Parks & Naturräume

Parks & öffentliche Gartenanlagen

Hubenloch

Hubenloch Villingen

Der 9 Hektar große Stadtpark befindet sich auf einer Anhöhe in unmittelbarer Nähe zum Theater am Ring. Den Besucher erwartet ein herrlicher Blick über das mittelalterliche Villingen und in die nähere Umgebung. Der Park wurde in den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts angelegt und im Jahr 2010 neu bepflanzt. Auf ca. 750  Metern Höhe ist dort einer der am höchsten gelegenen Rosengärten Deutschlands mit über 100 verschiedenen Rosensorten zu besichtigen. Die Rosen werden nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, sodass der Rosenliebhaber wertvolle Erkenntnisse über die Widerstandsfähigkeit und Wuchskraft der einzelnen Sorten gewinnen kann. Im Sommer kann über die Wirtschafts- und Tourismus GmbH Villingen-Schwenningen eine Führung über das Hubenloch mit der Rosenliebhaberin Renate Blohmann gebucht werden. Tel 07721-82-2340.

Anfahrt mit der Bahn: Bahnhof Villingen (Schwarzwald,) dann zu Fuß quer durch die Innenstadt zum Riettor, über die Straße zum Theater am Ring. Dauer ca. 10-15 Minuten
Mit dem Auto: Parkmöglichkeit im Parkhaus „Theater am Ring“ am Rande der Innenstadt.

(Text und Bilder: Michael Kopp)


©2017 Michael Kopp


©2017 Michael Kopp


©2017 Michael Kopp

Lahrer Stadtpark

Vom Villengarten zum Park – der Lahrer Stadtpark

(Text und Fotos: Astrid Klein) 

Der Park ist ein Vermächtnis von Christian Wilhelm Jamm, einem Lahrer Kaufmann des 19. Jahrhunderts. Er starb im Jahre 1875 und vermachte seine prächtige Villa und den dazu gehörigen Park seiner Heimatstadt Lahr.


©2017 Astrid Klein

Nicht nur die Stadt fühlt sich ihrem Erbe verpflichtet, seit 1988 fördert der ‚Freundeskreis Lahrer Stadtpark e.V.‘  bedeutende Projekte durch seine Spenden.

Auf einer Fläche von 4,5 Hektar bieten sich dem Betrachter eine Vielzahl unterschiedlicher Gartenbilder, die jedes Jahr zur Überraschung vieler Besucher immer wieder neue Akzente setzen und effektvolle Bühnenbilder hervorbringen. Zu den Sehenswürdigkeiten im Park zählen auch 2 Pavillons, eine Grotte und die Orangerie inmitten des Rosengartens. Weitere Attraktionen sind ein Seerosen- und ein Ententeich ebenso wie mehrere Tiergehege und die freilaufenden Pfaue.


©2017 Astrid Klein

Schon bald im Frühjahr geht es los mit den zahlreichen Frühblühern, sozusagen der Beginn eines verschwenderischen Blütenreichtums über das ganze Gartenjahr - im April zur Tulpenblüte kann man kunstvoll angelegte Beete bewundern. Hierzu werden im Herbst von vielen Helfern die Beete im Rasen mit über 50.000 Tulpenzwiebeln in prächtigen Farben und reicher Sortenvielfalt bestückt, die nach der Blüte wieder verschwinden. Der Höhepunkt dieser Tulpenpracht wird dann besonders gefeiert mit einem Fest für Jung und Alt: dem Tulpenfest!


©2017 Astrid Klein


©2017 Astrid Klein


©2017 Astrid Klein


©2017 Astrid Klein

Rhododendren, Kamelien und Azaleen sind im April/Mai zu bewundern. Die Bäume gönnen den blühenden Hauptdarstellern ihr tolles Schauspiel.


©2017 Astrid Klein


©2017 Astrid Klein

Im Juni dann der besondere Höhepunkt: die Rosenblüte. Über 250 Rosensorten empfangen die Besucher mit herrlichen Düften und Farben – es gibt Beetrosen, Strauchrosen, Kletter- und Ramblerrosen zu bewundern als Stämmchen und Bodendecker oder als Kletterer und Rambler. Dazwischen das Gezwitscher aus den Vogelvolièren und das Plätschern der Brunnen – ein traumhaftes Erlebnis, das sich um die Orangerie gruppiert.


©2017 Astrid Klein


©2017 Astrid Klein

Der Sommer hat seinen Höhepunkt mit einem buntem Sommerflor und themenbezogenen Staudenbeeten – Holen Sie sich aus einer Vielzahl unterschiedlicher Gartenbilder Anregungen für den eigenen Garten.


©2017 Astrid Klein


©2017 Astrid Klein

Aber was wäre ein Park ohne Bäume. Ruhe und Erholung, das bieten die mächtigen, malerischen Baumgestalten. Darunter findet man die über hundertjährige Libanonzeder, Schwarznuss, Geweih- und Amberbaum, diverse Urwelt-Mammutbäume, Tulpenbaum …, um nur einige zu nennen.


©2017 Astrid Klein

Das ganze Jahr ist der Park ein Erlebnis! Genießen Sie die Kühle im Sommer, das bunte Leuchten und helle Rascheln im Herbst, die weiten Blicke, die sich im Winter auftun….


©2017 Astrid Klein

Für Kinder ist der Spielplatz ein Anziehungspunkt, dazu gehört auch das Eiben-Labyrinth.


©2017 Astrid Klein

Eben ein Park für die ganze Familie – so wie es sich sein Gründer bei seinem Vermächtnis wohl gewünscht hat.


©2017 Astrid Klein

 

Bemerkenswerte Naturräume

Südbaden, das ist Schwarzwald und Rheinebene, Kaiserstuhl und Markgräfler Land, enge Täler und weite Höhen - Südbadens Natur ist an Schönheit kaum zu überbieten.

Mitglieder unserer Regionalgruppe stellen hier in loser Abfolge ihre Lieblingslandschaften vor. Lassen Sie sich bezaubern!

Schwenninger Moos

Schwenninger Moos

Das Naturschutzgebiet Schwenninger Moos liegt auf etwas über 700 Meter Höhe am südlichen Stadtrand von Schwenningen auf der europäischen Wasserscheide. Ein Teil der Moorfläche ist Quellgebiet des Neckars und der Stillen Musel. Die südlichen Teile des Moores dagegen entwässern über den Talbach zur Brigach zum Gewässersystem der Donau. Die Wasserscheide auf der Baar war früher zugleich die Landesgrenze zwischen dem Königreich Württemberg und dem Großherzogtum Baden. Mehrere historische Grenzsteine erinnern noch daran.

1748 begann intensiver Torfabbau, der bis nach dem Zweiten Weltkrieg anhielt. Der Abbau führte im Laufe der Zeit zu starken Veränderungen innerhalb des Hochmoorschilds und seiner Vegetation. Erste Bemühungen den Kernbereich des Gebiets unter Schutz zu stellen, erfolgten bereits 1939. Die fortschreitende Entwässerung der Flächen bewirkte eine zunehmende Verlandung der Moorflächen, die 1980 so weit vorangeschritten war, dass zum Schutz des Moors einschneidende Pflegemaßnahmen in die Wege geleitet werden mussten. So wurden nach der vollständigen Unterschutzstellung im Jahr 1985 in der Kernzone großflächig Baumbestand und Gehölze gerodet. Als flankierende Maßnahme erfolgte die Schließung der meisten Entwässerungsgräben, um das Niederschlagswasser im Gebiet zu halten. Heute sind erste Erfolge der Renaturierungsmaßnahmen deutlich sichtbar.

Im Moor gibt es über 400 verschiedene Pflanzenarten. Darunter sind viele gefährdete Pflanzen. Torfmoose sind die wichtigsten Pflanzen im Moor. Sie sind optimale Wasserspeicher, und können einen Wassergehalt über 90 % enthalten. Durch diese Eigenschaft regulieren sie den gesamten Wasserhaushalt des Moores. In den nassen Bereichen wachsen  Sumpf-Veilchen, Sumpf-Blutaugen und das Schmalblättrige Wollgras. Die trockenen Bereiche werden  von der Heide-Nelke, Teufelskrallen und Blassgelbem Klee bewohnt. Da es im Moor wenig Nährstoffe gibt, gehen einige Pflanzen, zum Beispiel das Heidekraut, eine Symbiose mit Pilzen ein.

Um das Schwenninger Moos führt ein ca. 1-stündiger Rundweg, von dem aus man auf die freie Moorfläche sehen kann. Über einen kurzen Steg kann man die sich regenerierende Vegetation des Moors aus der Nähe ansehen, ohne widerrechtlich das Moor zu betreten oder zu schädigen.

Anfahrt mit der Bahn: Bahnhof Schwenningen (Neckar). Von dort zu Fuß über das ehemalige Landesgartenschaugelände „Neckarpark“ zum Stadtpark Möglingshöhe mit der neu gefassten Neckarquelle. Weiter über die Straße zur Helios Arena. Ca 15-20 Minuten.

Anfahrt mit dem Auto: B27 Ausfahrt „VS-Schwenningen Süd/Messe“. Parken bei den Sportstadien Helios Arena oder Gustav Strohm Stadion.

Führungen über das Schwenninger Moos können gebucht werden beim Umweltzentrum Schwarzwald-Baar-Neckar unter Tel. 07720 99 682 74 oder moosfuehrer@umweltzentrum-sbn.de

(Text und Bilder: Michael Kopp)


©2017 Michael Kopp


©2017 Michael Kopp


©2017 Michael Kopp

 

Taubergießen

Text und Bilder: Wolfgang Gauch

Das Naturschutzgebiet Taubergießen

In der südlichen Oberrheinebene, zwischen Freiburg im Breisgau und Lahr, liegt das Naturschutzgebiet Taubergießen. Mit 1682 Hektar ist es eines der größten und bekanntesten Schutzgebiete in Baden-Württemberg. Eine Fläche von ca. 1000 Hektar ist Grundbesitz der elsässischen Gemeinde Rhinau.

Ständige Änderungen des Flussbetts ergaben, dass diese Flächen linksrheinisch (westlich des Hauptstroms) lagen. Nach etlichen Auseinandersetzungen wurden im 16. Jahrhundert die Grenzen neu festgelegt. Auch als der Rhein seinen Lauf wieder änderte, blieb es bei der getroffenen Besitzregelung.

Seit 1955 ist der Taubergießen Landschaftsschutzgebiet, 1979 wurde er unter Naturschutz gestellt.


Taubergießen
©2017 Wolfgang Gauch

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der stark verzweigte Rhein, der immer wieder für verheerende Überschwemmungen gesorgt hatte, in ein künstliches Flussbett gezwängt. Hochwasserdämme schützen seitdem die anliegenden Ortschaften vor Überflutungen. Zwischen dem Rhein und dem sogenannten Tulladamm befindet sich der Überflutungsbereich mit vielfältigen Altrheinarmen und urigen Auenwäldern.

Letztere setzen sich hauptsächlich aus Stieleichen, Ulmen, Eschen, Hainbuchen und verschiedenen Pappelarten zusammen. An besonders nassen Stellen sind Silberweiden und Grauerlen in der Überzahl.

Im Frühling, wenn die Bäume noch nicht voll belaubt sind, kann man im Auwald zahlreiche Frühlingsblüher entdecken. Hohe Schlüsselblume, Buschwindröschen, Aronstab, Bärlauch und Maiglöckchen sind oft in Massen vertreten. an einigen Stellen gesellen sich auch Lungenkraut, Einbeere, zweiblättriger Blaustern und Waldgelbstern dazu.

An den Ufern der Gewässer kann man, mit etwas Glück, einige botanische Kostbarkeiten wie Schwanenblume, Igelkolben und Pfeilkraut entdecken.


Schwanenblume
©2017 Wolfgang Gauch


Altrheinarm
©2017 Wolfgang Gauch

Von den ca. 680 Farn- und Blütenpflanzen des Schutzgebiets sind viele in der ‘Roten Liste’ der vom Rückgang oder Aussterben bedrohten Pflanzenarten aufgeführt. Die größten Standorte dieser Spezies befinden sich auf der östlichen Seite des Tulladamms, den sogenannten G’schleder-Wiesen. Es handelt sich hier um Pflanzen, die einen mageren und trockenen Standort bevorzugen.


Halbtrockenrasen mit Brandknabenkraut und Steppenwolfsmilch
©2017 Wolfgang Gauch

In diesen Halbtrockenrasen und am Tulladamm sind von Anfang Mai bis Ende Juni mehrere Orchideenarten zu bewundern. Über zwanzig Arten wurden schon gesichtet. Manche, wie z.B. Hummelragwurz, Spinnenragwurz, Bienenragwurz, Helmknabenkraut, Brandknabenkraut und Pyramidenorchis sind in größerer Anzahl direkt vom Weg aus zu sehen.

Brandknabenkraut
©2017 Wolfgang Gauch

Hummelragwurz
©2017 Wolfgang Gauch

Pyramidenorchis (Anacamptis pyramidalis)
©2017 Wolfgang Gauch

Aber auch andere Kostbarkeiten wie Kugelblume, großer Ehrenpreis, kugelige Teufelskralle und Steppenwolfsmilch sind gut vertreten.

Eine eigene Gesellschaft, auf etwas nährstoffreicheren Stellen, bilden Margeriten, Wiesensalbei, Karthäusernelken, knollige Kratzdistel, Wundklee, Hufeisenklee und verschiedene Klappertopfarten.


Wiesensalbei und Esparsette in Margeriten-Wiese
©2017 Wolfgang Gauch

Alte Strömungsrinnen mit Hartriegel, Weißdorn, Schlehen und Heckenrosen bewachsen, durchziehen das ganze Wiesengelände und sorgen so für strukturierte Abwechslung. In diesen sogenannten alten Schluten gedeihen aber auch einige einen etwas feuchteren Standort liebende Pflanzen.


Wieseniris
©2017 Wolfgang Gauch

Der vielerorts festgestellte extreme Insektenrückgang ist hier, dank des großen Nahrungsangebots, noch nicht bemerkbar. An warmen, sonnigen Tagen summt, zirpt, flattert und krabbelt es, dass es eine Freude ist. Schmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Käfer und Wildbienen sind noch in größerer Anzahl vertreten. Die besonders wertvollen Wiesen und der Damm dürfen erst Anfang September gemäht werden. So ist ausreichend Nahrung und Schutz für die Insekten vorhanden und die Pflanzen können sich aussäen und vermehren. Die Ertragsminderung durch das späte Mähen wird vom Land Baden-Württemberg finanziell ausgeglichen.


Hauhechel-Bläuling
©2017 Wolfgang Gauch


Widderchen an einer Tauben-Skabiose
©2017 Wolfgang Gauch


Silbergrüner Bläuling
©2017 Wolfgang Gauch

Durch das große Angebot an Samen und Insekten finden sich auch verschiedene, zum Teil sehr seltene, Vogelarten ein. Besonders, wenn sich die Wintergäste aus dem Norden dazu gesellen, ist so mancher Vogelfreund hellauf begeistert.

Eine Besonderheit im Naturschutzgebiet sind die zahlreichen sogenannten Gießen. Dabei handelt es sich um Quelltöpfe, die vom Grundwasser gespeist werden. Sie haben im Sommer wie im Winter eine Temperatur von 8 bis 10°C. Da sie noch dazu sehr nährstoffarm sind und den Fischen wenig Nahrung bieten, spricht der Fischer von einem tauben Gewässer. Daher also der Name Taubergießen.

Im Schutzgebiet sind mehrere Rundwanderungen ausgeschildert. Sie haben eine Länge von 2 bis 13 km und sind gut begehbar.

Anfahrt:
Mit dem Pkw über die A5 Karlsruhe - Basel, Ausfahrt Ettenheim. An der Ampelanlage rechts Richtung Kappel-Grafenhausen. Beide Ortschaften durchfahren, dann weiter geradeaus (nach Westen) Richtung Rheinfähre.
Das alte Zollhaus bei der Fähre dient heute als Informationszentrum des Naturschutzgebietes.

 

Weitere Impressionen aus dem Taubergießen:


Bocksriemenzunge
©2017 Wolfgang Gauch


Hummelragwurz mit Klappertopf
©2017 Wolfgang Gauch


Pyramidenorchis (Anacamptis pyramidalis)
©2017 Wolfgang Gauch


Hummelragwurz
©2017 Wolfgang Gauch


Schopfige Traubenhyazinthe (Muscari comosa)
©2017 Wolfgang Gauch  


Schopfige Traubenhyazinthe (Muscari comosa)
©2017 Wolfgang Gauch  


Herbstaspekt
©2017 Wolfgang Gauch


Sparriger Schüppling
©2017 Wolfgang Gauch


Ockerbrauner Trichterling
©2017 Wolfgang Gauch


Herbststimmung am Altwasserarm
©2017 Wolfgang Gauch


Herbststimmung am Altwasserarm
©2017 Wolfgang Gauch


Honiggelber Hallimasch
©2017 Wolfgang Gauch