Mehr über Regensburg

Regensburg

Tulpenblüte im Stadtpark Regensburg

Tulpenblüte im Stadtpark Regensburg
Foto © 2016 Edith Wagner

Regensburg, seit 2006 Unesco-Weltkulturerbe, besitzt einen einmaligen Schatz, die Fürst-Anselm-Allee, welche im Süden die gesamte Altstadt umrundet und die sehenswerten Parkanlagen verbindet, vom Herzogspark an der Donau im Westen zum Villapark an der Donau im Osten.

Die denkmalgeschützte Allee auf den Grundmauern der historischen Stadtbefestigung streift außerdem Stadtpark und Dörnbergpark, Schloss Thurn und Taxis mit seinem Park und wuchtige Relikte der Römer. Stauden und steinerne Monumente säumen verschiedene Etappen.

Die lange West-Rabatte im Herzogspark Regensburg

Die lange West-Rabatte im Herzogspark Regensburg
Foto © 2016 Edith Wagner

Im Stadtsüden befindet sich als weitere Bereicherung des Stadtgrüns der noch relativ junge Georg-Hegenauer-Park.

Foto © 2016 Edith Wagner

Aber auch das Umland mit viel Grün bietet botanische Reize und Raritäten: die malerischen Feuchtgebiete an Donau, Altmühl, Naab und Regen, die Magerrasen und Wälder des Oberpfälzer Jura und nicht zuletzt die Vorläufer des Bayerischen Waldes.

Foto © 2016 Edith Wagner

Foto © 2016 Edith Wagner

Der Stadtpark

Der Stadtpark zwischen Prüfeninger Straße und Hochweg ist der älteste Park Regensburgs, entstanden auf dem Gelände der Oberpfälzer Kreisausstellung von 1910. Westlich der Altstadt gelegen, ist er mit 8,5 Hektar auch der größte und wahrscheinlich belebteste Park unserer Stadt. Es wird musiziert, gefeiert, trainiert. Nach dem Genuss moderner Kunst lockt unter mächtigen Linden ein Cappuccino oder Sie geben sich am Weiher dem Rauschen der großen Fontäne hin und dem friedvollen Anblick schnäbelnder Enten. Kinder werden in den Kindergarten gebracht oder erobern Spielplatz und Schlittenhügel. Sie haben die Wahl zwischen Schattenrabatten oder den formalen Beeten mit üppigen Tulpen und Einjährigen und dem Kiesbeet mit Gräserschwerpunkt im Sommer. Im Frühling, wenn die blauen Ozeane unzähliger Scillablüten den Park in ein Pilgerziel verwandeln, leuchten Magnolien und Zierkirschen, im Herbst vor allem die Gingkos mit ihrem gelben Laub.

Das Kunstforum Ostdeutsche Galerie, hervorgegangen aus der Kunsthalle von 1910, prägt den östlichen Teil: 

Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Foto © 2017 Edith Wagner

Im Frühling, zwischen Mengen an Narzissen, kommen die Kunstwerke im neu gestalteten Kiesbeet am besten zur Geltung, später dominieren Stauden in unterschiedlichen Höhen:

Neu gestaltetes Kiesbeet im Frühjahr

Foto © 2017 Edith Wagner

Nach den Frühjahrsblühern sind die zentralen Rabatten eindrucksvoll mit jährlich wechselndem Sommerflor bepflanzt:

Sommerflor in den zentralen Rabatten

Foto © 2017 Edith Wagner

Auch der große Weiher mit Birkenhain und Gräsern im Sommer, Fontäne und Ruhebänken ist ein beliebter Anziehungspunkt:

Foto © 2017 Edith Wagner

Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert lagen hier ein katholischer sowie ein evangelischer Friedhof, deren steinerne Überreste in Verbindung mit uralten Lebensbäumen und der ehemaligen Friedhofskapelle dem südlichen Teil ein ganz spezielles Flair verleihen:

Foto © 2017 Edith Wagner

Foto © 2017 Edith Wagner

All diese Einzelelemente bilden zusammen mit zahlreichen, auch seltenen Gehölzen und Brunnen eine attraktive Grünanlage, die zu jeder Jahreszeit einen Besuch lohnt.

Text © 2017 Edith Wagner

Der Herzogspark

Von den vier großen Parkanlagen, die wie Perlen die Altstadt einrahmen, liegt am nordwestlichen Rand etwas versteckt die botanisch interessanteste Anlage, der etwa 1,5 ha große Herzogspark. Der Haupteingang befindet sich neben dem Naturkundemuseum an der Prebrunnstraße, von der Allee abgehend. Bei Dunkelheit ist der Park geschlossen.

Hoch über der Donau zeugen Mauerreste und der frisch restaurierte Prebrunnturm von der militärischen Bedeutung, welche diese heute etwas verwunschene Ecke unserer Stadt einst inne hatte. Der Stadtgraben aus dem 13. Jahrhundert und die ehemalige Funktion als Wehranlage bedingen spannende wechselnde Höhenniveaus innerhalb des Parks, die ihn gleichzeitig in sehr unterschiedliche Bereiche gliedern. Es gibt Gehölzraritäten zu entdecken, wie Taschentuchbaum (Davidia involucrata), Papierbirke (Betula papyrifera) und den Götterbaum (Ailanthus altissima) mit unzähligen Nisthöhlen und Spechtspuren oder die mehr als 200 Jahre alte mächtige Platane und die in unseren Breiten seltene Albizia.

Das Herzstück bildet der Renaissance-Garten vor der stimmigen Kulisse denkmalgeschützter Wohnhäuser und des über siebenhundert Jahre alten Prebrunnturmes im Hintergrund. Der Name Renaissance-Garten geht auf den zentralen Brunnen aus dem Jahr 1599 zurück, mit acht Motiven aus einem einzigen Stück Sandstein gehauen:

Foto © 2017 Edith Wagner

Foto © 2017 Edith Wagner

Ab etwa Mitte April beginnt die wohl schönste Zeit im Herzogspark, wenn unter anderem die lange West-Rabatte im früheren Stadtgraben mit Rhododendren und Azaleen ihr lebhaftes Farbenspiel entfaltet, ergänzt durch einzelne Gehölze, Farne und andere Stauden:

Foto © 2017 Edith Wagner

Einen malerischen Rückzugsort bilden die Ruhebänke in diesem äußersten, in drei Teilbereiche gegliederten Winkel hinter dem Renaissance-Garten:

Foto © 2017 Edith Wagner

Über der Donau, die bei Hochwasser das massive Fundament umspült, liegt der Rosengarten, zu jeder Jahreszeit mit attraktiven Elementen. Nach der Blüte von Wisteria und Allium stehen die Rosen im Mittelpunkt. Beetrosen neben Strauchrosen, jede Sorte ist beschriftet:

Foto © 2017 Edith Wagner

Mit dem sonnigen, steilen Steingarten und dem traurigen Julchen ist die Vielfalt dieser Anlage aber noch nicht erschöpft:

Foto © 2017 Edith Wagner

Foto © 2017 Edith Wagner

Zieht der Herbst ein, geben die Gehölze noch einmal alles, der Park leuchtet. Findlinge unterschiedlicher Gesteinsarten aus der ganzen Oberpfalz verstärken den Eindruck von Ruhe und Frieden, wenn sich das Gartenjahr dem Ende zuneigt:

Foto © 2017 Edith Wagner

Text © 2017 Edith Wagner