Wintereindrücke 2016

Und das im Winter....

"Stinkende Heckenkirsche", Lonicera standishii aus China, auch unter Honeysuckle bekannt
Foto © 2016 Frank Bachmann

Auf Grund der zu warmen Witterung gab es auch in Dresden und Umgebung einen außergewöhnlichen Bienenflug. Die Bienen hatten Erfolg mit ihrer Sammeltätigkeit, wie auf einigen der Fotos zu erkennen ist.
Die Sträucher dürfen alle um diese Jahreszeit blühen. Ihre Heimat ist mit einer Ausnahme, das gemäßigte Ostasien: O-Sibirien, Mongolei, China Japan.

"Stinkende Heckenkirsche", Lonicera standishii aus China mit Besuch
Foto © 2016 Frank Bachmann

Am ungewöhnlichsten war jedoch der zu diesem Zeitpunkt stattfindende Bienenflug.

Eine Sorte der "Stinkenden Nieswurz", Helleborus foetidus. Sie kommt vor allem in Südeuropa vor, aber auch auf der Schwäbischen Alb und hat in Thüringen ihre nördlichste und östlichste Verbreitungsgrenze
Foto © 2016 Frank Bachmann

Auch für die Winterlinge und die Nieswurz, beide heimisch, ist die Blütezeit normal. "Unnormal" war allerdings die sehr zeitige Vollblüte. Normalerweise findet diese ca. 4-6 Wochen später statt oder in "richtigen" kalten Wintern auch noch später.

Winterling mit Besucher
Foto © 2016 Frank Bachmann

Narzissensorten
Foto © 2016 Frank Bachmann

Auch zwei Narzissensorten, deren Namen ich nicht kenne, wagten sich mit ihren Knospen, bzw. Blüten heraus.

Foto © 2016 Frank Bachmann

Prunus x subhirtella "Autumnalis"
Foto © 2016 Frank Bachmann

Eine Sorte der "Winterkirsche" oder "Higan-Kirsche": Prunus x subhirtella "Autumnalis". "Autumnalis" heißt "Herbst" und bezeichnet treffend die frühe Blütezeit.
P. x subhirtella ist wahrscheinlich eine Kreuzung zwischen P. incisa und P. pendula und kommt aus Japan. Diese Kirschsorte ist nicht steril, d. h. sie besitzt Pollen und Nektar, der Insekten mit Erfolg anlockt. Somit ist die Bezeichnung "Zierkirsche", die man auch ab und zu liest, unzutreffend. Gibt es strengere Winter, blühen diese Gehölze später und bilden dann auch Früchte aus. Um diese Jahreszeit erfolgt zwar eine Bestäubung, aber da es meistens noch einmal frostig kalt wird, erfrieren die angelegten Früchte.

Prunus x subhirtella "Autumnalis"
Foto © 2016 Frank Bachmann

Prunus x subhirtella "Autumnalis"
Foto © 2016 Frank Bachmann

Rhododendron dauricum var. mucronulatum
Foto © 2016 Frank Bachmann

"Stachelspitzige Azalee", Rhododendron dauricum var. mucronulatum (R. mucronulatum). Die Heimat reicht vom Ussuri-Gebiet in O-Sibirien bis Japan.

Rhododendron dauricum var. mucronulatum
Foto © 2016 Frank Bachmann

Rhododendron dauricum var. mucronulatum
Foto © 2016 Frank Bachmann

Viburnum farreri (V. fragrans) oder Viburnum x bodnantense
Foto © 2016 Frank Bachmann

Ein "Duftschneeball". Entweder Viburnum farreri (V. fragrans), aus N-China oder Viburnum x bodnantense, eine Kreuzung zwischen V. farreri und V. grandiflorum. Sie wurde in den 30er Jahren in Bodnant, Nordwales gezüchtet.

Viburnum farreri (V. fragrans) oder Viburnum x bodnantense
Foto © 2016 Frank Bachmann

Hamamelis mollis
Foto © 2016 Frank Bachmann

Die "Chinesische Zaubernuß", Hamamelis mollis mit der Heimat China. In den meisten Jahren sind um Weihnachten herum nur die ersten gelben Spitzen einiger weniger Blüten zu sehen. Heiligabend 2015 stand sie in voller Blütenpracht. Auch wenn das Gehölz ein zarter Honigduft umgibt, bestäuben Bienen diesen Strauch nicht. Sicher schon deshalb, weil Bienenflug zu diesem Zeitpunkt eigentlich nicht stattfindet. Für die Bestäubung sorgen andere, kleinere, fliegende Insekten.

Corylus maxima, die "Baumhasel" aus Noramerika
Foto © 2016 Frank Bachmann

Auch ein Eichhörnchen erfreute sich dieser milden Witterung
Foto © 2016 Frank Bachmann

Die Aufnahmen entstanden im Botanischen Garten Dresden, in einem Dresdner Privatgarten und in einem Garten in der Sächsischen Schweiz.

Text: Frank Bachmann