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Regionalgruppe München / Südbayern
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Frühling am Lago Maggiore
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Südengland 2007
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Veranstaltungen
Eine Gruppenreise in den "Hohen Norden"
 
Robert Schombacher

Wie jedes Jahr unternahm auch heuer wieder die RG Südbayern eine Gruppenreise. Diesmal ging es vom 22.7. bis 26.7. nach Norddeutschland zur Blüte von Hemerocallis und Rosen. Auch ein Besuch des Hostawaldes von Dr. Fischer stand auf dem Programm. Nach einem ziemlich frühen Start in München ( um 5:00 Uhr morgens ! ) kamen wir am Nachmittag im Schöppinger Iris- und Hemerocallisgarten an. Es war nicht zu übersehen, daß uns Herr Reinermann schon erwartete: Eine fast schon festlich gedeckte Kaffeetafel empfing uns bereits am Eingang. Jedes Gedeck war liebevoll mit einem kleinen Ensemble aus Hostablättern und einer Fuchsienblüte verziert und auch die Tischdekoration zeugte vom guten Geschmack des Hausherrn. Doch zuerst mußten natürlich seine pflanzlichen Schätze durchforstet werden. Da es davon sehr viele gab, fiel es keinem von uns schwer, eine längere Wunschliste zu erstellen. Es waren nicht nur die vielen Hemerocallis, von denen viele noch herrlich blühten – nein – auch die unzähligen Hosta, die unter und zwischen den Hemerocallis standen, wurden bewundert und oft wurde auch die eine oder andere Hosta-Neuheit auf unseren Wunschzetteln notiert. Bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen wurden die Wunschlisten nochmals überprüft, mit dem Nachbarn beraten und gegebenenfalls noch ein Nachtrag erstellt. Da Herr Reinermann fast alle unsere (Pflanzen-)wünsche erfüllen konnte, bezogen wir zufrieden unser 4-Sterne-Nachtlager in Schöppingen. Nach dem Abendessen gab es noch eine kleine Verlosung: H.Reinermann spendete ein Exemplar seiner Hemerocalliszüchtung "Paradiesvogel" und Herr Winkelmann war der glückliche Gewinner. Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung Uetersen, wo zuerst das Arboretum Ellerhoop auf dem Programm stand. Ein unbedingt sehenswertes Arboretum, das nicht nur eine schöne Staudenbepflanzung im Bereich des Bauernhauses aufweist, sondern auch über eine neu angelegte und bemerkenswert reichhaltige Baumpaeoniensammlung verfügt. Am Eingang befindet sich eine Verkaufsfläche, auf der die verschiedensten Stauden angeboten wurden; auch hier wurde unser Widerstand schnell gebrochen. Und so gingen wir auch hier nicht Auch hier gingen wir nicht, ohne einige Erinnerungsstücke erworben zu haben. Unser nächstes Ziel war der Garten von Familie Gehlhaar. Beide beruflich bereits dem Gartenbau verbunden, haben die beiden einen schönen großen Garten angelegt, der neben Stauden auch Obst und Gemüse beinhaltet. Die beiden Gartenbesitzer klärten uns schon beim Empfang darüber auf, daß sie es beide zusammen auf 166 Lebensjahre bringen. Was uns einerseits angesichts der gepflegten Gartenanlage einigen Respekt abverlangte, uns aber andererseits auch Hoffnung machte, daß auch wir mit unseren Gärten jung bleiben würden. Dann ging es weiter nach Uetersen, wo wir für die nächsten Tage im Hotel im Rosengarten wohnten. Das Hotel liegt direkt im Rosarium Uetersen, das ideale Nachtlager für einen Pflanzenfreund. Zum Abschluß des Tages hielt Herr Dr. Jürgens noch einen sehr schönen Lichtbildervortrag über seine Fahrten zum "Frühling in den Abruzzen". Am nächsten Tag besichtigten wir zuerst das Rosarium. Aufgrund der ein paar Tage vorher niedergegangenen sehr reichhaltigen Regenfälle, ist der in der Mitte des Geländes liegende Teich über seine Ufer getreten und hat Teile der ufernahen Wege und auch einige Rosenbeete unter Wasser gesetzt. Doch auch eine solche "See"-Rosenschau ist lehrreich, da sie sehr deutlich über die Regenfestigkeit der präsentierten Rosen Aufschluß gibt. Auch wurde uns nun klar, daß sich das "hoher" im Begriff "Hoher Norden" wohl auf den Wasserstand beziehen müsse. Sehr anschaulich konnten wir das an den schwimmenden Strohballen auf der neuen Norddeutschen Seenplatte betrachten. Dann ging es zur Rosenschule Kordes. Dort wurden wir vom Züchtungsleiter durch den Betrieb geführt. Sehr anschaulich und kompetent wurde uns vorgeführt, wie die Rosen für die Kreuzung vorbereitet werden. Oberstes Zuchtziel ist eine krankheitsresistente Rose, deren Blüten auch widrigen Witterungsverläufen standhält. Letzteres konnte wieder sehr deutlich in der Schaupflanzung begutachtet werden. Als unglaublich regenfest empfahlen sich "Mirato", eine neue Züchtung namens "Fortuna" und eine etwas höher werdene Rose mit dem Namen "NDR1 Norddeutscher Rundfunk". Alle drei standen da und blühten, als hätte es noch nie geregnet ! Ein weiterer Höhepunkt war der Besuch der Gewächshäuser, in denen Schnittrosen gezüchtet wurden. Allesamt auf langen bis sehr langen Stielen, reckten sie ihre Blüten in die Höhe von einem "schönen" Grasgrün hin zu den gelb gefleckten roten Blüten von "Abrakadabra" und oder zu den mit einem schwarzen Saum versehenen samtig-dunkelroten Blüten einer noch namenslosen Rose. Leider werden diese Schnittrosen schon lange vor dem Verblühen geschnitten und das "Schnittgut" – ein Rosentraum auf Schubkarren – gnadenlos auf den Kompost gegeben. Die Rosenschule Kordes spendierte noch einen kleine Stärkung, bevor wir zum Verkauf starteten, schließlich kann man eine Rosenschule ja nicht mit leeren Händen verlassen ! Unser nächstes Ziel war die Clematisgärtnerei von H. Westphal in Prisdorf. H. Westphal führte uns durch seinen Garten und die Gewächshäuser und ließ uns an seinem umfangreichen Wissen über Clematis teilhaben. Da man, wie bereits erwähnt, als richtiger Pflanzenfreund nie eine Gärtnerei ohne irgendwelche Neuerwerbungen verläßt und man bei Clematis obendrein die übliche Entschuldigung mit dem fehlenden Platz nur bedingt vorbringen kann, wurden zum Abschied noch viele Wunschzettel an Herrn Westphal überreicht. Und weiter ging es zum Garten von Herrn Dr. Jürgens. Schon am Hauseingang empfing uns Rhododendron auriculatum in voller Blüte. Um die Hausecke herum, staunten wir über einen Troggarten mit unzähligen Fuchsien. Weiter ging es vorbei an Pseudolarix kaempferi, Magnolia x wiesneri, Rhododendron orbicularis und vielen anderen Raritäten. Im Schattenbereich hatte es uns besonders Polystichum setiferum proliferum wollastonianum angetan. Da wir vom vielen Notieren und Fragen schon völlig entkräftet waren, reichte uns Frau Jürgens Kaffee und Tee zusammen mit selbstgebackenem Kuchen, was uns immerhin so weit kräftigte, daß wir es bis zum Abendessen ins Hotel schafften. Dorthin kam auch Herr Westphal mit unseren Clematisbestellungen, so daß sogar noch nach Einbruch der Dunkelheit unser "Kaufdrang" befriedigt werden konnte ! Am nächsten Tag fuhren wir nach Glücksburg. Wir waren dort mit Herrn Ingwer J. Jensen verabredet, der uns durch das von ihm angelegte Rosarium führen würde. Herr Jensen sprach über seine Zeit als Rosenzüchter und gab uns Einblick in die Welt der Rosen. Leider muß man jedoch feststellen, daß die Führung im Vergleich zu der kostenlosen Führung bei Kordes doch zu wenig geboten hat, zumal dafür auch noch 25 € verlangt wurden. Auch war der ideale Zeitpunkt für den Besuch des Rosariums vorbei, da überwiegend einmalblühende Rosen gepflanzt worden sind und man so vor einem sehr blütenarmen Rosarium stand. Auch bestand in einigen Beeten ziemlicher Pflegebedarf, so daß auch der Eintritt in Höhe von 2 € pro Person als nicht gerechtfertigt erscheint. Für wirklich erwähnenswert halte ich lediglich das danebenliegende Café, in dem Frau Jensen ausgezeichnete Sahnetorten anbietet ! Meine Beurteilung des Rosariums mag sehr subjektiv sein, wer jedoch um diese Jahreszeit vorher das kostenlose zu besichtigende riesige Rosarium in Uetersen besucht hat und eine Führung in der die Rosenschule Kordes besucht mitgemacht hat und dann nach Glücksburg fährt, frägt sich unwillkürlich, wofür das viele Geld verlangt wird. Doch nun ging es weiter zum Ehepaar Bielenberg. Familie Bielenberg wohnt etwas außerhalb und so erregte unser silberner Bus doch etwas größere Aufmerksamkeit. Neben der Straße befand sich eine große Weide und in einiger Entfernung sah man die Kühe friedlich weiden. Doch kaum hatte unser Bus am Straßenrand angehalten, setzten sich sämtliche Kühe in Bewegung und liefen ( teilweise sogar rannten !!! ) alle zu uns an den Zaun und bildeten dort einen ziemlich neugierigen Haufen. Ein Gespräch kam aber dann doch nicht zustande. Auch Familie Bielenberg empfing uns äußerst freundlich und führte uns in ihren großen Garten. Dort Nach dem freundlichen Empfang durch Fam. Bielenberg, konnten wir mit und ohne Führung deren den weitläufigen Garten erkunden. Es war nicht zu übersehen, daß die beiden vom Fach waren und mit kundiger Hand einen wunderschönen Garten geschaffen haben. H. Bielenberg erzählte uns, daß er damals als erstes eine 6m tiefe Windschutzbepflanzung aus hohen Sträuchern und Bäumen angelegt hat. Die Wirkung dieser Schutzbepflanzung ist enorm, man spürte fast nichts von dem stets kräftig wehenden Wind und die ab und zu hervorblitzende Sonne konnte einem dann ganz schön einheizen. Wir fanden verschlungene Wege durch dichte Bambuswäldchen, kamen an kleinen Teichen und Wasserstellen vorbei, streiften durch eine Sammlung von Astilben und fanden uns nach der nächsten Ecke unter einer riesigen Gunnera wieder, die es immerhin schon auf einen Blattdurchmesser von 2,20 m brachte gebracht hat ! Auch ein Gemüsegarten war noch vorhanden. Im Gartenpavillon war bereits für uns gedeckt und bei Kaffee und Kuchen konnten wir unsere Eindrücke austauschen. Dann nochmals rein ins Haus und in den Wintergarten, der einen Kakteenteil und einen subtropischen Teil enthielt, herum ums Haus und nochmal einen intensiven Blick auf das Alpinum, das mit vielen Saxifragen überraschte, denen man ein so gutes Gedeihen in Norddeutschland gar nicht zugetraut hatte. Aber man lernt ja gerne dazu, zumal einem Bayern doch das Herz aufgeht, wenn "dort oben" einer seine Leidenschaft für Alpine entdeckt hat. Damit ging wieder ein im wahrsten Sinne des Wortes "Eindrucks-voller" Tag zu Ende. Leider mußten wir am nächsten Morgen zur Heimreise starten, doch es stand ja noch der Besuch des Hostawaldes von Herrn Dr. Fischer auf dem Programm. Als wir aus dem Bus ausstiegen, waren wir zuerst mal etwas sprachlos. Vor uns lag ein großes Waldgrundstück mit hohen Tannenbäumen und auf dem Waldboden standen unzählige Kisten mit noch unzähligeren Hosta, Tiarella, Pulmonaria usw. ! Nachdem wir uns seelisch wieder gefangen hatten, begann das "Große Tragen". Aus jeder Ecke wurden Pflanzen angeschleppt, jeder schaute bei jedem, was der nun wieder gefunden hatte; dann fiel einem ein, daß man ja in diesem Teil noch gar nicht gewesen ist, dummerweise standen da auch wieder Pflanzen, die man gebrauchen konnte. Gott sei Dank hatten wir für den Besuch bei Herrn Dr. Fischer nur 2 Stunden Zeit, so daß unser finanzieller Ruin noch abgewendet werden konnte. Auch der Stauraum unseres Busses näherte sich bedrohlich seiner Kapazitätsgrenze, mußten doch auch die Koffer wieder mit nach Hause genommen werden. In München zurück, wurden die erworbenen Schätze auf die wartenden Autos verteilt und jeder freute sich schon auf den nächsten Tag, wenn er seine Schätze im wahrsten Sinne des Wortes im Boden vergraben würde.


Clematis "Rhaverinne" und Hemerocallis "Cherry Sundae"



Hosta "Yellow River", Rhododendron auriculatum und Rosa "NDR1"



"Wasserballen" und Rosen zum Kompostieren


 
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