Literatur

Unter dieser Rubrik finden Sie Bücher - meist Monographien - sowie Artikel über Hosta, die in Zeitschriften erschienen sind sowie Artikel, die von Mitgliedern der Fachgruppe Hosta geschrieben und teilweise im "Staudengarten" veröffentlicht wurden. Die dort veröffentlichten Artikel werden jeweils nach der Auslieferung der entsprechenden Ausgabe hier eingestellt.

Bücher

Hosta-Literatur - eine Übersicht

Hostaliteratur - eine Übersicht
von Arthur Wiesmet initialisiert

Arthur Wiesmet hat seine Literaturliste mit Anmerkungen und persönlichen Empfehlungen zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Diese Liste finden Sie im Anschluß. Alle Hosta-Liebhaber sind aufgefordert, ggf. eigene Anmerkungen, Bewertungen und Ergänzungen mir zukommen zu lassen. Diese können dann mit eingearbeitet werden.

Ferner möchte ich hier auf eine Seite der BHHS verweisen, die sich ebenfalls mit Hostaliteratur beschäftigt: http://www.hostahem.org.uk/FAQS/books

Nachtrag: Ich habe - sofern gefunden - Verweise auf die Open Library eingebunden; dort finden Sie dann zumeist die ISBN und können sich dort auch anzeigen lassen, wo ggf. in Ihrere Nähe das Buch zu entleihen ist. Man kann dort auch selbst aktiv werden, um die dort vorhandenen Angaben selbst zu vervollständigen.
Thomas Hülsmann

 

"Hosta", Dr. hc. Fritz Köhlein, Ulmer Stuttgart, 1993, deutsch.
A. Wiesmet: In Deutschland hat einzig Dr.hc. Fritz Köhlein sich intensiv mit Hosta befasst. Sein kleines Buch „Hosta“ ist, auch wenn es seit 1993 nicht mehr aktualisiert wurde, ein Grundlagenwerk, befasst es sich doch mit der Entstehung, Geschichte und Verbreitung bis hin zu Kultur, Floristik und Verwendung mit der ganzen Bandbreite der Pflanzengattung Hosta. Ob nomenklatorisch (Einteilung der Arten) alles korrekt und aktuell ist, spielt für den Hostafreund kaum eine Rolle.
Persönliche Empfehlung: Ein Muss.
OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL9019212W/Hosta._%28_Funkien%29

"Hosta", Sandra Bond,1992, englisch
A. Wiesmet: Ein kleines Buch aus dem Englischen. Verwendung und Planung stehen im Vordergrund, Sorten sind wenige beschrieben, nur einige Bilder.
Persönliche Empfehlung: Für Anfänger als Einstieg.
OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL3088386W/Hostas
s.a. OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL3088385W/Hostas_%28Foliage_Plants_in_Garden_Design%29

"The Hosta Book", Paul Aden, Timber Press, 1988, 1990, englisch
A. Wiesmet: Kleines Buch, ein Klassiker. Viele Grundlagen, eher wenige Sortenbeschreibungen.
Persönliche Empfehlung: Gut
OpenLibrary: http://openlibrary.org/books/OL16690457M/The_hosta_book
s.a. OpenLibrary: http://openlibrary.org/books/OL8176084M/Hosta_Book

"Hostas", Andrew Mikolajski, 1997, 2001, 64 Seiten, englisch
A. Wiesmet: Kleines englisches Büchlein. Viele gute Fotos. Brauchbares für Anfänger.
Persönliche Empfehlung: Ganz gut.
OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL8309202W/Hostas_%28The_New_Plant_Library%29

"Hostas", Rosemarie Barrett, David Bateman Ltd., 2004, 143 Seiten, 200 Fotos, englisch
OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL5785828W/Hostas

"Hostas", Diana Grenfell , Royal Horticultural Society, 2003, 2008 englisch
A. Wiesmet: Ausgaben mit gleichem Inhalt, aber anderem Cover. Kleines Handbuch.
Persönliche Empfehlung: Zum Anregen.
OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL1884274W/Hostas

"Hosta – The Aristocratic Plant for Shady Gardens" Eunice Fisher Book, 1969, 1973 und 1979

"Hosta – The Flowering Foliage Plant", Diana Grenfell, Timber Press, 1990, englisch
OpenLibrary:

"Hostas and other shade-loving plants", Richard Bird und David Traum, 1999, englisch
A. Wiesmet: Schmales Buch mit wenigen Hosta.
Persönliche Empfehlung: Entbehrlich.

"Les Hostas", Jane Philips und Michael Shadrack, 2006, französisch
A. Wiesmet: Schmales Buch mit relativ vielen Sortenbeschreibungen.
Persönliche Empfehlung: Zu kleine Bilder, entbehrlich.

"Les Hostas", Rèjean Milette, 2003 im Eigenverlag, 350 Seiten, ca. DIN A5, französisch
A. Wiesmet: Viele Sortenbeschreibungen mit vielen, aber kleinen Bildern. Symbole zur Einteilung. Persönliche Empfehlung: Kompakt im Text, gut.

"Les Hostas - the Universe of Hostas", Rejean Milette, Paperback, Februar 2003, 352 Seiten, 721 g, französisch

"Hostas The complete Guide", Rosemary Barrett, 2004, englisch
A. Wiesmet: Persönliche Empfehlung: Kaum Sortenbeschreibungen, fast nur Verwendung, Gestaltung. Zum Reinschnuppern.

"The Color Enzyklopedia of Hostas", Grenfell und Shadrack, Timber Press, 2004, großformatig, englisch
Neuauflage: "The New Enzyklopedia of Hostas", Diana Grenfell and Michael Shadrack, Timber Press, 2009, 472 Seiten, 849 farbige Fotos, englisch
A. Wiesmet: Sehr viele Sortenbeschreibungen mit sehr vielen Bildern. Typ Foto-Lexikon.
Persönliche Empfehlung: Ein Muss.
OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL1884276W/The_new_encyclopedia_of_hostas

"The book of little hostas - 200 mini, small, and very small varieties for your garden" 1st ed., Diana Grenfell, Kathy Guest Shadrack and Michael Shadrack ; consultant editor, Diana Grenfell, Published 2010 by Timber Press in Portland, Or englisch
OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL15632619W/The_book_of_little_hostas

"The Hosta Handbook", Mark Zilles, 2000. Handbuch mit Spiralbindung, englisch
A. Wiesmet: Grundlagenwerk der Sortenbeschreibungen. Nicht mehr verfügbar, deswegen lange überteuert. Soll schön handlich sein. Nicht persönlich gesichtet.

"The Hostapedia", Mark Zilles, 2009, 1125 Seiten, mit 3,5 kg ein schwerer „Brocken“, englisch
A. Wiesmet: Wissenschaftliches Werk zur Sortenkunde. Beschreibung von fast 7.000 Sorten nach den Richtlinien der AHS, Angaben zu Züchtern Eltern, ähnlichen Sorten, signifikanten Sports und Sämlingen, fast alle mit Abbildung.
Persönliche Empfehlung: Für Fachleute zur Vervollständigung. Durch das große Format und das hohe Gewicht leider äußerst unhandlich.

"The Genus Hosta", Wolfram Georg Schmid, Timber Press,1991, DIN A4, 430 Seiten, englisch
A. Wiesmet: Wissenschaftliches Grundlagenwerk, mit teilweiser botanischer Neuordnung der Gattung. Viele Arten- und Sortenbeschreibungen, kaum Fotos, wenige Skizzen.
Persönliche Empfehlung: Für den tieferen Einstieg, wissenschaftlich. Immer wieder günstig antiquarisch zu haben.

"The Book of Little Hostas – 200 Small, Very Small, and Mini Varieties", Kathy Guest Shadrack and Michael Shadrack, Timerpress, 2010, englisch
A. Wiesmet: Persönliche Empfehlung: Für Liebhaber der zwergigen Hosta. Schöne Fotos, gut.

"Timber Press Pocket Guide to Hostas", Diana Grenfell and Michael Shadrack, Timberpress, 2007, 212 Seiten,298 farbige Fotos, englisch
OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL1884277W/Timber_Press_pocket_guide_to_hostas

"The Gardener‘s Guide to Chronik Hostas", Diana Grenfell, Timber Press, 1996, englisch
?? OpenLibrary: http://openlibrary.org/works/OL1884275W/Hostas ??

"An Essential Guide", Richard Ford – Ein praktisches Buch über Wachsen und Gedeihen von Hostas. ISBN 978-1-84797-218-7

"Shadows and Light: A Year of Hostas", 2016, Robert Zimmer, 198 Seiten, engl., ISBN 978-151 9640994

 

Artikel in "Der Staudengarten"

Die Hosta-Züchtungen von Heinz Klose - Schwierigkeiten bei der Verifikation (01/2019)

Die Hosta-Züchtungen von Heinz Klose - Schwierigkeiten bei der Verifikation

TEXT: HARALD BERGER, RAINER SECKINGER, UWE MEYN
FOTOS: HARALD BERGER, RAINER SECKINGER

In der Ausgabe 2/2014, S. 24ff. des Staudengartens wurde von H. Berger der Versuch einer Bestandsaufnahme der Hosta-Züchtungen von Heinz Klose unternommen. Anlass für diese Recherche waren die Meinungsverschiedenheiten von FG-Mitgliedern während der Jahrestagung in Löbau über den Züchter einer bestimmten Hosta-Sorte. Aus der spontanen Äußerung von H. Berger: „Ich kläre das!“ wurde seine nun schon sechs Jahre andauernde Beschäftigung.

Als Züchter kamen in dem vorgenannten Fall nur Heinz Klose oder Fritz Köhlein infrage. Während die Sorten von Herrn Köhlein mit dessen Hilfe recht schnell zusammengestellt werden konnten, gestaltete sich dies für die Klose-Sorten wesentlich schwieriger. Auf diversen Internetseiten, auch auf denen von Versandgärtnereien, werden – alle zusammengezählt – Heinz Klose 69 Sorten zugeschrieben. Es ist für Hostasammler deutscher Funkien und insbesondere für Uwe Meyn als Sammler und Bewahrer des Züchtungserbes der Klose-Sorten von erheblicher Bedeutung, ob er in seinem Garten 69 Pflanzen oder nur die Hälfte bewahren bzw. erst einmal besorgen soll.

Angeregt durch die Ergebnisse der Recherchen unseres Mitglieds und Hostafreundes Rainer Seckinger, Verden/Aller war es Anlass genug, die Liste der Sorten noch einmal gemeinsam kritisch zu hinterfragen. Irritationen entstanden dadurch, dass Sorten fälschlicherweise Heinz Klose als Züchter zugeordnet wurden, die in seinen Katalogen nicht aufgeführt sind. Seine eigenen Sorten hat Heinz Klose in seinen Katalogen mit dem Kürzel H.K. versehen.

Nach unseren Recherchen können nur folgende 33 Sorten sicher als Züchtungen von Heinz Klose gelten, die er in seinen Katalogen Nr. 8, 9 und 10 mit dem Kürzel H.K. gekennzeichnet hat. Das sind:

H. ‘Blaue Venus’
H. ‘Blaue Wolke’
H. ‘Blaufink’
H. ‘Blauglut’
H. ‘Blaugold’
H. ‘Blaumeise’
H. ‘Blauspecht’
H. ‘Blütenspiel’
H. ‘Elbe’
H. ‘Frühlingsgold’
H. ‘Frühlingssonne’
H. ‘Fulda’
H. ‘Fumiko’
H. ‘Glockenspiel’
H. ‘Goldpfeil’
H. ‘Goldrand’
H. ‘Grünspecht’
H. ‘Herkules’
H. ‘Irische See’
H. ‘Kasseler Gold’
H. ‘Liliput’
H. ‘Naomi’
H. ‘Oder’
H. ‘Rhein’
H. ‘Schneekoppe’
H. ‘Schneewittchen’
H. ‘Schwarzer Ritter’
H. ‘Silberpfeil’
H. ‘Tomoko’
H. ‘Violetta’
H. ‘Weiße Glocke’
H. ‘Weser’
H. ‘Zitronenfalter’

Das hier dargestellte Ergebnis wurde sorgfältig nach Auswertung aller zur Verfügung stehenden Aufzeichnungen erzielt. Es ist nicht auszuschließen, dass ggf. die Forschung auf diesem Gebiet weitere Hosta-Sorten Heinz Klose zuschreiben wird.

Bei einigen nicht nachvollziehbaren Züchtungen wäre es legitim von „wahrscheinlich oder eventuell Klose“ zu sprechen. Dazu einige Anmerkungen:

Heinz Klose hat einige Sorten nach deutschen Flüssen benannt, die ihm eindeutig zugeschrieben werden können: H. ‘Elbe’, H. ‘Fulda’, H. ‘Oder’ und H. ‘Rhein’.

Die Sorten H. ‘Ahr’, H. ‘Lahn’ und H. ‘Mosel’ erscheinen aber in keinem seiner Kataloge.

Wer Tardiana-Züchtungen Rhein, Elbe, Weser nennt, nennt eine weitere wahrscheinlich Mosel oder Lahn; wer in Kassel wohnt und eine Hosta Kasseler Gold oder Herkules im Repertoire hat, hat möglicherweise auch Kasseler Blue gezüchtet. Die Namen dieser Hostas passen zumindest in den Namenskontext der anderen Züchtungen.

Es gibt weitere Sorten, die durch J.&P. Ruh nach dem Tode von Heinz Klose registriert wurden, für die aber keine Belege zu finden sind:

H. ‘Doreen’              Klose (ONI), Ruh (R) 2009

H. ‘Kasseler Blue’    Klose (ONI), Ruh (R) 2008

H. ‘Konkubine’         Klose (ONI), Ruh (R) 2005

H. ‘Lahn‘                 Klose (ONI), Ruh (R) 2005

H. ‘Livonia’              Klose (O), Krossa (NI), Ruh (R) 1997

H. ‘Mosel‘               Klose (ONI), Ruh (R) 2006

                 Peter Ruh hat viele Klose-Sorten im Garten von Gus Krossa kennengelernt.

H. ‘Memories’ hört sich aufgrund des Namens nicht nach Klose an. Es ist wie H. ‘Violetta’ eine Rectifolia-Hybride. Die Sorte wurde registriert als Japan (O), Klose (NI), Ruh (R) 2002. Wenn Klose diese Pflanze aus Japan erhalten und benamt hat, müsste er als Finder=Züchter gelten.

H. ‘Nordatlantik’ ist eine Kreuzung aus 'Dorset Charm' × 'Dorset Flair' und wurde 1997 registriert als Smith/Klose/Ruh. Beide Kreuzungspartner sind Züchtungen von Eric Smith. Sämlinge daraus wurden von Klose selektiert und benamt.

Nach dem Tod des Vaters im Jahre 2001 wurde die Staudengärtnerei von seinem Sohn Heinz-Richard Klose bis 2011 weitergeführt. H. ‘Doreen’ wurde nur im Katalog 13/2000 angeboten. Der Züchter von H. ‘Doreen’ ist in der Datenbank von Marco Fransen (8/2018) unbekannt. Bei der AHS wurde H. ‘Doreen’ von Pete & Jean Ruh 2009 als Klose-Sorte registriert. Pete Ruh ist verstorben, wir können ihn nicht mehr fragen.

Vor 1988 besuchten Heinz Klose und Dr. Ullrich Fischer den englischen Farnspezialisten Reginald Kaye in Silverdale/Lancashire. Von den von dort mitgebrachten Hosta-Sämlingen wurden von Heinz Klose zwei Pflanzen ausgelesen und benamt: H. ‘Reginald Kaye’ und H. ‘Silverdale’ (Quelle: Interview von U. Fischer in Unterlietzheim im Juli 2013 durch H. Berger).

Ob Klose die Sämlinge geschenkt bekommen oder bezahlt hat, ist unerheblich. Nach den Registrierungsvorschriften der AHS heißt es Züchter oder Finder. Folglich müsste Heinz Klose als Züchter/Finder für H. ‘Reginald Kaye’ und H. ‘Silverdale’ gelten.

Da Klose seine Sorten nicht selbst registriert hat, kann davon ausgegangen werden, dass Klose die Registrierungsvorschriften nicht gekannt hat und somit nicht auf die Idee kam, diese beiden Sorten als seine Züchtungen auszugeben. Es wäre doch sehr unwahrscheinlich, wenn er eigene Züchtungen nicht vermarktet hätte. H. Berger hat Heinz Klose noch persönlich kennengelernt und ihn als geschäftstüchtigen Gärtner erlebt.

Fazit: Es gibt einen Graubereich von Sorten mit keinen oder unvollständigen Belegen. Dazu gehören Sorten, die von Ruh bei der AHS registriert wurden und Sorten, die dem Namen nach oder logisch Heinz Klose zuzuordnen wären.

H. ‘Ahr‘ (NR)
H. ‘Elbe‘ (NR)
H. ‘Doreen‘ (R) 2009
H. ‘Kasseler Blue’ (NR) 2008
H. ‘Konkubine’ (R) 2005
H. ‘Lahn‘ (R) 2005
H. ‘Livonia’ (NR) 1997
H. ‘Memories‘ (R) 2005
H. ‘Mosel‘ (R) 2008
H. ‘Livonia’ (R) 1997
H. ‘Nordatlantik’ (R) 1997
H. ‘Silverdale’ (R) 2003

Heinz Klose hat viele Tardiana-Sämlinge aus England importiert, selektiert, benamt und in den Verkehr gebracht. Dies ist sein Verdienst, weshalb man von „German Tardianas/Deutsche Tardianas“ spricht.

An dieser Stelle sei all denjenigen gedankt, die durch zur Verfügungstellung von Katalogen bzw. Kopien derselben einen wichtigen Beitrag zur Fertigstellung dieser Arbeit geleistet haben.

Die Seiten der Klose-Kataloge, auf denen Hostas zu finden sind, wurden gescannt und in nachfolgende Cloud gestellt, wo sie für jedermann zugänglich sind.

https://www.magentacloud.de/share/qa1dwodl6g (Passwort: Lohfelden)

 

Informationen über Hosta (02/2018)

Informationen über Hosta

TEXT: HARALD BERGER

Jahrestagungen bieten mit den Vorträgen und den Gartenbesichtigungen gute Informationsmöglichkeiten. Darüber hinaus sind die persönlichen Kontakte eine hervorragende Möglichkeit, mehr über Pflanzen zu erfahren.

Mehrfach wurde ich während der Tagung gefragt, welche Quellen es gibt, um Aktuelles über Hosta zu erfahren. Natürlich ist die Monografie „Hosta“ von Fritz Köhlein weiterhin unverzichtbar, aber seit der Drucklegung im Jahre 1993 hat sich einiges hinsichtlich der Züchtung der Hosta getan. Deutschsprachig in diesem Umfang ist es das einzige Fachbuch, auch wenn es seit Kurzem ein 204-seitiges Hostabuch von Gerhard Ragus mit über 300 Fotos im Eigenverlag gibt, das ich aber noch nicht kenne (www.hosta-gaertchen.de).

LITERATUR
Englischsprachig sind eine Reihe von Büchern auf dem Markt, die in der Literaturliste der Fachgruppe Hosta auf der Homepage der GdS zu finden sind. Eines der neueren ist das reich bebilderte, 428-seitige Buch „Field Guide to Hosta“ von Mark Zilis von 2014, das uneingeschränkt zu empfehlen ist (Buchbesprechung in „Der Staudengarten“ 3/2015, Seite 61).

Ich sage immer: „Ein Hostafan mit rudimentären Englischkenntnisse und ohne einen komfortablen Zugang zum Internet ist ein bedauernswerter Mensch!“ Sind diese beiden Mindestvoraussetzungen vorhanden, lässt sich die Welt der Hosta einfach erschließen.

WWW.HOSTALIBRARY.ORG
Die Amerikanische Hostagesellschaft – die American Hosta Society (AHS) – hat eine umfangreiche, äußerst informative Homepage. Diese wurde bisher mehr als 4,7 Millionen Mal besucht. Es sind nicht nur die registrierten Sorten aufgeführt, sondern auch weitere nicht registrierte (NR). Sucht man bestimmte Sorten, z.B. Lakeside-Sorten, bekommt man alle (?) unter „Lakeside“ aufgelistet. Klickt man auf ‘Lakeside Paisley Print’, erscheinen in der rechten Spalte eine oder mehrere Abbildungen der Sorte.

Über der obersten Abbildung links im Feld ist ein Link (MyHostas.net Database) zu finden. Damit kommt man zu der Datenbank von Hugo Philips, wo man weitergehende Informationen über die Sorte, den Züchter, Sports, Hybriden usw. findet.

Aufsuchenswert sind auch die Homepages der amerikanischen Hosta-Gesellschaften der Bundesländer der USA, die unter dem Dach der AHS firmieren.

WWW.MYHOSTAS.BE
Unter dieser URL stellt Hugo Philips umfangreiche Informationen über Hosta zur Verfügung.

Unter „MyHostas Lists“ findet man alle seit 1969 bei AHS registrierten Hosta-Sorten, gegliedert nach Jahrgängen oder alphabetisch gelistet.

Unter „MyHostas Sports“ kann man die Sports von Sorten einsehen, wobei leider keine  Unterscheidung zwischen den spontan auftretenden Sports und den durch Gewebekultur (Tissue Culture = TC) erzeugten gemacht wird. Allerdings findet man diese Unterscheidung auch anderenorts selten. Zum Beispiel gibt es allein von Hosta ‘Fortunei Hyacinthina’ mehr als 197 Sports, von Hosta ‘Blue Mouse Ears’ sind mehr als 52 bekannt.

Unter „HostaSearch“ kann man nach mehr als 11000 Sorten suchen, aber auch nach deren Züchtern usw. Es ist eine Datenbank, die funktioniert und recht aktuell ist.

Unter „MyHostas Links“ sind viele URLs nicht mehr gültig, andere interessante Adressen nicht aufgeführt; hier müsste nachgebessert werden.

WWW.HOSTASEEDGROWERS.COM
Eine Seite des Züchters Rod Kuenster, Iowa, der hier seine Sämlinge bzw. benamten Sorten zeigt, die häufig Hosta ‘Dorothy Benedict’ als Elternsorte haben. Seine Streaker-Serie erkennt man an dem Präfix ‘Cosmic’.

Diese Seiten lösen bei mir ein Gefühl des Habenwollens aus. Leider sind die meisten Sorten in Europa nicht erhältlich.

WWW.PLANTSGALORE.COM
Hier sind sehr vielseitige Informationen zu finden, u.a. über Spezies, Gruppen und Kultivar-Serien, Hosta-Namen und deren Züchter, Beschreibungen von Hosta usw.

WWW.MICKFIELDHOSTAS.CO.UK
Die englische Gärtnerei Mickfield Hostas, Suffolk, veröffentlichte vom Januar 2007 bis Dezember 2015 monatlich einen Newsletter zu Hosta-Themen, die immer noch einsehbar sind.

WWW.HOSTAMILL.BE/ENG
Rod Meyers Seiten enthalten u.a. eine Kurzbeschreibung der Arten (nach Schmid) sowie allgemeine Themen. Interessant ist eine Auflistung der Züchter und deren Sorten aus Belgien und den Niederlanden (Cultivars > Hosta’s of the Low Countries) nebst Nennung der Eltern. Zur Erinnerung: ONIR bedeutet Originator, Named, Introduction, Registrant. Das sind Angaben für eine bei der AHS registrierte Sorte.

VERSANDGÄRTNEREIEN
Der Informationsgehalt der Verkaufskataloge der Versandgärtnereien im Internet ist recht verschieden. Interessant sind immer die Neuerscheinungen. Insbesondere dann, wenn der Betreiber einer Gärtnerei auch Hostazüchter ist, z.B. Bob Solberg/Green Hill Farm (www.hostahosta.com).

 

Aufgelesen (04/2017)

Aufgelesen

TEXT: ANNETTE SCHWARZ

DIE NEUESTEN FUNKIEN
Sammeln ist für viele Menschen Freude und Zeitvertreib. Auch Gartenliebhaber sind davon nicht ausgenommen. Bei mir war es zuerst die Liebe zu Schneeglöckchen, dann kamen Storchschnäbel dazu und nun bin ich vom Funkien- oder Hosta-Fieber befallen. Funkien haben wunderschönes Laub, und auch ihre Blüten gefallen mir. Was es alles für Arten gibt, ich kann es im Schlaf: Weißrandfunkien, Goldrandfunkien, Grünrandfunkien, Blaublattfunkien, Rotstielfunkien, Zwergfunkien, Riesenfunkien, Lilienfunkien, Glockenfunkien und so weiter und so fort, von den putzigen Mausohrfunkien nicht zu reden. Leider breiten sich manche davon ziemlich aus. Natürlich teile ich die Pflanzen, das soll ihnen ja gut tun. Was dann übrig ist, schenke ich meiner Freundin Paula, die  schon sehr von meinem Sammeltrieb gebeutelt ist. Manchmal, wenn ich an ihrem Grundstück vorbeikomme, sehe ich alle meine Geschenke dort stehen und bin nicht sicher, ob Paula sich wirklich gefreut hat. Als ich ihr das letzte Mal die Klappkiste mit acht Töpfen aufdrängte, hatte sie so einen verkniffenen Gesichtsausdruck. Aber was soll ich machen? Es gibt immer wieder neue Sorten, zu denen ich einfach nicht Nein sagen kann. Schon die verrückten Namen! Zum Beispiel ‘Strawberry-Banana-Smoothie’, ‘Apple Candy’ oder ‘Raspberry Sorbet’. Zuletzt schenkte ich Paula ‘Fire and Ice’ und ‘Hanky Panky’. Eigentlich komisch, dass sie alle englische Namen haben.

Heute aber winkte Paula mir von meiner Gartenpforte her zu. Sie hatte einen Klappkorb voller Funkientöpfe bei sich. Paula hatte selbst neue Sorten gekauft? Staunend öffnete ich das Gatter und ließ sie herein.

»Du hast mir doch immer von deinen Pflanzen abgegeben. Da wollte ich mich heute mal revanchieren«, sagte sie. »Du kaufst doch selbst gar keine Funkien«, entgegnete ich verwundert.

»Doch, doch, ich kann dir ja aber erst davon abgeben, wenn sie sich kräftig vermehrt haben. Der Zeitpunkt ist jetzt da und so will ich gern mit dir teilen, wie du es auch immer machst.«

»Ach«, murmelte ich und schaute mir an, was sie da hatte. Das waren doch meine eigenen Pflanzen! Oder nicht? Verunsichert blickte ich in die Kiste. »Das sieht ja aus wie ‘Hanky Panky’«, sagte ich, aber Paula widersprach sofort: »Nein, das ist ‘Huckadiduck-Tree’.« »Echt? Hab ich noch nie gehört, den Namen. Und die erinnert mich an ‘Fire and Ice’.« Auch hier widersprach Paula: »‘White Milk Powder’.« Sie tischte mir diverse Sorten auf, die natürlich allesamt englische Namen hatten. Ich übersetzte sie im Geiste und fragte mich, warum man eine Pflanze »Alter Mann im neuen Auto« oder »Eichhörnchen auf dem Eisberg« nennen sollte. Paula ließ sich aber auf keine Diskussion ein. Sie habe noch einen Termin, sagte sie, schmatzte mir ein Küsschen auf die Wange, und dann war sie auch schon verschwunden. Ich starrte auf die Funkien. Tief in meinem Innern wusste ich, dass Paula mich verulkt hatte. Aber bei einem echten Sammler hinterlässt ein Sortenname tiefe Verunsicherung. Was, wenn es ‘Huckadickduck-Tree’, ‘White Milk Powder’, ‘Old Man in New Car’ oder ‘Squirrel on Iceberg’ wirklich gab? Und ich sie nicht besaß? Nein, das ginge nicht an, sagte ich mir und pflanzte alle meine neuen Funkien liebevoll ein.

Über die Autorin
Annette Schwarz ist Mitglied in der Gesellschaft der Staudenfreunde und schreibt unter ihrem Pseudonym Annette Amrhein Kinderbücher und Texte fürs Radio und für Zeitschriften.

 

Albeszenz – Luteszenz – Virideszenz - Saisonale Farbänderungen an Hosta-Blättern (03/2016)

Albeszenz – Luteszenz – Virideszenz - Saisonale Farbänderungen an Hosta-Blättern

TEXT & FOTOS HARALD BERGER

Hosta werden wegen ihrer farbigen Blätter gekauft, weniger wegen ihrer gar nicht so unattraktiven Blüten. Die Blattfarbe ist ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal, besonders das der Sorten. Die meisten Arten haben grüne Blätter. Von einer Grundfarbe spricht man, wenn ca. 60 % oder mehr eines Blattes von einer Farbe bestimmt werden. Interessanter sind jedoch die Variationen mehrerer Farben auf einem Blatt, die Vielfarbigkeit. Im einfachsten Fall kommt eine Grundfarbe mit einem andersfarbigem Rand vor (z. B. Hosta ‘High Society’: gelbe Mitte mit grünem Rand). Diese Verteilung kann jedoch genau umgekehrt vorkommen (z. B. H. ‘Remember Me’). Variationen der Farbe Grün mit Tendenz zu Gelb sind ebenso attraktiv (z. B. H. ‘Guardian Angel’). Sehr im Zentrum des „Habenwollens“ stehen zurzeit die sog. Streaker, bei denen jedes Blatt anders gezeichnet (gestreift) sein kann. Allerdings sind diese sehr instabil, weshalb man sie spätestens alle drei Jahre teilen und umpflanzen sollte, um sie zu erhalten.

SAISONALE FARBÄNDERUNGEN
Wenn eine Hosta einen andersfarbigen Spross mit einem beständigen Farbwechsel hervorbringt, nennt man das einen Sport. Mehr als 30 % aller neu angemeldeten Sorten sind so entstanden. Diese Farbänderungen, die auf Mutation beruhen, sind hier nicht gemeint. Auch nicht die herbstliche Verfärbung, die auf den Abbau von Chlorophyll zurückzuführen ist, wodurch sich die verdeckten weiteren Pigmente, z. B. die Carotinoide, zeigen. Ebenso nicht die Farbänderung von blau bereiften Hosta, die ihre Wachsschicht und damit die bläuliche Farbe verlieren und das Grundgrün zum Vorschein kommt. Auch nicht das Ausbleichen aufgrund hoher Sonnenbelastung.

Worüber hier gesprochen wird, ist eine tatsächliche Änderung der Pigmente in den Blattzellen innerhalb einer Vegetationsperiode. Der Grad und Umfang der Farbänderungen wird aber auch vom Standort (schattig, halbschattig oder sonnig) bestimmt, auch vom Wetter während der Saison.

Während der Saison werden immer neue Blätter gebildet, die mit dem Altern dem saisonalen Farbwechsel unterworfen sind. Diese Sorten haben dann einen besonderen Kontrast.

ALBESZENTE HOSTA
Abgeleitet von lat. albesco = weiß, hell werdend. Die Blätter werden während der Saison heller Richtung Weiß. Beispiele sind: H. ‘Janet’, H. ‘Paul’s Glory’, H. ‘Remember Me’.

Am bekanntesten dürfte H. ‘June’ sein mit ihren subtilen Tönen von Grün und Blau über die Zeit. Zum Herbst hin wird die Buntheit verstärkt und das Blattzentrum verändert sich zu Weiß.

LUTESZENTE HOSTA
Vom lateinischen luteus = (gold)gelb abgeleitet. Die Blätter werden während der Saison heller, gelber bis golden.

Entweder das ganze Blatt, nur der hellere mittlere Teil oder nur die hellen Blattränder sind betroffen. Die Sorten treiben grünlich, grün-gelb, hellgelb oder gelb aus und wandeln ihre Farbe zu einer (gold)gelben Farbe. Ein paar Sorten erhalten tatsächlich bis zum Herbst einen attraktiven goldenen Farbton. Beispiele sind: H. ‘August Moon’, H. ‘Forbidden Fruit’, H. ‘Gold Standard’, H. ‘High Noon’, H. ‘Paradigm’, H. ‘Pauls’s Glory’, H. ‘Sun Power’.

Die vor einiger Zeit im „Staudengarten“ beschriebene H. ‘Semperaurea’ suggeriert vom Namen her eine dauerhafte gelbe Farbe (semper = immer). Dem ist aber nicht so, denn diese treibt grün aus und wird im Laufe der Saison gelb. Karl Foerster, der der Sorte den Namen gab, konnte schon ein richtiges Schlitzohr sein.

Viel zu wenig bekannt ist die besondere Sorte H. ‘Beckoning’ (Tom Saville, UK, 2002, ein Sport von H. ‘Blue Angel’). Sie treibt grün aus mit einem etwas dunkleren Rand. Während der Saison verfärbt sich das Innere der Blätter langsam nach gelb-grün, wobei die Adern und unregelmäßig die Ränder die ursprüngliche dunkelgrüne Farbe behalten, was zu einem nicht zu übersehenden Kontrast führt.

VIRIDESZENTE HOSTA
Abgeleitet von lat. viridis = grün(lich). Die Blätter vergrünen während der Saison. Dies ist die größte Gruppe. Viele gelbe Hosta fallen darunter.

Beispiele: H. ‘Allagan Fog’, H. ‘Fire Island’, H. ‘Fortunei Albopicta’, H. ‘Mein Goldstück’, H. ‘Golden Meadows’, H. ‘Purple Haze’, H. ‘Solarkugel’, H. ‘War Paint’, H. ‘Zitronenfalter’.

Hosta, die die gelbe Farbe konstant behalten, sind eher selten (z. B. H. ‘Kasseler Gold’).

Eine Übersicht über die Sorten, die diese Phänomene zeigen, bekommt man durch die Listen von Don Rawson (www.hostalists.org).

Die Farbänderungen können entweder das ganze Blatt betreffen, nur das Blattzentrum oder auf die Blattränder beschränkt bleiben. Die saisonalen Farbschwankungen von Hosta bei der Planung eines Gartens einzubeziehen, ist eine Überlegung wert. Nicht immer zeigen sich die Hosta-Sorten im Frühjahr von ihrer attraktivsten Seite – die Zeit, in der die meisten Hosta gekauft werden. Einige Sorten haben ihre Höchstform im Frühjahr und verlieren ihre Farbe und Attraktivität während des Sommers. Andere sind erst im Sommer und später attraktiv und fallen dann auf. Ein Platz im schattigen Bereich zur Aufhellung wäre der angemessene Standort.

Kauft man nach Abbildung, so wird meist die beste Färbung der Pflanze gezeigt. Dem Zeitpunkt des Kaufs vieler Hosta ist also besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Um Enttäuschungen zu vermeiden – vor allem, wenn man die Pflanze für einen bestimmten Standort im Garten vorgesehen hat – ist es vorteilhaft, deren Eigenschaft der saisonalen Farbänderung zu kennen.

 

Über die Aussaat von Hosta (02/2016)

Über die Aussaat von Hosta

TEXT & FOTOS HARALD BERGER

In den Samenkatalogen der GdS der letzten Jahre wurden Hosta-Samen in eher geringer Vielfalt angeboten. Es ist zu vermuten, dass es offen pollinierte Samen (OP) sind. Nur einmal handelt es sich um eine Hybridisierung unter Angabe der Kreuzungspartner: H. ‘Moonlight’ × H. ‘Sanata’ (wobei der Pollenspender ‘Sanata’ wohl eine Fantasiebezeichnung darstellt).

Ich schließe daraus, dass das Aussäen von Hosta nur von wenigen praktiziert wird. Der Grund könnte sein, dass im allgemeinen Bewußtsein verankert ist, dass sowieso immer nur welche mit grünen Blättern herauskommen. Das dem nicht so ist kann ich durch meine Erfahrungen aus der Aussaat im letzten Jahr belegen. Zwar fallen Hosta nicht samenecht, die Sämlinge entsprechen in der Regel nicht den Eltern, aber es gibt genügend Ausnahmen. Und wenn man sich mehr mit der Genetik der Hosta beschäftigt, dann kann man sich dem Ausspruch amerikanischer Züchter anschließen: „Growing hosta from seed is a fun hobby“ – www. hostaseedgrowers.com.

Eigene neue Hosta-Hybriden zu erzeugen ist ein aufregendes und lohnendes Hobby. Wenn man zum Hosta-Enthusiasten geworden ist, ist die Züchtung eine Beschäftigung, die einen herausfordert und nicht mehr loslässt.

Züchten heißt, dass man ein Zuchtziel hat, die richtigen Eltern auswählt und einen Zuchtplan aufstellt. Zudem ist Geduld gefragt, denn viele Sämlinge zeigen ihr wahres Potential und Qualität erst nach einigen Jahren. Bevor man sich mit Hosta-Zucht beschäftigt, ist es sinnvoll, Erfahrungen in der Aufzucht von Hosta zu erwerben mit Saatgut von offen pollinierten Samen (open pollinated = OP). Man nehme eine Hosta im Topf, stelle sie separat, also abseits der anderen Hosta, und geselle eine Hosta als Pollenspender dazu.

Die Insekten werden ihr Werk tun. Ohne hier auf Details eingehen zu wollen: man nehme als Mutterpflanze eine mit guter Wüchsigkeit und mit einer Zeichnung in der Mitte. So werden nicht nur grüne herauskommen. Den großen Treffer wird man mit dieser Methode allerdings nicht erzielen. Natürlich braucht man auch gar nicht tätig zu werden und nur zur Samenreife die Samenstände ernten.

DAS SAATGUT
Es macht wenig Sinn Samen aus dem eigenen Garten von irgendwelchen Hosta mit grünen Blättern zu nehmen – es sei denn, man möchte Nachwuchs mit grünen Blättern haben. Der Anfänger sollte sich Samen besorgen, der sicherstellt, dass Nachkommen mit bunten Blättern entstehen. Das erfolgt zwar nie zu 100 %, aber es bleiben genügend interessante Sämlinge übrig. Derzeit sind sog. Streaker in Mode. Streaker sind instabil; jedes der Blätter kann eine andere Zeichnung haben. Um die Instabilität zu erhalten, ist häufiges Teilen/Umpflanzen unumgänglich; duftende Streaker sind derzeit das Non-plus-ultra. Entsprechende Samen erhält man aus Amerika zu zivilen Preisen (siehe auch bei der AHS, Rawson’s Lists, Splash-leaved Hosta).

Im Internet gibt es in Foren eine Community, die sich intensiv mit Aussaat und Züchtung beschäftigt und Samen tauscht. Auch Anfragen bei europäischen Hostazüchtern haben schon zum Erfolg geführt.

Die Reifung
Nach Erkenntnissen von Ben Zonneveld, Leiden, reifen die Samen einer Hosta etwa drei Monate nach der ersten Blüte. Der späteste Termin der Ernte ist vor dem ersten Frost. Man schneidet den gesamten Samenstand ab, legt diesen auf ein Papier und wartet, bis sich die Samenschoten öffnen. Die Schoten öffnen sich in drei Teile. Jedes Teilstück hat eine Mittelrippe, rechts und links davon liegen gefächert die Samen. Kühlere oder heiße Sommer führen zu einem geringeren Samengewicht, aber auch zu geringerem oder gar keinem Samenertrag. Die Anzahl der Samen je Schote variiert je nach Art oder Sorte. Fertile – es gibt auch sterile – Hosta können 30–40 Samen enthalten, bei Hosta plantaginea wurden schon 100 Samen je Schote gefunden.

Die Samen
Die schwarzen Samenkörner haben einen Flügel, den ich mit einem weichen Schwamm unter geringem Druck in einem Küchensieb mit entsprechender Maschenbreite (die Samen sind unterschiedlich groß) vorsichtig abrubbele. Die zermahlenen Flügelteile fallen durch das Sieb, die rundlichen Samen mit einem Durchmesser von 2–3 mm bleiben übrig. Diese Prozedur – gefühlvoll durchgeführt – schadet den Samen nicht. Ich entferne die Flügel, weil sie zu Schimmelbildung neigen. Durch die Flügel kann der Samen durch den Wind verteilt werden, er ist aber auch schwimmfähig. Leicht unreife Samen haben einen bräunlichen Ton, was zu keiner Beeinträchtigung der Keimfähigkeit führt.

Die Größe der Samen ist von der Art/Sorte abhängig: die größten Samen haben H. ventricosa, im Mittelbereich liegen H. sieboldii und H. montana, die kleinsten sind bei H. longipes und H. kikutii zu finden.

Die Lagerung
Die Lagerung der Samen kann bei Zimmertemperatur erfolgen, wenn in einigen Wochen nach der Ernte ausgesät werden soll. Soll erst Monate danach gesät werden, wird eine Lagerung bei 3–4 °C empfohlen. Bei längerer Lagerung – auch über Jahre – ist es sinnvoll, den Samen bei –20 °C einzufrieren. Eine Stratifizierung bei 4 °C – wie oft empfohlen – ist für die Keimung nicht erforderlich, ebenso wenig die An- oder Abwesenheit von Licht.

Zeitpunkt der Aussaat
Es gibt Leute, die bereits Ende Oktober bzw. im November aussäen. Zwar ist eine Beleuchtung nicht unbedingt notwendig um die Sämlinge am Wachstum zu halten, aber eine Beleuchtung zwischen 18–24 Stunden am Tag beschleunigt das Wachstum erheblich. Für die Fotosynthese ist nicht das gesamte für uns Menschen sichtbare Lichtspektrum von 380 bis 780 nm Wellenlänge erforderlich. Deshalb gibt es Speziallampen – heute als LED erhältlich – die auf das Absorptionsvermögen der Pflanzen abgestimmt sind.

Einige Züchter beleuchten 24 Stunden, andere Begrenzen auf 12 Stunden. Die „Nederlandse Hosta Vereniging“ schreibt in einem Beitrag zum Hostazüchter Bate Aukema folgendes: „Anfang Dezember beginnt er, die Saat auszusäen (innen im Haus, im Dachgeschoss, unter Licht), um zu Weihnachten seine ersten Sämlinge zu haben. Dann folgt eine Periode der intensiven Versorgung der Pflanzen, es gibt mehrere Sichtungen und Aussonderungen nicht geeigneter Pflanzen beim Vereinzeln und Eintopfen.

Bates Ziel ist es, bis Mitte Mai allen Sämlinge zu großem Wachstumsvorsprung zu verhelfen: Durch Aussaat im Haus mit 24 Stunden Licht und einem ausgeklügelten Behandlungsprogramm erreichen die Sämlinge bereits im ersten Halbjahr eine Entwicklung, die sie als „normal gewachsene“ Pflanzen in der Regel erst in ein bis zwei Jahren aufweisen. Ende Mai, wenn sie abgehärtet und nochmals umgetopft sind, gehen die Sämlinge nach draußen, wo sie dann noch die ganze Vegetationsperiode vor sich haben“. Den frühen Zeitpunkt der Aussaat halte ich auch deshalb für vorteilhaft, weil man sich den Sämlingen in der Zeit widmen kann, in der im Garten nichts los ist.

Die Keimung
Legt man die Samen einen Tag vor der Aussaat in eine Schüssel mit Wasser, verdoppelt sich das Gewicht der Samen. Durch diese Prozedur kann man die Keimzeit verkürzen. Die Dauer der Keimzeit ist abhängig von Art/Sorte, von der Temperatur von Umgebung und Subtrat und von der Feuchtigkeit. In diesem Jahr keimten die ersten (H. ‘Lightning Flash’ × OP) nach fünf Tagen, nach elf Tagen war das erste Blatt zu sehen. Die Temperatur hatte konstant 22 °C. Das Substrat bestand aus einer Mischung aus Kokosfasern, Perlite und handelsüblicher Aussaaterde.

Bei Raumtemperatur (20 °C) und genügend Feuchtigkeit keimen die meisten in ca. einer Woche, in der Regel nach 12 Tagen. Hosta pulchella braucht ca. vier Wochen.

Vorgang der Keimung
Es ist spannend, die Keimung zu beobachten, was aber ohne ein starkes Vergrößerungsglas nicht möglich ist. Für die Fotografie ist ein Objektiv mit Makro-Einstellung erforderlich. Ohne Stativ geht gar nichts, und da die Tiefenschärfe gering ist, ist das Fotografieren eine stundenlange Beschäftigung. Das Samenkorn enthält den Keim und den sogen. Mehlkörper (Endosperm) für die Versorgung mit Nahrung während der ersten Zeit (wie lange?). An einem Ende des Korns entwickelt sich ein weißlicher Keim, an dem sich erste Wurzelhaare zeigen. Der Teil zwischen Korn und Wurzel beginnt zu vergrünen, der Teil mit dem Korn knickt ab. An dieser Knickstelle schiebt sich das erste Blatt – Hosta sind einkeimblättrig – heraus. Zur Nährstoffversorgung bleibt das Korn mit der Jungpflanze weiterhin verbunden.

DIE AUSSAAT
Keimung in handelsüblicher Aussaat-Erde In der Regel erfolgt die Aussaat in einem dafür vorgesehenen Substrat in Saatschalen.Es gibt verschiedene Produkte von unterschiedlicher Qualität, meist auf Torfbasis. Meine Erfahrung ist, dass die wenigsten Substrate steril sind. Die meisten Substrate sind auf Torfbasis und verdichten sich. Bei mir kam es häufig zu Schimmelbefall. Allerdings ist eine Sterilisation in der Mikrowelle möglich. Mir ist das zu viel Aufwand, weshalb ich andere Methoden getestet habe. Die in Perlite stehenden Sämlinge entwickelten sich wesentlich besser.

Keimung zwischen Haushalts-Küchentüchern
Zwischen zwei Lagen Papiertücher die Samen einstreuen und befeuchten. Für die Zeit der Keimung (durchschnittlich 12 Tage bei mindestens 20 °C) kann man die Lagen in einen Behälter legen und mit Folie luftdicht verschließen. Dann braucht man sich um die Sämlinge nicht zu kümmern. Licht ist erst bei Entwicklung der ersten Blätter erforderlich.

Nach der Keimung kann man die Sämlinge mit einer Pinzette aufnehmen und in die Erde bringen (z. B. in Topfplatten). Das macht etwas Arbeit, aber die Keimung ist gut zu beobachten und Schimmelbefall ist nicht zu befürchten. Der Vorteil ist, dass Nachzügler weiter keimen können.

Keimung in transparenten Plastikbeuteln mit Zip-Verschluss in Perlite
Dieses Verfahren ist eine Variante der oberen. Man gibt in den Beutel eine Hand voll Perlite, befeuchtet diese, gibt den Samen hinzu und verschließt den Beutel. Auch hier muss der Keimling aufgenommen und in Aufzuchtsubstrat gesetzt werden. Die Übersicht ist nicht so gut, aber man kann während der Keimung den Beutel sich selbst überlassen.

Aussaat in keimfreier Perlite
Die Aussaat in Perlite bietet den Vorteil eines lockeren keim- und schädlingsfreien sowie wasser und luftdurchlässigen Substrats. Die Keimlinge können darin eine längere Zeit verweilen. Der Nachteil ist, dass darin keine Nährstoffe enthalten sind. Zunächst leben die Keimlinge von den im Samen enthaltenen Nährstoffen. Nach Ausbildung des ersten Blattes dünge ich einmal wöchentlich mit einem flüssigen „Spezialdünger für Jungpflanzen und die Anzucht“, der abgestimmte Komplexverbindungen mit einem pH-Wert von 6,8 enthält (wwwgreen24.de). Neben den Hauptnährstoffen NPK (4,6/3,3/3,9) sind die Spurennährstoffe Bor, Kupfer, Eisen, Mangan, Molybdän und Zink vorhanden. Ebenso geeignet ist ein flüssiger Tomatendünger in entsprechender Verdünnung.

Problematisch ist die Wässerung, weil die Perlite leicht aufschwimmt. Auch muss man die Saat abdecken, da einige Wurzeln den Weg nach unten nicht finden. Ich habe die Sämlinge zwei Monate in der Perlite gelassen. Danach ist das Pikieren bzw. Vereinzeln sehr leicht.

Aussaat in Kokohum
Kokohum wird als gepresstes Brikett für 1,50 € (Aldi) bis ca. 3 € verkauft und besteht aus trockenen, gepreßten Kokosfasern mit unterschiedlicher Länge der Fasern, je nach Anbieter. Es ist keim- und schädlingsfrei sowie wasser- und luftdurchlässig, was sich positiv auf das Wurzelwachstum auswirkt. Nach Zugabe von 3 Liter Wasser entsteht ca. 7 Liter Substrat. Es werden auch größere Briketts angeboten.

Aussaat in ein Gemisch aus Kokohum, Perlite und Aussaaterde
Ich habe es dieses Jahr mit diesem Gemisch probiert. Während der Keimung und dem Austreiben der ersten Blättern sehe ich keinen Unterschied zur Aussaat in Perlite, nur dass die Befeuchtung einfacher ist, weil die Kokosfasern die Feuchtigkeit länger halten und das Perlite nicht aufschwimmt.

Die Jungpflanzen
Das Pikieren ist für die Jungpflanzen Stress und sollte bei niedrigen Temperaturen und im Schatten durchgeführt werden. Danach ist für genügend Feuchtigkeit zu sorgen. In der Literatur variieren die Angaben über den Zeitpunkt des Pikierens. Köhlein empfiehlt nach der Entwicklung des vierten Blattes zu pikieren. Ich pikiere jetzt bei zwei Blättern und sehe keinen Unterschied. Ausfälle gibt es so und so. Das hat den Vorteil, dass nur die kräftigsten überleben und mir ein Teil der Selektion abgenommen wird. Ich pikiere zunächst in Topfplatten. Aus Platzgründen bevorzuge ich kleinere Volumen (144er). Zuletzt habe ich handelsübliche Anzuchterde 1:1 mit Kokohum gemischt. Die Durchwurzelung war hervorragend.

Danach habe ich aus Platzgründen in 7er-Töpfe in ein torf- und fast düngerfreies Substrat der Firma Ökohum umgetopft. Die Düngung erfolgte mit einigen Körnern Osmocote Exact. Übrigens gibt es für die Topfplatten Osmocote Exact Mini.

FAZIT
Welche Art der Aussaat man auch wählt, Hosta keimen problemlos. Je mehr man aussät, desto eher wird eine Sämling dabei sein, der von den anderen abweicht. Ob das gleich ein Jahrhundertsämling wie H. ‘Halcyon’ ist, sei dahingestellt. Mit der Frage, welche Lichtquelle für die Beleuchtung in der dunklen Jahreszeit zu wählen ist, beschäftige ich mich gerade. Diese Thematik wie die der Hosta-Züchtung sind einen eigenen Aufsatz wert.

 

Hostas in Staudenmischpflanzungen (04/2015)

Hostas in Staudenmischpflanzungen

TEXT GUDRUN BANF 1 FOTOS LWG VEITSHÖCHHEIM

 

Als Alternative zu traditionellen Pflanzungen sowohl im öffentlichen Grün als auch im privaten Hausgarten wurden in Deutschland pflegereduzierte Staudenmischpflanzungen als neue Pflanzkonzepte entwickelt.

Staudenmischpflanzungen sind Pflanzensysteme mit mindestens 15 bis 20 Pflanzenarten, bestehend aus Stauden, teilweise kombiniert mit Halb- oder Kleinsträuchern sowie Blumenzwiebeln. Sie erfüllen dabei ganzjährig ästhetische, raumbildende und ökologische Aufgaben. Staudenmischpflanzungen setzen sich in der Regel zusammen aus: ca. 5-15% Gerüstbildnern (hohe Stauden, Leitstauden, Solitäre), ca. 30-40% Begleitstauden (halbhohe Stauden), mindestens 50% Bodendeckerstauden (niedrige Stauden), Füllstauden

(kurzlebige Arten) sowie 25 und mehr Blumenzwiebeln pro Quadratmeter. Die neuen Pflanzkonzepte bestehen aus standortabgestimmten Artenkombinationen, mit denen vielgestaltige und dynamische Pflanzengemeinschaften erzielt werden sollen. In Pflanzenlisten werden Mengenanteile und Stückzahlen pro Quadratmeter festgelegt. Dies vereinfacht Planung und Anlage der neuen Pflanzungen. Durch eine optimierte Standort- und Artenabstimmung kann der Pflegeaufwand gegenüber herkömmlichen Pflanzungen deutlich reduziert werden. Angestrebt ist ein sich selbst regulierendes System, in dem der Erhalt der

Pflanzung insgesamt wichtiger ist als die Platzierung und das Überleben einzelner Pflanzen und

Pflanzenarten.

 

Wurden seit Mitte der 1980er-Jahre in Deutschland ausschließlich Mischpflanzungen für sonnige

Freiflächen mit trockenen bis frischen Böden erprobt und entwickelt (die Mischung „Silbersommer" ist die bekannteste), wurde ab 2008 mit dem Test von Staudenmischpflanzungen der Lebensbereiche Gehölz und Gehölzrand begonnen. Die vom Arbeitskreis Pflanzenverwendung des Bundes Deutscher Staudengärtner (AK des BdS) in einer fünfjährigen Testphase von 2008 bis 2012 an sieben Versuchsstandorten in Deutschland bewertete und optimierte Mischung „Schattenglanz" ist in einem Faltblatt publiziert. Weitere

Mischungen wie „Schattengeflüster", „Schattenzauber" und Pflanzmodule für den trockenen Schatten mit Wurzeldruck mit Arbeitstiteln wie „ruhig und grün", „dunkel und üppig", „licht und leicht" oder „natürlich und filigran" sind in Erprobung. Mittlerweise steht im AK des BdS die Erprobung von Stauden-Gehölz-Mischungen auf dem Arbeitsprogramm.

 

Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) Abteilung Landespflege in

Veitshöchheim hat 2009 einen Testversuch mit zehn selbst entwickelten und zwei vorgegebenen

Mischungen der Lebensbereiche Gehölz und Gehölzrand auf dem Waldfriedhof in Veitshöchheim begonnen. Die Mischungen wurden für Regionen mit mindestens 660 mm Jahresniederschlag konzipiert. Diese Versuchsreihe soll Aufschluss geben, welche Stauden bzw. Staudenkombinationen sich für die Unterpflanzung von Gehölzen für ausgeprägte trockene Schattenpartien eignen. Die Mischungen werden hinsichtlich ihrer Einsatzmöglichkeiten für halbschattige bis schattige, unbewässerte Standorte im Hausgarten und öffentlichen Grün (reife Parkanlagen, Baumscheiben eingewachsener Bäume, kühler Schlagschatten von Gebäuden, Mauern und Hecken, schattige Innenhöfe etc.) teilweise auch unter Verwendung verschiedener Mulchstoffe erprobt. Dabei werden Vitalität und Bodenbedeckung, visueller Eindruck, Besatz mit unerwünschten Wildkräutern, Pflege und Artenerfassung aufgezeichnet. Die Pflanzenkombinationen werden hinsichtlich der Kriterien Ästhetik, Dynamik, Konkurrenzverhalten und Pflegeaufwand bewertet.

 

Da sich die in den verschiedenen Mischungen eingesetzten Hostas bewährt haben, soll hier besonders auf die Verwendung von Hostas in diesen Pflanzmischungen bzw. Schattenpflanzmodulen eingegangen werden. Weiteres zum Versuchsaufbau ist unter www.lwg.bayern.de nachzulesen.

 

Während in der vom AK des BdS publizierten Mischung „Schattenglanz" die Hosta-Arten H. ventricosa und H. lancifolia bzw. als Alternativen Hosta 'Devon Green' und 'Harry van Trier' als alte Bekannte mit glänzendem dunkelgrünem Laub vorgeschlagen werden, wird in den Mischungen der LWG Veitshöchheim ein Hosta-Sortenrepertoire verwendet, mit dem im Schatten deutlich mehr Licht- und Farbwirkungen sowohl durch panaschierte Blätter als auch durch helle Blüten erzeugt wird. In den bewährten und in der

Optimierungsphase leicht veränderten und bereits publizierten Mischungen für Gehölz und Gehölzrand „Schattenjuwelen" und „Schattengold" schnitten die folgenden Hosta-Arten und -Sorten gut ab: Hosta-sieboldiana-Hybride 'Blue Angel', H. sieboldiana 'Elegans', Hosta-Hybride 'El Nino', `Minuteman', Hosta 'Surn and Substance', Hosta elata, /loste `Stained Glass', 'Gold Standard', 'Inniswood', 'First Frost' und `Twilight'.

In den baumlosen, den Gehölzsaum bildenden Mischungen „Rubinsaum" und „Goldsaum" sind die Hosta-Sorten 'Francee', 'El Nino', 'Wide Brim', 'Inniswood' und 'Stained Glass' mit gutem Ergebnis aus dem Test hervorgegangen.

 

Die Hostas zählen in den Staudenmischpflanzungen zu den strukturgebenden Pflanzen. Da Mischpflanzungen im Einflussbereich von Gehölzen im Sommer naturgemäß nicht so üppig und blütenreich sind wie Mischpflanzungen auf Freiflächen, ist die Verwendung von Hostas mit Blütenschwerpunkt im Juli/August in Schattenmodulen von großer Wichtigkeit. Die farbstarken, kontrastreichen Sorten wie 'El Nino', Minuteman', 'Gold Standard', 'Inniswood', 'First Frost', `Twilight', 'Francee' und 'Wide Brim' eignen sich für

blattschmuckbetonte niedrige Mischungen. Die großblättrigen imposanten Hostas 'Blue Angel', 'Sum and Substance', `Stained Glass' und Hosta elata sorgen für Ruhe in der stark durch das wechselnde Spiel von Licht und Schatten geprägten Staudenmischpflanzung. Die erfolgreiche Verwendung der als Sports  (Sprosse, die sich aufgrund somatischer Mutationen im wachsenden Pflanzenkörper und nicht in den Geschlechtszellen von der Mutterpflanze unterscheiden) von 'Halcyon', von H. fortunei 'Hyacinthina' und von H. fortunei 'Aureomarginata' bekannten Sorten lässt den Schluss zu, sich in Staudenmischpflanzungen doch

wieder auf die alten, vor dem in den 1990er-Jahren beginnenden Hosta-Züchtungsboom bekannten

Klassiker Hosta undulata 'Univittata', 'Albomarginata', Variegata', `Mediovariegata', H. fortunei 'Albopicta', H. fortunei 'Aureomarginata' und Hosta ventricosa 'Aureomaculata' in Staudenmischpflanzungen zu besinnen. Diese scheinen mehr Stress und Konkurrenz zu ertragen als viele der heutigen und vielleicht auch zukünftigen Züchtungen.

 

Kombiniert werden die Hostas in den Veitshöchheimer Schattenmodulen u. a. mit trockenverträglichen, früh blühenden Helleborus-foetidus- und Helleborus-orientalis-Sorten, aber auch mit trockenverträglichen Grasartigen, wie Luzula sylvatica, Sesleria autumnalis, Hakonechloa macra 'Aureola', Carex conica 'Snowline' und Carex oshimensis 'Evergold'. Weitere bewährte Pflanzpartner sind Euphorbia amygdaloides 'Purpurea' , Euphorbia amygdaloides va r. robbiae, Epimedium x versicolor `Sulphureum', Epimedium pinnatum subsp. colchicum und Asarum europaeum. Sehr vielversprechend in den Versuchen anderer Institutionen scheint auch Liriope muscari 'Big Blue' zu sein. Als unerlässliche Lückenfüller in Pflanzungen an

Stressstandorten haben sich Viola labradorica und Viola odorata erwiesen.

 

Die Entwicklung der Hostas ist abhängig von dem Einflussbereich von Bäumen und Sträuchern am Gehölzrand oder unter Gehölzen und der Art der Gehölze. Gehölze mit Tiefwurzelsystem, wie Stiel-Eiche (Quercus robur) sind wesentlich unterpflanzungsfähiger als Gehölze mit Herz- oder Flachwurzelsystem, wie Hainbuche (Carpinus betulus) oder Rot-Buche (Fagus sylvatica). Der Standort darf auch nicht zu dunkel sein. Zur Erzielung einer schnellen Wirkung der sich in den Mischpflanzungen vergleichsweise langsam entwickelnden Hostas sollten sie in Solitärqualität gepflanzt werden.

 

Im Veitshöchheimer Versuch wurden durchschnittlich 7 Pflanzen/m, in Mischung für eine baumfreie Parzelle im Einflussbereich von Gehölzen gepflanzt und innerhalb von zwei bis vier Jahren Flächendeckung erzielt. An Baumstandorten wurde die Pflanzdichte auf ca. 10 Pflanzen/m2 in Mischung erhöht. Ausgeprägt trockene Schattenpartien unter eingewachsenen Laubbäumen oder dichten Nadelgehölzen mit hohem Wurzeldruck lassen sich mit den getesteten Mischungen allerdings kaum erfolgreich bepflanzen.

 

Dennoch bieten diese Staudenmischungen bei an Boden und klimatische Verhältnisse angepassten, leicht modifizierten Pflanzenmischungen eine Chance auf Dauerhaftigkeit und gestalterische Vielfalt und das bei geringem Pflegeaufwand. Dabei spielen Hostas eine nicht unbedeutende Rolle!

 

Literatur

Heinrich, A.; Messer, U. J. (2012): Staudenmischpflanzungen.

Stuttgart: Ulmer

Schulte, A.: Auch im Schatten gibt es Licht.

Mischpflanzungen für die Lebensbereiche Gehölz und Gehölzrand. Veitshöchheimer

Berichte 167/2014, Seite 27-39 (LWG Landespflege

Gelbe Hostas - Liebe auf den ersten Blick (03/2015)

Gelbe Hostas

Liebe auf den ersten Blick

TEXT BOB SOLBERG 1 FOTOS BOB SOLBERG, KEES HENZEN 1 ÜBERSETZUNG CHRISTA HULSMANN

 

Ich habe schon oft gesagt, dass wir Hostaliebhaber die gleichen vorhersehbaren Stadien der Sammelleidenschaft durchlaufen. Panaschierte Hostas, besonders die mit weißer oder gelber Blattmitte, ziehen uns zuerst an. Dann verfallen wir den blauen Hostas. Diese Phase kann mehrere Jahre anhalten, in denen wir unsere Gärten mit allen möglichen blauen Hostas füllen, die wir uns nur vorstellen können, immer auf der Suche nach der blauesten von allen. Dann, eines Tages im Frühling, sieht all das Blau zu ruhig und friedlich aus und plötzlich werden wir vom „Goldfieber" gepackt. Gelbe Hostas sind alles, was wir noch wahrnehmen. Üblicherweise hält diese „Infektion" nur ein oder zwei Jahre an.

 

Dann ist unser Sammlerauge gereift und erstaunlicherweise, sind einfarbig grüne Hostas wieder sehr interessant. Blattexturen und die subtilen Grünschattierungen interessieren uns mehr als ein ungezügelter Farbrausch. Danach wenden sich unsere Interessen vielen verschiedenen Richtungen zu. Es hört sich verrückt an, aber ich selbst bin kein großer Fan von panaschierten Hostas. „Streakers" lassen meinen Puls nicht höher schlagen. Hostas mit weißer Blattmitte erfüllen mich mit Furcht: ich habe Angst um ihr Leben.

Ich mag einfarbige Hostas am liebsten und habe eine besondere Vorliebe für die gelben.

 

Vermutlich begann es, als ich anfing, Hostas aus Samen zu ziehen. Wenn man Samen gelber Hostas aussät, erhält man gelbe, blaue und normalerweise auch grüne Sämlinge. Super! Ich fing mit 'August Moon' an, einem immer noch zu wenig genutzten Elternteil. Als ich mit meiner eigenen Linie gelber Hostas begann, habe ich mich wirklich in sie verliebt. Die eigenen „Kinder" sind immer etwas Besonderes!

 

Hier ist also die ziemlich paradoxe Geschichte meiner Liebe zu gelben Hostas. Es begann mit zwei unscheinbaren, spät blühenden Hostas. Ich bin im Juni in der Gärtnerei immer beschäftigt wie verrückt, aber im Juli wird es wieder „normal". Dann kann ich mich ganz der Züchtung von Hostas widmen. Deswegen nutze ich vorwiegend spät blühende Hostas als Elternpflanzen. (Meine 'August-Moon'-Sämlinge kamen von einer remontierenden [Anm. des Übersetzers: d. h. zum wiederholten Mal blühenden] Pflanze aus der Gärtnerei.) Eine Kreuzung zwischen der damals erst vor kurzem eingeführten H. yingeri und einer gelben

Form von H. tsushimensis, jetzt 'Ogon Tsushima' genannt, war der Ausgangspunkt für die meisten

meiner intensiv gelben Hostas. Von den Sämlingen dieser ersten Kreuzung habe ich zweien einen Namen gegeben. Die eine ist 'Whiskey Sour', die eher H. tsushimensis ähnelt, mit leuchtend gelber Blattfärbung

im Frühling und gehämmerten Blättern. Die andere ist `Sun Catcher', die mehr H. yingeri ähnelt mit besserer Blattsubstanz und größerer Sonnenverträglichkeit. Obwohl einzigartig, sahen sie so aus, als könnten sie noch verbessert werden. Ich kreuzte sie mit ihren „Geschwistern" und erhielt so F2-Hybriden. Bei hohen Temperaturen vergrünten sie, aber ich wollte, dass die Nachkommen länger gelb blieben. Außerdem war

ein Teil des Blattstiels rot. Es wäre schön, diese Eigenschaft ebenfalls zu stärken. Ich selektierte also nach zwei Farben: Gelb und Rot.

 

Die beiden besten F2-Hybriden waren 'Strawberry Banana Smoothie`, wieder ein eher nach H. tsushimensis „schlagender" Sämling und 'Sun Worshiper', der H.-yingeri-Vertreter. Ich fand das Gelb toll, aber die meisten Besucher sahen rot. Die Vorlieben meiner Kunden machten mir deutlich, dass dieses intensive Rot etwas Neues war und sicher wert, weiter verbessert zu werden, falls möglich.

 

Wie der Zufall es wollte, habe ich auch mit zwei ziemlich unordentlich aussehenden F2-Sämlingen von H. clausa var. normalis herumgespielt. Ich wollte, dass die rote Farbe des Blütenschlundes ihren Weg in die Blüten meiner Sämlinge findet. Warum sollte ich nicht versuchen, das rot auch in die Blattbasis zu bringen? Ein gelber Sämling hatte schöne rote Blattstiele, ließ aber an Wuchskraft und Substanz zu wünschen übrig. Trotzdem wollte er durch den ganzen Garten laufen. Ich entschied, diesen Sämling mit 'Strawberry Banana

Smoothie' und deren „Geschwistern" zu kreuzen. Damit hatte ich, mehr oder weniger unabsichtlich, drei koreanische Arten gekreuzt, d. h. ihre Gene kombiniert, um die Farbe Rot in die Blätter von Hostas zu bringen.

 

Ungefähr 100 Sämlinge resultierten aus vier Kreuzungen. Die Kreuzungen mit 'Strawberry Banane Smoothie' erwiesen sich als die interessantesten und brachten eine große Vielfalt an Blattformen, von schmal bis rund, hervor. Die Beigabe des genetischen Materials von H. clausa var. normalis hat nicht nur das Rot in den Blattund Blütenstielen intensiviert, sondern auch dafür gesorgt, dass es sich entlang der Mittelrippe bis ins Blatt erstreckte.

 

Vier Hostas dieser Kreuzung gelangten in den Handel:

 

die kleine 'Smiley Face' mit ungewöhnlich dicken, runden Blättern und hellroten Blüten und Blattstielen

 

'Lemon lce', die größte der vier, mit leuchtend roten Knospen im Austrieb und sattgelben Blättern im Frühling

 

‚Peach Salsa' mit zartgelben Blättern und intensiv roten Blütenstielen

 

'Mango Salsa', mein Favorit, nicht so intensiv gelb, aber mit schmalen gewellten Blättern von guter Substanz, blutroten Blatt- und Blütenstielen voller purpurner Blüten.

 

Von der ersten Kreuzung dieser langen Linie gelber Hostas an gab es immer einige Sämlinge, die etwas Rot an der Blattspitze zeigten, zumindest für einige Wochen im Frühjahr. Einige Sämlinge der anderen Kreuzungen (mit den „Geschwistern" von 'Strawberry Banana Smoothie' und H.-clausa-normalis-Sämlingen) produzierten Hostas mit dauerhaft roten Blattspitzen und bei H. 'Beet Salad' sogar mit einem schmalen roten

Blattrand. Hosta 'Beet Salad' ist grün (nicht gelb), hat aber rote Pigmente in der Blattader, die die Blätter umgibt, und wunderbar dunkelrote Blütenstiele. Sie gibt die roten Ränder an ihre Sämlinge weiter!

 

Was als Plan begann, Hostas zu züchten, die im Schatten intensiv gelb bleiben, wurde zur Suche nach der rotblättrigen Hosta. Ironischerweise ist es eine grüne Hosta, 'Beet Salad', die uns dorthin gebracht hat, aber das ist eine andere Geschichte. Ich für meinen Teil verliebe mich jedes Jahr erneut in meine gelben koreanischen Hostas. Es ist nicht schlimm, dass sie sich mit roten Accessoires schmücken: Anders als viele von Ihnen sehe ich immer noch gelb - als Erstes und als Letztes.

 

Bob Solberg ist Inhaber der Green Hill Farm Inc. Er hat einen Bachelor of Science in Biologie des Davidson College. Er hat die Carolina Hosta Society gegründet und sie 10 Jahre lang geleitet. Außerdem war er für die American Hosta Society als Herausgeber des Journals sowie als Vizepräsident für den Genus Hosta tätig. Er wurde für seine herausragende Tätigkeit mit dem Distinguished Merit Award der amerikanischen Hostagesellschaft geehrt. In diesem Jahr organisiert er die AHS Convention in North Carolina.

„Mäuse"-Hosta (02/2015)

„Mäuse"-Hosta

TEXT JANNES VAN ROSSUM 1 FOTOS KEES HENSEN, CHRIS MAY, JANNES VAN ROSSUM

 

Im Hosta Journal, der Mitgliederzeitschrift der American Hosta Society, erschien in 2012 ein Artikel von Warren I. Pollock mit dem Titel „Potpourri”. Es war ein sehr umfangreicher Artikel über die „Nachkommen" der bei uns sehr geschätzten Hosta 'Bluse Mouse Ears'. Wegen der großen Beliebtheit dieser Pflanzen (die „Mäuse" sind sehr attraktive Hostas) entstand die Idee, einen Artikel zu diesem Thema zu schreiben.

 

Warren I. Pollock gab die Erlaubnis, seinen Artikel hierfür als Basis zu nutzen. Es war nicht unsere Absicht, so tief in die Materie einzutauchen wie die oben genannte Publikation. Das Thema sollte für die meisten Leser zugänglich sein: nicht zu oberflächlich, aber sicher auch nicht zu technisch. Dazu haben wir einige niederländische Hosta-Kenner nach ihrer Meinung gefragt und sie um weiterführende und aktuelle Informationen gebeten. Ihre Unterstützung war sehr wertvoll.

 

ALLES BEGINNT 1987

In diesem Jahr fand Emile Deckert H. 'Blue Mouse Ears' als einen abweichenden Typ in einer Partie

meristemvermehrter H. 'Blue Cadet' (P. Aden, 1974). Die Pflanze wurde in seiner Gärtnerei weiterkultiviert, ohne dass man ihr viel Beachtung schenkte. Jahre später fiel diese Hosta durch ihre guten Eigenschaften auf und E. Deckert und seine Frau Jane registrierten sie in 2000. Sie gaben der Pflanze den Namen 'Blue Mouse Ears' wegen der an Mäuseohren erinnernden Form der festen blauen Blätter. H. 'Blue Mouse Ears (im Weiteren BME genannt) wurde zuerst auf der Convention der American Hosta Society in 2001 eingeführt. Die Pflanze wurde durch ein Labor in North Carolina meristemvermehrt und die Deckerts boten

sie in ihrer Gärtnerei in Maryland an.

 

Zwischen den Pflanzen, die sie aus dem Labor erhielten, war ein grünblättriger Sport, den sie H. 'Green Mouse Ears' nannten und eine Streak-Form, die heute als H. 'Royal Mouse Ears' bekannt ist. Beide Sorten wurden in 2004 durch die Deckerts registriert.

 

Im Jahr 2005 begann Mark Zilis 0 & Z Gärtnerei mit der Vermehrung von `Royal Mouse Ears' für die Deckerts. Wie viele Streak-Hostas entwickelte 'Royal Mouse Ears' stabile Formen. Zusammen mit den Deckerts registrierte Zilis in 2006 eine Hosta mit cremeweißem Rand, die H. 'Frosted Mouse Ears' und eine Pflanze mit cremeweißer Mitte, die H. 'Holy Mouse Ears'.

 

Zilis und Deckert sind nicht die Einzigen. Wie in der Vergangenheit mit anderen beliebten Hostas, gibt es mehr Enthusiasten und in dieser Zeit haben mindestens fünf weitere Gärtnereien mit der Meristemvermehrung von BME begonnen. In den Labors entstanden nicht nur weitere BME, sondern

auch abweichend aussehende Pflanzen. Manchmal haben die Abweichungen, Sports genannt, interessante Farbkombinationen oder andere Eigenschaften, die sie von ihren „Eltern" unterscheiden. Die Sports, die auch wirtschaftliches Potenzial versprechen, werden wiederum meristemvermehrt und mit neuen ansprechenden Namen in den Handel gebracht. Manche dieser Sports kommen aus verschiedenen Labors und unter verschiedene Namen in den Handel, scheinen aber identisch zu sein.

 

So führte Jim Anderson von Winterbury Farms in 2005 einen cremeweiß gerandeten Sport unter dem Namen H. 'One lota' ein. Bill Silvers registrierte in 2007 eine Streak-Form von BME als H. 'Blue Mouse Ears Supreme'. In demselben Jahr registrierten Hans Hansen und Shady Oaks Nursery den Sport mit dem chartreuse-farbigen Zentrum, H. 'Cat and Mouse'. Ebenfalls von Shady Oaks wurde einige Jahre später eine blaugerandete Hosta mit weißer Mitte unter dem Namen H. 'Mouse Trap' eingeführt.

 

Um nicht zurückzustehen, führte Walters Gardens in 2006 eine cremeweiß/gelb gerandete Mutation als H. 'Mighty Mouse' und in 2009 H. 'Mouse Tracks' (Streak-Form) und H. 'Pure Heart' (cremeweiße/gelbe Mitte) ein.

 

In den Niederlanden erschienen Einführungen von Marco Fransen, H. `Snow Mouse' in 2008 und später H. 'Dancing Mouse'. Jan van den Top führte H. `Desert Mouse' und H. 'Lucky Mouse' ein.

 

Um etwas Ordnung zu schaffen, wollen wir in Anlehnung an den Artikel von Warren I. Pollock die verschiedenen Sorten nach Blattfärbung gruppieren. Dabei ist anzumerken, dass im Verlauf der Wachstumsperiode die blaugrüne Färbung in mittelgrün oder graugrün übergeht.

 

EINFARBIGE BLÄTTER

Von H. 'Blue Mouse Ears' und H. 'Green Mouse Ears' - nach Pollock beide außerordentlich wüchsig - darf man nicht erwarten, dass sie bei guten Wachstumsbedingungen nach fünf bis sechs Jahren ihr Miniformat behalten. Meine (d. h. J. v. Rossums) persönliche Erfahrung ist, dass dies zwar für BME gilt, aber 'Green Mouse Ears' halte ich nicht für so starkwüchsig. In 2011 registrierte Mark Zilis H. 'Ruffled Mouse Ears', die gewellte blaugrüne Blätter hat.

 

Bei Jan van den Top entstand in 2014 aus H. lce Mouse' ein besonderer neuer Sport, nämlich H. `Spooky Mouse Ears': eine weiße „Maus"! So wie bei allen weißen Pflanzen vergrünt das Blatt im Laufe der Wachstumsperiode ein wenig. Aber auch dann bleibt es eine einzigartige Pflanze!

 

BLAUGRÜNE BLÄTTER MIT CREMEGELBEM/CREMEWEISSEM RAND

Zu dieser Gruppe gehören H. 'Frosted Mouse Ears', H. 'Mighty Mouse', H. 'One lota' und H. 'Lucky Mouse'. H. 'Mighty Mouse' und H. 'One lota' sind Sports aus BME: H. 'Frosted Mouse Ears' ist ein Sport aus H. 'Royal Mouse Ears' (= Sport aus BME), wohingegen H. 'Lucky Mouse' ein Sport aus H. 'One lota Supreme' (= Sport aus H. 'One lota') ist. Alle hier genannten Hostas sind also mit BME „verwandt", doch die Abstammungslinien sind recht unterschiedlich.

 

Der am meisten ins Auge fallende Unterschied ist, dass H. 'One lota', H. 'Mighty Mouse' und H. 'Lucky Mouse' im Frühjahr mit einem cremegelben Rand austreiben, der zum Sommer nach cremeweiß verblasst. Ihre Blattcharakteristika sind nur schwer voneinander zu unterscheiden.

 

H. 'Frosted Mouse Ears' treibt dagegen mit vollständig blaugrünen Blättern aus. Der cremeweiße Rand entwickelt sich erst nach ein paar Monaten.

 

Ungeachtet der unterschiedlichen Abstammungslinien ist Jan van den Top der Meinung, dass H. 'Mighty Mouse' und H. 'Lucky Mouse' die gleichen Pflanzen (= Kultivare) sind.

 

BLAUGRÜNE MITTE, WEISSER RAND

Hosta `Funny Mouse' (Marco Fransen, NR) treibt im Frühjahr mit einem leuchtend weißen Rand aus, der sich im Laufe der Wachstumsperiode nach cremefarben bis hin zu grünlich spät in der Saison verändert.

 

In 2013 erschien bei Walters Gardens H. 'Mini Skirt', ein Sport aus H. 'Mighty Mouse'. Die Pflanze hat dicke gewellte Blätter mit einem blaugrünen Zentrum und einem cremegelben Rand. Später im Jahr wird den Rand cremeweiß und das Zentrum grün.

 

CREMEGELBE/CREMEWEISSE MITTE, BLAUGRÜNER RAND

Zu dieser Gruppe gehören H. 'Pure Heart', H. `Desert Mouse', H. 'Mighty Mouse' und H. 'Holy Mouse Ears'. Alle sind „verwandt" mit BME, aber alle mit unterschiedlichen Abstammungslinien:

 

H. 'Pure Heart' (Walters, 2009) ist ein Sport von BME

 

H. Desert Mouse' (van den Top) ist ein Sport von H. 'One lota Supreme'

 

H. 'Mighty Mose' (Silvers, 2009) ist ein Sport von H. 'Blue Mouse Ears Supreme'

 

H. 'Holy Mouse Ears' (Zilis/Deckert, 2006) ist ein Sport von H. 'Royal Mouse Ears'

 

Auch hier ist der auffallendste Unterschied, dass H. 'Holy Mouse Ears' im Frühjahr vollständig blaugrün austreibt und erst nach ein paar Monaten die cremeweiße Mitte ausbildet. Trotz der unterschiedlichen Abstammungslinien ist Jan van den Top der Ansicht, dass H. 'Pure Heart' und H. `Desert Mouse' die gleichen Pflanzen (= Kultivare) sind.

 

Weiße Mitte während der gesamten Wachstumsperiode, blaugrüner Rand

 

Hierzu gehören H. `Snow Mouse' (Fransen, 2008) und H. 'Mouse Trap' (Shady Oaks); beide sind Sports von BME und laut Marco Fransen identisch. Die weiße Mitte bleibt vom Austrieb an über die gesamte Wachstumsperiode erhalten. Es gibt einige grüne Flecken in der Mitte und manchmal bilden beide Sorten einfarbig blaugrüne Blätter aus (d. h. sie schlagen zurück, Anm. d. Übers.).

 

GRÜNE BLÄTTER MIT UNTERSCHIEDLICHER

FÄRBUNG

Hierzu gehören die neueren Sports aus 'Green Mouse Ears'. Im Jahr 2010 registrierte Mark Zilis 'Itty Bitty', eine Pflanze mit einem cremeweißen Zentrum und einem grünen Rand.

 

Bei Jan van den Top erschienen in 2012 zwei neue Sports aus einer gestreakten 'Green Mouse Ears', sie heißen 'Forest Mouse' und 'Happy Mouse'. Es wird sicher noch weitere Varietäten geben. Jan van den Top zeigte uns verschiedene Sports aus 'Green Mouse Ears', die manchmal als unterschiedliche Triebe an einer Pflanze entstehen.

 

Eine weißgerandete 'Green Mouse Ears' hat in 2014 bei Jan van den Top den Namen H. Little lce Mouse' bekommen. Sie zeigt in ihrer Wuchskraft und -form dieselben Eigenschaften wie die Mutterpflanze H. 'Green Mouse Ears'. Sie wächst also nicht besonders schnell und die Blätter bleiben ziemlich lang aufgerollt bevor sie sich entfalten.

 

STREAK-FORMEN

Hierzu gehören H. 'Royal Mouse Ears' (Deckert, 2004), H. 'Blue Mouse Ears Supreme' (Silvers, 2007) und H. 'Mouse Tracks' (Walters, 2009), alle Sports von BME. Dazu auch noch: H. 'One lota Supreme' (Schwarz, NR), ein Sport aus H. 'One lota', und der neueste Kultivar, H. 'Calico Mouse Ears' (Zilis, NR), ein Sport aus H. 'Royal Mouse Ears' (mit blau-gelb gestreakte Blätter und einem gelben Rand.)

 

Diese Streak-Formen sind im Allgemeinen nicht sehr stabil.

 

Mehr als die Hälfte entwickelt sich nach einiger Zeit zu einer einfach panaschierten Form, z. B. H. 'Royal Mouse Ears' zu H. 'Frosted Mouse Ears' und H. 'Mouse Tracks' zu H. 'Mighty Mouse'. Darüber hinaus erscheinen die Streak-Formen von Jahr zu Jahr anders. Das ist für viele Sammler gerade der chamäleonartige Charme dieser Sorten.

 

UNGEWÖHNLICHE FARBSCHATTIERUNGEN

Die bekannteste Sorte in dieser Gruppe ist II. 'Cat and Mouse'. Eine chartreuse-farbige Mitte wird von einem unregelmäßigen, blaugrünen Rand umgeben. Schattierungen ins Hellgrüne erscheinen, wo sich die beiden Farben überlappen. Später in der Wachstumsperiode wird die Blattmitte viel heller und der Rand grüner. Auch diese Sorte kann instabil sein und sich zu BME zurückentwickeln.

 

Vor kurzem führte Marco Fransen 'Dancing Mouse' ein. Die blaugrünen Blätter haben einen gewellten gelbgrünen Rand, der später in der Saison fahlgrün wird. Warren I. Pollock fragt sich, ob H. 'Dancing Mouse' vielleicht eine panaschierte H. `Ruffled Mouse Ears' ist.

 

Im Jahr 2010 registrierte Danny van Eechaute H. 'Mystic Mouse', deren Blätter in zwei Nuancen blaugrün gefärbt sind. Die Blattmitte ist etwas heller als der Rand.

 

Walters Gardens registrierte in 2012 H. 'Church Mouse', eine Sorte mit welligen Blättern in blaugrünen Farbschattierungen mit einem gelbgrünen Rand, der später ebenfalls blaugrün wird. Dadurch hat sie viel Ähnlichkeit mit H. 'Dancing Mouse'.

 

Als letzte Sorte in dieser Gruppe nennen wir H. 'Jumbo Mouse Ears' von Hugo Philips. Diese Sorte wird größer als BME und hat einen Rand, der wie angenäht wirkt. Hugo berichtet, dass er in 2008 in der Gärtnerei von Marco Fransen eine BME mit einem auffälligen Seitenspross gefunden hat. Dieser entwickelte sich auch im darauffolgenden Jahr und Hugo hat ihn separiert und weiterkultiviert. In 2011 hat er die Pflanze als H. 'Jumbo Mouse Ears' registrieren lassen. Der Name bezieht sich auf die Größe und das Aussehen der Blätter. Eine ganz andere Geschichte ist die Sorte, die als H. 'Crazy Mouse Ears' bekannt ist. Jim Schwarz aus Iowa bietet sie an als „a mixture of sports of H. 'Blue Mouse Ears' all in one plant" (eine Mischung aller BME-Sports in einer Pflanze). Jan van den Top beschreibt sie als eine Versammlung aller Off-Types von BME aus Meristemvermehrung und erzählt, dass jemand aus Süddeutschland einmal eine Kiste mit diesen Pflanzen (nicht eine glich den anderen) mitgenommen und zu Hause verkauft hat als H. 'Crazy Mouse Ears'. Meiner (1. v. Rossums) Meinung nach kann hier nicht von einer Sorte die Rede sein und es sollte kein Name vergeben werden.

 

Das war die Beschreibung der verschiedenen Mitglieder der BME-Familie. Es ist eine große Familie und ihre Mitglieder sind teilweise nur schwer auseinanderzuhalten, auch wegen der unterschiedlichen Abstammungslinien. Aber am Ende sind es alle Kinder, Enkel oder Urenkel einer Mutter: H. 'Blue Mouse Ears'.

 

Ich habe auch die Erwartung ausgedrückt, dass vielleicht einmal eine gelbe „Maus" erhältlich sein wird. Es scheint soweit zu sein, denn Jonathan Hogarth schreibt mir, dass Mark Zilis die Rechte an der ersten und bisher einzigen gelben Variante, H. 'Giantland Sunny Mouse Ears', erworben hat. Diese Pflanze ist aber kein Sport, sondern ein Sämling aus BME. Sie ist das Ergebnis eines Züchtungsprogramms von Terri Meyer und

Jeff Miller von der Land of Giants Hosta Farm in Milton, Wisconsin. Es bestehen jedoch Zweifel, ob diese Pflanze als vollwertiges Mitglied der BME-Familie betrachtet werden kann. In diesem Jahr (2013) soll diese Sorte in kleiner Stückzahl erhältlich sein.

 

Bei unserer Recherche haben wir auch H. 'Giantland Mouse Cheese' gefunden, ebenfalls ein Sämling von BME. Das ist an sich schon eine Besonderheit, weil BME nur selten keimfähigen Samen produziert.

 

Andere Sorten, die zu Unrecht zur BME-Familie gerechnet werden, sind H. 'Mini Mouse' und /I. `Missie Mouse', beides Sämlinge unbekannter Abstammung. Auch die bei uns gut bekannte H. 'Country Mouse' trägt zwar den Namen „Mouse", ist aber ein Sport von H. 'Bill Dress's Blue'.

 

ZUSAMMENFASSUNG

Im Folgenden wollen wir die wichtigsten Eigenschaften der BME-Familie noch einmal geordnet aufführen:

 

Blatt und Blattsubstanz

Die Blätter in der BME-Familie sind beinahe rund und leicht gewölbt. Aber am auffallendsten ist die dicke Blattsubstanz. Messungen ergaben, dass die Blattdicke ca. 0,38 mm beträgt. Verglichen mit der Elternpflanze (= H. 'Blue Cadet', Blattdicke ca. 0.28 mm) ist das deutlich dicker. Wegen der ansehnlichen Blattdicken wurden BME und ihre Sports ursprünglich für tetraploid gehalten. Neuere Untersuchungen (durch Ben Zonneveld und Warren I. Pollock) haben jedoch ergeben, dass sie diploid sind wie die Elternpflanze H. 'Blue Cadet'. Die Ursachen für die dicke Blattsubstanz werden weiter erforscht. Auch die Blatt- und Blütenstiele sind dick und fest.

 

Veränderung der Blattfärbung

Die Blattfärbung der Mitglieder der BME-Familie ändert sich stark im Laufe einer Wachstumsperiode: blaugrün im Blatt wird stets heller, manchmal grauer die Blattränder werden später im Jahr meist heller (am auffälligsten bei H. 'Frosted Mouse Ears' von grün nach cremeweiß). Eine Ausnahme ist H. `Funny Mouse': bei ihr wird der Blattrand dunkler die Blattmitte wird später in der Saison meistens heller (am auffälligsten bei H. 'Holy Mouse Ears').

 

Instabilität

Besonders bei den Streak-Formen kommt Instabilität häufig vor. Viele dieser Pflanzen sehen von Jahr zu Jahr unterschiedlich aus. Warren I. Pollock denkt, dass mehr als die Hälfte der gestreakten H. 'Royal Mouse Ears' sich im Laufe der Zeit zu H. 'Frosted Mouse Ears' oder H. 'Holy Mouse Ears' stabilisieren. Ich selbst (1. v. Rossum) hatte eine 'Cat and Mouse', die sich zu BME zurückentwickelt hat, und meine H. `Snow Mouse' bekam nach ein paar Jahren einige einfach blaugrüne Blätter.

 

Veränderung der Blattränder

Viele Hosta-Kenner weisen darauf hin, dass die gelben und weißen Blattränder der panaschierten Sorten immer breiter werden, je älter die Pflanze wird. Auf Dauer können sie sich bis in die Blattmitte ausbreiten. Dies bestätigt nochmals den Anschein von Instabilität, was nicht allein eine Eigenschaft der gestreakten „Mäuse" ist, sondern bei vielen „bunten Mäusen" vorkommt.

 

Manche, wie Warren I. Pollock, finden „Mäuse" mit breitem Blattrand nicht schön. Wegen der geringen

Blattgröße finden sie den weißen oder gelben Blattrand unverhältnismäßig breit. Der gelbe oder weiße Farbanteil überwiegt sehr stark und dominiert den kleineren blaugrünen Bereich. Es ist zu viel Gelb oder Weiß für das kleine Blattmaß.

 

Die oben genannten Eigenschaften sind gut zu beurteilen, wenn man die verschiedenen Sports zu verschieden Zeiten fotografiert und miteinander vergleicht. Jonathan Hogarth aus England hat das für seinen Artikel „A Blue Mouse Tale", der im Bulletin der British Hosta and Hemerocallis Society erschienen ist, in 2011 getan. Er trug 16 verschiedene Sorten zusammen und fotografierte sie zu verschiedenen Jahreszeiten, Anfang August 2011 und Anfang Mai 2012. So sind z. B. die Veränderungen der Blattfärbungen im Laufe einer Wachstumsperiode deutlich erkennbar wiedergegeben (z. B. bei H. 'Holy Mouse Ears' und H.

'Frosted Mouse Ears'). Außerdem fällt auf, dass die H. 'One lota' von 2011 in 2012 einen gestreakten

Seitentrieb ausgebildet hat, den wir, separiert und weiterkultiviert, vielleicht H. 'One lota Supreme' nennen können. Wir sind Jonathan Hogarth und dem Fotografen Chris May dankbar, dass wir ihre Fotos verwenden dürfen.

 

Abschließend können wir feststellen, dass H. 'Blue Mouse Ears' für fast alle Hosta-Liebhaber eine unverzichtbare Pflanze in ihrer Sammlung ist, eine Pflanze mit besonderer Ausstrahlung. Eine Ausstrahlung, die weitergegeben wurde an ihre Sports, von denen es bislang 29 gibt. Viele Hosta-Liebhaber haben in ihrer Sammlung eine Teilsammlung angelegt. Die Zahl derer, die darauf bedacht sind, ihre „Mäusesammlung" zu vervollständigen, wächst stetig. Ein Hindernis hierbei ist, dass H. 'Mighty Mouse', H. 'Pure Heart' und H.

'Mouse Trap' wegen des Züchterrechts in Europa nicht erhältlich sind.

 

Was wird die Zukunft noch bringen? Eine „Maus" mit roten Stielen, mit weißen Blüten oder gar eine duftende „Maus"? Oder geht unsere Fantasie mit uns durch und wir sehen Hosta-Gespenster?

 

 

Der Artikel wurde erstmals veröffentlicht in Het HOSTABLAD, nr. 49, voorjaar 2013, S. 8ff.

Übersetzung und Ergänzung: Christa Hülsmann

Ich will weiße Hosta, die wachsen (01/2015)

Von Bob Solberg, aus dem Amerikanischen übertragen und ergänzt von Christa Hülsmann
Erschienen im Bulletin der British Hosta and Hemerocallis Society 2013
 

Meine Liebe-Hass-Beziehung zu weißen Hostas begann mit der ersten Hosta, die ich jemals gekauft habe. Ja, es war eine ᾽Undulata‘, wie wir sie heute nennen. Ich suchte fünf, die mir besonders gefielen, aus einem Angebot von ca. 100 Pflanzen aus. Das war in einem lokalen Gewächshaus, sie kosteten U$ 1,30 pro Stück. Es stellt sich heraus, dass ich tatsächlich zwei verschiedene Hostas nach Hause gebracht hatte: ᾽Undulata‘ mit weiter weißer Mitte und ᾽Undulata Univittata‘ mit breitem grünem Rand. An diesem Tag habe ich begonnen, die Unterschiede bei Hostas zu studieren.

Hosta ᾽Undulata‘
Selbst vor 30 Jahren war H. ᾽Undulata‘ keine beliebte Hosta. Sie hatte den Ruf, zu vergrünen, teils dauerhaft, und falls sie hübsch weiß blieb, war sie schwächlich und litt furchtbar unter der Julihitze. Sie ist vermutlich auch die Hosta, die für die Abneigung vieler gegen Hostablüten verantwortlich ist. Die langen, schlappen, samenlosen Stiele mit großen Brakteen und die unansehnlichen blaßlila Blüten sind das beste Argument, Hostas nicht blühen zu lassen. Trotz all dieser Negativpunkte ist etwas Wundervolles in der Frühlingsfrische der strahlend weißen Blätter mit frischgrünem Rand. Der Zauber hält nicht lange an, aber es gibt nichts Vergleichbares.

„Falsche Hoffnung“ - Sämlinge
Vermutlich seit Kevin Vaughn und den Geheimnissen, die er von Frances Williams erfahren hatte, über Paul Aden bis zu Eleanor Lachman haben Hostazüchter versucht, eine bessere weiße Hosta zu züchten. Hosta ᾽Frances Williams‘ und ᾽Beatrice‘ steuerten weiße Chloroplasten bei (sie treiben gelb aus, werden aber rasch weiß). Diese Chloroplasten waren erforderlich, um diese weiße Farbe in Hostas zu generieren. Danach wurden sog. gestreakte (in etwa: gestreift, gesprenkelt) Sämlinge gezüchtet, die aus vielen einfarbigen Arten, von H. sieboldiana bis hin zu H. plantaginea und sogar den Tardianas von Eric Smith entstanden. Das Ergebnis war eine große heterogene Gruppe von panaschierten und gestreakten Sämlingen.

Diese Sämlinge weckten falsche Hoffnungen. Hostas fühlen sich mit gestreiftem oder gesprenkeltem Laub nicht wohl, wie wir alle wissen. Sie wären viel lieber grün. Aber wenn sie schon panaschiert sein müssen, sind weiße Blattmitten oder –ränder am stabilsten. Nach ein paar Jahren haben diese Pflanzen gestreakte, weißrandige, weißmittige und grüne Sprossen ausgebildet. Es sieht also so aus, als erhielte man vier Pflanzen aus einem Samen. Aber all diese Sprosse, die gleich groß sind, gehören zu derselben Wurzelkrone und ernähren sich gegenseitig. Der Eindruck, es handele sich um unterschiedliche Pflanzen ist nur eine Illusion.

„Diät“-Hostas
Das Problem mit weißen Hostas besteht darin, dass der weiße Teil des Blattes nicht in der Lage ist, Kohlehydrate zu produzieren, um die Pflanze zu ernähren. Diese kohlehydratarme Diät führt zu „Gewichtsverlust“ und ein großer Teil eines „gemischten“ Sämlings verliert sehr schnell an Größe, von groß zu klein oder sogar bis hin zur Miniatur. Die Zellen in den weißen Blattanteilen sind auch unfähig, andere Nebenprodukte der Photosynthese in angemessener Menge zu produzieren, z.B. das Wachs, das die Verdunstung reduziert. Diese schwachen weißen Zellen trocknen in heißem Wetter oder direktem Sonnenlicht schnell aus. Die Folge dieser Austrocknung nennen wir „melting out“ (=Wegschmelzen, Anm. d. Übers.). Ein gutes Beispiel hierfür sind H. ᾽Yin‘ und H. ᾽Yang‘. Beide sind Sports der blauen H. ᾽Maize and Blue‘, die festes, gelb und weiß gestreaktes Laub hat. Hosta ᾽Yin‘ ist eine mittelgroße wüchsige Hosta mit einem breiten weißen Blattrand, während H. ᾽Yang‘ eine Miniatursorte mit weißer Mitte ist, die nur langsam wächst und deren Laub leicht „wegschmilzt“.

Manchmal passen Gene wirklich gut zusammen. Ich kann mich an ein spektakuläres Exemplar von H. ᾽Reversed‘ erinnern, das der besonderen Wirkung wegen auf einen Hügel gepflanzt wurde. Die Hosta hatte eine weiße Mitte und einen breiten blaugrünen Rand, der offenbar mehr als ausreichend war, um die Pflanze mit all der Nahrung zu versorgen, die sie brauchte. Aber leider hatten die meristemvermehrten Exemplare so schmale Ränder, dass sie kaum wachsen konnten. Meine Pflanze „schmolz“ und starb. Ich hatte die wertvolle Lektion gelernt, dass meristemvermehrte Hosta mit weißer Mitte unmöglich zu großen Prachtstücken heranzuziehen sind.

Unerschrocken erwarb ich ein großes Teilstück der Ursprungspflanze von H. ᾽Reversed‘. Ich dachte, dass ich sie, bei all dem vorhandenen Chlorophyll, zu einem großen Exemplar kultivieren könnte. Aber leider ging auch dieser Versuch daneben, weil die arme Pflanze von Jahr zu Jahr schrumpfte. Vielleicht gibt es sie noch in irgendeinem Garten, vielleicht ist sie inzwischen aber auch „ausgestorben“. Nach diesem teuren Fehlschlag wurde ich sehr vorsichtig in Bezug auf die große weiße Hosta.

Das Exemplar von H. ᾽Gay Feather‘, das seit 1991 in Bob Olsons Garten wächst, ließ mich die Sache nochmals überdenken. Vielleicht brauchten wir nur eine raschwüchsige Hosta wie ᾽Yellow Splash Rim‘, die in den meisten Gärten wie Unkraut wächst. Aber trotz des guten Erbmaterials hat auch die weißblättrige ᾽Gay Feather‘ sich nicht etablieren können und wird kaum noch kultiviert. Vielleicht war es die mangelhafte Blattsubstanz, die das „melting out“ von ᾽Gay Feather‘ verursacht hat. Vielleicht würden Blätter nicht so leicht „Schmelzen“, wenn es gelänge, mehr Substanz hineinzuzüchten. Hosta ᾽Sum and Substance‘ als Elternteil von ᾽Joyce Trott‘ brachte eine gute Blattsubstanz, aber leider auch eine sehr geringe Wachstumsrate. Die oben beschriebene ᾽Yang‘ leidet noch mehr am „Wegschmelzen“ trotz der hervorragenden Blattqualität.

Man kann die Blattsubstanz in diploiden Hostas verbessern, indem man sie in eine tetraploide umwandelt. Tetraploide Hostas haben vier Chromosomensätze anstelle der üblichen zwei. Sie haben eine bessere Blattsubstanz, wachsen leider aber auch langsamer. Die Massenproduktion der Sports von ᾽Francee‘, d.h. Hostas ᾽Patriot‘ und ᾽Minuteman‘ hat eine ganze Reihe „entgegengesetzter“ tetraploider Hostas hervorgebracht, die eine weiße Blattmitte haben. Dazu gehören ᾽Loyalist‘, ᾽Fire and Ice‘, ᾽Paul Revere‘ und ᾽Pathfinder‘.

Dieses Mal war ich vorsichtig. Ich überlegte, dass die „umgekehrten“ tetraploiden Sports kleiner waren als ᾽Patriot‘. Sie würden nicht zu den großen weißen Hostas werden, die wir uns alle wünschen. Ich dachte auch, dass sie nur langsam wachsen würden, langsamer als ᾽Francee‘, wegen der Kombination von Tetraploidität und dem Mangel an Chlorophyll. Ich war außerdem besorgt, dass dieser Typ von Chloroplasten (gelbe, die weiß werden) eine natürliche Tendenz zum „melting out“ hätte. Anstatt eine weitere Enttäuschung zu riskieren, machte ich um diese neue Gruppe weißer Hostas eine Bogen. Wachsen sie bei Ihnen etwa gut?

Bisher gibt es keine guten Neuigkeiten. Wahrscheinlich fragen Sie sich schon, ob diese Geschichte ein Happy End hat. Offen gesagt: das frage ich mich auch. Aber, ich bin ein ewiger Optimist und es gibt immer einen Silberstreif am Horizont.

Ehe wir zum spannenden Ende kommen, gönnen Sie sich mit mir zusammen eine phantastische Geschichte über Chloroplasten, etwas Wissenschaft und etwas Spaß.

Urzeitliche Meeresstrände
Lange vor den Dinosauriern und Antibiotika, als Mikroben die Welt regierten, bestanden fast alle lebenden Organismen nur aus einer einzigen Zelle. Wenn diese Zellen in den flachen Meeren der Urzeit aufeinandertrafen, kam es zu Kollisionen. Manche Zusammenstöße geschahen zufällig, andere jedoch absichtlich, nämlich immer dann, wenn eine Zelle die andere fressen wollte. Die Zellmembranen wurden zerstört und der Zellinhalt floss heraus. Das führte manchmal zum Tod der schwächeren Zelle, manchmal starben sogar beide Zellen. Aber gelegentlich, sicher nur selten, lag Vereinigung in der Luft der mondbeschienenen Nacht und die beiden Zellen verschmolzen miteinander.

Chloroplasten, der Ort der Photosynthese, werden heutzutage für eine Art urzeitlicher photosynthese-fähiger Bakterien gehalten, die in Pflanzenzellen „eingezogen“ sind. Die Fähigkeit der Pflanzen, ihre eigene Nahrung durch die Umwandlung von Licht in Kohlehydrate und Zucker zu produzieren, wurde erst durch die Invasion fremder Wesen in die Pflanzenzellen ermöglicht. Chloroplasten haben einfache DNS-Systeme und sind viel geneigter, ihre Meinung zu ändern und zu mutieren als Pflanzen. Tatsächlich werden alle Bakterien von manchen Wissenschaftlern als eine einzige Art betrachtet, weil sie sich leicht untereinander vermehren und DNS austauschen.

Hostas und ihre Chloroplast-Mieter
Wagen wir einen Zeitsprung von den urzeitlichen Meeren in unser 21. Jahrhundert. Hostas leben glücklich im Schatten und produzieren ihre eigene Nahrung mithilfe einiger urzeitlicher Bakterien, die bei ihnen eingezogen sind. Wir wissen, dass Chloroplasten eine eigene DNS besitzen und eine gewisse Kontrolle über ihr Leben haben. Wir wissen aber auch, dass auch die Zelle der Hostapflanze, ihr Vermieter, eine gewisse Kontrolle über die Chloroplasten hat. Sie sind wie die verrückten Mieter im Erdgeschoss. Sie sind Mutationen und anderem, abweichendem Verhalten unterworfen und können sich auf ganz unterschiedliche Wiesen austoben.

Vom Standpunkt eines Züchters ist es gut, dass die Chloroplasten alle von der fruchttragenden Pflanze, der „Mutter“-Hosta stammen. Sie sind kein Teil der geschlechtlichen Vermehrung, sondern werden nur auf der Reise ins Zytoplasma mitgenommen. Dabei können Fehler beim Kopien der DNS auftreten, was zu Mutationen führt. Der wesentliche Punkt dabei ist, dass nicht alle weißen Hostas gleich sind, weil die „weißen“ Chlorplasten nicht aus der gleichen Mutation hervorgegangen sind.

Es gibt mehr als einen Weg, zu einer weißen Hosta zu mutieren. Wir wollen klarstellen, dass ca. 95% der Mutationen von Hostazellen oder ihrer Chloroplast-Mieter nachteilig oder sogar schädlich sind. Ein Chloroplast, das nicht mehr normal funktioniert und keine Kohlehydrate mehr produziert, lässt den Wirt und den „Mieter“ gleichermaßen verhungern. Die schreckliche Wahrheit ist: weiße Hostas sind defekt.

Weiße Hosta-Chloroplasten
Wenn ich eine panaschierte Hosta ansehe, versuche ich ihren Chloroplast-„Typen“ zu identifizieren. Dass ist für mich die beste Möglichkeit, zu verstehen, wie sie auf starke Lichteinstrahlung, Hitze und ein geringes Lichtniveau reagieren wird. Weiße Hostas haben verschiedene Basistypen von Chloroplasten (mit einer gewissen Variationsbreite), die panaschierte Blätter verursachen.

Der erste Typ ist verantwortlich für ein weißes Blatt während der gesamten Wachstumsperiode, ist also vollständig defekt. Dabei handelt es sich um eine sehr seltene Mutation, vermutlich weil es die schädlichste ist und fast immer zum Tod der Hosta führt.

Der zweite Typ ist wie die Chloroplasten von ’Beatrice‘, die im Frühjahr gelb sind, aber rasch zu weiß verbleichen, vermutlich aufgrund des Temperaturanstiegs. Sie tragen nicht zur Ernährung der Pflanze bei.

Der dritte Typ „weißer“ Chloroplasten ist gelb für die Dauer des Frühjahrs und wird erst in der Sommerhitze weiß. Das sind die cremefarbenen Hostas, von denen wir uns wünschen, dass sie schneller weiß würden und nicht so lange diesen unansehnlichen Farbton behielten.

Schließlich gibt es Typen von Chloroplasten, die im Frühjahr reinweiß sind, aber bei warmem Wetter vergrünen und „normale“ Photosynthese betreibende Chloroplasten werden. Wie bei der alten ’Undulata‘ geschieht das meist bei Temperaturen um 33 – 35°C. Diese Gruppe von Chloroplasten ist nicht vollständig defekt, sondern nur temperatursensibel. Die Mutation erfolgte vermutlich während des Entwicklungsprozesses dieser Chloroplasten und verhinderte dessen Beendigung. Ich vergleiche es gern mit etwas, das steckengeblieben ist. Im Ergebnis bedeutet es, dass das Protein die falsche Form hat oder an einem Platz „angedockt“ hat, an den es nicht gehört. Es wirkt, als wäre es durch ein Gummiband oder ein chemisches Band gefesselt, so dass es nicht richtig funktionieren kann. Dann, bei ca. 33 ° C, reißt das Gummiband, das Protein kommt frei und kann normal arbeiten. Innerhalb von Minuten kann ein Chloroplast grün, und damit aktiv, werden.

Weiße Hostas, die vergrünen, nennt man virideszent. In heißem Wetter werden sie grüne Hostas, „schmelzen“ und schrumpfen nicht, sondern wachsen wie Unkraut. Sie können bis zum Herbst große Exemplare werden. Im folgenden Frühjahr treiben sie wieder weiß aus, haben aber ausreichend Nahrung gespeichert, um größer zu sein als im vorangehenden Jahr. Hosta ’White Christmas‘ ist ein klassisches Beispiel dafür. Wo die Temperatur nur selten 33°C erreicht, bleibt die Hosta weiß und schwachwüchsig. In der Augusthitze vergrünt sie und überlebt viel besser, obwohl sie grün und hässlich aussieht. In diesem Jahr habe ich herausgefunden, dass die reinweißen Blattränder von ’Parhelion‘ bei 40°C vergrünen. Es muss den gleichen Typen Chloroplast, allerdings mit einer etwas anderen Temperaturfühlung, haben. Sind Hostas und ihre kleinen merkwürdigen Untermieter nicht cool!

Wie züchten wir große weiße Hostas?
Was brauchen wir für eine große weiße Hosta? Als erstes benötigen wir defekte Chloroplasten. Nicht diese funktionsunfähigen, die gelb austreiben und später ausbleichen, sondern die, die durch einen kurzen „Saunagang“ wieder normal werden. Es wäre schön, wenn sie erst bei 35°C, und nicht schon bei 29°C, vergrünten, so dass sie länger weiß bleiben. Aber sie dürfen auch nicht bis 40°C warten, sonst droht ihnen das „melting out“, bevor sie grün werden können.

Unsere Pflanze soll wüchsig sein wie ’Yellow Splash Rim‘ und eine gute Blattsubstanz haben wie ’Loyalist‘. Vielleicht sollte sie tetraploid sein, so dass gute Wuchskraft und gute Blattsubstanz kombiniert werden könnten. Vielleicht sollte sie mehr grüne Chloroplasten an unterschiedlichen Stellen haben. Leider ist keine panaschierte Hosta nur grün und weiß. Es gibt immer diese grauen und hellgrünen Abschnitte dazwischen. Ich werde niemals das erste Mal vergessen, als ich ’Island Charm‘ in George Rasmussens Garten sah. Sie sah aus wie eine Miniatur ’Great Expectations‘, mit rosa Petiolen und Blütenstielen. Vermutlich wissen Sie, dass sie die Chloroplasten hat, die gelb austreiben wie ’Great Expectations‘ und schnell reinweiß werden. Die Blattsubstanz ist nicht gut, aber die Pflanze ist sehr wüchsig. Ich fand sie einfach toll.

Als die Pflanzen ankamen, verlor ich nicht nur schnell den Mut, sondern auch viel Geld. Sie wollten einfach nicht für mich wachsen, weder in der Sonne noch im Schatten.

Aus diesem Unglück mit einer weiteren weißen Hosta kam doch ein Hoffnungsschimmer. Hosta ’Fantasy Island‘ ist eine tetraploide Form mit besserer Blattsubstanz, die wegen ihrer breiteren grünen Blattränder auch besser wächst als ihre Eltern. Das war zu erwarten. Aber es war überraschend, dass das Blatt nicht „schmolz“, weil zwischen dem dunkelgrünen Rand und der reinweißen Mitte grüne und weiße Chloroplasten eine Zone mit einer hellergrünen Schicht bildeten. Es ist diese dritte Schicht, die zusätzliche Nahrung für ’Fantasy Island‘ zur Verfügung stellt und sie vor dem „melting out“ bewahrt. Das scheint das letzte fehlende Teil des Puzzles zu sein.

Die besten weißen Hostas selektieren
Die Moral von der Geschichte ist: wenn Sie bessere weiße Hostas züchten wollen, wählen Sie solche mit einer hellergrünen Lage zwischen weißer Blattmitte und grünem Rand. Stellen Sie außerdem sicher, dass sie eine gute Blattsubstanz und Wuchskraft hat. Scheuen Sie sich nicht zu fragen. Die Pflanzen sollten bei ca. 33°C vergrünen. Probieren Sie ein oder zwei tetraploide Hostas aus. Versuchen Sie es mit Hosta ’White Elephant‘ einem Sport aus ’White Christmas‘ oder Hosta ’Sharp Dressed Man‘[hier Foto Sharp Dressed Man], einem Sämling von ’Francee‘.

Wir lernen immer noch viel über die Tricks, die Hostas auf Lager haben. Sehen Sie selbst, welche weiße Hosta am besten für Sie wächst.

Bob Solberg ist Inhaber der Green Hill Farm Inc. Er hat einen Bachelor of Science in Biologie des Davidson College. Er hat die Carolina Hosta Society gegründet und sie 10 Jahre lang geleitet. Außerdem war er für die American Hosta Society als Herausgeber des Journals sowie als Vizepräsident für den Genus Hosta tätig. Er wurde für seine herausragende Tätigkeit mit dem Distinguished Merit Award der amerikanischen Hostagesellschaft geehrt.

 

Karl Foerster - ein deutscher Hostazüchter (04/2014)

Text und Fotos: Harald Berger

Karl Foerster (K.F.) haben wir, die FG Hosta, als Züchter von Hosta in der Liste der deutschen Hosta-Züchter nicht aufgeführt, obwohl er im Internet und anderen Publikationen – ohne Quellenangabe – immer wieder als solcher genannt wird (für H. ‘Semperaurea’, Dauergoldfunkie).

Tatsächlich hat das Ehepaar J.&P. Ruh bei der AHS diese Registrierung vorgenommen: H. 'Semperaurea' Japan/Karl Foerster/Pete & Jean Ruh 2003.

Hugo Philips www.myhostas.be schreibt:
=sieboldiana 'Semperaurea'. (Also 'Semper Aurea'.)
Introduced from Japan by Karl Foerster before 1940.
Produces yellow seedlings.
This is a very important plant historically, as it was the first known lutescent gold hosta, and possibly the first gold hosta of any kind. It travelled from Japan to Germany before H.'Frances Williams' was discovered. It's a gold sieboldiana type that still makes a pretty good showing in the garden. Own a piece of hosta history! Not very common, despite its age, because few examples have made it over from Germany, where its been hiding all these years.

Die AHS unterscheidet bei der Registrierung zwischen Originator (O), Nominant(namer) (N), Introducer (I) und Name of Registrant (R). – Japan (O) ist sicher nicht ganz falsch, es könnte aber auch eine Hybride sein, die in Europa ausgelesen wurde oder ein Sport. Die Einführung, also die erste Einführung (first introduced for sale), ist ebenso unsicher. Zweifelsfrei hat K.F. diese 1959/60 in seinen Katalog aufgenommen, aber unter dem Namen „ Hosta japonica (lancifolia) semperaurea, die Dauergoldfunkie“. Woher K.F. diese Sorte erhalten hat, kann nicht mehr festgestellt werden. Ebenso wird die Elternschaft (parantage) unbekannt bleiben. Besser wäre der Eintrag: H. 'Semperaurea' Japan ? (O) / unbekannt (NI) / Pete & Jean Ruh 2003 (R).
Ob jemals die Herkunft und Elternschaft der Hosta sieboldiana ‘Semperaurea’ geklärt werden kann, bleibt ungewiss. Gleiches gilt für die Namensgebung und den wirklichen ,Introducer‘.

K.F. hat die Gattung Hosta in seine Überlegungen zur Gestaltung und Kombination mit anderen Pflanzen einbezogen („Harfe und Pauke“), aber es ist richtig, dass er nie Hosta gezüchtet hat.

Das wurde von Wolfgang Härtel von den Foerster-Stauden/Bornim bestätigt: „Diese Auslese H. 'Semperaurea' geistert schon viele Jahre als Foerster-Züchtung durch das Internet. Ich kann Ihnen nach unseren Unterlagen dazu nur folgendes sagen: Karl Foerster schreibt in seinem Betriebskatalog 1959/1960 erstmals von einer "Hosta japonica (lancifolia) semperaurea, die Dauergoldfunkie", aber ohne sein Namenskürzel und unter der Rubrik Neueinführungen (nicht Neuzüchtungen). Er kündigt an, dass diese Sorte ab 1960 zur Verfügung steht. In allen seinen späteren Katalogen taucht die 'Semperaurea' nicht wieder auf. Nach Rücksprache mit unserem langjährigen Produktionsleiter ist sie in Bornim auch nicht in Kultur gewesen. Ich selbst bin seit 40 Jahren hier und kenne diese Auslese auch nicht.

In einigen Quellen steht auch, dass er die Pflanzen 1940 aus Japan mitgebracht hat, er war aber nie in Japan und bis zur ersten Veröffentlichung in seinem Katalog lägen dann immerhin unlogische 20 Jahre. Weder Heinrich Hagemann noch Marie-Luise Kräuter ordnen Karl Foerster in dem Heft der Karl-Foerster-Stiftung "Karl Foerster-Züchtungen und Gedanken für die Zukunft" diese 'Semperaurea' seinen Neuzüchtungen oder Neueinführungen zu.

Warum im Jahr 2003 ein Ehepaar P. + J. Ruh diese in Verbindung mit Karl Foerster angemeldet haben, ist für mich nicht nachvollziehbar. Es gibt aber auch diese Variante: Züchter: Heinz Klose/P. & J. Ruh 2003.
Alles sehr unklar. " (Text Wolfgang Härtel, März 2014).

Fritz Köhlein schreibt auf Anfrage im März 2014: „Karl Foerster hat große Verdienste, diese Gattung populär gemacht zu haben. Puristen mögen die Nase rümpfen, aber zu der damaligen Zeit haben seine einprägsamen deutschen Namen für eine weite Verbreitung der Sorten geführt. Ich besitze den letzten Bornimer Katalog, den Karl Foerster noch gestaltet hat (1964/66). Dort hat er in der Abteilung Gold-Funkien folgende aufgeführt: Frühlings-Goldfunkie, Goldrand-Funkie, Grünrandfunkie und Dauergoldfunkie. Diese Sorten sind unter dem Aspekt der geringen Anzahl von Sorten der damaligen Zeit zu sehen und unter der heutigen Sortenflut. Obwohl in diesem Katalog 16 Seiten Bornimer Neuheiten aufgeführt sind, sind bei den Hosta keine Vermerke zu finden“.

Hosta sieboldiana ‘Semperaurea’ scheint nur in Europa bekannt zu sein. Von den zwischen 1969 bis 2012 bei der AHS registrierten Sorten hat nur H. ‘Kasseler Gold’ (Heinz Klose 1989 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003) die H. ‘Semperaurea’ als Basis.

H. ‘Semperaurea’ treibt gelbgrün aus und wird im Laufe der Vegetationsperiode immer gelber. Die Größe des Stocks wird mit 60–80 cm angegeben, die Blattgröße beträgt 40 x 25 cm, die Anzahl der Venenpaare 11–17, die Blütenfarbe ist hell-violett. Eine Abbildung von Carol Brashear, die die Farbänderung gut zeigt, kann man in der Hosta-Library finden: http://www.hostalibrary.org/s/semperaurea.html

H. ‘Semperaurea’ wurde von Diana Grenfell, Heinz Klose und Fritz Köhlein als Grundlage für ihre Kreuzungen benutzt:

Apple Court Gold
Diana Grenfell/Grounds 1988, NR
‘Semperaurea' x 'Tokudama Flavocircinalis'

Kasseler Gold
Heinz Klose 1989 (ONI) / Ruh (R) 2003
‘Semperaurea' x

Omelett
Fritz Köhlein, NR
‘Semperaurea' x

Solarkugel
Fritz Köhlein, NR
‘Semperaurea' x

 

Deutsches Züchtungserbe Hosta - eine Bestandsaufnahme (03/2014)

Deutsches Züchtungserbe Hosta

eine Bestandsaufnahme

TEXT CHRISTA HÜLSMANN 1 FOTOS THOMAS HÜLSMAN, DIRK DUPRE,

STAUDENGÄRTNEREI JENTSCH

 

Im Zusammenhang mit dem von Harald Berger initiierten Projekt zur Erforschung deutscher Hostas wurde von Dr. Ullrich Fischer der Begriff des „Züchtungserbes" geprägt. Ich empfinde diese Wortwahl als sehr passend. Für mich bedeutet „Erbe", etwas von der vorangegangenen Generation zu bekommen, das man – hoffentlich -an die folgende Generation weitergeben kann. Bei der Bestandsaufnahme der Erbschaft können allerlei Überraschungen (positive und negative) auftauchen, sodass man nicht weiß, was auf einen zukommt. Und: Ein Erbe muß man willentlich antreten. Als Fachgruppe Hosta der GdS haben wir uns entschieden, das deutsche Hosta-Erbe anzunehmen. Der erste Schritt ist die Bestandsaufnahme. Dazu müssen wir uns ein bisschen intensiver mit der Geschichte dieser Gattung auseinandersetzen. Schon bald stellt man fest, dass von Beginn an deutsche Pflanzenliebhaber maßgeblich an der Einführung und Weiterentwicklung von Hostas beteiligt waren.

 

PHILIPP VON SIEBOLD

Er war in den 1920er-Jahren als Arzt für die niederländisch-indische Armee in Japan tätig und brachte von seinem Aufenthalt dort zahlreiche Pflanzen mit, u. a. zwei Hostas, die wir heute als Hosta sieboldiana und Hosta sieboldii kennen. H. sieboldii ist eine mittelgroße Pflanze mit lanzettlichen Blättern, die einen schmalen weißen Rand haben. Im Kontrast dazu bildet H. sieboldiana einen großen Horst mit einfarbig blaugrünen Blättern. Beide Arten waren bei der Entstehung vieler Sorten beteiligt, aber H. sieboldiana spielte eine entscheidende Rolle.

 

GEORG ARENDS

Der bekannte Staudenzüchter, dessen Gärtnerei in Wuppertal-Ronsdorf noch immer im Familienbesitz ist, befasste sich intensiv mit der Weiterentwicklung des damaligen Staudensortiments. Dabei wandte er seine Aufmerksamkeit auch den Hostas zu. Im Jahr 1905 kreuzte er Hosta sieboldiana mit Hosta lokudama', die damals noch als Art betrachtet wurde. Aus den daraus hervorgegangenen Sämlingen selektierte er H. sieboldiana 'Elegans', eine mächtige Pflanze mit blaugrünen Blättern. Die Hosta, die wir heute unter diesem

Namen kennen, ist allerdings nicht mehr identisch mit der ursprünglichen Selektion. Sie wurde im Laufe der Jahre häufig vegetativ vermehrt und die Sämlinge, die der ursprünglichen Sorte am meisten ähnelten, wurden unter demselben Namen (H. s. 'Elegans') in den Handel gebracht.

 

ERIC SMITH

Lange Zeit blieb das Hosta-Sortiment fast unverändert. Die 1960er-Jahre waren in vielerlei Hinsicht von Veränderungen geprägt. Diese Entwicklung machte auch vor den Hostas nicht Halt. In dieser Zeit kreuzte Eric Smith in Großbritannien Hosta 'Tardiflora' mit einer „verspäteten" H. sieboldiana 'Elegans'. Üblicherweise überschneiden sich die Blühzeiten von H. lardiflora' und H. sieboldiana 'Elegans' nicht. Es war ein glücklicher Umstand, dass eine frühe Blüte von H. lardiflora'mit dem Pollen einer späten Blüte von H. sieboldiana 'Elegans' bestäubt werden konnte. Die aus dieser Kreuzung entstandenen Hybriden sind unter dem Namen „Tardiana" bekannt. Eine der bekanntesten Selektionen ist sicher H. 'Halcyon'. Vielleicht fragen Sie sich, was ein Engländer mit den deutschen Hostazüchtungen zu tun hat?

 

HEINZ KLOSE

Wie Harald Berger in seinem Artikel über Klose im Staudengarten 2/2014 beschrieben hat, war Heinz Klose, ein Staudengärtner aus Kassel, mit Eric Smith befreundet und erhielt von ihm Tardiana- Sämlinge. Daraus selektierte er in den 1980er und 1990er-Jahren mehr als 60 Sorten. Zeitweise wurden in seinem Katalog mehr als 150 Hosta-Sorten angeboten. Einige der von Heinz Klose selektierten Sorten wurden nach seinem Tod von Pete Ruh, einem seiner amerikanischen Freunde, bei der American Hosta Society (AHS) registriert.

Klose war von Hostas begeistert und weltweit mit den damals tätigen Hostazüchtern eng vernetzt. Seine eigenen Züchtungen waren damals sicher auf der Höhe seiner Zeit. Harald Berger hat bereits ausgeführt, dass die Gärtnerei nach dem Tod von Heinz Klose nicht fortgeführt wurde. Es ist zu befürchten, dass viele seiner Züchtungen bereits verloren gegangen sind. Nur noch wenige Züchtungen von Klose sind im Handel erhältlich. Selbst in den Katalogen der Gärtnerei Klose aus den Anfangsjahren der 2000er-Jahre sind von den über 60 Züchtungen nur knapp 20 für den Verkauf gelistet.

 

MARLENE AHLBURG

Anders als in den USA oder Neuseeland sind die deutschen Hostazüchter fast alle männlich. Eine der wenigen Züchterinnen ist Marlene Ahlburg, die ebenfalls mit Heinz Klose bekannt war. Frau Ahlburg ist heute weit über 90 Jahre alt und lebt in Röttgesbühl. In den 1980er- und 1990er-Jahren beschäftigte sie sich intensiv mit Hostas, schrieb Artikel für die amerikanische und britische Hosta- Gesellschaft und züchtete schließlich auch selbst. Sie hat ihre Züchtungen nie registrieren lassen und ihre Pflanzen auch nie verkauft, sondern immer nur verschenkt. Das macht es nicht leicht, alle ihre Sorten ausfindig zu machen. Bisher konnten sechs Kultivare identifiziert werden. Marlene Ahlburgs Züchtungen haben einen ganz eigenen Charme, weswegen ihre Hostas auch heute noch bei Sammlern in Amerika begehrt sind. Sie werden dort für recht hohe Preise verkauft. Das ist ein weiteres Indiz für die bemerkenswerte Qualität ihrer Pflanzen.

 

FRITZ KÖHLEIN

Der bekannte Pflanzenkenner und Autor von Monographien, z. B. über Primeln und Phlox, hat in 1992/93 auch das einzige deutschsprachige Buch über Hostas veröffentlicht. Auch ihn hat der „Hostavirus" befallen. Nachdem er etliche Hosta-Sorten in seinem Garten zusammengetragen hatte, beschäftigte er sich bald selbst mit der Züchtung. Wie er in seinem Buch schreibt, hat er seine Züchtungen nicht registrieren lassen, sondern zu seiner eigenen Freude kultiviert. Er wollte keine Hostas einführen, ohne zu wissen, dass seine Züchtungen auf Dauer gartenwürdig waren und das Sortiment ergänzten. Neben eigenen Züchtungen hat Dr. h. c. Köhlein auch einige Hostas eingeführt, die er von einem japanischen Freund erhalten hatte, z. B. H. 'Japangirl' und `Japanboy'. Leider sind auch die von Dr. Köhlein gezüchteten Sorten nicht mehr alle im Handel erhältlich. Auch Dr. Köhlein selbst verfügt nicht mehr über alle seine Züchtungen.

 

ULLRICH FISCHER

In den 1980er- und 1990er-Jahren gab es einen richtigen Hype um Hostas. Unzählige neue Sorten

entstanden in dieser Zeit, auch in Deutschland.  Dr. Ullrich Fischer war mit Heinz Klose bekannt und reiste mit ihm zu Eric Smith nach Großbritannien. Darüber hinaus verfügte und verfügt Dr. Fischer bis heute über gute Verbindungen zu anderen Züchtern in Großbritannien und Amerika. Neben Sorten aus diesen Ländern bot er bald auch eigene Selektionen an. Die bekannteste ist vermutlich H. 'Heideturm', ein Sämling unbekannter Abstammung. Es handelt sich um eine große Hosta mit glatten grünen Blättern. Das hervorragende Merkmal dieser Sorte sind die bis 2 m hohen Blütenstiele, die den Namen „Turm" mehr als rechtfertigen. Leider kann bei einigen Sorten nicht mehr geklärt werden, ob Dr. Fischer sie gezüchtet/gefunden hat oder ob er „nur" der Namensgeber ist. Auch er hat nur noch wenige seiner Züchtungen im eigenen Bestand. Ein Teil ist im Handel erhältlich. Manche Sorten finden sich nur noch in Sammlungen amerikanischer Hosta-Liebhaber.

 

KLAUS JENSCH

Auch heutzutage widmen sich deutsche (Stauden-) Gärtner der Hostazüchtung. Einer von ihnen ist Klaus Jentsch aus Dresden. Er wirkte bisher „im Verborgenen". Erst durch die Recherchen von Harald Berger wurde seine Züchtungstätigkeit einem größeren Publikum bekannt. Klaus Jentsch hat über 30 Sorten selektiert. Darunter ist als mein Liebling ein gelber Hosta-clausa-Abkömmling mit dem Namen `Goldklaus'.

 

VOLKER ESCHENBACH

Ein weiterer zeitgenössischer Hosta-Züchter ist Volker Eschenbach aus Bayern. Seine Gärtnerei planwerk liegt am Chiemsee. Deswegen fangen die Namen seiner Züchtungen mit „Chiemsee" an. In der Tradition von Eric Smith und Heinz Klose beschäftigt er sich mit Tardianas. H. 'Chiemsee Eisvogel' und 'Chiemsee Glimmer' sind Sports aus `Halcyon'.

 

DIE FACHGRUPPE HOSTA

Die Hostas der deutschen Züchter sind vielleicht nicht so farbenprächtig und spektakulär wie die Einführungen der letzten Jahre aus den USA, den Niederlanden oder Belgien. Unbestritten handelt es sich jedoch um schöne Pflanzen, die einen Platz in unseren Gärten verdienen. Wenn wir nicht achtgeben, können viele Sorten schnell verloren gehen, wie die von Marlene Ahlburg oder Heinz Klose. Das möchten wir verhindern. Die deutschen Hosta-Züchtungen sind ein Teil unseres gartenkulturellen Erbes, das wir als Fachgruppe Hosta erhalten und für künftige Hostazüchter als Basis für weitere Züchtungen bewahren möchten. Zu diesem Zweck gibt es „Paten" für die Hostas einzelner Züchter. Die Übernahme einer solchen

Patenschaft umfasst folgende Aktivitäten:

 

die Aufpflanzung einer Sammlung im eigenen Garten,

 

sich selbst aktiv um die Komplettierung der jeweiligen Sammlung kümmern (z. B. durch Recherchen, wo es fehlende Sorten noch gibt, und deren Erwerb),

 

die Bewahrung der Pflanzen durch geeignete Maßnahmen (z. B. durch mehrfache Aufpflanzungen),

 

Hosta-Liebhabern und der Öffentlichkeit (auf Voranmeldung) die Pflanzen zu präsentieren, inkl. korrekter Beschriftung der Sammlung,

 

Weitergabe (falls möglich) von Pflanzen aus der Sammlung an interessierte Hosta-Liebhaber

(„Bewahrung durch Verbreitung").

 

Nachstehend füge ich eine Übersicht der bisher begonnenen Sammlungen an:

 

Marlene Ahlburg

Alle Hostas von Frau Ahlburg haben im Garten von Jutta Glindemann und Ralf Albrecht ein Zuhause gefunden. Die Sammlung ist also nach derzeitigem Kenntnisstand komplett. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass noch (bisher unentdeckte) Sorten von Frau Ahlburg existieren (s. hierzu auch unsere Liste im Internet). Falls Sie noch weitere Ahlburg-Sorten haben oder eine Bezugsquelle kennen, melden Sie sich bitte bei der Fachgruppe!

 

Josef Becherer

Harald Berger betreut die Sammlung der Sorten von Josef Becherer. Sie ist ebenfalls bereits komplett. Da Josef Becherer im letzten Jahr verstorben ist, bleibt es leider bei den sechs aufgeführten Sorten.

 

Volker Eschenbach

Familie Linnenschmidt hat sich der Hostas von Volker Eschenbach angenommen und seine bisherigen

Züchtungen vollständig im Garten zusammengetragen. Da Herr Eschenbach ein engagierter Hosta-Freund ist, dürfen wir hier sicher im Laufe der Zeit mit einem Anwachsen der Sammlung rechnen.

 

Ullrich Fischer

Die von Ullrich Fischer gezüchteten Sorten sollen ihren Platz im Garten von Thomas und Christa Hülsmann finden. Einige sind schon vorhanden und weitere sind in diesem Frühjahr hinzugekommen. Leider hat selbst Herr Dr. Fischer nicht (mehr) alle von ihm gezüchteten Sorten im Bestand, sodass fraglich ist, ob die Sammlung vervollständigt werden kann. Es sieht so aus, als wären einige Sorten nur noch in Amerika erhältlich. Wir werden versuchen, dort Bezugsquellen aufzutun.

 

Fritz Köhlein

Volker Frank, ein neues Mitglied der Fachgruppe, hat sich bereit erklärt, als bekennender „Köhlein-Fan" die Sammlung der von Köhlein gezüchteten Hostas zu übernehmen. Ein Grundstock besteht bereits und soll im Frühjahr um weitere Sorten ergänzt werden. Allerdings stellt sich auch hier das Problem, dass nicht mehr alle Sorten im Handel erhältlich sind. Deswegen benötigt Herr Frank Unterstützung bei der Beschaffung

folgender Sorten: 'Adrian K.', 'Blauer Sprudel', 'Drachenei', `Goldmarie', 'Goldwichtel', 'Lichtblick', 'Omletr, 'Pfifferling' und 'Wellenspiel'. Wer kann eine Bezugsquelle nennen oder hat selbst eine oder mehrere der gesuchten Köhlein-Sorten im Garten? Bitte melden Sie sich bei der Fachgruppe Hosta. Ich werde die Informationen weitergeben und gern auch den Kontakt zu Herrn Frank vermitteln. Vielen Dank!

 

Weitere Informationen

Über den aktuellen Stand unserer Aktivitäten können Sie sich auf der Homepage der Fachgruppe jederzeit informieren. An weitergehenden Informationen zu deutschen Hostas und Hostazüchtern sind wir sehr interessiert und würden uns über eine Kontaktaufnahme sehr freuen:

E-Mail: christa_huelsmann@web.de

Hosta-Züchtungen von Heinz Klose - Versuch einer Bestandsaufnahme (02/2014)

Hosta-Züchtungen von Heinz Klose -

Versuch einer Bestandsaufnahme

TEXT & FOTOS HARALD BERGER

 

Wenn von Klose-Züchtungen die Rede ist, so stehen im Mittelpunkt die Tardianas.

 

Mitte der 1970er-Jahre besuchte Heinz Klose zusammen mit Dr. Ullrich Fischer Hadspen House in England, wo Eric B. Smith Kreuzungen zwischen Hosta sieboldiana 'Elegans' (Arends, 1905) und H. tardiflora vorgenommen hatte. Heinz Klose kaufte für ca. 100 Pfund Sterling Tardiana-Sämlinge, die er in seiner Gärtnerei in Kassel-Lohfelden aufpflanzte, selektierte und benamte. Den Sorten gab er überwiegend deutsche Namen, u. a. nach Vögeln und deutschen Flüssen. Diese selektierten Sorten werden allgemein als „Deutsche Tardianas" bezeichnet.

 

Ebenfalls in den 1970er-Jahren kaufte Klose bei der Gärtnerei von Reginald Kaye, Lancashire, einige Hosta-Sämlinge. Der Besten gab er den Namen `Reginald Kaye'; diese wurde 2003 durch P. Ruh registriert. Auch von seiner Reise nach Japan hat er einige Pflanzen mitgebracht. Daneben erzeugte er eigene Sämlinge von unterschiedlichen Eltern.

 

In Deutschland waren seine Züchtungen in dieser Zeit wenig bekannt. In der Hosta-Liste von 1993 von Dr. U. Fischer ist keine einzige Klose-Sorte zu finden.

 

1992 bestellte Peter Ruh - zusammen mit drei kanadischen Sammlern - für 200 $ Hostas von der Gärtnerei Klose. P. Ruh schreibt im „Midwest Regional Hosta Society Newsletter" vom März 2004: „I ordered mostly their named tardiana und some others that looked interesting. I picked well. Some I ordered were labeled incorrectly, in particular, one of a Hirao type and another the name of wich I changed to one more proper". So kamen also die Klose-Sorten in die USA.

 

Heinz Klose hat von sich aus keine seiner Sorten bei der AHS (American Hosta Society) registrieren lassen. Die Registrierung erfolgte, teils posthum, durch Peter und Jean Ruh. Doch wer ist Züchter im Sinne der Registrierung? Ist H. Klose der „Züchter" der Smith-Sämlinge? Am Beispiel der Sorte 'Blaumeise' soll das erläutert werden. Die Bezeichnung „ONIR" entstammt den Registrierungsvorgaben der AHS:

0 = Originator

N = Nominant (namer)

I = Introducer

R = Name of Registrant

Der „Originator" ist der Züchter/Käufer oder Finder. Bezogen auf Heinz Klose ist dieser der Züchter (0), aber auch der Namensgeber (N) und derjenige, der die Sorte in den Verkehr gebracht, also eingeführt hat (I). Obwohl der Sämling nicht in seiner Gärtnerei entstanden ist, gilt H. Klose als Züchter/Finder. Die Registrierung erfolgte durch P. Ruh und seine Frau Jean (R). Gerade bei den Klose-Sorten sind das Jahr der Einführung und der der Registrierung fast immer unterschiedlich, weshalb das Jahr der Einführung, soweit bekannt, ebenfalls genannt ist.

 

Die Klose-Gärtnerei in Kassel-Lohfelden existiert nicht mehr, doch kann man Klose-Sorten, wenn auch nicht alle, in einigen Gärtnereien erwerben. Nicht immer sind Hostas als Klose-Sorten erkennbar, denn kaum eine

Gärtnerei gibt den Züchter und das Jahr der Einführung bzw. Registierung bekannt.

 

Die Zusammenstellung der Klose-Sorten war eine Fleißarbeit. Meine Quellen waren überwiegend die Klose-Kataloge 8, 9 und 10 sowie die Liste 1/91 (K bzw. L), die Datenbank von Marco Fransen (MF) und von Mark Zilis die „Hostapedia" (Z/Seite) sowie die Datenbank (HP) von Hugo Philips (myhostas.be). Zumindest die in den Klose-Katalogen als seine Züchtungen durch den Zusatz HK ausgewiesenen können als gesicherte

Klose-Sorten angesehen werden; in der Tabelle grün unterlegt. Leider sind nicht alle aufgeführten Sorten so eindeutig H. Klose zuzuschreiben.

 

Hosta 'Freising' und H. 'Weihenstephan' sind eindeutig Züchtungen von Hermann Müssel (0) und durch Klose (I) in den Verkehr gebracht worden. Die Sorten sind nicht bzw. falsch registriert, der Namensgeber (N) ungewiss (Müssel oder Klose). Andererseits weist Klose beide Sorten im Katalog 10 als seine Züchtung aus. Ein anderes Beispiel: In den späten 1960er-Jahren importierte Gus Krossa von H. Klose eine Hosta mit der Bezeichnung „HK#10", die 1997 bei der AHS registriert wurde und zwar als H. ‚LIvonia‘, G. Krossa (0) / P. Ruh (NIR).

 

Die Sorten, die eindeutig nicht von H. Klose stammen, sind in der Tabelle rot unterlegt. An all diesen Beispielen wollte ich zeigen, wie schwierig die Zuordnung sein kann. Ich zweifle, ob alle in den Quellen angegebenen Sorten überprüft wurden.

 

Wie man aus der Tabelle ersieht, sind einige darin aufgeführte Sorten nur bei einer Quelle genannt, nicht

aber in den Katalogen oder Preislisten der Staudengärtnerei Klose. Diese Lücken (weiß unterlegt) würde ich gern schließen und hoffe auf Mitarbeit. Der eine oder andere hat noch Kataloge oder Preislisten in seinem Besitz oder kann auf andere Weise zur Verifikation beitragen. Hinweise bitte an mich unter der bei der Fachgruppe Hosta angegebenen Adresse.

 

Weitere deutsche Züchter und deren Sorten findet man im Internet auf der Seite der Fachgruppe Hosta unter „Deutsche Züchter". Deren Überprüfung war, weil die Züchter noch leben, weitgehend einfach. Aber auch hier ist die Fachgruppe für Ergänzungen dankbar.

Deutsches Züchtungserbe Hosta (01/2014)

Deutsches Züchtungserbe Hosta

TEXT & FOTOS HARALD BERGER

 

Immer wieder kommt es zu Unsicherheiten über die Zuordnung einer Hosta-Sorte zu ihrem Züchter, z.B. ob Heinz Klose oder Fritz Köhlein der Züchter der Sorte Hosta 'Blauwichtel' ist. Auch die Fachgruppen-Mitglieder sind sich da nicht immer sicher.

 

Vor diesem Hintergrund hat die FG Hosta auf der Jahrestagung 2012 in Löbau beschlossen,

 

die Sorten der deutschen Hosta-Züchter zu erfassen,

 

die Liste im Internet allgemein zugänglich zu machen,

 

die Sorten zu beschreiben, mit Fotos zu versehen und

 

zu bewahren.

 

DIE ERFASSUNG

Die Liste der erfassten deutschen Züchter ist im Laufe meiner Recherchen immer länger geworden. Viele Züchter waren unbekannt, weil sie im Verborgenen arbeiten, ihre Sorten nicht registrieren lassen oder gar die Öffentlichkeit scheuen. So war Marlene Ahlburg erstaunt, als ich ihr mitteilte, dass ihre Hosta-Sorten

in den Vereinigten Staaten zwischen 20-25 US$ gehandelt werden. Nie hätte sie ihre Hosta an eine Gärtnerei verkauft oder anderweitig in den Handel gebracht, sondern sie hat ihre Pflanzen nur an Interessierte verschenkt. Dass sich ihre Hosta-Züchtungen bei der großen Konkurrenz behaupten können, weist auf die Qualität ihrer Züchtungsarbeit hin (man schätzt die Zahl der Hosta-Sorten auf mittlerweile 12000).

 

Die Züchter und ihre Sorten sind gelistet auf der Seite der Fachgruppe Hosta auf der Homepage der GdS (www.gds-staudenfreunde.de)

 

Die Sortenliste von Klaus Jentsch aus Dresden ist als vorläufig letzte hinzugekommen. In den nächsten Jahren sind weitere Markteinführungen zu erwarten.

 

Bei einigen Sorten von Heinz Klose gibt es noch Unklarheiten. Klose ist ein gutes Beispiel dafür, wie schnell Informationen über ein Züchtungswerk verloren gehen können, möglicherweise auch Sorten. Heinz Klose und seine Frau Rosi sind verstorben, die Gärtnerei existiert nicht mehr. Das Sammeln von Informationen über sein Züchtungswerk ist mühsam. Die erhaltenen Informationen sind oft widersprüchlich. Einige Eintragungen in Datenbanken, die im Internet zugänglich sind, konnten bisher nicht verifiziert werden. Erfreulicherweise sind die meisten Sorten in vielen Gärten vorhanden, denn in den 1970er- und 1980er-Jahren war die Gärtnerei Klose in Kassel-Lohfelden die Anlaufstelle, um neue Hosta zu erwerben. Die meisten seiner Sorten sind noch heute im Handel erhältlich.

 

SORTENBESCHREIBUNGEN

Die Beschreibung der deutschen Sorten wird für die kommende Zeit die Mitarbeit der FG-Mitglieder erforderlich machen. Im Moment arbeiten wir an der Erstellung eines Beschreibungs-Schemas in Anlehnung an das Anmeldeformular für die Registrierung neuer Hosta bei der AHS (American Hosta Society). Auf dem Formular werden die Beschreibungs-Parameter vorgegeben sein und sind nur noch anzukreuzen. Das erleichtert die spätere Eingabe in den Computer wesentlich. Noch ist die Frage nicht geklärt, wie umfänglich eine Beschreibung sein muss, um eine Sorte eindeutig identifizieren zu können.

 

Es kristallisiert sichdabei immer mehr heraus, dass die Erfassung in einer Datenbank sinnvoll ist. In wieweit dazu das Redaktionssystem der GdS geeignet ist wird derzeit eruiert. Daneben ist es notwendig, Fotos hinzuzufügen, die sowohl den Horst als Ganzes als auch Details wie Blätter, Stängel und Blüten abbilden.

 

BEWAHRUNG

Unsere Aktivitäten dienen letztendlich dem Ziel, die deutschen Sorten zu bewahren. Welche Bedeutung eine Sorte für die weitere Züchtung haben kann, zeigt die Hosta sieboldiana 'Elegans' von Georg Arends. Diese, 1905 auf den Markt gebracht und heute weltweit präsent, diente Eric Smith in den 60er Jahren als Kreuzungspartner mit H. lardiflora' und führte zur Erzeugung der Tardiana-Sorten. Wer kennt nicht Hosta 'Halcyon' und den daraus entstandenen Sport Hosta ‚June‘? Ohne die H. sieboldiana 'Elegans' wäre auch die Züchtungsarbeit von Heinz Klose nicht denkbar. In den Staaten spricht man von den „Deutschen Tardianas“.

 

Nicht jede Züchtung ist der große Hit. Andererseits sind Sorten wie H. 'Violetta' von Heinz Klose oder H. 'Solarkugel' von Fritz Köhlein wenig bekannt und unbedingt erhaltenswert. Letztere gibt es nicht einmal bei Marco Fransen zu kaufen.

 

Vor diesem Hintergrund wollen wir alle Sorten der deutschen Züchter erhalten und suchen Paten zur Betreuung. Erste Zusagen einer Patenschaft für die Sorten von Frau Ahlburg, von Arends, Becherer und Fischer liegen der Leitung der FG vor. Die Paten sollen die Sorten in ihrem Garten über die Jahre erhalten und evtl. vermehren.

 

Für die Arbeit der Erhaltung und Bewahrung suchten wir einen einprägsamen Namen. Jetzt hat Ullrich Fischer einen Vorschlag gemacht: Deutsches Züchtungserbe: Hosta

 

Treffender kann man es nicht ausdrücken. Diese Bezeichnung könnten auch andere Fachgruppen übernehmen, z.B. Deutsches Züchtungserbe: Hemerocallis. Die FG Hemerocallis hat auf Initiative von Gerd Oellermann mit der öffentlichen Aufpflanzung der Hemerocallis-Züchtungen von Dr. Tamberg im Brixer  Garten in Berlin den Anfang gemacht, wobei dies bezüglich anderer Hemerocallis-Züchter ebenso als wünschenswert anzusehen ist.

 

VORTEILE

Durch die Übernahme von Patenschaften zur Bewahrung des Deutschen Züchtungserbes: Hosta beschäftigen sich mehr Mitglieder mit dieser Materie und durch die Veröffentlichungen im Internet sind die Informationen weltweit abrufbar. Dadurch werden die hiesigen Züchter - aber auch die GdS - bekannter.

 

Es gibt also noch viel zu tun. Ich kann von meiner Seite versichern: es ist eine interessante, lohnende Arbeit.

Zeitschriftenartikel

Artikel in der "Gartenpraxis"

  • Erlesene und ungewöhnliche Schattenstauden (04/2017)
  • Hosta - Gartenklassiker mit Potential (11/2015)
  • Gärten am Reiseweg: Botanischer Garten Christiansberg (10/2015)
  • Homo Horticola: Walter Schimana (08/2015)
  • Stauden: 50 Jahre moderne Hosta-Züchtung (07/2015)
  • Gartenprobleme: Rhododendronrost / Bakterielle Blattflecken an Hosta (01/2012)
  • Garten-Praxis-Tip: Hosta im Sommer pflanzen (07/2011)
  • Hosta-Bestände vor Viren schützen (04/2006)
  • Stauden: Hosta im Kübel (10/2002)
  • Neue Entwicklungen in der Hosta-Züchtung (07/2002)
  • Stauden: Gestalten mit Hosta (12/1995)
  • Stauden: Universelle Hosta-Zwerge (01/1995)
  • Stauden: Hosta als Schneckenmenü (08/1992)
  • Hosta, ein Puzzle ohne Ende (10/1990)

 

Videos

Links

Hosta Garden Tour | Volunteer Gardener
https://www.youtube.com/watch?v=qvm71i39pCo

Hosta Funkien überwintern - FUNKIE, Hosta Überwintern im Topf
https://www.youtube.com/watch?v=CdbKT8jULQs

Hosta / Funkien vermehren - Stauden Funkien teilen - Hosta teilen vermehren
https://www.youtube.com/watch?annotation_id=annotation_646612145&feature=iv&src_vid=CdbKT8jULQs&v=F5Gxfkdu-tg

Funkien Hosta - Pflanzkombinationen und Tipps & Tricks zu verschiedenen Hosta Sorten
https://www.youtube.com/watch?v=T9h3YoucuUw

Les Hostas
https://www.youtube.com/watch?v=hSw0_Q9m1iA

 

Slide Shows

Links

First Look 18: Eine Dia-Show der AHS mit neuesten Züchtungen
Photo Viewer: ganze Pflanzen ❘ Slide Show: Hostablätter vor schwarzen Hintergrund
http://www.hostalibrary.org/firstlook/SlideShowCredit.htm