Aktivitäten

Jahrestreffen 2018

„Einstimmung auf den nahenden Frühling“ ist das Motto der Gartenreise der GdS-Fachgruppe Helleborus vom 9. bis 11. März 2018

Am Freitag, den 9.3.2018 starten wir um 9.30 Uhr in Würzburg unsere Reise. Nur knapp eine Stunde Fahrzeit sind es bis zum Garten von Gertrud Lutz, wo wir besondere Helleboren in Gelb und fast Schwarz aus eigenen Kreuzungen bewundern können.

Weiter geht die Reise nach Erfurt, wo wir in einer geführten Tour den mittelalterlichen und überaus romantischen Stadtkern erkunden werden.

Am Abend hält Jürgen Peters einen Vortrag zur Gattung Helleborus, zu dem auch Mitglieder der GdS-Regionalgruppe Erfurt eingeladen sind. Christ- und Lenzrosen zählen zu den Lieblingssortimenten der Raritätengärtnerei Peters in Uetersen. Die Arten und Sorten werden im Freiland kultiviert und stammen zum Teil aus eigener Zucht. Im Vortrag werden wir erfahren, was es Neues gibt.

 

Am Samstag, den 10.3.2018 besuchen wir die Raritätenbörse im weithin bekannten EGA-Park Erfurt. Dort werden die Aussteller so manche Rarität und Neuheit ihrer verschiedenen Vorfrühlingsblüher anbieten.

Anschließend Weiterfahrt nach Radeburg, wo uns Katrin Schauer in ihrem Garten erwartet. Anfang März blühen neben Helleboren zahlreiche Krokusse, Scilla, Galanthus, Corydalis, Epimedien sowie verschiedene Hamamelis und Kamelien.

Am Abend findet im Hotel die Mitgliederversammlung der Fachgruppe Helleborus statt.

 

Zum Abschluss unserer Reise erwartet uns am Sonntag, den 11.3.2018 noch ein ganz besonderes Highlight: im weithin bekannten Pfarrgarten Saxdorf von Hanspeter Bethke und Pfarrer Karl-Heinrich Zahn entstand hinter den Mauern des Klosterhofes in jahrzehntelanger Arbeit ein üppig grünendes und blühendes Pflanzenparadies. Das Gartenjahr beginnt oft schon im Februar, dann gehören die Beete und Wege den Zwiebelgewächsen und Vorfrühlingsblühern. Verschiedene Hamamelis sind zur Blütezeit ideale Partner zu Helleboren, Galanthus  und Primeln.
Rückfahrt nach Würzburg mit Pause im Weimar.

 

Reiseveranstalter ist Birgit Fellecke, weitere Informationen auf Anfrage bei cbahlo (at) outlook.com.

 

Treffen im Schloßpark Dennenlohe - Mai 2017

Treffen im Schlosspark Dennenlohe: einem Park mit asiatischem Einschlag

Text: ©2017 Sylvia Knittel

Der Schlosspark Dennenlohe liegt samt Schloss in Mittelfranken, in einer reizvollen, leicht geschwungenen Landschaft. Bekannt ist der Park wegen seiner Rhododendron-Sammlung. Das war auch der Grund, weshalb Christine Bahlo das Treffen der Helleborus-Fachgruppe der GdS (Gesellschaft der Staudenfreunde e.V.) dort organisiert hat. Es war ein schönes Wiedersehen mit vielen Mitfahrern unserer Helleborus-Reise im Februar 2017. Samentausch war auch angesagt und so okkupierten wir nach dem Mittagessen einen Tisch in der zum Restaurant umgebauten Scheune. Kartons und Körbe voll mit abgeschnittenen Blüten mit den angesetzten Samen stapelten sich darauf und jeder konnte sich aussuchen, was ihm oder ihr im Garten noch fehlte. Auch einige vorgezogene Sämlinge gab es zum Tausch. Dazu gab es Tipps, wie die Aussaat gelingt.

Der Garten direkt am Schloss ist mit verschiedenen Staudenbeeten angelegt. Als Privatgarten ist er nicht immer geöffnet. Die Mauer um den Garten ist mit einem runden Tor durchbrochen, das in den Park führt. Das rote Tor kann auf- und zugeschoben werden.


©2017 Sylvia Knittel

Wenn das Tor offen steht, ergeben sich wundervolle Durchblicke. Nicht nur an dieser Stelle hat der Schlosspark einen stark asiatischen Einschlag. Zwischen einem wahren Wald von verschiedensten Rhododendren schlängelt sich der Weg entlang dem Ufer des großen Mühlenweihers.


©2017 Sylvia Knittel

Eine rote Brücke führt über einen Wasserlauf, der den kleinen, mit Krebsscheren bedeckten Teich mit dem großen Mühlenweiher verbindet. 


©2017 Sylvia Knittel

Charmant ist auch die Steinbrücke mit dem Blick auf die Gras-Arena. Der Wasserweg zum großen Teich ist mit kleinen künstlichen Inseln angelegt. Die Gras-Arena wird bespielt mit Veranstaltungen, Theater und Musik.


©2017 Sylvia Knittel

Folgt man dem Weg am Ende des Teiches, so geht der Rhododendronpark in den sehr großen und weitläufigen Landschaftspark über. Der Weg geht bergan, hier kommt man zu einer kleinen Anhöhe mit einem Tempel, den die Süsskinds in Bhutan eigens anfertigen ließen. Die im Wind flatternden Gebetsfahnen ergeben ein sehr stimmungsvolles Bild.


©2017 Sylvia Knittel

Dort ist das räumliche Ende des großen Schlossparks erreicht, in dem immer weiter neue Garten- und Landschaftsanlagen entstehen. Die Fläche ist sehr weitläufig und bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten.

Es lohnt sich, an den Wochenenden vorbeizuschauen, wenn der gesamte Park inklusive Garten geöffnet hat. Die Zeiten findet man auf der Homepage www.dennenlohe.de.

 

Gartenreise nach Belgien und Nordfrankreich - Februar 2017

Text: Jutta Heußlein

Die erste Reise der im Jahr 2016 gegründeten Fachgruppe Helleborus führte 20 Helleborus-Begeisterte vom 16. bis 19. Februar 2017 nach Belgien und Nordfrankreich.

Dank der günstigen Verkehrslage konnte die Gruppe auf der Hinreise eine Pause im Arboretum Bokrijk (Region Gent) einlegen. Auf 18 Hektar sind hier u.a. die größte Ilex-Sammlung in Europa sowie die belgische nationale Bambus-Sammlung beheimatet. Weitere Schwerpunkte sind Magnolien, winterharte Farne und Berberitzengewächse. Am Abend konnten in der wunderschönen Altstadt von Antwerpen am “Grote Markt” die prachtvollen Gildehäuser aus dem 16./17. Jahrhundert bestaunt werden.

Der Privatgarten “De Hemelrijk” der Familie de Belder unweit von Antwerpen war am Freitag unser erstes Ziel. Jelena und Robert de Belder erlangten weltweite Bekanntheit als Begründer des berühmten Arboretums in Kalmthout. 1961 bot sich für das Ehepaar die Gelegenheit, ein in der Nähe des Arboretums gelegenes verwahrlostes Grundstück von rund 100 Hektar Größe zu erwerben. Sie machten es urbar, um tausende Sämlinge v.a. von Hamamelis, Prunus, Rhododendron und Hydrangea paniculata aufpflanzen, beobachten und auslesen zu können. Seit dem Tod Jelena de Belders im Jahr 2003 wird “De Hemelrijk” von ihrer Familie weitergeführt. Glücklicherweise fiel unser Reisetermin mit dem Höhepunkt der Hamamelisblüte zusammen. Auf “Hemelrijk” wird ihnen der Raum zugestanden, den sie brauchen, um unbedrängt ihren typischen, mehr in die Breite als in die Höhe gehenden Habitus zu entwickeln.


Foto © 2017 Jutta Heußlein  Hamamelis x intermedia Aphrodite

 

Anschließend ging es weiter ins Arboretum Kalmthout, dort hat auf 12,5 Hektar eine der bedeutendsten Pflanzensammlungen Europas ihr Zuhause gefunden. Kalmthout wurde zu einem wahren Traumgarten entwickelt, der zu jeder Jahreszeit mit seltenen Pflanzen aus der ganzen Welt begeistert. Der Winter ist hier eine ganz besondere Zeit. Wenn die Pflanzen der europaweit ältesten Zaubernuss-Sammlung ihre gelben, orangefarbenen und roten Blüten an den kahlen Zweigen zeigen und ihren kräftigen, herrlich süßen Duft verströmen, ist das ein unbeschreibliches Erlebnis.


Foto © 2017 Jutta Heußlein    Der Hamamelispfad in Kalmthout

Nachdem ursprünglich ausschließlich Hamamelis gesammelt wurden, hat sich das Arboretum inzwischen auf sämtliche Winterblüher spezialisiert. Die meisten Helleboren blühten zum Zeitpunkt unserer Reise leider noch nicht, jedoch konnten wir uns an den vielseitigen Strukturen der teilweise sehr seltenen Gehölze und ihren Rindenfarben erfreuen sowie an blühenden Viburnum, Cyclamen, Galanthus und anderen Winterblühern.

Ganz im Zeichen von Helleborus wurde der Samstag zum Höhepunkt unserer Reise. Früh am Morgen brachen wir nach Nordfrankreich auf. In Hantay nahe Lille war die Staudengärtnerei 'Plantes Vivaces' von Sandrine und Thierry Delabroye unser erstes Tagesziel. Thierry Delabroye ist einer der bekanntesten Staudenzüchter Europas mit den Spezialgebieten Helleborus, Heuchera und Epimedium. U.a. ist er Züchter der bekannten Heuchera 'Caramel'. Nach sehr freundlichem Empfang öffnete Thierry Delabroye eigens für uns einen bislang noch nicht für den Verkauf freigegebenen Folientunnel, und so konnten wir ungestört im vollen Angebot seiner herrlichen Helleboren stöbern. Hier war garantiert für jeden Geschmack etwas dabei. Sogar die Raritätenjäger unter uns fanden neue Schätzchen für ihren Garten.


Foto © 2017 Sylvia Knittel  Jagdfieber bei Plantes vivaces Delabroye


Foto © 2017 Jutta Heußlein   
Anemonenbluetige Helleborus-hybride aus der Gaertnerei Plantes vivaces Delabroye

Weiter ging es zur in Oostkamp ansässigen Staudengärtnerei Het Wilgenbroek. Thierry und Anneke Van Paemel sind Helleboruszüchter von weltweitem Ruf und führen ein außergewöhnliches und sehr umfangreiches Sortiment an Christ- und Lenzrosen.


Foto © 2017 Jutta Heußlein   Verkaufsraum bei Het Wilgenbroek


Foto © 2017 Jutta Heußlein  
Helleborus Royal Sofia von het Wilgenbroek.
Eine Kreuzung zwischen H. niger und H. sternii


Foto © 2017 Jutta Heußlein    Helleborus purpurascens


Foto © 2017 Sylvia Knittel   Helleborus-hybride rot gefuellt

Zusätzlich werden auch andere Stauden sowie Gehölze und Blumenzwiebeln in großer Auswahl angeboten. In den gepflegten und sehr geschmackvoll gestalteten Außenanlagen kann sich der Besucher Anregungen für gelungene Pflanzkombinationen holen.
Die Zuchtpflanzen unter den Helleboren werden übrigens von Hand bestäubt, um jedes Jahr neue eigene Selektionen in markttauglichen Stückzahlen anbieten zu können. Beim Betrachten allein blieb es natürlich auch hier nicht! Ein dicht an dicht mit Helleboren und anderen Pflanzen gefülltes Wägelchen nach dem anderen rollte zum Bus.

Foto © 2017 Sylvia Knittel    Gruppenfoto in der Gaertnerei het Wilgenbroek

Am späten Nachmittag blieb noch Zeit, die Gärtnerei Alpenplanten von Cathy Portier bei Brügge zu besuchen. Der Schwerpunkt dieser Spezialgärtnerei liegt auf Galanthus, Rhodohypoxis (Grassterngewächse mit Heimat in Südostafrika), Primula auricula und Dierama (Trichterschwertel, Zwiebelstaude aus Südafrika).
Auf 1000 m² befindet sich im Freigelände ein Steingarten mit diversen Felspflanzen und niedrigen Stauden. Wir schlenderten durch eine wunderbar angelegte Pflanzung mit vielen verschiedenen winterblühenden Gehölzen und Stauden, vor allem aber einer umfangreichen Galanthus-Sammlung mit zum Teil sehr seltenen Arten. Besonders harmonisch wirkten Tuffs der filigranen Schönheiten zusammen mit Cyclamen und Adonisröschen in einem kleinen Birkenwäldchen.


Foto © 2017 Jutta Heußlein   Gärtnerei Alpenplanten

Anschließend fuhren wir direkt nach Brügge, wo vor dem Abendessen noch ausreichend Zeit für einen ausgedehnten Bummel durch die prächtige fast vollständig erhaltene mittelalterliche Altstadt blieb. Malerisch liegen die historischen Patrizier- und Zunfthäuser an romantischen Gassen und Grachten. Der Glanz vergangener Zeiten strahlt auch heute noch im historischen Stadtkern, der im Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe gekürt wurde.

Am Sonntagmorgen gab es in der Wallonie nahe der Stadt Namur einen Zwischenstopp im Garten von Brigitte Tonneau. Auf 6000 m² erwartete sie uns in ihrem geschmackvoll angelegten und sehr gepflegten Gartenreich. Die große Passion der Gärtnerin sind die Schneeglöckchen. Wir konnten rund 200 Sorten in voller Blüte bewundern. In Kombination mit Helleborus, Cyclamen, Epimedium und Eranthis sowie vielen Gehölzen verteilen sich die Tuffs in Inselbeeten und entlang harmonisch geschwungener Wege. Ein schön modellierter Steingarten bildet einen besonderen Blickfang.


Foto © 2017 Jutta Heußlein    Garten Tonneau

Unser Fazit lautet: Die Reise war ein voller Erfolg und von Birgit Fellecke und Christine Bahlo hervorragend geplant und durchgeführt. Nach Möglichkeit sind wir alle im kommenden Jahr wieder mit von der Partie, wenn die Reise vom 9. bis 11. März 2018 in Vorfrühlingsgärten von GdS-Mitgliedern und nach Erfurt zur Raritätenbörse geht.