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Regionalgruppe Dortmund
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Das Staudenbeet im Botanischen Garten Rombergpark
Das Staudenbeet im Botanischen Garten
Rombergpark in Dortmund
GdS erhält Höfker-Preis
Veranstaltungen
Das Staudenbeet im Botanischen Garten Rombergpark in Dortmund
 
Das Werk der Regionalgruppe Dortmund wird nun 13 Jahre alt - Farbiges Juwel in grüner Schatzkiste

Wer die grüne Schatzkiste der Westfalenmetropole, den Botanischen Garten Rombergpark, besucht, hat es nicht weit zu dem farbigen Juwel, das wir hinzugefügt haben: Vom Eingang am historischen Torhaus geht es rechts am kleinen See vorbei durch die alte Allee bis zum Hinweisschild Heidegärten, dann noch ein paar Schritte durch die weite Landschaft und Sie stehen in einer anderen Welt.

Auf beiden Seiten eines 100 Meter langen Weges entfaltet sich die Pracht des englischen Staudenbeetes, so üppig und vielfältig wie in einem der großen Schaugärten auf der Insel. Dieses Werk der Regionalgruppe Dortmund wird nun 13 Jahre alt und bleibt Aufgabe, Herausforderung und Spaß zugleich.

Spaziergänger, die sich die 1000 Quadratmeter Blumenmeer ansehen, gelangen von einem Bild zum nächsten. Das Gemeinschaftswerk ist in Farbräume gegliedert: zuerst der blaue Teil, im Randbereich noch kühl beschattet von den hohen Bäumen am Verwaltungsgebäude, dann folgen purpur und rosa Töne. In der Mitte wird es heiß: Rot ist die Palette der Blütenfarben in den vier Abschnitten rund um das Wegekreuz. Ein paar Meter weiter strahlt immer die Sonne – ganz in Gelb. Das andere Ende des Gartens ist weiß wie die entfernte Linie am Horizont.
Die dichte, naturnahe Bepflanzung hat ein klares, immergrünes Gerüst: den dunklen Hintergrund der Taxushecken und den strengen Rhythmus der dicken Buchskugeln, die beidseitig des Weges in einigen Metern Abstand gesetzt wurden.

Bescheidene Könner planen

Die Beetgestalter sind zum Teil von Anfang an dabei: Hannelore und Peter Eickmann aus dem nahen Kamen zum Beispiel, zuständig fürs Blau. Um seit so langer Zeit ein Stückchen Himmelsfarbe in allen Schattierungen auf rund 200 Quadratmetern leuchten zu lassen, sind Eickmanns fast jede Woche vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen und, wenn nötig, Hand anzulegen. Die vielen Stunden haben sie nie gezählt. Peter Eickmann sieht das so:
“Gärtnern ist unser Hobby, keine Arbeit.“




Blau, so wie diese Iris, ist ein Beetende
Foto © 2012 Birgit Hübner

Im benachbarten Rosa war von Anfang an bis zu diesem Herbst eine Frau zuständig: die Münsteranerin Ingrid Schleithoff, die eine Anreise von 70 Kilometern bis ans Ziel bewältigen musste. Sie gehörte zu den systematischen Planern und hatte ihre Vorstellungen zunächst gezeichnet. Als sie aus gesundheitlichen Gründen im Herbst diese Aufgabe in jüngere Hände legen musste, ist ihr dies nach eigenem Bekunden nicht leicht gefallen. Dennoch: die „Neue“ hat sich schon seit einiger Zeit eingearbeitet. Es ist die Dortmunderin Sabine Zentek, die Ingrid Schleithoff bereits zur Hand ging und, wie sie versichert, zunächst das meiste von ihrer Vorgängerin übernehmen wird. Für die Juristin ist die Anfahrt von ihrem Schreibtisch im Dortmunder Süden bis zum Beet am Verwaltungsgebäude des Parks nur ein Katzensprung.


Nichts als Rosa? Die zarte Prise Hellgelb bricht allzu süße Harmonie
Foto © 2012 Birgit Hübner

Das gilt auch für die jüngste Beetplanerin, Kunsthistorikerin Kerstin Wolffram. Sie übernahm vor mehr als drei Jahren den roten Teil in der Mitte. Ihre Vorgängerin Eleanor Orzol-Mühle zog nach Norddeutschland und so überredete unser früherer Vorsitzender und heutiger Leiter der Beetgruppe, Dr. Peter Mosebach , die Dortmunderin dazu, den Sprung ins kalte Wasser öffentlicher Grüngestaltung zu wagen. Und das gleich mit einer so schwierigen Farbe: “Es ist kaum zu glauben, wie viele falsche Sorten mir schon geschickt worden sind.“ Der Neuanfang war für Kerstin Wolffram auch deswegen nicht leicht, weil wegen eines Unwetters und eines umgestürzten Baumes große Schäden im Bereich des Wegekreuzes angerichtet wurden. Dass es so schwierig sein würde, die vier roten Beetteile wieder in Form zu bringen, hätte sie nicht gedacht. “Es ist mehr Arbeit, als ich geglaubt habe.“ Pionier im Feuergarten war übrigens der Hattinger Kurt Kleisa, den wir ansonsten heute als Schneeglöckchenspezialisten schätzen.


Rot wie die Liebe, das Feuer, das Blut...
Foto © 2012 Birgit Hübner

Wie die Eickmanns ist auch die Dortmunderin Margret Denecke seit Anbeginn dabei. Sie betreut die eine Seite des „goldenen Gartens“, den ursprünglichen Teil, in dem eine mittlerweile recht stattliche Gleditsie vielen Stauden das Wasser abgräbt. Ihr eigener großer Garten im Stadtteil Löttringhausen ist keineswegs in monochromes Gelb getaucht. Aber sie freundete sich schnell mit der ungewohnten Aufgabe an und stürzt sich alle Jahre wieder mit Energie und Ablegern ungewöhnlicher Stauden von daheim in die Arbeit am englischen Staudenbeet. Sogar gelbe Helleborus hat sie schon mitgebracht, die hat bestimmt nicht jeder.
Im gleichfarbigen Beetteil gegenüber sind Inge und Gerd Imkamp aus dem 75 Kilometer entfernten Ahlen verantwortlich. Das noch voll berufstätige Lehrer-Ehepaar nutzt vor allem die Ferien, um jeweils ein paar Tage den eigenen Bereich durchzuforsten. Bei ihrer Farbwahl achteten sie auf geschickte Übergänge zu den angrenzenden Bereichen. Was unterscheidet ihren Stil von dem der anderen GestalterInnen? „Wir verwenden keine Rosen, weil wir finden, dass diese separat gepflanzt werden sollten.“


Gelb - die Sonne scheint auch an Regentagen
Foto © 2012 Birgit Hübner

Last not least, das weiße Ende: seit einem guten Jahrzehnt ist die Herdeckerin Birgit Hübner hier im Einsatz. Als sie begann, war der westliche Teil schon da, gestaltet von der Kamenerin Gerlinde Scharmann. Den gegenüberliegenden, neuen Teil entwarf sie ganz nach eigenem Gusto, “etwas wilder, ohne Rosen, mit großen Stauden und vielen Gräsern.“


Ganz in Weiß - das andere Ende
Foto © 2012 Birgit Hübner

Ein Dankeschön an die Stadt

Alles begann Ende der 90er Jahre. Als GdS-Gruppenvorsitzender Dr. Peter Mosebach den Leiter des Botanischen Gartens, Heribert Reif, fragte, wie sich die Staudenfreunde für die großzügige Gastfreundschaft der Stadt Dortmund bedanken könnten, regte dieser die Schaffung eines typisch englischen Stauden-„Borders“ an. Die Idee fand Anklang; Freiwillige meldeten sich und 1999 wurde das große Projekt zunächst nur auf einer Seite des langen Weges in Angriff genommen.

Als 2001 die offizielle Einweihung stattfand, schwärmte der damalige Stadtdirektor Fehlemann vom „Arkadien Dortmunds“. 2010 wurde unser Engagement mit der Verleihung des Höfker-Preises geehrt, der „für besondere Verdienste um das Dortmunder Grün“ zuerkannt wird. Noch im gleichen Jahr erhielt Beetgruppenleiter Dr. Peter Mosebach die Einladung, in der renommierten hessischen Bildungsstätte Grünberg über das Beet im Botanischen Garten Dortmund zu referieren.

Anerkennung, ja, die tut gut. Und hilft, die Probleme und Problemchen rund um ein solches Projekt mitten im öffentlichen Grün zu schultern. Nicht nur Wühlmäuse und so mancher, besonders fiese Winter machen uns Kummer, sondern auch zweibeinige Räuber, die von der Auswahl unserer raren Schönheiten allzu entzückt waren. „Sogar der panaschierte Giersch ist verschwunden,“ wundert sich unsere „weiße Frau“ Birgit Hübner. Wir alle hoffen, dass der Dieb nun im eigenen Garten die Strafe kriegt…

Gäste bringen Ideen und Geschenke

Inzwischen lockt unser Musterexemplar eines Staudenbeetes auch regelmäßig andere GdSler an: im Frühjahr 2011 begrüßten wir – bei einem wahren Dortmunder Mistwetter – Mitglieder der Regionalgruppe Hamburg in der Westfalen-Metropole. Ihnen gefiel, was sie sahen – trotz grauen Himmels und des von feinem Geniesel zu heftigeren Güssen wechselnden Regens. Ihr Dank hat uns überwältigt: Sie boten uns die Stauden des Projektes an, das sie selbst bei der Landesgartenschau 2011 in Norderstedt geschaffen hatten. Eine Geste, die uns gleichzeitig anrührte, aber auch Jagdgelüste bei den einzelnen Beetgestaltern weckte: Die Wunschlisten wurden an Jan Renneberg geschickt, der mit familiärer Unterstützung das Ausgraben, Zurückschneiden und Etikettieren übernahm. Dr. Peter Mosebach und seine Frau machten sich schließlich am 15. Oktober auf den Weg in die Hansestadt, um das Geschenk der Hamburger Regionalgruppe abzuholen. Dank einer Autobahn-Baustelle dehnte sich die Reisezeit hin und zurück auf insgesamt zehn Stunden. Die Gastfreundschaft der Hansestädter und die umwerfende Qualität ihrer Geschenke, dicke Tuffs kräftiger, eingewachsener Staudenschönheiten, haben unseren mittlerweile 75jährigen Beetgruppenleiter für den Einsatz belohnt.



Dr.Peter Mosebach begrüßt die Hamburger Regionalgruppe
Foto © 2012 Birgit Hübner



Die Gäste am Beet
Foto © 2012 Birgit Hübner

Schon in den ersten Tagen darauf wurden die pflanzlichen Neuankömmlinge eingesetzt. Für einige der GestalterInnen, z. B. Birgit Hübner, war die Aktion besonders willkommen: Da ein bisher vorhandener Weg, der einen Beetteil trennte, eingeebnet wurden, war eine Neugestaltung ohnehin dringend an der Tagesordnung.


Ingrid Schleithoff (links) und Sabine Zentek beim gemeinsamen Arbeitseinsatz
Foto © 2012 Birgit Hübner

Auch prominente Gärtner, wie wir sie häufig unter unseren Referenten haben, finden den Weg zum Beet, geben Lob, Kritik und Anregungen, wie in diesem Herbst die lebende Legende Dr. Hans Simon und zuletzt Stauden-Koryphäe Christian Kreß aus Österreich. Letzterer meinte anerkennend, “schön, dass bei Ihnen im Herbst auch nicht alles abgeschnitten wird.“
Alles klar, Herr Kreß. Wir machen so weiter. Selbst wenn sich die Dinge ändern.

Fotos: Birgit Hübner
Text: Monika Zybon-Biermann
Kontaktadresse zu den Staudenfreunden Dortmund:
Rainer Hatzky, Neue Dachstr.33, 58131 Herdecke,Tel 02330-1534
oder www.gds-staudenfreunde.de

 
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