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Ein Rückblick auf unsere Gruppenreise vom 19.06. - 23.06.2005
Robert Schombacher
Begeisterte Schilderungen über meisterlich angelegte Gärten im fernen Zeeland haben uns bewogen, diese schwärmerischen Schilderungen ausländischer Gartenkultur im Rahmen einer Gruppenfahrt mit eigenen Augen zu überprüfen.
Am ( sehr ) frühen Morgen des 19. Juni 2005 begann in München unsere Fahrt nach Zeeland, einer Provinz im Südwesten der Niederlande.
Wie auch bei den vorherigen Reisen war wieder "unser" Michael als Fahrer engagiert. Mit der gleichen Gelassenheit, mit der er unseren Bus durch den dicksten Verkehr lenkte, nahm er auch unsere Pflanzenbegeisterung hin, die bei jedem Halt bei einer Gärtnerei oder anderen Bezugsquellen den Gepäckraum des Busses mehr und mehr füllte. |
 |  | Im Garten von Janssen-Meyers
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| | | Die Jahreszeit war optimal für die erste Sommerblüte und den vollen Rosenflor. Rittersporn, Mohn und verschiedene Gehölze stehen um diese Zeit in voller Blüte.
Für Hemerocallis sollte man etwa 2-3 Wochen später fahren, für Phlox und "richtige" Sommerstauden ( Helianthus u.ä. ) eher 4 Wochen später. |

Im Garten von Janssen-Meyers |
Da unser Weg durch Belgien führte, lag es nahe, bereits hier einen Garten zu besichtigen. Ziemlich bald nach der belgischen Grenze erreichten wir Diepenbeek, wo der Garten von Familie Janssen-Meyers liegt. Bei absolut wolkenlosem Himmel betraten wir erwartungsvoll unseren ersten Garten. Frau Janssen-Meyers begrüßte uns und dann ging es schon hinein in einen wunderschön angelegten Garten. |
 |  | Im Garten von Janssen-Meyers
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| | | Das nicht sehr breite, aber lange Grundstück war gekonnt in mehrere Gartenräume aufgeteilt, es gab verschiedene Sitzgruppen, von denen man immer einen anderen Blick auf den Garten hatte. Der Garten ist ein Paradebeispiel dafür, was man aus einem langen Grundstück machen kann. Sehr empfehlenswert. Nach einer kurzen Stärkung, die Temperatur hat inzwischen 33°C im Schatten erreicht, freuten wir uns wieder auf unseren klimatisierten Bus. Dann ging es weiter zu unserem direkt am Meer gelegenen Hotel in Vlissingen. |
| Am nächsten Tag fuhren wir an der Küste entlang nach Domburg, zum "De Kempenhof". Es ist ein sehr großer Garten, mit Rosenlaube, Staudenrabatten, einem Schattenteil und einem Wäldchen am Ende des Gartens. In der Nähe der Terrasse wuchsen Escallonia und Indigovera impliantum, was für uns Bayern ein untrügliches Zeichen ist, daß die klimatischen Verhältnisse sich doch ein wenig von denen in unserer Heimat unterscheiden. |
| Nach mehreren Rundgängen, manches sieht man erst beim zweiten oder dritten Durchlauf, vielen Fragen an die Besitzerin und vielen Notizen mußten wir wieder aufbrechen, da uns bereits Frau van Heel in Veere erwartete. Der Garten liegt an einem größeren Gewässer und besteht aus mehreren Gartenteilen. Es gibt einen Rosengarten, einen Schattengarten und eine Freifläche begrenzt mit einer kombinierten Stauden- und Rosenrabatte. Ein schöner Garten und durchaus einen Besuch wert. |
Nach einem kurzen Rundgang durch Veere fuhren wir nach Middelburg zum "Tuincentrum van Straten-Walhout", einem Gartencenter, das uns empfohlen worden ist. Dort gab es auch einiges von dem, was wir im "De Kempenhof" gesehen hatten, zu kaufen.
Da wir den Umsatz des Gartencenters durchaus nennenswert in die Höhe getrieben haben, begann damit auch für unseren Fahrer der Ernst der Reise, der den Stauraum unseres Busses verkehrssicher mit unseren Planzenschätzen füllen mußte. |

t´Hof Overwellingen |
Unser nächstes Ziel führte uns in die Berge von Zeeland, nach Wemeldinge zum "´t Hof Overwellingen". Der Garten liegt zwar am höchsten Berg von Zeeland ( 12m !!!! ), ich denke aber, daß die Nähe zu diesem "Gebirge" keine besonders harten Winter nach sich zieht. Frau Zwaan führte uns durch einen riesigen Garten, der auch wieder auf zwei Seiten von Wasser umschlossen war. Geschwungene Rasenflächen machten neugierig, das Dahinterliegende erforschen zu wollen. Es gab einen weißen Garten, einen Rosentunnel, einen Schattengarten, ausgefallene Gehölze und die längste Hosta-Rabatte, die wir je gesehen hatten. Gott sei Dank gab es ausreichend Sitzgelegenheiten und auch Erfrischungen, da es auch heute der Wettergott gut mit uns meinte und den Tag wieder auf 34 °C erwärmte.
Natürlich wurden noch ein paar Erinnerungsstücke gekauft. |

Im Garten von Herrn Jacobse |
Am nächsten Morgen fuhren wir durch das Westerscheldetunnel aufs Festland zu Herrn Jacobse. Herr Jacobse besitzt in Schoondijke einen sehr großen Garten mit vielen konsequent abgetrennten Gartenräumen. Schon allein die Auffahrt zu seinem Haus war beeindruckend.
Es gab einen Teich mit Springbrunnen, sogar den Ansatz eines kleinen Alpinums, einen weißen Garten, in dem sogar die Hühner weiß waren, einen Rosengarten, einen Buchsgarten, einen Gemüsegarten, in dem verschiedene Mangoldsorten viel Farbe zeigten und auch eine Topf(pflanzen)sammlung.
Und überdies – sehr wichtig - gab es auch einen Pflanzenverkauf. |

Papaver somniferum Hortensia spec. Allium nigrum |
Herr Jacobse hat seinen Garten "Juust Wa´k Wou" genannt. Das ist Zeeuws-Dialekt und heißt soviel wie "gerade das, was ich wollte". Er machte auch einen fröhlichen und zufriedenen Eindruck, was ich durchaus nachfühlen konnte. Falls sich kunstinteressierte Gartenfreunde mal hierher verirren sollten: Herr Jacobse malt auch Aquarelle mit Blumen- oder Landschaftsmotiven, die käuflich erworben werden können.
Da der Garten von Herrn Jacobse viel besucht wird, war er auch entsprechend ausgerüstet: vor dem Haus gab es Tische und Stühle und Sonnenschirme (auch heute wieder dringend benötigt) und natürlich wieder Kaffee und Kuchen. |
 |  | Im Garten von Herrn Jacobse
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| | | Unser nächstes Ziel war der Garten von Ria Lengton in Nisse. Es ist ein künstlerisch angehauchter, kleiner Garten mit ein paar selbstgestalteten Objekten und buchsumrandeten Beeten. Begeistert angenommen wurde jedoch der Verkauf von Gartenzubehör, angefangen von Kerzenständern, über Deko aus Naturmaterialien bis hin zu Gartenscheren. Obwohl wir sehr viel gekauft haben, war - im Gegensatz zu den anderen Gartenbesitzern - die Dame des Hauses derart arrogant und unhöflich, daß ich schon aus diesem Grund den Garten nicht weiterempfehle.
Hier haben wir erstmals bemerkt, daß Gartenarbeiten in Holland gerne fremdvergeben werden. Ein Gärtner trimmte gerade akkurat die Buchsumrandungen der Beete. Bereits von schweren Zweifeln an unseren gärtnerischen Fähigkeiten geplagt, wurde uns hier klar, was von so Aussagen wie "ich mache das ganz alleine" zu halten ist: In Holland können Profigärtnerteams angefordert werden, deren Kosten in erheblichem Umfang vom Staat übernommen werden – nur so können so große Gärten derartig in Schuß gehalten werden. Was uns dann auch sehr erleichtert hat. |

Rosa Souvenir du Dr. Jamaine Destiny Leonardo da Vinci |
Unser nächstes Ziel war "De Zeeuwse Rosentuin" in Kats. Hier befindet sich eine kleine Rosengärtnerei (endlich gab´s mal wieder was zu kaufen) mit einem kleinen Café, in dem man die Eindrücke des Rundganges nochmal in Ruhe geistig sortieren konnte. Das Gelände ist in mehrere Bereiche unterteilt, wobei die Bepflanzung eher chaotisch ist; trotzdem erhält man einen schönen Einblick in die Vielfalt der Rosen und sieht – was ja auch wichtig ist – wie sich der Habitus nach mehreren Standjahren entwickelt hat.
Gestärkt mit Kaffee und Kuchen und alle gerade erworbenen Schätze gut im Bus verstaut, machten wir noch eine Rundfahrt durch Zeeland. Wir überquerten die 6.600 m lange Zeelandbrücke, fuhren an haushohen Dünen entlang und bestaunten auf dem Rückweg zum Hotel das riesige Oosterschelde-Sturmflutwehr der Deltawerke. Das Wehr ist 9 km lang und besteht aus 62 je 40 m breiten Schleusen, die bei drohender Sturmflut geschlossen werden. |
 |  | Mixed Border von Frau Dingemans
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| | | Auch am folgenden Tag meinte der Wettergott es gut mit uns und erwärmte die Luft wieder auf 28 Grad ! Das war eigentlich nicht notwendig, da es uns beim Anblick der Gartenanlage von Frau Dingemans in Heerle sowieso warm geworden wäre ! Auch hier gab es wieder verschiedene Gartenräume, teils mit Wasser, dann mit Rosen und als Höhepunkt ein "original" englisches Mixed Border !!! Sehr gepflegt und sehr gesund sah das alles aus. Auffallend war, daß die gesamte Anlage frisch gegossen war; etwas ungewöhnlich, daß alles so gleichmäßig feucht war, obwohl keinerlei Beregnungsanlage zu sehen war. Frau Dingemans klärte uns aber auf: Die verschiedenen Gartenräume werden durch ca. 3m hohe Hecken unterteilt und in diesen Hecken war die Beregnungsanlage installiert. Schaltet man die Anlage ein, dann fahren die Regnerdüsen aus der Hecke heraus und am Ende fahren sie wieder in die Hecke zurück, so daß die ganze Beregnungsanlage nicht mehr zu sehen ist. |
Gott sei Dank gab es hier endlich was zu kaufen. |

Erica´s Flora & Fauna Kijktuinen |
Unser nächster Garten, "Erica´s Flora & Fauna Kijktuinen", lag am Ortsrand von ´s-Gravenpolder und war überwältigend groß. Weite, geschwungene Rasenflächen umsäumt von abwechslungsreichen Pflanzungen, wollten erkundet werden. |
 |  | Erica´s Flora & Fauna Kijktuinen
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| | | In einem riesigen Teich lud eine kleine Insel mit Tisch und Stühlen zum Verweilen ein. Doch weiter hinten im Garten warteten schon Kaffee und Kuchen, was uns zur Mittagszeit gerade recht war.
Unser nächstes Ziel war die Gärtnerei von Eleonore de Koning. Speziell bei Liebhabern von Achillea, aber auch von Astrantia wird sich hier der Herzschlag stark beschleunigen. Frau de Koning züchtet Achillea in allen erdenklichen Farbschattierungen. Die aufgepflanzten Sämlinge und daneben die Mutterpflanzen machten uns mit ihrem Farbspiel (fast) sprachlos. Neben der Farbauslese ist die Farbstabilität über die gesamte Blühperiode das erklärte Züchtungsziel von Frau de Koning. Wunderschön und ungewöhnlich waren auch die Farbauslesen von Astrantia, insbesondere Astrantia "Koningskinder" mit ihren schwarzroten Blüten. |
| Gut, es gab auch was zu kaufen, man wollte ja nicht unhöflich sein; aber die paar Pflanzen waren ja dann auch schnell im Bus verstaut. |
| Leider mußten wir am nächsten Tag wieder nach Hause fahren. Da wir aber wenigstens ein paar Erinnerungsstücke nach Hause bringen wollten, schoben wir noch einen Besuch bei Herrn Verhaert in Belgien ein. Hemerocallis-Liebhabern dürfte seine Firma EUROCALLIS durchaus ein Begriff sein. Besonders der hintere Teil des Gartens muß zur Hauptblüte der Hemerocallis überwältigend sein. Leider waren wir jedoch für die Hauptblüte noch ein wenig zu früh dran, doch erste Blüten waren bereits zu bewundern. Hilfsweise zeigte uns Herr Verhaert eine Reihe von Farbbildern seiner Taglilien, so daß wir dann doch noch ein paar Euro investierten – man will ja nicht mit leeren Händen nach Hause kommen ! |
Am Abend dann kamen wir in München an, verstauten unsere Pflanzenschätze im Auto und freuten uns, daß wir eine schöne und gartenreiche Reise nach Zeeland unternommen hatten.
PS: Falls dem geneigten Leser dieser Bericht zu prosaisch ausgefallen ist, dem empfehle ich als Ergänzung die Lektüre "Privatgärten in Zeeland" von Frau Mermagen, zu finden bei der Regionalgruppe Bonn/Köln oder hier. |
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