| |
21.5. - 23.5.1998
Am 21.5. starteten wir zu unserer Reise nach Graz. Es war bedeckt, trotzdem genossen wir die Fahrt über Passau, Ort am Innkreis und Linz.
In Linz unternahmen wir einen kurzen Stadtrundgang, der angesichts der schönen Bauwerke durchaus lohnend war (besonders, weil hier auch noch die Sonne schien). Wir besuchten den kleinen Botanischen Garten der Stadt mit seiner schönen Rosen, Iris- und Strauchpäoniensammlung. |
Dann ging es weiter nach Graz, wo es leider regnete. Unser Hotel im Zentrum war jedoch warm und trocken und beim gemeinsamen Abendessen freuten wir uns schon auf unsere Ausflüge.
Am nächsten Tag schien schon wieder die Sonne. Heute ging es zur Gärtnerei Zenz. Wir wurden äußerst freundlich aufgenommen und Herr Zenz ließ es sich nicht nehmen, uns persönlich durch seine Anlage zu führen.
Am Eingang hat H. Zenz ein Alpinum angelegt. Alpine Stauden sind seine Leidenschaft erzählte er uns, aber leider ist das Klima um Graz eher ein Weinbauklima – 9 Monate Wachstumszeit, im Winter kaum Schnee, sondern eher Schmuddelwetter – also absolut kein Wetter für alpine Stauden.
Ein Stück von seinem Garten entfernt, gab es ein weiteres Gelände, auf dem sich die private Gehölzsammlung befand. H.Zenz zeigte uns seine Sammlung auf eine unbeschreiblich fesselnde Art, er erzählte aus der Zeit des Anfangs der Pflanzung, gab wertvolle Ratschläge und streute immer wieder philosophische Betrachtungen in seine Ausführungen ein. Es war beeindruckend, mit welch einer Hingabe und Liebe dieser Mann sich seinen Pflanzen widmet.
Als wir zum Haus zurückkehrten gab es einen umfangreichen Imbiß mit Wurst, Käse und Schmalzbroten und alles Erdenkliche an Getränken, was wir dankbar annahmen. War doch aus den geplanten 2,5 Stunden beinahe das Doppelte geworden! Es gab einfach zuviel zu sehen.
Geistig und körperlich gesättigt fuhren wir wieder zurück nach Graz.
Weil wir bei Zenz so lange gebraucht haben, war die Zeit bis zu unserer Altstadtführung etwas knapp geworden. Doch schafften wir es noch rechtzeitig . |
Die Altstadtführung hatte ich nicht als Rundgang bestellt, sondern als Durchgang durch Graz, beginnend beim Künstlerhaus am Burgring und als Endpunkt die Talstation der Schloßbergbahn, weil wir im Anschluß an die Führung auf den Schloßberg hinauf wollten. Das Tourismusbüro in Graz war sehr zuvorkommend und ging gerne auf meine Wünsche ein. Auch die Führung war sehr qualifiziert, so daß wir einen guten Überblick über Graz erhielten.
Der Rundgang führte uns zu verschiedenen historischen Gebäuden, vorbei am Glockenspiel, zum Landhaus und zu einem Turm mit einer Doppelwendeltreppe, wo wir es uns nicht nehmen ließen, diese zu begehen um jedes Zusammentreffen der Wendeln in einem kleinen Stau zu "feiern". |
Da ich als Organisator der Reise etwas Einfluß auf die Routengestaltung nehmen konnte, erfuhr die von unserer Führerin vorgesehene Route eine kleine Änderung: sie führte nun u.a. zum Anfang der Herrengasse, wo kollektives Eisessen beim ( tatsächlich ) besten Eis von Graz angesagt war ( Eiscafé Trumm ; der Umweg lohnt beim schlechtesten Wetter !).
Wir besichtigten noch den hochinteressanten Innenhof des Rathauses, erfuhren von der sehr umfangreichen Waffenkammer ( es können 5.000 Männer komplett ausgerüstet werden ! ) und beendeten unsere Besichtigungstour an der Talstation der Standseilbahn auf den Schloßberg.
Die meisten fuhren mit der Standseilbahn hinauf, einige sportliche Mitfahrer zogen es vor "die paar Treppen" auf den Burgberg zu Fuß zu nehmen.
Oben angekommen genossen wir einen großartigen Blick über die Dächer von Graz und schöne Einblicke in historische Hinterhöfe. Besonders aufgefallen ist uns, daß vom Burgberg keinerlei Fernsehantennen zu sehen sind, was dem Stadtbild sehr gut tut. Später haben wir erfahren, daß dies eine gängige Bauvorschrift in Graz ist. Wir spazierten durch den Schloßpark zu dem berühmten Uhrturm, von dem wir wieder eine herrliche Sicht über das Land hatten. Es ging weiter durch den Herbersteingarten, wir bewunderten die Frühlingsflora, eine große Paeonia rockii, riesige Blauregen und Weißregen (oder wie nennt man einen weißen Blauregen ???), blühende Cercis siliquastrum und Vieles mehr. |
Den Weg hinunter nahmen dann alle Teilnehmern über die Treppe. Diese führt nämlich direkt an dem steilen Felsen des Burgbergs hinunter und bietet dem aufmerksamen Naturliebhaber einiges an Überraschungen. Hier hat sich im Laufe der Zeit eine abwechslungsreiche alpine Flora angesiedelt, die man hier direkt vor Augen hat . Besonders ins Auge stachen uns Enziane, Nelken und Fingerkraut. Auf größeren Vorsprüngen mit etwas mehr Humus blühten Iris. Am Abend führte uns Hr. Dr. Zimmermann in die Lebensgemeinschaft der "Alpenpflanzen der Steiermark" ein. Es erklärte die einzelnen Klimazonen im Gebirge, die jeweils dort vorkommende Flora und zeigte uns an deutlichen Beispielen die Auswirkungen der Klimazonen.
Durch die Darstellung der gesamten Zusammenhänge war dieser Bericht auch für den Nicht-Spezialisten eine interessante Abwechslung.
Am Samstag ging es wieder nach Hause. Bei heiterem Wetter besuchten wir das Kloster Kremsmünster mit schöner Kirche, Kaisersaal und Tassilokelch. Sehenswert waren auch die Fischbehälter mit den Arkadenrundgängen. Jedes Becken hatte einen andere Heiligenfigur als Wasserspender und beherbergte auch jeweils eine andere Fischart.
Zum Schluß besuchten wir noch die Gärtnerei Feldweber, wo wir einige Erinnerungsstücke erstehen konnten. Nach einer Erfrischung, die uns von Frau Feldweber spendiert wurde, ging es endgültig nach Hause. |
|