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18.5. - 26.5.2000
Am 18.Mai 2000 brachen 20 bayerische Pflanzenfreunde zu einer 9-tägigen Bus-Rundreise nach Schottland auf. Jeder hatte Kisten und ähnliche Behältnisse mitgebracht, um für jegliche Pflanzeneinkäufe gerüstet zu sein. An der Zahl der Kisten konnte man bereits deutlich die hohe Erwartung ablesen, die an die schottischen Pflanzenfreunde und Gärtnereien gestellt wurden! |
Ich möchte es gleich vorweg noch sagen: Die Schilderung unserer Reise erfolgt aus südbayerischer Sicht. Berücksichtigen Sie bei der Lektüre dieser Reisebeschreibung, daß Bayern zwar ein mit vielen schönen Dingen gesegnetes Land ist, es die Natur aber dummerweise nicht fertigbringt, hier alles gedeihen zu lassen.
Nachdem wir alle im Bus verstaut waren, sind wir in Richtung Nordsee aufgebrochen. Unser Ziel hieß Rotterdam, wo unsere Fähre nach Großbritannien vor Anker lag. Die vielstündige Busreise war so spannend wie ein ausgefülltes Kreuzworträtsel, weshalb es hier auch gleich mit der Fähre weitergeht.
Nachdem alle ihre Kabinen in Besitz genommen hatten, war es auch schon Zeit für unser Abendessen. Es war ein Menü mit beliebig vielen Gängen, da außer der Suppe sich jeder selbst an der warmen und kalten Theke nach Herzenslust bedienen konnte. Daß die Suppe vom Personal serviert wurde leuchtete jedem sofort ein, der das Gewusel hungriger Fährpassagiere erlebt hat.
Nach einer ruhigen Nacht trafen wir uns zuerst auf dem Gang zur Morgentoilette und dann beim Frühstück. Beim Frühstück sahen wir auch zum ersten Mal den sogenannten "Black Pudding", was zwar sehr appetitlich klingt, aber in Wahrheit eine Blutwurst ist! Während wir frühstückten, legte unser Kapitän in Kingston upon Hull an, so daß wir unverzüglich in Richtung Norden aufbrechen konnten.
Ohne weitere nennenswerte Ereignisse kamen wir gegen Mittag in Reston an, wo uns unser schottischer Freund und Reiseführer Jim Jermyn zusammen mit seiner Frau mit einem umfangreichen Mittagsmenü begrüßte. Entgegen allen Warnungen, die bei uns auf dem Kontinent über die schottische Nationalspeise "Haggis" kursieren, stürzten wir uns auf diese und mußten erstaunt feststellen, daß es nicht nur genießbar, sondern durchaus wohlschmeckend war. Was wahrscheinlich vor allem der Kochkunst der Hausfrau zu verdanken war. Zur Nachspeise gab es dann noch einen ausgezeichneten Früchtekuchen , süße Meringuen
und exzellente Profiteroles (nicht zu vergleichen mit den italienischen!).
Die schottischen sehen aus wie ein kleiner Windbeutel, quer geteilt, mit einer Vanillecreme gefüllt und mit heller Schokolade überzogen. So, jetzt wissen Sie, daß der Autor leiblichen Genüssen gegenüber nicht ablehnend ist, aber Sie wissen jetzt auch, daß es in Schottland durchaus auch kulinarische Höhepunkte zu erleben gibt.
Nachdem wir bereits bei unserem Freund Jim diverse pflanzliche Raritäten ( gefüllte Trillium grandiflorum oder rot gerandete, weiße Blüten von Rhodohypoxis ) bewundern konnten, brachen wir zum Besuch unserer ersten Gärtnerei auf.
Schon auf unserer Fahrt von Kingston upon Hull, entlang der Ostküste Schottlands, begleiteten uns teilweise Sonnenschein ( ehrlich ! ) , blaues Meer und das leuchtende Gelb des allgegenwärtigen Ulex europaeus. Auch auf dem Weg zur EDROM-Nursery leuchteten die Weg- und Straßenränder wieder in sattem Ulexgelb. In der Nursery angekommen, stürzten wir uns zuerst auf die angebotenen Pflanzen, sichteten die ausgepflanzten Raritäten, bedauerten, daß wir nicht alles bekommen konnten, besichtigten dann ausführlich die große Nachzucht und machten zum
erstenmal Bekanntschaft mit größeren Mengen von blauen Meconopsis. Es ist schon ein Erlebnis, wenn man vor 200 oder 300 Meconopsisblüten steht.
Dazwischen mischt sich dann aber auch leichter Frust, vor allem, wenn man aus der Hoffnungsphase noch nicht heraus ist und zu Hause immer noch versucht, Meconopsis zufriedenstellend zu kultivieren. Andererseits gibt es hier aber genügend andere Pflanzen, die in unserem bayerischen Klima noch schneller eingehen ! Von diesen nahmen wir auch reichlich mit, da man ja grundsätzlich immer das haben muß, was man noch nicht hat. Das ist im Grunde ja richtig, geht aber bei Raritäten auf Dauer ins Geld. Trotzdem ließen wir uns nicht entmutigen und verstauten freudestrahlend unsere gerade erworbenen Schätze in den Bus.
Nun ging es weiter nach Edinburgh zu unserem Hotel. Wir wohnten nahe am Firth of Fourth und hatten von unseren Hotelzimmern einen grandiosen Blick über Queensferry hinweg auf den Firth of Fourth. Nach einem reichlichen 3-Gänge-Menü machten wir noch eine abendliche Stadtrundfahrt. Wir fuhren durch Queensferry, das durch seine kleinen altertümlichen Läden eine gemütliche Atmosphäre ausstrahlte und strebten dann in die Stadtmitte, wo das von Scheinwerfern angestrahlte Schloß über allem thronte.
Nach diesem kurzen Überblick kehrten wir wieder ins Hotel zurück und freuten uns auf den nächsten Tag. |
Dieser brachte uns nach dem Frühstück zuerst einmal gutes Wetter, später sogar Sonne. Wir fuhren zum Botanischen Garten in Edinburgh, wo wir schon erwartet wurden. Nachdem ja bekannt war, daß wir uns vor allem für die absoluten Raritäten interessierten, wurden wir ohne Umwege zu den Gewächshäuser geführt, die für die Öffentlichkeit gesperrt sind. Ein Tor führte durch eine hohe Mauer, die dieses Allerheiligste umschloß. Die hier liegenden Gewächshäuser sind der Grundstein für den exzellenten Ruf, den der Botanische Garten hinsichtlich der alpinen Pflanzenwelt genießt. Und es gab auch Einges zu sehen. Es gab verschieden aufgebaute Mauern aus unterschiedlichen Materialien, es gab kleine und große Gewächshäuser, in denen sich Raritäten aus den verschiedensten Ländern Topf an Topf drängten.
Auffallend war jedoch, daß den Schwerpunkt der alpinen Sammlung südafrikanische Gattungen und Arten bildeten. Nur vereinzelt wurden Arten aus dem Himalaya gesichtet, denen man jedoch ansehen konnte, daß ihnen das schottische Klima nicht so sehr behagte. Wer hier richtige Alpine aus dem Himalaya erwartete, wurde dann doch enttäuscht . Es war aber andererseits auch wieder beruhigend, daß auch in Schottland nicht alles geht und wir uns in Bayern nicht zu verstecken brauchen. Kurz darauf standen wir dann staunend vor einer Cypripediumsammlung, die in voller Blüte stand.
Da stand ein Frauenschuh am anderen und blühte mit den anderen um die Wette. Beeindruckend war vor allem die dunkle Blüte von Cypripedium tibeticum.
Dann ging es weiter durch den Garten. Überall blühten riesige Rhododendren in Größenordnungen, von denen wir nur träumen können. Dazwischen leuchten Azaleen, davor bilden wieder blaue Meconopsis einen Farbkontrast. Vom Botanischen Garten Edinburgh hat man auch eine schöne Sicht auf die Burg, die auf dem gegenüberliegenden Hügel zu sehen ist.
Auch der Himmel machte mit und sandte uns einige Sonnenstrahlen. Nachdem wir alles ausgiebig erkundet und mit vielen Fotos dokumentiert hatten, fuhren wir weiter zum Garten von Professor Rankin. Wir wurden freundlich begrüßt und übergaben an das Ehepaar Rankin unser Gastgeschenk, einen großen Karton mit bayerischem Weizen ( = obergäriges Bier, hell oder dunkel ) und den dazugehörigen Gläsern. Wir haben Kaltenberger Weißbier überreicht, da die Briten ja Sinn für Königliche Hoheiten haben und dieses Bier gebraut wird von Prinz Luitpold von Bayern, einem Nachfahren unseres König Ludwig II !
Doch zurück zum Zweck unseres Besuches. Der Garten liegt an einem steilen Hang, mit einer herrlichen Sicht auf das umliegende Land. Das Gefälle des Hanges war zumindest so groß, daß bei vielen von uns der erste Gedanke war: wie machen die das nur, wenn hier Unkraut gejätet werden muß ? Doch hielten wir uns nicht lange mit diesem
Gedanken auf, sondern machten uns auf den Weg, den Garten mit seinen vielen kleinen Räumen zu erkunden. Es ging einen Pfad hinunter, der uns zu einer kleinen Rasenfläche führte, die von blühenden Rhododendren umschlossen war und durch ihre längliche Form uns zu einem Waldpfad lenkte, der von Trillium und Etagenprimeln gesäumt war. Nach jeder Biegung erschloß sich ein neuer Blick auf blühende Gehölze und Stauden. Trotzdem es zwischenzeitlich etwas zu nieseln begonnen hatte, genossen wir Tee und Kaffee
und den dazu angebotenen Kuchen. Etwas befremdlich war jedoch, daß die Hausfrau noch schnell alle Preise erhöhte, wie sie bemerkte, daß wir starkes Interesse an den zum Verkauf stehenden Pflanzen hatten. Zumal es ohnehin für uns schon etwas gewöhnungsbedürftig war, wenn für die Besichtigung eines Gartens auch noch Eintritt verlangt wird ( £ 2 pro Person, was damals rund 7,00 DM waren ).
Anschließend fuhren wir weiter nach Perth, wo wir für die beiden nächsten Tage wohnten. Das Hotel war eine umgebaute Mühle. Im Erdgeschoß stand das alte Mühlrad und es flossen 2 Mühlbäche durch den Empfang, die Zimmer waren in alt-englischem Stil eingerichtet und auch der Speiseraum vermittelte mit seinen offenen Balken einen gemütliche Atmosphäre.
Am nächsten Tag ging es nach Cluny. Das Wetter meinte es an diesem Tag nicht so gut und ließ uns zwischendurch immer wieder den Regenschirm aufspannen. Trotzdem waren wir von der Gartenanlage in Cluny tief beeindruckt. Was der Besitzer, John Mattingly, dort auf die Beine gestellt hat, gehört wohl mit zum Feinsten, was man in Schottland besichtigen kann. Ein Woodlandgarden voller Raritäten. Warum wir mit diesen Verhältnissen nicht mithalten können, demonstrierte John auf beeindruckende Weise: Er nahm einen ca. 1,5 m langen Bambusstab und drückte ihn in voller Länge und ohne größeren Kraftaufwand senkrecht in den Waldboden Da war kein Stein oder ähnliches im Weg, da war reiner Humus. Trotzdem überkam uns bei den farbenprächtigen Primeln und den
vielen Trillium immer wieder der Wunsch diese auch besitzen zu wollen. Auch die Rhododendren waren sehenswert, ebenso die Meconopsis und die vielen Etagenprimeln und ein riesiger 135 Jahre alter Sequioa gigantea mit einem Stammumfang von 11 m. Zum Schluß besichtigten wir noch die "National Collection of Himalayan Primulas"; doch muß hier schon erwähnt werden, daß einige von uns da durchaus mithalten können! |
Anschließend fuhren wir weiter zur "Glenturret Whisky-Distillery", um auch das Entstehen dieses Getränkes studieren zu können. Bei einer Führung konnten wir uns einen guten Überblick über die Herstellung von echtem schottischem Single-Malt-Whisky verschaffen. Schottischer Whisky entsteht aus angekeimter Gerste, die über einem Torffeuer geröstet wird und anschließend unter Zusatz von Hefe zum Gären gebracht wird. Das ca. 80%ige, nahezu farblose Destillat wird mit Quellwasser auf ca. 50% Alkoholgehalt herunterverdünnt und zur Lagerung in alte portugiesische Sherryfässer gefüllt, die dem Whisky dann die Farbe verleihen. Da diese Fässer zwar whiskydicht aber nicht luftdicht sind, entweichen zwischen Ullapool und Edinburgh jährlich 15 Millionen Liter besten schottischen Whiskys in die Luft !! Auch bewunderten wir das Denkmal, das einer Katze namens "Towser" gesetzt wurde, da sie in ihrem fast 25-jährigen Leben sage und schreibe 28.899 Mäuse gefangen haben soll ! Das muß am Whisky gelegen haben ! Nach der obligatorischen Whiskyprobe, steuerten wir den nächsten Park an. Wir fuhren zu Peter Cox, einem bekannten Rhododendrongärtner. Peter Cox hat neben einem Herrenhaus eine Gärtnerei , in der man die neuesten Züchtungen bewundern kann und einen wunderschön angelegten, eingewachsenen Schaugarten. Da alles aus Rhododendren bestand, gingen wir durch ein Blütenmeer und staunten über die Formen- und Farbenvielfalt dieser Pflanzengattung. Dann ging es wieder in unser Hotel in Perth, wo wir uns an einem guten (ernstgemeint !) schottischen Abendessen für die Nacht stärkten.
Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung Inverness. Ein kleiner Abstecher in eine wunderschöne Landschaft, die mich etwas an die Seen und Wälder Skandinaviens erinnerte, führte uns zu der Alpingärtnerei von Jack Drake. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen, im Gegenzug nahmen wir sehr freundlich die angebotenen Erfrischungen an. Diese waren auch notwendig, denn Jack Drake hat Vieles, was das Herz eines Alpinenliebhabers sehr hoch schlagen läßt. Mal abgesehen von den vielen Hundert Lewisien in allen Farbnuancen ( auch in rein gelb ! ), die uns schon die Entscheidung schwer machten, gab es ja noch eine Menge anderer Pflanzen, die bei uns in der Regel nicht zu haben sind.
Vollbepackt kamen wir zu unserem Bus zurück, verstauten unsere Neuerwerbungen und fuhren weiter nach Fort Augustus.
Auf dem Weg begegnete uns dann eine große Herde schottischer Highland-Rinder in allem Alterklassen, was uns veranlasste, wieder einen Film voll zu fotografieren. Es war aber auch sehr erstaunlich zu sehen, wie schnell und vor allem wie leichtfüßig diese schweren Tiere sich fortbewegen. Im Nu war die Herde vorbei und es ging weiter durch eine der schönsten Gegenden von Schottland.
Die Straße führte uns durch sanfte Hügel, im Hintergrund grüßten schneebedeckte Gipfel und um uns herum war die herbe Schönheit des schottischen Hochlandes.
Am Nachmittag trafen wir dann in Fort Augustus ein und besuchten dort Mike und Polly Stone. Die beiden bewirtschaften einen riesigen Garten und eine ebenso riesige Vermehrung – und das alles allein! Gleich am Eingang des Gartens wurden wir von einer liebevoll gedeckten Kaffeetafel empfangen. Doch gleich daneben standen eckige und runde Tröge, einer war komplett bewachsen mit einer vollerblühten Kalmia leachiana, es ging weiter durch einen schattigeren Teil mit Trillium und Meconopsis, wir kämpften uns durch Azaleen den Hang empor und trafen dort auf mehrere Sandbeete, bepflanzt mit Iris und Lilium. Auch ein Blick hinter die Kulissen war uns vergönnt – er hielt uns den Aufwand, der für so etwas getrieben werden muß
sehr deutlich vor Augen: Allein das Materiallager mit den verschiedenen Sanden und unterschiedlichen Körnungen hätte den Botanischen Garten München sicherlich vor Neid erblassen lassen ! Bei einer Stärkung mit Tee und ausgezeichnetem Kuchen wurden auch einige Pflanzen zum Verkauf angeboten; so konnte jeder noch ein paar schöne Erinnerungsstücke mit nach Hause nehmen. Der Weg zum Hotel führte uns am Loch Ness entlang, auf einer schönen Straße, die links und rechts mit blühenden Rhododendren und Flieder bewachsen war. Wir besichtigten das am Wege liegende Urquhart Castle, suchten auch hier vergeblich nach Nessie und erreichten am späten Nachmittag unsere Hotel in Inverness. Nach dem Abendessen gingen wir zeitig zu Bett, da wir am nächsten Morgen schon früh zu unserer Higlandfahrt aufbrechen wollten.
Wie es sich für die Highlands gehört, war es am nächsten Tag windig und regnerisch. Trotzdem genossen wir die Fahrt durch eine phantastische Landschaft. Gegen Mittag trafen wir am Eilean Donan Castle, an der Westküste Schottlands, ein. Das Eilean Donan Castle ist das mit Recht am meisten fotografierte Schloß Schottlands. Es liegt romantisch im Kyle of Lichalsh, mit dem Festland verbunden durch eine mehrbogige Steinbrücke. Kinogänger kennen das Schloß aus dem Film "Highlander".
Weiter ging es an der Westküste zu einem Paß oberhalb von Loch Lochy, wo wir einen herrlichen Blick über die schottische Landschaft genießen konnten.
Noch herrlicher war der Anblick der Überraschung, die der Gruppenleiter seinen Mitreisenden präsentierte: Es gab echte MünchnerWeißwürste und, gebraut von Prinz Luitpold, echtes Kaltenberger König Ludwig Dunkel oder ein Prinz Luitpold Weizen!
Schließlich verfügt unser Bus von dem Reisebüro Verwöhnzeit-Reisen über eine komplett ausgestattete Küche, mit der man in der größten schottischen Wildnis seine Notrationen zubereiten kann !
So gestärkt, genossen wir die weitere Fahrt noch mehr. Es ging vorbei am Loch Linnhe zu einem Gartencenter. Auch hier gab es wieder Einiges, was man unbedingt haben mußte. Als alles wieder gut verstaut war, fuhren wir weiter in Richtung Oban. Wir kamen am Castle Stalker vorbei, das romantisch auf einem kleinen Inselchen stand und bogen dann ab nach Port Appin. Das Wetter meinte es gut mit uns und wir konnten Port Appin in Ruhe einen Besuch abstatten. Es gab wieder viele hohe Fuchsienhecken, wunderschöne Clematis und einen herrlichen Blick aus Meer.
Nach dieser Pause fuhren wir direkt nach Oban, wo wir unser Hotel bezogen. Nach einem ausgiebigen Abendessen ließen wir nochmals unsere Erlebnisse Revue passieren und freuten uns schon auf unseren nächsten Tag, der uns zu zwei außergewöhnlichen Gärten führen wird.
Den ersten Garten bei Arduine erreichten wir bereits am frühen Vormittag. Eine wunderschöne Anlage, sehr gepflegt in englischem Stil, mit Mengen von Meconopsis und sehr schönen Exemplaren von Rhododendren. Bei jedem Schritt merkt man, daß das Klima es hier sehr gut mit den Pflanzen meint, da stehen wieder wunderbare Meconopsis, Rhododendron lindleyi mit seinen großen Blüten, es blüht Abutilon vitifolium und auch Correa decumbens zeigt uns ihre Blüten !
Dann ging es wieder weiter, vorbei an den "Standing Stones" bei Cairns, nach Crarae, das wir am frühen Nachmittag erreichten. Als totales Gegenstück zu Arduine präsentierte sich der Crarae Woodlandgarden als ein mit allen möglichen Pflanzen bepflanzter Wald, der uns durch seinen Wildnischarakter sofort gefangennahm. Man wanderte unter riesigen Rhododendron, auf einer Lichtung leuchtete eine andere Art, dort stand eine Gruppe Azaleen und hinter der nächsten Ecke lud eine kleine Bank zum Verweilen ein. Da der Garten an einem Hang liegt, hat man – sofern man sich für den großen Rundgang entscheidet – einen herrlichen Blick auf die Anlage und wieder auf den Atlantik. Höhepunkte des Gartens sind zweifellos die tiefe Schlucht mit Wasserfall, über die eine Brücke führt und der Oberlauf des Baches, der traumhaft mit Azaleen und Rhododendren bepflanzt war. Am Eingang von Crarae standen dann die 2 Gegenargumente, wenn von den Schotten immer behauptet wird, sie hätten hier harte Winter. Dort standen nämlich 2 ausgepflanzte Baumfarne. Ca. 20 m vom Ufer des Atlantiks entfernt, auf einer Höhe von max. 1 m überm Meeresspiegel und haben mit Sicherheit noch nie einen Frost gesehen.
Nachdem wir uns wieder schweren Herzens von Crarae verabschiedet haben fuhren wir weiter in Richtung Edinburgh. Der Weg führte uns durch ein herrliches Tal, das den Namen "Rest and be thanksfull" mit vollem Recht trug, vorbei an einem verfallenden Schloß ( sehr romantisch ! ), durch schöne und sehr gepflegte schottische Dörfer nach Edinburgh, zu unserem letzten Abend in Schottland. Wir wohnten wieder in dem Hotel, wo unsere Reise begonnen hat und genossen ein letztes Mal den herrlichen Blick auf Queensferry und den Firth of Fourth.
Am nächsten Morgen ging es zuerst nach Hause zu unserem schottischen Freund. Hier wurden alle unsere Schätze ausgepackt, frisch sortiert, nochmals gegossen und dann seefest in den Kisten verstaut. Alison verwöhnte uns zum Abschied nochmals mit traumhaften Meringuen und Profiterols. Doch dann hieß es unwiderruflich Abschied nehmen, damit wir unsere Fähre rechtzeitig erreichen.
Diesmal waren wir ja schon Profis beim Einchecken, wir nahmen unsere Kabinen in Besitz und trafen uns dann zum Abendessen auf dem Speisedeck. Es gab wieder ein riesiges Buffet – warm und kalt – alle möglichen Nachspeisen und so verschliefen wir gut gesättigt die ruhige Überfahrt nach Rotterdam. Die Rückfahrt nach München bot – außer einer gewissen Länge – keine nennenswerten Ereignisse. Auch der familieninterne Abholdienst klappte bei allen vorzüglich und so ging eine wunderschöne Reise zufrieden zu Ende.
Robert Schombacher |
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