Züchter

Deutsche Hosta-Züchter

von Harald Berger

Deutsche Hosta-Sorten sind wieder gefragt und auch bei einigen Anbietern erhältlich.

Ich habe versucht, möglichst alle Sorten deutscher Züchter aufzuführen. Nach und nach sollen Beschreibungen sowie Fotos folgen. Jede Mitwirkung durch Ergänzungen und Korrekturen ist erwünscht.
Hinweise bitte an Harald Berger: bergball@t-online.de

Weitere Hinweise zum Projekt 'Deutsche Hosta-Sorten' finden Sie auf dieser Seite unter 'Deutsche Hostasorten - Anmerkungen'.

Marlene Ahlburg (Röttgesbüttel)
Züchtungen:

  • Blaues Boot
  • Grüne Dame
  • Grünherz
  • Messingleuchter
  • Moi Marlene
  • Mollie’s Blaue

Frau Ahlburg hat ihre Züchtungen nie verkauft, sondern immer nur verschenkt. Sie hat auch nie eine Sorte registrieren lassen. Trotzdem ist ein Teil ihrer Sorten bei der AHS als NR gelistet, wahrscheinlich über die British Hosta and Hemerocallis Society, für die sie für das jährlich erscheinende Bulletin zumindest in den Jahren 1984 und 1990 Artikel geschrieben hat. In ihrem Garten sind außer ihrer letzten Züchtung ‘Messingleuchter’ keine der Sorten mehr vorhanden. Allerdings kann man einige ihrer Sorten in Amerika (z.B. bei der Wade & Gatton Nurseries, Bellville, Ohio) erhalten, aber auch in Europa, z.B. bei Marco Fransen u.a.. Mit der Züchtung weiterer Hosta-Sorten befasst sich Frau Ahlburg nicht mehr.

Frau Ahlburg hat lange Helleborus gekreuzt, vielfach mit Sorten von Helen Ballard. Später beschäftigte sie sich mit Kreuzung von Hepatica, immer im Austausch mit Andreas Händel.

Georg Arends (Wuppertal-Ronsdorf) (1863–1952)
Züchtungen:

  • fortunei ‘Robusta’ (1905)
  • sieboldiana ‘Elegans’ (1905)
  • minor ‘Alba Improved’
  • ovata ‘Superba’ (1933)
  • tardiflora Hybride ohne Namen (1911)

Braun-Nauerz, Gaby
Züchtungen:

  • 'Corona', Braun-Nauerz (ON) / Warmerdam (NIR), 1996, Sport von 'S&S'
  • 'Ivy Parody', Braun-Nauerz (ONR) / Warmerdam (I), 2003, Sport von 'Wide Brim'
  • 'Klaus von Klitzing', Braun-Nauerz (ONIR), 2003, Eltern unbekannt
  • 'Lemon Sorbet', Braun-Nauerz (ONR) / Warmerdam (I), 2003, Sport von 'Lemon Lime'
  • 'Lime Maringue', Braun-Nauerz (ONR) / Warmerdam (I), 2003, Sport von 'Lemon Lime'


Josef Becherer
© 2013 Harald Berger

Josef Becherer
Züchtungen:

  • Auwald
  • Dilli Line
  • Dilli Perkeo
  • Donauwelle
  • Golden Dilli
  • Little Dilli
  • Little Goldcoin
  • Ulan

Dilli ist die Abkürzung von Dillingen, der Ort, wo Josef Becherer gewohnt hat.

Friedrich Camehl, Wahrenholz
Züchtungen:

  • Mohrchen

Volker Eschenbach (Planwerk, Chiemsee)
Züchtungen:

  • Chiemsee Angel (2008), gestreakter Sport von Blue Angel
  • Chiemsee Blaue Traube, blauer Sport aus Mourning Dove
  • Chiemsee Class, gestreakter Sport aus Touch of Class
  • Chiemsee Eisvogel, Sport aus Halcyon
  • Chiemsee Glimmer, Sport aus Halcyon
  • Chiemsee Madonna, Sport aus Dinky Donna
  • Chiemsee Standard, Sport aus Chiemsee Surprise
  • Chiemsee Suprise, gestreakter Sprot aus fortunei Hyacinthina
  • Chiemsee Tricky Twiggie, Sport aus Twiggie
  • Chiemsee Weihnachtssport, Sport aus Night before Christmas

Alle Sorten sind nicht registriert und z.Zt. nur als Original Stock verfügbar.

Dr. Ullrich Fischer
Züchtungen:

  • Big Djin
  • Eos
  • Golden Crinoline
  • Heideturm
  • Icicle (Mutaion aus H. ‘Thunderbolt’)
  • Laterna Magica (unbekannter Züchter!)
  • Little Pan 1) (nur bei Peter Ruh, Ohio, erhältlich)
  • Lucy Hooker
  • Merlin
  • Miss Sophie
  • Ophir
  • Phoenix
  • Twiggie
  • Ufo (hellrandiger Sport von H. ‘Sum and Substance’)
  • Undine (nur der Name stammt von U. Fischer)
  • Vein of Gold
  • Vino Verde (nur der Name stammt von U. Fischer)

Klaus Jentsch, Dresden
Züchtungen:

  • Alaska Gold
  • Aurea Glauca
  • Blaue Welle
  • Blauwal
  • Blue Dino
  • Blue Hobbit
  • Blue Winter
  • Crispy Blue
  • DD Blauer Klaus
  • DD Blondes Gift
  • DD Goldene Hochzeit
  • DD Gothic 1
  • DD Green Symphonie
  • DD Jumbo Ohr
  • DD Phantom
  • DD Silberkante
  • Dresdner Gold
  • Dresdner Lederhosen
  • German Sauerkraut
  • Golden Expectation
  • Golden June
  • Goldklaus
  • Goldlöffel
  • Goldstück
  • Grey Under Need
  • June’s Baby
  • Lanze
  • Little Rhubarb
  • Little German Sauerkraut
  • Little Substance
  • Minigold
  • Pottwal
  • Radioaktiv
  • Rhubarb Dream
  • Schwertwal
  • Seestern
  • Silberne Hochzeit
  • Silberpokal
  • Spinne
  • Super Ventri
  • Wuschel

Andreas Kirschenlohr
Züchtungen:

  • Palatina On Stage

Wir werden hoffentlich noch weitere Selektionen mit dem Zusatz 'Palatina' (lat.: Pfalz) erwarten dürfen.

Heinz Klose
Züchtungen:

  • Ahr
  • Blaue Venus
  • Blaue Wolke
  • Blaufink
  • Blauglut
  • Blaugold
  • Blaumeise
  • Blauspecht
  • Blütenspiel
  • Charon
  • Dauergold
  • Doreen
  • Elbe
  • Frühlingsgold
  • Frühlingssonne
  • Fulda
  • Fumiko
  • Glockenspiel
  • Goldpfeil
  • Goldrand
  • Grünspecht
  • Herkules
  • Irische See
  • Kassel
  • Kasseler Blue
  • Kasseler Gold
  • Konkubine
  • Lahn
  • Liliput
  • Livonia
  • Memories
  • Mosel
  • Naomi
  • Oder
  • Rhein
  • Schneekuppe
  • Schneewittchen
  • Schwarzer Ritter
  • Silberpfeil
  • Tomoko
  • Violetta
  • Weser
  • Weisse Glocke
  • Zitronenfalter

Dr. h.c. Fritz Köhlein, Bindlach

Einführungen:

  • Japanboy
  • Japangirl
  • Rheingold
  • Silberlöffel

Züchtungen:

  • Adrian K.
  • Bläuling
  • Blauer Dragoner
  • Blauer Sprudel
  • Blauwichtel
  • Bunte Babette
  • Drachenei
  • Gestreifte Lanze
  • Goldene Woge
  • Goldmarie
  • Goldwichtel
  • Grünfink
  • Hellebarde
  • Kleiner Schelm
  • Lichtblick
  • Naseweiß
  • Omlett
  • Pfifferling
  • Rumpelstilzchen
  • Solarkugel
  • Wellenspiel

Diese Liste ist - abschließend - von Dr. Köhlein korrigiert und bestätigt worden!

Lebenslauf von Dr. rer. nat. h. c. Fritz Köhlein, Bindlach
Am 26. Dezember 1924 wurde ich in Bayreuth als Sohn des Kfz-Werkmeisters Georg Köhlein und seiner Ehefrau Elisabeth Köhlein, geb. Rabenstein geboren. Meine Eltern entstammten alten Handwerker- und Bauernfamilien aus Bayreuth und dessen Umland (Bindlach, Hummelgau).
Jugend- und Schulzeit verbrachte ich in Bayreuth, die Ferienzeit fast immer in Bindlach bei Großvater. 1931-1938 Volksschulbesuch in der Graserschule in Bayreuth. 1938 Übertritt in die Aufbauschule. Anschließend Besuch der Lehrerbildungsanstalt in Würzburg. Von 1942 bis Juli 1944 war ich Panzerfunker bei der deutschen Wehrmacht und anschließend vier Jahre (Juli 1944 bis Mai 1948) in sowjetrussischer Gefangenschaft.

Mein Vater war sehr früh (1930) durch einen Motorradunfall verstorben, die Wohnung, die ich mit meiner Mutter bewohnte, wurde im April 1945 durch Bomben total zerstört. Dadurch konnte ich nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft, die schulische Ausbildung nicht vervollständigen, der Gelderwerb stand im Vordergrund.

1950 heiratete ich Annemarie Steininger, geboren in Bayreuth - St. Johannis. Dieser Ehe entstammen die beiden Söhne Norbert und Gerald.

Meiner Neigung auf dem Gebiet der Chemie entgegenkommend, begann ich 1948 meine Tätigkeit im Labor der Lackfabrik Julius Rotter, Bayreuth, als Chemie-Hilfswerker. Im Juli 1952 konnte ich mit einer Ausnahmegenehmigung des damaligen Bayerischen Arbeitsministerium in München, die Chemielaboranten-Prüfung, ohne ordentliche Lehrzeit, erfolgreich ablegen. Von 1953-1954 war ich bei der Lackfabrik Wittmann in Küps beschäftigt. Ab dem Jahre 1954 begann meine Tätigkeit als Lacktechniker bei den Lackfabriken Schwaab, Werk Bad Berneck. Meine Tätigkeit dauerte dort mehr als 30 Jahre, wo ich als Laborleiter, Sicherheitstechniker und Ausbilder für Laborlaboranten ein interessantes Arbeitsfeld inne hatte. Dieser Tätigkeit entsprechend war ich auch lange Jahre Mitglied der Prüfungskommission für Lacklaboranten an der Industrie- und Handelkammer in Bayreuth. Anfang des Jahres 1985 trat ich mit 60 Jahren in den Vorruhestand.

Parallel zu diesem erfolgreichen Werdegang bildetet sich schon bald ein zweites außerberufliches Betätigungsfeld aus, meinen Neigungen zu Natur und Pflanzen entsprechend. Gärtnerisch war ich schon ab 1951 tätig, wobei sich bald zeigte, dass eine intensivere Beschäftigung mit diesem Gebiet, nur auf botanischer Grundlage möglich ist. Als Autodidakt entwickelte ich verschiedene Tätigkeiten als Sammler von Pflanzen, aber auch der zugehörigen Literatur. Ebenfalls als Hobby-Züchter bei den Gattungen Hemerocallis, Iris, Lilium, Sempervivum und Hosta. Eine Tätigkeit, die auch Anerkennung durch Preise und Medaillen hatte. Bald (1963) begann meine Tätigkeit auf dem schriftstellerischen Sektor, erst durch Beiträge in Fachzeitschriften, später als Buchautor, wobei sich die Thematik schon bald botanisch-monographischen Gebieten zuwandte.
Es muss hier erwähnt werden, dass ich bei allen Arbeiten wesentlich von meiner Frau Annemarie unterstützt wurde.

Die intensive Beschäftigung, speziell mit Pflanzen des alpinen Sektors, machte viele Reisen in Gebirgen notwendig, den europäischen, aber auch weit entfernten (Himalaja, Kaukasus, südafrikanische Drakensberge, Gebirge Alaskas und des nordwestlichen Kanada, den Rocky Mountains der USA und den „südlichen Alpen“ in Neuseeland). Meine Tätigkeit führte auch zu zahlreichen Mitgliedschaften in in- und ausländischen Pflanzenliebhabergesellschaften. Das führte auch dazu, dass ich 1977 zum stellvertretenden Präsidenten der „Gesellschaft der Staudenfreunde e. V. (G.d.S.) gewählt wurde, eine ehrenamtliche Tätigkeit, die ich neun Jahre inne hatte. Seit Herausgabe der Fachzeitschrift „Gartenpraxis“ gehöre ich auch dem Beirat dieser anerkannten Fachzeitschrift an.

Durch den Ruhestand konnten verschiedene Aktivitäten verstärkt werden, die eigenen Bücher sind jetzt auf die stattliche Zahl von 20 angewachsen, wobei einzelne in fremde Sprachen übersetzt wurden (englisch, französisch, niederländisch, dänisch, ungarisch, portugiesisch, russisch und polnisch). Nicht unerwähnt sollte meine Tätigkeit als Pflanzen-Fotograf sein, was zu einer Datei von mehr als 31 000 Aufnahmen führte.

Mit der Gattung Hosta beschäftigte ich mich im Rahmen meiner Züchtungen von ca. 20 Sorten sowie der Erstellung der Monographie über Hosta, erschienen im Ulmer Verlag, Stuttgart.
Die eigenen Tätigkeiten führten auch zu einer Reihe von Ehrungen. So erhielt ich im Juli 1988 von der Fakultät für Biologie, Chemie und Geowissenschaften der Universität Bayreuth den akademischen Grad eines Doktors der Naturwissenschaften ehrenhalber (Dr. rer .nat. h.c), von der Deutschen Gartenbaugesellschaft den Buchpreis (1990), von der Gesellschaft der Staudenfreunde die Karl Foerster-Medaille in Bronze, Silber und Gold und vom Zentralverband Gartenbau, Sondergruppe Stauden, den Karl Foerster-Ring.
Fritz Köhlein

Christian Kress
Züchtungen:

  • Zwutschgerl (2004) eine der allerkleinsten Funkien, ähnelt ‘Kifukurin Ko Mame’!

Martin Linnenschmidt, Rheine
Züchtungen:

  • Ems Pfeil (ONIR 2016) – Abby x OP

Eine kleine blaugrüne Hosta, mit leicht gewellten, ovalen Blättern.
Die Blattstiele sind im unteren Bereich rot gesprenkelt und die Blüten sind blass lavendelfarbig.

Martin Lokies, Dorsten-Hervest
Züchtungen:

  • Hervester Smaragd (ONIR 2015)
  • Jarno (ONIR 2016), Korean Snow x June, eine gelbe Hosta
  • Laurentina’ (ONIR 2014) - Galaxy x OP
  • Maryke Lokike, (ONIR 2009) - Halcyon x OP
  • Plaschken’ (ONIR 2010) - Stiletto Sport
  • Hervester Flamme - (ONIR 2010)

Hans-Hennig Maindock (✝)
Züchtungen:

  • ‘Georg Impler’ Maindok (ONI) NR, um 2000, ‘Tokudama’ x ‘Tall Boy’ - Benannt nach einem Hostasammler und Gartenliebhaber bei Fischbauchau (Bayern). Dunkelgrünes, annähernd rundes und sehr festes Laub. Wächst in einer an den Boden angedrückten Rosette und sieht in der Jugend aus wie ein Breitwegerich, hat kurze Blattstiele. Entwickelt einen hohen und dicken Blütenstand mit hell-lavendelfarbenen Blüten. Die Blüten sind klasse! Mittlere Höhe, schattiger Standort.
  • ‘Schneck’ Maindok (ONI) NR, Eltern unbekannt - Die genaue Abstammung lässt sich nicht mehr nachvollziehen, doch schaut die hübsche kleine Sorte H. ‘Dorset Blue’ ähnlich. Die Blätter sind herzrund und stärker bepudert als bei der wahrscheinlichen Mutter. Blüten hell lavendel, klein, schattiger Standort. Sehr schöne kleine, aber langsam wachsende Hosta, Bonsaibeisteller
  • ‘Grey Bird’ Maindok (ONI) NR, Eltern unbekannt - Ist eine kompakt wachsende kleine, eher grau denn blaulaubige Hosta mit recht derbem Laub, die H. ‘Rhein’ ähnelt. Die lanzettlichen Blätter entfalten sich aus einem kompakten Horst. Recht wüchsig und überzeugt durch die kräftig gefärbten, reichhaltigen violetten Blüten. Für schattigen Standort.
  • ‘Tässchen’ Maindok (ONI) NR, Sämling von H. ‘Tokudama’ - Stark gebechertes und gehämmertes Laub, das sehr zäh ist. Höhe ca. 40 cm, nahezu weiße Blüten, schattiger Standort.
  • ‘Tugaux’ Maindok (ONI) NR, könnte aber ein Sport von ‘Tsugaro Komanichi’ sein - Kleine Sorte mit weiß panaschiertem Rand und dunkler Blattmitte. Der Rand kann an manchen Blättern an derselben Pflanze gänzlich verschwinden. Dies ergibt irgendwie eine witzige Erscheinung. Dunkle violette Blüten an hohen Stielen im Mitsommer. Halbschattiger Standort.

Alle Sorten sind bei Planwerk am Chiemsee erhältlich

Hermann Müssel, Freising (Entsehungsort Hostas), Heigenhausen (Wohnort)
Züchtungen:

  • sieboldii 'Weihenstephan', Müssel (O) ∼1970, Klose (NI) 1977, Ruh (R), 2003 - Absaat von H. sieboldii ‘Alba’
  • 'Freising', Müssel (O) ∼1970, Klose (NI) 1977, Ruh (R) 2009 - H. sieboldii ‘Alba’ x ‘Fortunei’

mit freundlicher Genehmigung Prof. Dr. Hertle
Lebenslauf von Dipl. Ing. Hermann Müssel *1926 ✝2010
Er war von 1963 bis zu seiner Pensionierung 1991 Technischer Leiter des Sichtungsgartens und engster Mitarbeiter von Prof. Richard Hansen. Herr Müssel hat nicht gezielt gezüchtet, doch sind seinem Auge gute Auslesen von spontan auftretenden Sämlingen verschiedener Staudengattungen zu verdanken. Es ist mir nicht bekannt, dass außer ‘Freising’ und ‘Weihenstephan’, die leider nicht mehr in Weihenstephan vorhanden sind, weitere Hosta von ihm benannt und in den Handel gebracht worden sind. Sicher kann ich dieses jedoch nicht sagen, da keine Schriftvermerke zu seinen Auslesen vorhanden sind. Im Internationalen Register sind Ligularia ‘Weihenstephan’, Ajuga ‘Naumburg’ und Dianthus gratianopolitanus ‘Mirakel’ als seine Züchtungen verzeichnet.

Nach dem Abitur erlernte Hermann Müssel den Beruf des Gärtners in den Betrieben Töpperwein in Ortenburg und Karl Lampert in Geiselhöring. Anschließend studierte er an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Technischen Hochschule München in Weihenstephan Gartenbau. 1954 schloss er das Studium als Diplom-Gärtner erfolgreich ab. Bereits während seines Studiums arbeitet Hermann Müssel als Gärtner im Botanischen Garten in München und als wissenschaftliche Hilfskraft am von Richard Hansen begründeten und geleiteten Institut für Stauden und Gehölze der Staatlichen Lehr- und Forschungsanstalt, dem der Sichtungsgarten angegliedert ist. Erstmalig war er hier mit Versuchsauswertungen und Arbeiten der Staudensichtung betraut.

Dem Studium schloss sich eine vierjährige Tätigkeit als Anzuchtleiter und Lehrlingsausbilder bei der namhaften Staudengärtnerei Kayser und Seibert in Roßdorf bei Darmstadt an. Von 1959 bis 1963 war er als Leiter der Baumschul- und Staudenabteilung der Baumschul- und Gartengestaltungsbetriebs Roberts in Saarbrücken tätig. 1963 führte ihn sein beruflicher Weg zurück nach Weihenstephan. Am 1. Oktober nahm er seine Tätigkeit am Institut für Stauden und Gehölze auf. Hier war er für die wissenschaftliche Betreuung der Versuchspflanzungen, die Auswertung der Versuche, die Koordination des Arbeitsablaufs und die Ausbildung der Lehrlinge zuständig. 1988 konnte er sein 25-jähriges Dienstjubiläum feiern. Ende Mai 1991 wurde Hermann Müssel in den Ruhestand verabschiedet.

Prof. Dr. Bernd Hertle, Leiter Weihenstephaner Gärten

Die beiden Hosta von Hermann Müssel haben je ein Sport hervorgebracht:

  • Hosta ‘Weihenstephan’ (Sport: ‘Paradise Beach’ bei Marco Fransen, NR und ‘Oberland Spring Air’, Stefan Rank, ONIR 2015)
  • Hosta ‘Freising’ (Sport: ‘Freising Variegated’ bei Marco Fransen, NR)

Beide Hostas sind im Handel erhältlich.

Hermann Müssel schrieb am 3. Dezember 1991, schon im Ruhestand, an Fritz Köhlein, der ihn um Informationen zu den Sorten H. ‘Freising’ und H. ‘Weihenstephan’ gebeten hatte:
„Vorweg, ich sehe mich nicht unbedingt als Züchter der genannten Hosta-Sorten, wenigstens aber als „Mitverursacher“; doch bei Staudenzüchtungen sind ja oftmals mehr Zufälle im Spiel. Zum Glück habe ich die bescheidenen Unterlagen hierzu noch vorliegen…

Um 1970 machte ich Aussaaten von Hosta sieboldii ‘Alba’, allein aus eigenem Interesse, um zu sehen, wie weit diese Form bei generativer Nachzucht konstant bleibt. Mögliche Einkreuzungen konnte ich allerdings unter den gegebenen Umständen nicht ausschließen. Als Ergebnis war für mich bereits interessant, dass an die zwanzig Sämlinge, die zur Blüte kamen, nur einer farblich aus der Reihe tanzte; und dies war einer von dreien, die deutlichen Einschlag von H. fortunei zeigten. Nachdem viele sich als zu schwach erwiesen und letztlich verloren gingen, pflanzte ich die verbliebenen wüchsigen wieder auf und nummerierte diese von 1 bis 7. Ab 1974 datieren meine ersten Aufzeichnungen, aus denen ersichtlich wird, dass Nr. 4 sich als bester weißblühender Fortunei-Typ zeigt (Blattbreite bis 9 cm, Blütenhöhe bis 90 cm).

Nr. 2 erwies sich dabei als besonders reich- und frühblühender Sieboldii-Typ. Ohne einen Gedanken daran, daraus Sorten machen zu wollen, beobachtete ich sie nur weiter. Es war dann ein Zufall, dass Heinz Klose – der einzige unter den Staudengärtnern, der Weihenstephan wenigstens einmal im Jahr besuchte – etwa 1977 gerade zur Hosta-Blüte erschien und von den beiden Pflanzen so begeistert war, dass er darum bat, sie zur Weitervermehrung zu bekommen. Jeweils ein kleines Stück blieb dann noch zurück. In einem der folgenden Jahre brachte er sie dann unter den bekannten Namen heraus, wenn ich recht erinnere, auch unter dem Hinweis der Herkunft. In den mir nun allein noch vorliegenden letzten Ausgaben ist darauf überhaupt nichts mehr vermerkt. Auch in der Liste der Neueinführungen sind sie nicht aufgeführt. Zumindest das Einführungsjahr könnte man von Klose erfahren.“

Aus diesen Ausführungen geht nicht hervor, wer die Namen vergeben hat. Es steht zu vermuten, dass es H. Klose war. Dann müsste für beide Sorten gelten: Müssel (O), Klose (NI), Ruh (R).

Ernst Pagels
Züchtungen:

  • Bianca

Franz Radzicki, Westfalen ♱
Züchtungen:

  • ‘Franz Radzicki’ (ONIR 2009) - H. ‘Hadspen Blue’ x OP

Renate & Gerhard Ragus, Ganderkesee
Züchtungen:

  • H.'Galetta' (ONIR) 2016, Kreuzung zwischen H.'Galaxy' x H.'Violetta' ----schöner Streaker mit nach oben geöffneten Blättern
  • H. 'Number Nine' (ONIR), 2015, Sämling, Frühjahrsaustrieb gelb, dann blaugraues Blattwerk, Rand gewellt, Blüte fast weiß, bis sehr spät in den Herbst laubhaltend
  • H.'Persian Red' (ONR) 2016, Sämling von H.'Crested Surf' ---roter Blattstielansatz, sehr kräftig-lila Blüten
  • H.'Sister Garned' (ONR) 2016, Kreuzung zwischen H.'Violetta' x H.Mikawa No Yuki' --- mit tollem Blattwerk in Grün und sehr vielen lila Blüten

Stefan Rank, Habach / Bayern
Züchtungen:

  • Oberland Advanced Technology, Rank (ONR) 2013, Sport von H. 'Konkubine'
  • Oberland Blue Dimension, Rank (ON) 2013 NR, Sämling von H. 'Tokudama Aureonebulosa'
  • Oberland Colourful Noise, Rank (ONR) 2013, Sport von H. 'Francee'
  • Oberland Green Swallow, Rank (ON) 2013 NR, Sämling von H.longissima (open pollinated)
  • Oberland Spring Air, Rank (ONR) 2013, Sport von H. sieboldii 'Weihenstephan'
  • Oberland Thin Line, Rank (ON) 2013 NR, Sport von H. 'Halcyon'

Walter Schimana
Züchtungen:

  • H. ‘Mein Goldstück’
  • H. ‘Goldkiki’
  • H. 'Waldläufer', NR, H. 'Yellow Splash Rim' x H. clausa var. normalis

Walter Schimana wurde 1927 geboren. Nach Kriegsgefangenschaft und Dienstverpflichtung durch die britische Miltärregierung begann er eine Gärtnerlehre (1947–1951). Als Stauden- und Landschaftsgärtner arbeitete u.a. in der Staudengärtnerei Georg Arends in Wuppertal-Ronsdorf. 1957 legte er die Meisterprüfung als Staudengärtner in Berlin ab und erweiterte sein Wissen in verschiedenen Staudengärtnereien und Landschaftsbetrieben. 1963 gründete er einen eigenen Betrieb mit Staudengärtnerei und Landschaftsbau in Deiningen bei Nördlingen in Bayern mit der zusätzlichen Spezialisierung ab 1971 auf den Bau von Folienteichen und der Kultur von Wasserpflanzen. 1982 war der Beginn der Vortragstätigkeit vor Fachleuten und Liebhabern, u.a. an der Bildungsstätte Gartenbau in Grünberg/Hessen. Neben der Tätigkeit in verschiedenen Gremien, z.B. Vorsitzender der Bayerischen Staudengärtner, machte er sich als Autor von Fachbücherern und -artikeln einen Namen. Nach Übergabe seines Betriebes im Jahre 1991 war er nur noch freiberuflich tätig (z.B. Schulungen von Landschaftsgärtnern und Junggehilfen in Deutschland und Österreich).

Seine Leidenschaft für die Pflanzen ließ ihn auch im hohen Alter nicht los. Er brachte sich aktiv in die Arbeit der Regionalgruppe Ostalb/Donau der GdS, z.B. durch Vorträge, ein.

Eberhard Schuster, Crivitz
Züchtungen:

  • Hosta ‘Undine’

E. Schuster (O) / U. Fischer (N) / E. Schuster (I) / - (R), Eberhard Schuster erhielt Samen (Absaat von H. ‘Ming Jade’) von Ursula Syre-Herz aus South Carolina (PeeDee). Aus den vielen Sämlingen war eine Pflanze auffallend und erhielt von Ullrich Fischer den Namen ‘Undine’. Unter diesem Namen wurde sie von E. Schuster in den Handel gebracht. Seitdem wird die Pflanze kultiviert und ist in begrenzter Stückzahl aus vegetativer Vermehrung in der Gärtnerei von E. Schuster zu erhalten. http://up.picr.de/18640437vc.jpg

Dr. Hans Simon, Marktheidenfeld
Züchtungen:

  • Hosta Tardiana-H. 'Ansty'
  • Gelber Kaiser Han Wu Di
  • Gelbe Kaiserstandarte
  • Konkubine Ersten Ranges
  • Hosta mukayama ‘Purple Flamingo’
  • Woge

Einführungen:

  • Hosta nakaiana 'Spessart'

Dazu schrieb uns der Sohn, Werner Simon: "Hosta fluctuans 'Woge' ist ein Ausleseklon, der zuverlässig gut blüht Hosta mukayama 'Purple Flamingo' ist eine eigene Auslese aus Material vom Naturstandort, einer Insel in der Bucht von Tokio. Die Blüten stehen büschelig gehäuft am Stielende. Hosta nakaiana 'Spessart' ist eine eigene Auslese mit besonderem Augenmerk auf eine flache, dichte Laubdecke. Die Sorten 'Gelbe Kaiserstandarte', 'Gelber Kaiser Han Wu Di' und 'Konkubine Ersten Ranges' werden der Art Hosta sieboldiana zugeordnet. Sie stammen aus dem Garten von Frau Marianne Beuchert, Sie bekam sie geschenktvon den damals (80er Jahre) zwei Botanischen Gärten Pekings. Hosta Tardiana-H. [Klose] und Hosta tardiflora [Karlsruhe] …. die eckigen Klammern bezeichnen einen Typ der Art, meint die Herkunft eines Klons, zu Vergleichszwecken und der Vielfalt wegen. Hosta Tardiana-H. 'Ansty' Ist ein Tardiana Klon. Die Bezeichnung dürfte von Klose stammen und ist möglicherweise auch nur eine Herkunftsbezeichnung (Ansty ist in England ein häufiger Dorfname)."

Heinrich Rudolf Wehrhahn (1887–1940)
Züchtungen:

  • ‘Bella‘ (syn. Hosta 'Fortunei Obscura' Hylander und Hosta bella Wehrhahn)

Derzeit ist uns nur diese eine Sorte des Züchters bekannt. Urpsrünglich als Hosta bella bezeichnet, wird diese Hosta heute als Sorte angesehen. Hosta ‘Bella’ ist bei einigen Händlern in Europa erhältlich. Der Unterschied zu H. ‘Fortunei Obscura’ ist marginal. (Wehrhahn, H. R., 1936. Zwei übersehene Hosta-Arten. Gartenflora, Berlin, 85:248–249.)

Klaus Werner
Züchtungen:

  • Laura

In diesem Zusammenhang: Im Onlinekatalog von Marco Fransen kann auch nach Züchtern gesucht werden.

 

Deutsche Hosta-Sorten - Anmerkungen

Seit dem 25.10.2012 wurde die komplette (und autorisierte) Liste der Einführungen bzw. Züchtungen von Dr. h.c. Fritz Köhlein eingestellt. Harald Berger (bergball@t-online.de) würde sich sehr freuen, wenn er von Ihnen

  • eine Mitteilung bekäme, wer eine Köhlein-Züchtung in seiner Kollektion hat und
  • wer für die nächste Hostatagung im Mai eine oder mehrere Pflanzen aus der Köhlein-Linie mitbringen kann.

Vielleicht gelingt es uns ja, eine komplette Sammlung - an einem oder mehreren Standorten - mit allen Köhlein-Hostas aufzubauen und zu erhalten.

Harald Berger: "Wie schnell Sorten verschwinden, sieht man an den Klose-Sorten. Die zusammengestellte Liste, die auf unserer Hosta-Seite veröffentlicht ist, muss nicht vollständig sein. Heinz Klose ist verstorben. Hilfreich bei der Recherche waren seine Kataloge. Wer noch alte Klose-Kataloge besitzt, sollte einmal nachschauen, ob eine Sorte übersehen wurde."

Die Ahlburg Sortenliste wurde komplettiert und abschließend eingestellt. Abschließend? Keineswegs! Dazu Harald Berger: "Für die Ahlburg Sorten (siehe 'Hostathemen, Deutsche Sorten'), sind insbesondere die norddeutschen Mitglieder aufgerufen, evtl. weitere als die aufgeführten Sorten zu melden. Erstaunlich, wie viele Ahlburg-Sorten noch in Gärtnereien gelistet sind, vor allem in den USA. Für eine Züchterin, die nie eine Sorte hat registrieren lassen und ihre „Kinder“ immer nur verschenkt, aber nie verkauft hat, ein unerwarteter Erfolg. Ihre Sorten müssen es wert sein!"

Harald Berger und Thomas Hülsmann verfolgen die Idee, die deutschen Züchtungen mit Hilfe der GdS, Fachgruppe Hosta, zu erhalten und in einem oder mehreren Gärten/Parks etc. aufzupflanzen. Zunächst stellt sich die Frage an die Mitglieder der FG Hosta, wer diese Sorten im Garten kultiviert. Die Mitglieder sind aufgerufen, die "Patenschaft" für die Sorten eines Züchters zu übernehmen.

Die Übernahme einer Partnerschaft umfaßt folgende Aktivitäten:

  • Die Aufpflanzung einer Sammlung im eigenen Garten.
  • Sich selbst aktiv um die Komplettierung der jeweiligen Sammlung kümmern. (z.B. durch Recherchen, wo es fehlende Sorten noch gibt)
  • Die Bewahrung der Pflanzen durch geeignete Maßnahmen. (z.B. durch mehrfaches Aufpflanzen)
  • Hosta-Liebhabern und der Öffentlichkeit (auf Voranmeldung) die Pflanzen präsentieren. (z.B. auch durch die Beschriftung der Sammlung)
  • Weitergabe (wenn möglich) von Pflanzen aus der Sammler an interessierte Hosta-Liebhaber. (Bewahrung durch Verbreitung)

Meldungen von Interessenten bzw. von Hosta-Liebhabern, die schon eine solche Sammlung besitzen, werden erbeten an Thomas Hülsmann (thomas_huelsmann@web.de) .

Das, was die Engländer mit ihren National Collections schaffen, sollte auch in Deutschland in kleinerem Rahmen möglich und uns immer einen Tagesordungspunkt auf den nächsten Jahrestagungen wert sein.

 

Deutsche Hosta-Sorten - Volker Eschenbach

von Martin Linnenschmidt

Auf der Jahrestagung 2013 wurde beschlossen, dass sich Fachgruppenmitglieder bereit erklären die Sammlungen deutscher Züchter zusammen zutragen, zu bewahren und zu verbreiten.

Wir haben uns für die Sorten von Volker Eschenbach (Planwerk) entschieden.
Zwei Sorten haben wir direkt nach der Jahrestagung von Harald Berger erhalten.
Dieses waren die Sorten:

- Chiemsee Eisvogel und
- Chiemsee Glimmer

Im August haben wir im Zuge unseres Sommerurlaubs im Chiemgau auch Volker Eschenbach besucht und ihm vom Vorhaben der Hosta-Fachgruppe berichtet.


Gärtnerei Volker Eschenbach (Planwerk)
© 2013 Martin Linnenschmidt

In seiner offenen und freundlichen Art hat er sich viel Zeit für uns genommen und wir tauschten uns über viele Hosta-Themen aus. Anschließend führte er uns durch sein Hosta-Haus sowie seine Freilandkulturen.

Das Hosta-Sortiment ist sehr umfangreich und beinhaltet sehr viele interessante Sorten. Die Pflanzen waren kräftig und machten einen guten Eindruck. Natürlich konnten wir nicht ohne zusätzliche weitere Hostasorten abreisen.

Kurzum gesagt ein Besuch lohnt sich immer.


© 2013 Martin Linnenschmidt

Darüber hinaus zeigte er uns auch seine neuesten Hosta-Sports, die er in den nächsten Jahren anbieten und vermarkten will. Es kommen sehr interessante und sehenswerte Neuheiten auf uns zu.

Gegenwärtig bietet Volker Eschenbach fünf eigene Hostasorten an.
Zwei davon sind die bereits zuvor genannten sowie:
– Chiemsee Surprise
– Chiemsee Angel
– Chiemsee Tricky Twiggie

Von den drei zuletzt genannten Sorten schenkte er uns jeweils ein Exemplar, sodass wir somit seine aktuelle komplette Kollektion zusammen haben.

Hierfür bedanken wir uns nochmals ganz herzlich bei Volker Eschenbach von Planwerk.

Die Chiemsee Kollektion erhält in unserem Garten ein eigenes Beet, einschließlich der Einzelbeschriftung der Pflanzen und kann auf Anfrage (ggf. über die Fachgruppe Hosta) ab Sommer 2014 gerne besichtigt werden.

 

Die Hosta-Züchtungen von Heinz Klose

Versuch einer Bestandsaufnahme

Text und Fotos: Harald Berger

Wenn von Klose-Züchtungen die Rede ist, so stehen im Mittelpunkt die Tardianas.

Mitte der 1970er Jahre besuchte Heinz Klose zusammen mit Dr. Ullrich Fischer Hadspen House in England, wo Eric B. Smith Kreuzungen zwischen H. sieboldiana ‘Elegans’ (Arends, 1905) und H. ‘Tardiflora’ vorgenommen hatte. Heinz Klose kaufte für ca. 100 Pfund Sterling Tardiana-Sämlinge, die er in seiner Gärtnerei in Kassel-Lohfelden aufpflanzte, selektierte und benamte. Den Sorten gab er überwiegend deutsche Namen, u.a. nach Vögeln und deutschen Flüssen. Diese selektierten Sorten werden allgemein als „Deutsche Tardianas“ bezeichnet.

Ebenso in den 1970ern kaufte er bei der Gärtnerei von Reginald Kaye, Lancashire, einige Hosta-Sämlinge. Der Besten gab er den Namen ‘Reginald Kaye; diese wurde 2003 durch P. Ruh registriert. Auch von seiner Reise nach Japan hat er einige Pflanzen mitgebracht. Daneben erzeugte er eigene Sämlinge von unterschiedlichen Eltern.

In Deutschland waren seine Züchtungen in dieser Zeit wenig bekannt. In der Hosta-Liste von 1993 von Dr. U. Fischer ist keine einzige Klose-Sorte zu finden.

1992 bestellte P. Ruh – zusammen mit drei kanadischen Sammlern – für 200 $ Hostas von der Gärtnerei Klose. P. Ruh schreibt in dem „Midwest Regional Hosta Society Newsletter“ vom März 2004: „I ordered mostly their named tardiana und some others that looked interesting. I picked well. Some I ordered were labeled incorrectly, in particular, one of a Hirao type and another the name of wich I changed to one more proper“. So kamen also die Klose-Sorten in die USA.

Heinz Klose hat von sich aus keine seiner Sorten bei der AHS (American Hosta Society) registrieren lassen. Die Registrierung erfolgte, teils posthum, durch Peter & Jean Ruh. Doch wer ist Züchter im Sinne der Registrierung? Ist H. Klose der ,Züchter‘ der Smith-Sämlinge? Am Beispiel der Sorte ‘Blaumeise’ soll das erläutert werden. Die Bezeichnung ,ONIR‘ entstammt den Registrierungsvorgaben der AHS:

O = Originator
N = Nominant (namer)
I = Introducer
R = Name of Registrant

Der ,Originator‘ ist der Züchter /Käufer oder Finder. Bezogen auf Heinz Klose ist dieser der Züchter (O), aber auch der Namensgeber (N) und derjenige, der die Sorte in den Verkehr gebracht, also eingeführt hat (I). Obwohl der Sämling nicht in seiner Gärtnerei entstanden ist, gilt H. Klose als Züchter/Finder. Die Registrierung erfolgte durch P. Ruh und seine Frau Jean (R). Gerade bei den Klose-Sorten sind das Jahr der Einführung und der Registrierung fast immer unterschiedlich, weshalb das Jahr der Einführung, soweit bekannt, ebenfalls genannt ist.

Die Klose-Gärtnerei in Kassel-Lohfelden existiert nicht mehr, doch kann man Klose-Sorten, wenn auch nicht alle, in einigen Gärtnereien erwerben. Nicht immer sind Hostas als Klose-Sorten erkennbar, denn kaum eine Gärtnerei gibt den Züchter und das Jahr der Einführung bzw. Registierung bekannt.

Die Zusammenstellung der Klose-Sorten war eine Fleißarbeit. Meine Quellen waren überwiegend die Klose-Kataloge 8, 9 und 10 sowie die Liste 1/91 (K bzw. L), die Datenbank von Marco Fransen (MF) und von Mark Zilis die „Hostapedia“ (Z/Seite) sowie die Datenbank (HP) von Hugo Philips (myhostas.be). Zumindest die in den Klose-Katalogen als seine Züchtungen durch den Zusatz HK ausgewiesenen können als gesicherte Klose-Sorten angesehen werden; in der Tabelle grün unterlegt. Leider sind nicht alle aufgeführten Sorten so eindeutig H. Klose zuzuschreiben.

H. ‘Freising’ und H. ‘Weihenstephan’ sind eindeutig Züchtungen von Hermann Müssel (O) und durch Klose (I) in den Verkehr gebracht worden. Die Sorten sind nicht bzw. falsch registriert, der Namensgeber (N) ungewiss (Müssel oder Klose). Andererseits weist Klose beide Sorten im Katalog 10 als seine Züchtung aus.

Ein anderes Beispiel: In den späten 1960er Jahren importierte Gus Krossa von H. Klose eine Hosta mit der Bezeichnung „HK#10“, die 1997 bei der AHS registriert wurde und zwar als H. ‘Livonia’, G. Krossa (O) / P. Ruh (NIR).

Die Sorten, die eindeutig nicht von H. Klose stammen, sind in der Tabelle rot unterlegt. An all diesen Beispielen wollte ich zeigen, wie schwierig die Zuordnung sein kann. Ich zweifle, ob alle in den Quellen angegebenen Sorten überprüft wurden.

Wie man aus der Tabelle ersieht, sind einige in der Tabelle aufgeführten Sorten nur bei einer Quelle genannt, nicht aber in den Katalogen oder Preislisten der Staudengärtnerei Klose. Diese Lücken (weiß unterlegt) würde ich gern schließen und hoffe auf Mitarbeit. Der eine oder andere hat noch Kataloge oder Preislisten in seinem Besitz oder kann auf andere Weise zur Verifikation beitragen. Hinweise bitte an mich unter der bei der Fachgruppe Hosta angegebenen Adresse.

Weitere deutsche Züchter und deren Sorten findet man im Internet auf der Seite der Fachgruppe Hosta unter „Deutsche Züchter“. Deren Überprüfung war, weil die Züchter noch leben, weitgehend einfach. Aber auch hier ist die Fachgruppe für Ergänzungen dankbar.









Die Hosta-Züchtungen von Heinz Klose (07-03-2014)  
Sorte ONIR AHS Eltern / Sport Quellen  
Ahr Heinz Klose   Tardiana-Typ   MF Z/55 HP
Blaue Venus Heinz Klose 1990 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 9 MF Z/113 HP
Blaue Wolke Heinz Klose 1988 (ONI)   Sieboldiana-Typ K 9 MF Z/113 HP
Blaufink Heinz Klose 1990 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ L1/91 MF Z/114 HP
Blauglut Heinz Klose 1990 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 9 MF Z/114 HP
Blaugold Heinz Klose 1990 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Sieboldiana-Typ K 10 MF Z/114 HP
Blaumeise Heinz Klose 1990 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 9 MF Z/114 HP
Blauspecht Heinz Klose (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 9 MF Z/114 HP
Blütenspiel Heinz Klose 1990 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 unbekannt K 9 MF Z/141 HP
Charon Heinz Klose 1991 (ONI)   Fortunei-Typ   MF Z/177 HP
Dauergold Heinz Klose 1990 (ONI)     L1/91 MF Z/225 HP
Elbe Heinz Klose 1991 (ONI)   Tardiana-Typ K 10 MF Z/260 HP
Doreen Heinz Klose (ONI) / Ruh (R) 2009 unbekannt     Z/244  
Frühlingsgold Heinz Klose 1986 (ONI) 2009 Lancifolia Hybride K 9, 10 MF Z/321 HP
Frühlingssonne Heinz Klose 1988 (ONI)   Lancifolia-Hybride K 10 MF Z/321 HP
Fulda Heinz Klose 1988 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 10 MF Z/324 HP
Fumiko Heinz Klose 1990 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 9 MF Z/324 HP
Glockenspiel Heinz Klose (ONI) / P. Ruh (R) 2008 Tardiana-Typ K 9 MF Z/342 HP
Goldpfeil Heinz Klose 1988 (ONI)   Fortunei-Typ K 8, 9 MF Z/369 HP
Goldrand Heinz Klose 1987 (ONI)   Lancifolia-Hybride K 10 MF Z/369 HP
Grünspecht Heinz Klose 1995 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Sport von Halcyon K 9 MF Z/397 HP
Herkules Heinz Klose 1991 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Sieboldiana-Hybride K 10 MF Z/420 HP
Irische See Heinz Klose 1987 (ONI) / P. Ruh (R) 1998 Tardiana-Typ K 8, 9 MF Z/454 HP
Kasseler Blue Heinz Klose (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2008       Z/485 HP
Kasseler Gold Heinz Klose 1989 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Sieboldiana-Hybride K 8, 9 MF Z/485 HP
Konkubine Heinz Klose (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2005       Z/512 HP
Lahn Heinz Klose (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2005 Tardiana-Typ   MF Z/521 HP
Liliput Heinz Klose 1988 (ONI)     K 10 MF Z/558 HP
Livonia Heinz Klose / G. Krossa / P. Ruh () 1997       Z/570 HP
Memories Japan/Klose (ON) / Klose (I) / P. Ruh (R) 2002 Rectifolia-Hybride   MF Z/608 HP
Mosel Heinz Klose (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2008 Tardiana-Typ   MF Z/640 HP
Naomi Heinz Klose (ONI) / P. Ruh (R) 2006 Tardiana-Typ K 9 MF Z/653 HP
Oder Heinz Klose 1991 (ONI)   Tardiana-Typ K 10 MF Z/670 HP
Rhein Heinz Klose 1988 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 10 MF Z/765 HP
Schneekuppe Heinz Klose 1987 (ONI) / P. Ruh (R) 2006 Eltern unbekannt   MF Z/813 HP
Schneewittchen Heinz Klose 1989 (ONI)   Lancifolia-Hybride K 9 MF Z/813 HP
Schwarzer Ritter Heinz Klose 1994 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2008 Ventricosa-Hybride K 10 MF Z/814 HP
Silberpfeil Heinz Klose 1990 (ONI) / P.&J. Ruh (R) 2005 Tardiana-Typ K 9 MF Z/856 HP
Tomoko Heinz Klose 1991(ONI) / P.&J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 9 MF Z/957 HP
Violetta Heinz Klose 1985 (ONI) / P. Ruh (R) 2006 Rectifolia-Hybride K 10 MF Z/997 HP
Weser Heinz Klose 1988 (ONI) / J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 10 MF Z/1008 HP
Weiße Glocke Heinz Klose 1990 (ONI)   siebolddi ‘Alba’-Hybride K 9 MF Z/1008 HP
Zitronenfalter Heinz Klose 1988 (ONI)/ P.&J. Ruh (R) 2003   K 8, 9 MF Z/1048 HP
Züchtungen unter Beteiligung von Heinz Klose
Bensheim Zieke / Heinz Klose 1982   Sport von Fortunei Albopicta   MF Z/99 HP
Freising H. Müssel 1970 (O) / (N ?) / Klose 1977 (I) / Ruh (R) 2009 Fortunei-Typ K 10 MF Z/316 HP
Nordatlantik E. Smith (O)/ Klose (NI) / P. Ruh (R) 1997 Dorset Charme x Dorset Flair K 9 MF Z/663 HP
Reginald Kaye R. Kaye Nursery (O) / Klose(NI) / Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ K 8, 9 MF Z/761 HP
Silverdale R. Kaye & H. Klose (ONI) / J. Ruh (R) 2003 Tardiana-Typ   MF Z/863 HP
Weihenstephan H. Müssel 1970 (O) / (N ?) / Klose (I) / Ruh (R) 2003     MF Z/1008 HP
Ungeklärt
(Krossa) Cream Puff Heinz Klose         Z/209 HP
Darke Croig         MF    
fluctuans ‘Parviflora’ Japan / Heinz Klose       MF    
Goldzirkel = Golda Keir? E. Smith / Heinz Klose       MF Z/369 HP
Grünling aus Deutschland (Heinz Klose ?)         Z/397 HP
Kassel Heinz Klose 1994?         Z/485 HP
Nashiki Akikaze Heinz Klose   Lancifolia-Hybride     Z/661 HP
Rosy (= Rosi) Heinz Klose   Tardiana-Typ   MF Z/791 HP
Sapporo Japan / Heinz Klose   Rectifolia-Hybride   MF   HP
rupifraga ‘Tetra’ Japan / Heinz Klose       MF   HP
Ogon Chirifu Hime Japan / Heinz Klose       MF   HP
venusta ‘Golden’         MF   HP
venusta ‘Kifukurin Otome’ Japan       MF   HP
Sorten, die eindeutig nicht von Klose sind
Vera Verde Paul Aden/Roy Klehm 1990 Gracillima-Hybride L1/91   Z/993  

Die Quellen sind
K = Klose-Kataloge bzw. Preislisten
MF = Marko Fransen
Z = Hostapedia von Mark Zilis mit Angabe der Seite nach dem Slash
HP = Hugo Philipps (myhostas.be)

 

Züchter in Europa

Harald Berger
Eine Liste der aus Europa stammenden Hostazüchter; sie wird weiter ergänzt werden!

Wer die Sorten der niederländischen und belgischen Züchter nachlesen will, schaue sich die Seiten „Hosta’s of the Low Countries“ von Rob Sneyers an.
http://www.hostamill.be/ENG/ENGCultivars/ENGLowCountries.htm

Belgien
Roger Cornitensis
Dirk Dupré
Danny Van Eechaute
Hugo Philips
Ignace Van Doorslaer

Deutschland
siehe die eigene Rubrik: Deutsche Hostasorten II

Niederlande
Bate Aukema (Frisian), Hemrik
Piet De Rooij
Marco Fransen
Gerardus (Gerrit, Gerard) Heemskerk
Kees Hensen
Luc Klinkhamer
Theo Leydens
Jeroen Linneman
Piet Oudolf
Jan Van den Top
G. Van Eijk-Bos
D. Van Erven
Arie Van Vliet
Cees Visser
Vitro Westland
P. Th. Warmerdam
Ben Zonneveld

Österreich
Franz Erbler (Bad Hall)
Christian Kress

Schweiz
Liselotte Hirsbrunner
Züchtungen:

  • Chesieres Jasmin’s Hope (ONIR 2002) Sport von Blue Angel
  • Chesieres Green Christmas (ONIR 2002) Sport von Christmas Tree
  • Chesieres Mountain Lights (ONIR 2002) Sport von Richland Gold
  • Chesieres September Frost (ONIR 2002) Sport von Frosted Jade
  • Chesieres Yellow Masquerade (????) Sport von Masquerade
  • Lac Leman, L. Hirsbrunner (ONIR) 2002 (H. 'Mountain Snow' × unknown)
  • Alinghi (ONIR 2003) Sämling von Mountain Snow
  • Lac de Bretaye (ONIR 2003) Sämling von Hazel

Martin Dietwyler
Züchtungen:

  • Swiss Lady, M. Dietwyler (ONI), L. Hirsbrunner (R) 2005 Sport von H. sieboldiana ‘Elegans’

 

Züchter in Amerika

Amerika ist zur Zeit sicherlich einer der aktivsten 'Hotspots' für Hosta. Einen interessanten Link zu Züchtern und Züchtungen in Amerika hat Harald Berger gefunden:
http://www.plantsgalore.com/Hostas/originators

In wie weit die Liste dort vollständig ist, kann ich nicht beurteilen. Interessant ist diese Internetseite - auch auf Grund der Fotos - allemal.

Sie haben weitere Links zum Stand der Hostazüchtung in Amerika! Schreiben Sie mir:
thomas_huelsmann@web.de