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Regionalgruppe Münsterland
Staudenpromenade
Windthorststraße
Reisebericht Englandreise 2009
IN MEMORIAM- Alfons Eggert
Nachruf auf den Münsteraner Gartenarchitekten Heinz Günter Artmann, geboren am 12.11.1942, ­ gestorben am 24. Juni 2009
Veranstaltungen
Ein Künstlerleben mit Pflanzen
 
Bereits als Lehrling war mein Mann Mitglied der Deutschen
Liliengesellschaft, der Vorgängerorganisation der heutigen Gesellschaft der
Staudenfreunde (GdS). Die Liebe zu den Lilien und den Zwiebelgewächsen
erwuchs ihm in der Gehilfenzeit 1962 bei dem Gartenarchitekten Rudolf Goebel
in Dortmund, der großen Wert auf Bodenmodellierungen und Staudenpflanzungen
legte, was in dieser Zeit außergewöhnlich war.
Schon als ich ihn 1964 kennen lernte, wurden im Herbst große Pakete mit
Zwiebeln vom Güterbahnhof abgeholt und in die Gärten gepflanzt. Zu dieser
Zeit waren Lilien, Osterglockensorten und Puschkinien oder Kaiserkronen noch
weitgehend unbekannt.

Durch den Osnabrücker Dozenten Horst Ehsen, sowie Bärbel und Peter zur
Linden, die später in Linne-Bissendorf eine Staudengärtnerei gründeten,
vertiefte sich die Liebe meine Mannes für Stauden im Garten. Nach
vielfältigen Erfahrungen in Stuttgart versuchte er auch in Münster im
öffentlichen Grün und bei privaten Bauherren das Verständnis für Stauden zu
wecken. Seitdem wir uns 1980 als Planungsbüro in Münster selbstständig
gemacht hatten, gehörten Zwiebeln und Stauden zum Ausdrucksrepertoire
unserer rund 1.000 verwirklichten Gartenkonzepte. Zeitgleich machte sich
mein Mann durch seine Fotografien und Zeichnungen als Künstler einen Namen.
Er war sehr aufgeschlossen für Gartenreisen und Vorträge der GdS und öffnete
auch unseren Garten. Sein Rat war dabei immer sehr gefragt.

Ab und zu schrieb mein Mann Artikel für die GdS, zum Beispiel die weiße
Variante des Gentiana acaulis, die wir während eines Ferienausflugs in
Österreich entdeckten. Ebenso schrieb er über den Mohn, seine
Lieblingspflanze. Die betörende Farbvielfalt, Duftigkeit und Brillanz seiner
Blüten, hatten es meinen Mann angetan. Schon mit fortgeschrittener
Krebserkrankung setzte er 2007 mit dem Kapuziner-Pater Erich Purk ein
Buchprojekt um, das in Bildern und Worten die Spiritualität des Mohns zu
fassen suchte. Hieraus möchte ich ein Gedicht von Pater Purk zitieren:



Dennoch

Manchmal genügt eine einzige Blüte,
meine Hoffnung neu zu wecken.

Mitten im Ödland,
auf dem Schutthügel eine Mohnblume.
Alles ringsum ist steinig, trocken und verdorrt..
Lebensbedrohendes, feindliches Land..

Woher nimmt die Blume den Mut,
hier zu blühen?
Woher schöpft sie die Kraft für dieses Wagnis?
Wo ist die Quelle für solche Schönheit?

Die Dürre ist fruchtbar und schön.
Mit einer einzigen Blüte entfaltet sie
die ganze Pracht des Lebens.

Das kann bedeuten:
Du darfst hoffen, dass wider Erwarten
Blühendes Leben hervorbricht
Mitten in deiner Wüste.

Vroni Artmann




 
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