Landesgartenschau in Landau 2015

Landesgartenschau Landau 2015 - Unser Beitrag

Die Regionalgruppe Kurpfalz war mit einem eigenen Staudengarten aktiv dabei.

Beet zum Start der LGS im April 2015
Foto © 2015 Joachim Hegmann

Beet "Zwanglosigkeit im Staudenbeet" im Juli

Staudengarten "Zwiegespräche"

Staudengarten "Zwiegespräche"

Winnetou trifft Dschingis Khan, Liebesgras umgarnt den Blauen Ritter: Das sind zwei von etlichen geheimnisvollen „Zwiegesprächen“, die Sie in diesem Garten entdecken können. Der Garten besteht aus sechs, zum Teil sehr unterschiedlich gestalteten Beeten. Einige stehen in starkem Kontrast zueinander, z.B. das sehr formal wirkende Beet mit Eiben und Federgras zu dem naturnah konzipierten, wiesenhaften Beet mit Sonnenhüten, Steppensalbei und Fackellilien.

Entwurfsskizze für den Staudengarten (Febr.2013)

Bei der Pflanzenauswahl haben wir sowohl auf viele vertraute, aber auch auf wenig bekannte, neue Arten und Sorten gesetzt. Wie ein roter Faden zieht sich die Verwendung zahlreicher Gräser durch alle Beete, seien es das mächtige, hohe Chinaschilf, das wintergrüne Herbstkopfgras oder das zarte Liebesgras aus Südafrika. Unter den Blütenstauden gibt es einerseits sehr ausdrucksstarke Leitfiguren, wie den großblättrigen Riesen-Sonnenhut, den Scheinhanf oder den Kandelaber-Ehrenpreis. Es finden sich aber auch viele kleinere Kostbarkeiten, wie die Junkerlilie, den Kaukasus-Gamander oder den Mannstreu ‚Blauer Ritter‘. Dass nicht nur Blüten, sondern auch interessantes Blattwerk für ein gelungenes Beet wichtig sind, zeigen viele silber- und rot-laubige Stauden, z.B. die Silberraute, das Perlkörbchen, die rotblättrige Fetthenne oder der Bronze-Bartfaden. Die gezeigten Staudenkombinationen können auch auf kleineren Flächen im eigenen Garten umgesetzt werden.

Dieser Beitrag möchte Gartenbesitzer dazu ermuntern, experimentierfreudig Stauden und Gräser im heimischen Garten häufiger einzusetzen.

Wir wünschen Ihnen viel Freude bei Ihren Zwiegesprächen mit unserem Garten und in unserem Garten.
 

Konzept und Leitgedanken

Eine Landesgartenschau ist eine ideale Plattform, einem breiten Publikum die Schönheit, die Vielfalt, den Gartenwert und Verwendungsmöglichkeiten der Stauden näher zu bringen. Da lag es nahe, dass wir, die Regionalgruppe Kurpfalz, uns als „Staudenliebhaber“ mit einem eigenen Beitrag, einem Staudengarten, beteiligen. Damit möchte die Regionalgruppe auch überregional auf das Wirken und auf die Ziele der GdS mit einem außergewöhnlichen, sehenswerten Beitrag aufmerksam machen und natürlich die Begeisterung für die Vielfalt und Schönheit der Stauden und ihre kreative Verwendung in Gärten weiter verbreiten.

Foto © 2015 Joachim Hegmann

Unser Ziel ist es, dem Betrachter verschiedene, insbesondere aktuelle Gestaltungsmöglichkeiten mit Stauden zu zeigen. Bei der Pflanzenauswahl legen wir einerseits Wert auf eine „Wiedererkennung“ bekannterer Stauden und Zwiebelpflanzen. Andererseits wollen wir aber auch die Neugier mit weniger bekannten „Schönheiten“ wecken, welche nicht nur „Staudenfreaks“ länger am Beet verweilen lassen.
 

Die unterschiedlichen Bepflanzungskonzepte, Beete und die Staudenkombinationen stehen im Dialog miteinander. Gegensätze, Kontraste, aber auch Harmonien sollen zum Gedanken-, und Meinungsaustausch anregen. Der Staudengarten wurde von zwei Planern, Harald Sauer und Joachim Hegmann gestaltet. Nicht zuletzt auch daraus ergab sich unser Motto des Beetes: "Zwiegespräche".
Übersichtsplan LGS2015 mit Lage des GdS-Beetes

 

Die Gesamtfläche des von uns gestalteten Staudengartens beträgt 300 m².
Die Vorbereitung des Geländes, die Infrastruktur, Einbringen von Mutterboden und der Wegebau erfolgte durch die LGS.
Engagierte und begeisterte Mitglieder unserer Regionalgruppe haben bei der Anlage und Bepflanzung der Beete mitgewirkt.

Unsere Beete und die verwendeten Pflanzen

Das Herz und die Seele einer Gartenschau sollten die Gärten sein. Auf mancher Landesgartenschau ist dies fast schon in Vergessenheit geraten. Und Gärten ohne Pflanzen – wie in so manchen neuzeitlichen Schotterwüsten - wären wie Flüsse ohne Wasser und Leben.
Daher war es unser Anliegen durch unterschiedliche Beetgestaltung und Pflanzenverwendung attraktive Staudenbeete dem Betrachter näher zu bringen.
Dieser Beitrag möchte Gartenbesitzer dazu ermuntern, experimentierfreudig Stauden und Gräser im heimischen Garten einzusetzen.
Die Pflanzliste dient als Anleitung für eine eigene Gartengestaltung.

 

 

 

Beetbeschreibungen

Barocke Formen im neuen Gewand

Der zentrale Ruhepol des Gartens befindet sich an der Sitzfläche. Mit seinen schwungvollen, niedrigen Eibenhecken erinnert dieses formal angelegte Beet an das Parterre eines Rokoko-Gartens. Es kommt mit wenigen Stauden und mit sanften Farbtöne aus, die ein Gefühl von Harmonie ausstrahlen.
Zierliche Spanische Gänseblümchen (Erigeron karvinskianus), Silberraute (Artemisia ludoviciana) und Federgras (Nassella tenuissima), welches sich beim leisesten Windhauch bewegt, bilden naturalistische Kontrapunkte zu den strengen, starren Eiben.

 

Winnetou trifft Dschingis Khan - Prärie trifft Steppe

Diese zwei Beete ziehen sich diagonal über einen Weg hinweg durch den Garten und verbinden damit auch die Gartenhälften. Die Herkunft der Pflanzen mit einem Hauch des wilden amerikanischen Westens und den Steppen Zentralasiens haben zu dem Beet-Titel „Winnetou trifft Dschingis Khan“ inspiriert. Fast alle Pflanzen stammen aus gleichen Lebensbereichen, der sonnigen „Trockenen Freifläche“ oder „Steppe“. Die geografische Herkunft der Pflanzen ist jedoch sehr unterschiedlich. Viele stammen aus der amerikanischen Prärie, aus eurasischen Steppen oder auch aus Südafrika, wie Fackellilie (Kniphofia), Montbretie (Crocosmia) und Kaphyazinthe (Galtonia).
Besonders die Farbe Orange, um die viele Gestalter und Gartenbesitzer einen weiten Bogen machen, sorgt hier zusammen mit den Komplementärtönen Blau-Violett und Blau für Furore. Viele kerzenförmige, vertikale Blütenstände, bilden im wahrsten Sinne Ausrufungszeichen. Eingefasst sind diese wiesenartigen Beete durch das schilfartige Zottenraugras (Spodiopogon sibiricus). Sie bilden die Stütze und den Rahmen der Beete und trennen sie von den Nachbarbeeten ab.

 

Zwanglosigkeit im Staudenbeet - Liebesgras und blaue Ritter

„Zwanglosigkeit im Staudenbeet“ ist das Motto zweier sehr ähnlicher Beete, Diesen Teil des Gartens prägen kraftvolle Strukturen, viele ausdrucksstarke Gräser, aber auch sehr filigrane Texturen. Das Zarte und Anmutige findet sich beispielsweise in der Blauraute (Perovskia ‚Filigran‘), Waldschmiele (Deschampsia cespitosa), Wiesenknopf (Sanguisorba tenuifolia), Federgras und in Koyoten-Weiden (Salix exigua). Ein ganz besonderes Zwiegespräch hält das feine, rötliche gefärbte Liebesgras (Eragrostis curvula ‚Totnes Burgundy‘) mit dem wehrhaften Mannstreu (Eryngium x zabelii ‚Blauer Ritter‘). In diesen zwei Beeten wechseln sich großzügige Flächen einzelner Stauden und Gräser, aber auch ganz dicht miteinander verwobene, komplex bepflanzte Bereiche ab. Zwei schöne Solitär-Gehölze finden sich hier: eine mehrstämmige Stachel-Aralie (Aralia elata), die mit ihren großen gefiederten, fast waagrecht abstehenden Blättern wie eine Skulptur wirkt. Außerdem wurde ein aus dem Mittelmeergebiet stammender, französischer Ahorn (Acer monspessulanum) gepflanzt. Dieser ist auch in Deutschland in besonders milden Gegenden entlang des Rheins und der Mosel heimisch. Mit seinen kleinen Blättern wird er von vielen nicht als Ahorn erkannt. Im Herbst verfärbt er sich in ein leuchtendes Gelb. Kraftvolle Höhepunkte im Beet bilden Inseln mit Großem Sonnenhut (Rudbeckia maxima), Miscanthus ‚Morning Light‘ und Aconogon ‚Johanniswolke‘. Obwohl Blüten in diesem Beet nicht die Hauptrolle spielen, dürfen sie natürlich nicht fehlen. Die etwas kurios wirkende, orange-gelbe Helenium ‚Loysder Wieck‘, robuste Sämlingssorten von Echinacea und Aster x frikartii weben subtile Farbteppiche ins Beet. In diese naturalistischen Wiesen sind – fast schon provokativ - noch einige weiße und gelbe Honka-Dahlien eingestreut. Die Blüten dieser Dahlien sehen aus wie kleine Windräder und sind die charmanten i-Tüpfelchen im Gesamtbild.

 

Ruhepole und Himmelstürmer

Dieses Beet ähnelt am ehesten einem klassischen Border. Stauden und Gräser sind in kleinen Gruppen höhengestaffelt angeordnet. Die Blütenformen und -Strukturen liefern das Motto des Beetes. Bei den ruhigen und behäbigen ist die Fetthenne an erster Stelle zu nennen: Nomen est Omen! Aber auch die Korbblüten von Sonnenhut (Echinacea), Herzblattaster (Aster cordifolius) oder Schönaster (Kalimeris), oder die schirmförmigen Himalaya-Silgen (Selinum wallichianum) und Wasserdost (Eupatorium fistulosum) sorgen für Ruhepunkte im Beet. Hohes Pfeifengras (Molinia arundinacea), Chinaschilf (Miscanthus ‚Ferner Osten‘), Veronicastrum, Blutweiderich (Lythrum salicaria) zählen zu den Himmelstürmen im Beet und sorgen für Spannung und gestalterische Dynamik. Wenn viele unterschiedliche Blütenformen verwendet werden, sollte die Farbgebung zurückhaltend sein, so das Lehrbuch. Manchmal sollte man sich daran halten. Das Farbspektrum der Stauden bewegt sich daher nur im kühlen Bereich von Blau über Violett bis Magenta. Einen gelben ‚Störenfried‘ musste es aber mit dem Großen Alant (Inula magnifica) geben!

Bei aller Unterschiedlichkeit der beiden Gestalter, der Art der Gestaltung und der Pflanzenauswahl, wirkt der Garten dennoch wie eine harmonische Einheit. Vielleicht sind es gerade die Vielfalt und die Gegensätze, welche den Reiz dieses Gartens aber auch unserer multikulturellen Gesellschaft ausmachen. Möge dieser Garten dazu beitragen, dass die Freude auf viele friedliche, inspirierende und manchmal auch kontroverse Zwiegespräche geweckt wird.

Unsere Unterstützer

Wir danken unseren zahlreichen Spendern und Sponsoren für ihre Unterstützung zur Realisierung des Staudengartens.

Mit dem sitzenden Mädchen, das aufmerksam mit seinem Betrachter ins Zwiegespräch treten möchte, nimmt die Skulptur von Gudrun Rienhardt unser Thema auf.
Diese künstlerische Interpretation wurde speziell für unseren Gartenschaubeitrag geschaffen.Dialog", Skulptur im Staudenbeet (April 2015)
Ein Hingucker in unserem Beet! Nicht nur für Motivsucher
Foto © 2015 Joachim Hegmann
Näheres zur Skulptur und zur Künstlerin finden Sie hier:
http://edition-strassacker.de/451/gudrun-rienhardt/dialog-sitzend

Gerne empfehlen wir:
 

Baumspenden:
BAUMSCHULE KRÜGER
67112 Mutterstadt
www.baumschule-krueger.de
Beregnungsanlage:
Raiffeisen Mannheim EG
68307 Mannheim
www.raiffeisen-mannheim.de

Der Servicemitarbeiter hilft bei der Verlegung der Verteilung und der Stränge
Foto © 2013 Joachim Hegmann

Projekt Kick-off Wie alles begann....


Rechts der Bäume wird der GdS-Staudengarten entstehen
Foto © 2013 Joachim Hegmann

Erste Vorort-Begehung
Am 02.05.13 hatten wir die Gelegenheit die Fläche unseres künftigen Staudengartens zu begehen.
Es gehört schon viel Vorstellungskraft dazu hier in gut vier Wochen mit dem Anlegen unseres Staudengartens zu beginnen.

GdS-Team im Gespräch mit H. Dreher/LGS
Foto © 2013 Joachim Hegmann

LGS-Beetübergabe


Das Beet ist für die Pflanzung vorbereitet
Foto © 2013 Joachim Hegmann

Trotz ungünstigen Wetterverhältnissen im Mai wurde das Beet von der LGS zum Monatsende soweit fertiggestellt, dass wir nun mit unseren Vorarbeiten beginnen können.

Impressionen

Impressionen Frühjahr

Impressionen Juni/Juli

Impressionen Halbzeit

Impressionen Herbst