitte und Klaus Knospe in Aurich liegt inmitten der ostfriesischen Wallheckenlandschaft. Das Herzstück und Blickfang ist ein Teich mit Boot, dazu zwei Bachläufe, ein Moorbeet, ein Alpinum und ein Farnweg, alles wunderbar miteinander kombiniert. Beeindruckend der 50 m lange Laubengang mit Clematis und Kletterrosen. Bauerngarten, weißer Garten, große Staudenrabatten, Waldgarten sowie viele Pflanzensammlungen – hier gibt es ganz viel zu sehen. So viel Platz möchte manch einer zum gestalterischen Austoben haben! Mit Klaus hatten wir einen kleinen Imbiss verabredet, erhalten haben wir Suppe, Brötchen, Kuchen, rote Grütze…Pappsatt verließen wir den Garten, eigentlich wäre ein Mittagsschlaf nötig gewesen.

© 2014 Claus-Dieter Schmuck-Hinsch

© 2014 Gabriele Renneberg

© 2014 Gabriele Renneberg

Doch die Staudengärtnerei von Ursel Wichmann in Wiefelstede wartete auf uns. Auf insgesamt 4,5 ha wird ein breites Sortiment an Rabattenstauden, Steingartenstauden, Gräsern, Wildstauden, Farnen und Wasserpflanzen produziert. Dazu viele Raritäten wie Actaea, Cardiocrinum und Gunnera. Das Suppenkoma war schnell vergessen, zumal uns Ursel Wichmann und ihre Töchter herzlich empfingen.
Nach ausgiebiger Besichtigung kauften wir dann als höfliche Besucher die eine oder andere Kleinigkeit, man weiß ja, was sich gehört. Ein Kaufrausch konnte gerade noch vermieden werden!

© 2014 Jan Renneberg

Ab ging’s zum Garten von Gerda und Georg Hinrichs in Westerstede. Auf 2000 qm finden sich geschwungene Beete und diverse Sitzplätze. Der Garten ist geprägt von altem Baumbestand und vielen Gehölzen, dazu gibt es viele Buchshecken und einen kleinen Teich. Rosen haben metallene Bögen und Pyramiden sowie hölzerne Pergolen erobert. Als ehemaliger Mitarbeiter eines Betonwerks hat der Gartenbesitzer viele Möglichkeiten gehabt, interessante Wegepflasterungen zu erstellen.

© 2014 Gabriele Renneberg

© 2014 Gabriele Renneberg

 

Mittwoch, 18.Juni

Am Mittwoch war ein Abstecher in die benachbarten Niederlande eingeplant. Der erste Garten an diesem Tag gehört Rieka und Pieter van Delden und liegt in Oostwold am Oldambter Meer sowie an den Ufern der „Blauwen Stad“. Der „Bezoektuin Tuinfleur“ ist insgesamt 4800 qm groß, 350 m lang und in 10 Gartenzimmer unterteilt. Die 3 km Buchenhecke schneidet der Besitzer jedes Jahr selber. Vor dem Haus befindet sich ein Englischer Rosengarten, hinter dem Haus sind üppige Beete in tollen Farbkompositionen. Dazu ein großer natürlicher Teich, ein Heckengarten, ein Obstbaumgarten sowie Sammlungen von Buchsbaum, Farnen und Hostas (mehr als 600 Sorten). Außerdem ein Mäandergarten mit speziellen Bäumen und Sträuchern, ein Raritätenkabinett mit besonderen Pflanzen sowie 125 Sorten Clematis.

© 2014 Gabriele Renneberg

© 2014 Jan Renneberg

Weiter ging’s zum Garten „Wubsbos“ in Winschoten, gestaltet von Harry Wubs und Jannie Bos. Durch Sandabbau in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts entstand ein Höhenunterschied von bis zu 5 Metern, der dem Waldgarten seinen Charme gibt. Dazu kommt die Lage inmitten des Parks „Maintebos“, der nach dem Sandabbau erschaffen wurde. Im zeitigen Frühjahr gibt es hier viele Stinzenpflanzen und Zwiebelblumen. Die Bepflanzung ist natürlich nonchalant mit überraschenden Ecken und fügt sich in den Waldrand ein. Durch den Höhenunterschied und die Lage hat dieser Garten von ca. 1700 qm eine ganz besondere Atmosphäre.

© 2014 Gabriele Renneberg

© 2014 Gabriele Renneberg

Wenn wir schon in den Niederlanden sind, darf eine Gärtnerei nicht fehlen. Das Gelände der Kwekerij von Dori und Henk Jacobs in Vriescheloo ist bereits seit 1987 im Besitz der Familie Jacobs. Nach Jahren des Sammelns beschlossen sie 2001 eine Gärtnerei zu eröffnen. Der ländlich gelegene Gärtnereigarten umfasst eine außerordentliche Sammlung besonderer und bewährter Stauden und Ziergräser, dazu die nationale Helenium-Sammlung. Beeindruckend ist der zweigeteilte Schaugarten: auf der einen Seite mit großen Rabatten und natürlichem Teich, auf der anderen Seite mit Schattenbeeten. Wie schon bei Ursel Wichmann waren wir höflich und hinterließen einige Euro in der Kasse.

© 2014 Jan Renneberg

© 2014 Jan Renneberg

Wieder zurück in Deutschland besuchten wir noch die Staudengärtnerei von Gerhard Mühring in Westoverledingen-Völlenerfehn. Seit 30 Jahren werden hier auf 7 ha ca. 3500 Arten und Sorten von Stauden, Farnen, Kräutern, Duftpflanzen und Wasserpflanzen produziert. Schwerpunkt des Sortiments sind Gräser, dazu das Vollsortiment der Züchtungen Ernst Pagels sowie viele Raritäten. Auch hier findet sich ein großer, schön angelegter Schaugarten mit Schatten- und Steingarten. Wir wurden immer höflicher und die Euros in unseren Taschen weniger.

© 2014 Jan Renneberg

© 2014 Jan Renneberg

 

Donnerstag, 19.Juni

Am Donnerstag ging es dann zurück nach Hamburg. Morgens fand das traditionelle Klagen unseres Busfahrers Werner Ullrich über den überreichlichen Ausdruck unserer Höflichkeit in Form von Pflanzen statt, wie immer gefolgt vom emsigen Sortieren und listigem Verstauen unseres „Packteams“ – natürlich gewohnt erfolgreich. Der kurze Reiseweg ermöglichte uns noch den Besuch zweier Gärten an der Strecke.

Zunächst besichtigten wir den „Garten Moorriem“ von Ute und Albrecht Ziburski in Elsfleth. Der großzügige Garten rund um das 300 Jahre alte Haus passt sich sehr gut in die Wiesenlandschaft ein. Große Rasenflächen wurden mit formalen Beeten kombiniert, hier finden sich Rittersporn, Iris und Päonien. Nach dem Überqueren einer kleinen Brücke öffnet sich der hintere Garten mit großen, geschwungenen Staudenrabatten, in denen Helenium, Rudbeckia und Echinacea den Ton angeben, dazu viele Gräser, Hosta und besondere Gehölze. Hecken sorgen für den notwendigen Windschutz.

© 2014 Gabriele Renneberg

© 2014 Jan Renneberg

Der letzte Garten dieser Reise gehört Christa und Heinz Werner Tönjes und liegt in Ganderkesee. Der ca. 8000 qm große Landhausgarten lässt trotz der Umrandung mit heimischen Gehölzen viele Blicke in die naturbelassene Landschaft zu. Mit vielen Hecken wurden die einzelnen Gartenräume getrennt, es entstanden Rosen-, Heide-, Wasser-, Obst- und Gemüsegarten. Viele Sitzplätze laden zum Klönen und Betrachten der Stauden und Gräser ein.

© 2014 Gabriele Renneberg

© 2014 Gabriele Renneberg

Die Besitzer von 8 der 11 besuchten Gärten sind Mitglied in der GdS, ihnen hier nochmals ein besonderes Dankeschön, dass wir ihre Gärten besuchen durften (Wahrscheinlich sehen wir den einen oder anderen Garten während der Jahrestagung 2015 in Westerstede wieder). Es war wieder einmal eine gelungene Reise und wir freuen uns auf das nächste Mal, dann geht es nach Unterfranken.

 

2013 - Zeeland (NL)

Dienstag, 25.Juni

Zeeland sollte das Ziel unserer Gartenreise sein. Kaum verkündet, hatten wir schon über 50 Anmeldungen. Die Nachfrage war riesig, und wir hatten noch keine Gärten ausgesucht. Also schnell mal bei der Gruppe Weser/Ems angefragt, die waren doch einige Jahre zuvor erst da. Leider öffneten in der Zwischenzeit aber viele der Besitzer ihre Gärten nicht mehr. Da kam es passend, dass die Gruppe Bonn/Köln im letzten Jahr das gleiche Ziel hatte, wenn auch für einen kürzeren Zeitraum.

Heraus kam am Ende eine bunte Mischung von 19 Gärten und Gärtnereien, die wir auf unserer sechstägigen Reise im Juni 2013 besuchen durften.

Gestartet am Dienstag morgen mit 41 Reiseteilnehmern in Hamburg, unterbrachen wir die lange Anreise nach Zeeland mit einem Besuch der Teichgärten von Ada Hofman in Loozen. Hier wurden auf 2 Hektar Fläche ca. 30 Gärten mit unterschiedlichen Teichen rund um mehrere große Naturteiche angelegt. Einen schönen Überblick über die Anlage ergibt sich vom 600 qm großen Dachgarten auf der am Rande des Geländes befindlichen Privatwohnung Ada Hofmans.

© 2013 Gabriele Renneberg

© 2013 Gabriele Renneberg

 

Mittwoch, 26.Juni

Anschließend ging es weiter zu unserem Hotel in Goes, von wo aus wir am Mittwoch morgen zum Garten von Louise van den Akker in Baarland.aufbrachen. Er wurde auf 2300 qm so angelegt, dass man ihn nicht sofort komplett überblicken kann. Stattdessen gibt es viele Gartenräume, unterteilt durch Eiben- und Buchsbaum-Hecken, die zu durchwandern sind. In den Beeten sind die Rosen und Stauden nach Farben kombiniert. Im schattigen Bereich finden sich Hostas und Hortensien, der Gartenteich ist mit alten Steinen und bunten Beeten umgeben.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

Direkt am kleinen Dorfanger von Nisse liegt 'De Herberg' – Ria und Willem Lengton haben hier ein kleines Paradies erschaffen. Durch einen kleinen, formalen Hof geht es auf die Terrasse, von der aus eine zentrale Sichtachse den Garten öffnet. Ein gepflasterter Weg führt zwischen breiten Bordern hindurch bis zum Rasen, links und rechts tauchen jetzt weitere Gartenräume auf. Ein Birnenspalier als Sitzplatz, ein Laubengang, Pflanzinseln mit kleineren Bäumen und ganz am Ende hinter dem Teich ein Hügel, von dem aus der Garten in seiner ganzen Schönheit zu überblicken ist.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

Afrikanische Kunst in streng geometrisch angelegten und mit Buchs eingefassten Beeten voller prächtiger Stauden – dies fanden wir rund um den 'Houtenhandschen Hof' von Conny und Ben Walraven in Koudekerke. Neben der großen Rasenfläche befindet sich ein Naturteich, auch hier Kunst in Form von stählernen Quadern. Wer mag, kann im kleinen Atelier neben dem Wohnhaus beim Künstler direkt einkaufen.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

Zum Abschluss des Tages besuchten wir 'De Zeeuwse Rozentuin' in Kats. Der 4 ha große Landschaftsgarten liegt nördlich von Goes inmitten der Landschaft von Zeeland und soll mehr als 1000 Arten Rosen und mehr als 100 Arten Clematis enthalten. Diese Mengen konnten wir nicht entdecken, das Gelände ist etwas unübersichtlich und die Beschilderung nicht ausreichend.

© 2013 Jan Renneberg

 

Donnerstag, 27.Juni

Am Donnerstag fuhren wir als Erstes zum 'Rammekenshof' von Willeke und Ruud Verschuur in Ritthem. Auf 11000 qm reiht sich ein Gartenraum an den nächsten, verspielt mit breiten offenen Beeten und einer großen Pflanzenvielfalt. Am Ende liegt ein herrlicher Präriegarten mit tollen Gräsern. Hier weiß man nicht, was absichtlich gepfanzt wurde und was sich selbst ausgesät hat. Der Rammekenshof wurde 2011 zum schönsten Garten der Niederlande gewählt.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

Gleich nebenan liegt der Privatgarten 'Het Puntje' von Matty und Piet Schout. Er wurde von den Besitzern 1976 als Weideland geerbt und lange Zeit als Freizeitgarten genutzt. Dabei wurde er immer wieder verändert und hat sich bis heute zu einer Mischung aus Zier-, Gemüse- und Erholungsgarten entwickelt. Im Zentrum liegt der Gemüsegarten mit Gewächshaus und Beerenobst-Käfig, umgeben von farbigen Staudenbeeten und einem Gräsergarten.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

Mit 'Het Vlackeland' hat die Landschaftsarchitektin Madelien van Hasselt in Niuew en St.Joosland einen Schaugarten angelegt, in dem sie ihren Kunden Pflanzenkombinationen und den Habitus ausgewachsener Pflanzen zeigen kann. Nach einer kurzen Einführung anhand eines Lageplans entlässt uns Madelien in das von großen Hecken gegen den Wind geschützte Areal voller Stauden. Nur nach und nach erschließt sich die 1 ha große Fläche mit schönem Teich dem Besucher, hier braucht es viel Zeit, um alles zu betrachten.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

Auf dem Rückweg zum Hotel machten wir noch einen Zwischenstopp in der kleinen Gärtnerei 'Het Groene Weegje' in Kwadendamme. Aly Wevers hatte unseren Besuch völlig verschwitzt, aber mit Hilfe von Ehemann Wim konnten unsere Einkäufe bewältigt werden.

 

Freitag, 28.Juni

Der Freitag begrüßte uns mit Regen, und so empfingen uns Kees und Bep Jacobse in ihrem Garten 'Juust wa'k wou' in Schoondijke mit dem Regenschirm in der Hand. Vorbei am kleinen Senkgarten vor dem Haus ging es unter Kees Führung durch den wunderbaren weißen Garten, vorbei am Buchsarragement hinter dem Haus und entlang einer breiten Staudenrabatte zum 'Verkaufsstand', der auch in einer Staudengärtnerei hätte stehen können. Kees positioniert mit Begeisterung Dekoelemente in seinen Staudenbeeten und auch die Kombination von Ritterspornen mit dem Gemüse ist sehr gelungen.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

Der 'Singelhof' von Thom und Marie-Louise van Vooren in Biervliet ist anders als die Anderen: Im Herzen des Ortes liegt er so versteckt, dass selbst so mancher Einwohner ihn nicht kennt. Der Waldgarten erhielt 2008 den Titel 'Schönster Garten der Niederlande'. Auf 2100 qm finden sich viele riesige Bäume und viel Schatten, aber auf wundersame Weise gedeihen Sonnenanbeter hier ebenfalls gut. Eine schöne Mischung aus Rosen, blühenden Sträuchern und Stauden.

© 2013 Jan Renneberg

Nicht weit entfernt liegt die Gärtnerei 'In Goede Aarde'. Frans Geijsels zeigte uns seinen kleinen Schaugarten hinter dem Wohnhaus und berichtete über die Entstehung und Philosophie der Gärtnerei. Dann brach sich die Kauflust Bahn und wurde durch eine gute Auswahl und tolle Pflanzen gestärkt.

© 2013 Jan Renneberg

Der letzte Garten an diesem Tag gehört Sarina Meijer de Feijter und liegt in Axel. Bäume und hohe Sträucher vor dem Haus kommen unscheinbar daher, doch neben und hinter dem Haus öffnet sich ein wunderschöner formaler Garten. Große Rasenflächen, von der Terrasse aus eine zentrale Sichtachse auf hohe Bäume, rechts und links von breiten Staudenbeeten eingerahmt. Daneben ein rechteckiger Teich mit überdachtem Sitzplatz und auf der anderen Seite eine weitere Terrasse mit vielen Duftrosen und geformten Buchsbäumen.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

 

Sonnabend, 29.Juni

Am Sonnabend morgen fahren wir zum 'Sequoiahof' von Jos de Koeijer in Vlake Hansweert. Wer den Garten durch den Haupteingang betritt, wird direkt konfrontiert mit dem außergewöhnlichen Charakter dieses üppigen Gartens. Durch einen eindrucksvollen Säulengang windet sich ein schmaler Weg, der in eine märchenhafte Welt einführt. Auf 2 ha Fläche stehen mehr als 500 Hochstammbäume, viele Sträucher, Stauden und ein Unmenge von verschiedensten Dekoelementen. Ein 'verrückter' Garten.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

Weiter ging es zu einem Abstecher nach Belgien. Aus der ganzen Welt kommen jährlich viele Tausende Naturliebhaber und besuchen das Arboretum Kalmthout. Dieser einzigartige Baumgarten besitzt eine der unterschiedlichsten Pflanzensammlungen des europäischen Festlandes. Auf 12,5 ha wachsen mehr als 7.000 verschiedene Pflanzenarten, von denen die ältesten Exemplare vor mehr als 150 Jahren gepflanzt wurden.

© 2013 Gabriele Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

Wieder zurück in den Niederlanden fuhren wir nach Herle und besuchten den Garten von Laura Dingeman. Wir kamen gerade recht zu den Open Tuindagen mit kleinen Sänden rund um das Thema Garten. Laura erzählte uns von ihrer Gartenkonzeption und dann verteilten wir uns in den vielen unterschiedlichen Gartenräumen. Schattige und sonnige Staudenflächen wechseln einander ab, in zwei breiten Bordern entfalten sich die Pflanzen zu voller Pracht. Ein schmales rechteckiges Wasserbecken versteckt sich zwischen hohen Hecken, daneben glänzt der mit Buchsbaum eingefasste weiße Garten. Einfach nur schön und ungezwungen kommt ihr privater Garten am Wohnhaus daher.

© 2013 Jan Renneberg

© 2013 Jan Renneberg

 

Sonntag, 30.Juni

Am Sonntag ging es wieder zurück nach Hamburg, nicht ohne dabei zur Mittagszeit Jan Boomkamps Gärtnerei mit den mehr als 50 Themengärten in Borne zu besuchen und bei einem kleinen Mittagsimbiss die Eindrücke der letzten Tage wirken zu lassen.

 

2012 - Kurpfalz

Dienstag, 29.Mai

Das Ziel unserer Gartenreise war diesmal die Kurpfalz, genauer das Dreieck Mannheim – Landau – Kaiserslautern, welches Teile der Vorderpfalz und des Pfälzer Waldes mit einschließt. Bei der Auswahl der Gärten waren uns Sibylle und Klaus Zimmermann von der Regionalgruppe Kurpfalz mit wunderbaren Ideen eine große Hilfe – hier nochmals ein ganz großes Dankeschön an die beiden.

Wie immer starteten wir recht früh in Hamburg, um nach beinahe acht Stunden Fahrt den Garten von Hannelore und Thomas Rundel in Frankfurt zu erreichen. Auf dem Gelände einer ehemaligen Gärtnerei entstand hier im Laufe der letzten 26 Jahre ein wunderschöner Garten mit vielen Staudenbeeten. Im formalen Teil umsäumen niedrige Hecken den Mix aus Stauden und Gemüsepflanzen, daneben geht es über schmale Wege vorbei an prachtvollen Stauden und Gehölzen zum Schwimmteich. Gegenüber liegt die Obstwiese, auf dem auch der seltene "Klappertopf" (Rhinanthus) heimisch ist. Nachdem wir reichlich Kaffee und Kuchen genossen hatten, konnten wir uns nach viel zu kurzer Zeit nur schwer zum Aufbruch entschließen.

© 2012 Jan Renneberg

© 2012 Gabriele Renneberg

Am Ende des Tages erreichten wir dann unser Hotel "Sinneo am Park", direkt am Herzstück des großen Kurparks und zugleich mitten im Luftkurort Bad Dürkheim gelegen.

 

Mittwoch, 30.Mai

Von hier aus ging es am nächsten Morgen zunächst zum Garten von Hannelore und Hans Buchmann in Burrweiler. Der Garten liegt oberhalb des kleinen Weindorfs und es führt nur ein schmaler Weg hinauf, der Bus mußte unten bleiben. So hatten wir bei einem Spaziergang mit ordentlicher Steigung gleich unseren Frühsport erledigt. Die Buchmanns waren so lieb, alle die Mitreisenden mit dem Auto nach oben zu bringen, die nicht ganz so gut zu Fuß waren. Als Ausgleich für die Anstrengung erwartete uns ein prächtiger Ausblick über die Rheinebene und vor allem ein toller Garten. Aufgrund der Hanglage finden sich viele, aus behauenen Sandsteinen errichteten Trockenmauern. Sie stabilisieren die mit Treppen und schmalen Wegen verbundenen Terrassen, die jeweils mit kleiner Rasenfläche und üppiger Staudenbepflanzung versehen sind.

© 2012 Jan Renneberg

© 2012 Gabriele Renneberg

Ganz anders dagegen der Garten von Deborah Mayer in Landau. Zwar finden sich auch hier Mauern aus Naturstein, doch der Schwerpunkt des Gartens liegt auf dem Formalen. Eine großzügige Rasenfläche, Buchsbaum in allen Formen und viele romantische Rosen rund ums Haus laden zum Entspannen ein.

© 2012 Jan Renneberg

© 2012 Gabriele Renneberg

Unsere Besichtigungstour führte jetzt durch den Pfälzer Wald zum Garten von Marianne und Gotthelf Wolmershäuser in Stelzenberg. Ist der vordere Teil des Gartens noch eben und bietet Platz für Rasen und Staudenrabatten, so fällt das Gelände neben und hinter dem Haus nach unten ab zum kleinen Teich mit Sitzplatz. Hier finden sich dann eher Stauden, die mit Schatten und Feuchtigkeit zurecht kommen. Das Grundgerüst des gut strukturierten Gartens stellen Rhododendren und Magnolien, dazu kommen Acer, Cornus, Camellia und Viburnum.

© 2012 Jan Renneberg

© 2012 Gabriele Renneberg

Nicht allzu weit entfernt in Hochspeyer liegt der Garten von Gerd Marburger. Es ist kaum verwunderlich, das wir auch hier eine Hanglage vorfanden. Allerdings sind es eher zwei bepflanzte Ebenen, eine rund ums Haus und eine unten im 'Tal', die mit einer langen, steilen Treppe verbunden sind. Natürlich ist auch der Hang bepflanzt, wenn auch nicht mit einer solchen Vielfalt wie die untere Ebene. Hier findet sich so manche Hosta- und Arisaema-Rarität. Die Zeit bis zur Rückkehr ins Hotel verging leider viel zu schnell.

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Donnerstag, 31.Mai

Der dritte Tag sollte mit der Besichtigung einer Pflanzung auf dem Gelände eines ehemaligen Parkplatzes neben dem Verwaltungsgebäude eines Chemie-Betriebes in Mannheim beginnen. Doch aufgrund einer Erkrankung mußte der Termin abgesagt werden und wir mußten umdisponieren. Auch hier wußten Zimmermanns Rat und wir konnten statt dessen den Garten von Doris Doll in Ludwigshafen-Oppau besuchen. Hier wurden wir am frühen Vormittag mit Sekt begrüßt! Die Stimmung stieg, nicht zuletzt aufgrund der tollen Anlage, die Familie Doll auf kleinster Fläche zu bieten hatte. Da fanden sich rund um den kleinen Teich viele Rosen in interessanten Kombinationen mit verschiedensten Stauden, und auch eine Ecke für die Versorgung mit Gemüse war vorhanden.

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Gut gelaunt führte uns unsere Fahrt zum Garten von Sibylle und Klaus Zimmermann in Beindersheim. Getreu dem Motto "Es wird durchgeblüht" von Karl Förster ist der Garten rund um das Einfamilienhaus so angelegt und bepflanzt, das ständig etwas Blühendes das Auge erfreut. Da gibt es eine Schneeglöckchen-Sammlung, da finden sich viele verschiedene Hosta, da steht der Zierlauch in Blüte, Astern werden mit Fetthennen und Gräsern kombiniert und die Pflanzlücken mit blühfreudigen Sommerblumen geschlossen. Die Gestaltungsideen führten zu vielen Fragen, die unsere Gastgeber geduldig beantworteten.

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So mit Wissen und Ideen gefüllt ging es weiter zu Gwenlyn und Emil Völker in Bockenheim. In diesem Sammlergarten finden sich Päonien, interessante Gehölze, Schattenpflanzen, darunter viele Hostas, Salomonsiegel und etwa 70 Rosen. Bemerkenswert auch die Sammlung alter Gartenwerkzeuge und die damit gestalteten Beetbegrenzungen. In diesem Garten wächst vieles, was aufgrund des Klimas und des Bodens eigentlich nicht wachsen sollte. Und selbst nach 1 ½ Stunden intensiver Besichtigung entsteht der Eindruck, man müßte noch viel mehr Zeit hier verbringen, um auch alles gesehen zu haben.

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Nächste Station an diesem Tag war der Garten von Bärbel und Manfred Raschack in Weisenheim. Im gärtnerisch genutzten Bereich hinter dem Haus sind viele exotische und ausgefallene Pflanzen, teilweise in Kübeln, zu entdecken, darunter Sequoia Dendron giganteum, der Seidenbaum Albizzia julibrissin und diverse Bambushorste.

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Im nicht weit entfernten Freinsheim nahmen wir anschließend an einer Stadtführung entlang der komplett erhaltenen mittelalterlichen Befestigungsanlage mit Besichtigung der historischen Altstadt teil. Zum Abschluß des Tages gab es dann im Dürkheimer Riesenfass das Abendessen in Form eines Pfälzer Saumagens.

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Freitag, 1.Juni

Der Freitag führte uns zunächst nach Weinheim in den Schau- und Sichtungsgarten Hermannshof. Hier wird wissenschaftlich und experimentell an der Entwicklung einer modernen Pflanzenverwendung gearbeitet. Eine Mitarbeiterin führte uns über das Gelände und beantwortete geduldig unsere Fragen. Die Pflanzen sind in Lebensbereichen (u.a. Beet, trockene Freifläche, feuchte Freifläche, Gehölzrand, Prärie) in großen Rabatten untergebracht. Die Anlage hat 2,2 ha Fläche und eigentlich ist ein ganzer Tag notwendig, um sie in aller Ausführlichkeit zu besichtigen.

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Nachdem wir uns noch ein wenig im historischen Ortskern von Weinheim umgesehen hatten ging es weiter zur Staudengärtnerei Kirschenlohr in Speyer. Andreas Kirschenlohr empfing uns und berichtete über die Existenz bedrohenden Ausfälle des Winters 2011/12. Da der Betrieb auch Zulieferer für andere Gärtnereien ist, war es sehr schwer, das sehr umfangreiche Sortiment wieder aufzufüllen. Dennoch fanden sich für unsere Mitreisende ausreichend Stauden, und so manche Spezialität wechselte den Besitzer.

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Der letzte Garten unserer Reise gehört Margot und Wolfgang Rheinwalt in Maikammer und liegt auf einem in dieser Gegend typischen Haus-Hof-Grundstück, bei dem man normalerweise von der Straße aus nicht den im hinteren Teil des Grundstücks liegenden Garten sehen kann. Rheinwalts jedoch durchbrachen gemeinsam mit den Nachbarn die Straßenfront, und so wirkt der Garten heute sehr offen und großzügig. Ein großer Rasen wird umsäumt von einem Laubengang und Staudenrabatten, die auch noch als Teilungselement eingesetzt werden. Von der hinteren Grundstücksgrenze aus hat man einen wunderschönen Blick auf das Hambacher Schloß.

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Sonnabend, 2.Juni

Am Sonnabend ging es dann wieder zurück nach Hamburg. Als kleine Unterbrechung der langen Fahrt machten wir noch Halt bei der Staudengärtnerei Zinser in Isernhagen nahe Hannover. Vater und Tochter Zinser hatten extra für uns am Nachmittag ihre bestens sortierte Gärtnerei aufgemacht und alle Beteiligten waren nach Abflauen der Kaufwut müde und zufrieden.

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