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Die große Staudenrabatte nach englischem Vorbild
Ein Anschauungsobjekt gepflegter Gartenkunst befindet sich seit 1999 im Botanischen Garten Rombergpark in Dortmund. Es handelt sich um ein ca. 100 Meter langes Doppelbeet, jeweils 5 Meter tief, links und rechts eines geraden, breiten Weges.
Die Regionalgruppe Dortmund der GESELLSCHAFT DER STAUDENFREUNDE (GdS), bekam von dem Leiter des Botanischen Gartens, Herrn Reif, die Chance, das gesamte Beet zu entwerfen und zu bepflanzen.
Es wurde ein >Gemischtes Staudenbeet im Englischen Stil<, d.h. dichte Farb-Kompositionen mit formalen Strukturelementen.
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Mai 2007 Foto © 2010 Birgit Hübner |
Es durften nur im eigenen Garten bewährte Pflanzen verwendet werden, die winterhart, nicht wuchernd und nicht allzu heikel zu pflegen sind. Es sind bestimmte Farb- und Gestaltungsregeln einzuhalten ebenso alle gärtnerischen Regeln, die den Standort und die Pflanze betreffen. Das Beet sollte also ein >English Border< auf Dortmunder Boden werden, in dem – gemäß Karl Foerster - „durchgeblüht wird“.
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Juni 2007 Foto © 2010 Birgit Hübner |
Das Beet wurde nicht durch künstliche Hecken oder Zäune in einzelne Abschnitte unterteilt, sondern in der ganzen Länge von 100 m einsehbar gelassen. In der Mitte des Beetes quert ein viel begangener Weg, so dass das Beet durch seine Farbenpracht einlädt, von der Kreuzung aus nach links und rechts abzuweichen. Die Hauptfarbe des Beetes verändert sich auf der gesamten Länge kontinuierlich von Blau über Violett, Rot bis Gelb und zuletzt Weiß. Je ein Abschnitt von etwa 20 Metern ist einem Farbschwerpunkt gewidmet.
Jeder dieser Abschnitte wurde von einem /einer Staudenfreund/in geplant.
Zuerst kamen Zweifel : Die „Staudenfreunde“, die das Beet gestalteten, haben alle wunderbare Gärten und herrliche Pflanzenbilder in ihre eigenen Gärten gemalt.
Es sind Ergebnisse jahrzehntelanger eigener Gartenerfahrung und vieler Gartenreisen.Dies zeigt, dass sich die Abschnitte entsprechend den Planern im Charakter deutlich unterscheiden, was zusätzliche Variation und sehr viel persönlichen Charme ins Beet bringt.
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Juni 2009 Foto © 2010 Birgit Hübner |
Die mutigen Staudenfreunde sind :
im Blauen Beet: Hanni und Peter Eickmann (Kamen)
im Violetten Beet: Ingrid Schleithoff (Münster)
im Roten Beet: nacheinander Kurt Kleisa (Hattingen); Eno Orzol-Mühle (Dortmund); Kerstin Wolffram (Dortmund)
im Gelben Beet: Margret Denecke (Dortmund) sowie Inge und Gerd Imkamp (Ahlen)
im Weißen Beet: Birgit Hübner (Herdecke)
Hinzu kommen zahlreiche Helfer für die Frühjahrsarbeit bis zur Pflege der Pflanzlisten und Pläne am Computer.
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Juli 2007 Foto © 2010 Birgit Hübner |
Die einzelnen Abschnitte fassen übergreifende Elemente zusammen. Es sind dies der kontinuierlich sich verändernde Farbverlauf, die Eibenhecke, die den Hintergrund bildet und rhythmische Strukturelemente entlang des Weges. In gleichen Abständen wurden Buchskugeln gepflanzt. Es wiederholen sich Farbpunkte wie das Gelb von Phlomis und Alchemilla, oder es ragen wiederkehrend höhere Staudenhorste aus etwas niedrigerer Umgebung hervor. Die wiederholte Verwendung von hohen Gräsern gibt dem langen Beet auch noch im Winter Struktur und verstärkt den optischen Zusammenhalt.
Der Gartenfreund weiß, dass ein Staudenbeet nie abgeschlossen ist , dass es wächst, sich verändert und immer wieder korrigiert und ergänzt wird. Das gilt auch für dieses große, gemischte Staudenbeet im öffentlichen Raum.
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Juli 2007 Foto © 2010 Birgit Hübner |
Zusammenarbeit mit dem Botanischen Garten
Im Juni 2001 - im Jahr des Ehrenamtes - hatten die Vorsitzende des Kulturausschusses, Frau Jörder, und Herr Stadtdirektor Fehlemann dieses Beet als „Arkadien Dortmunds“ eingeweiht, und es wurde als gelungene Zusammenarbeit von Bürgern und der Stadt gefeiert.
Der Kauf und die Pflege der Pflanzen obliegt der Stadt, die Gestaltung wird von der Gesellschaft der Staudenfreunde übernommen.
Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Situationen, in denen die Stadt sowohl bei der Finanzierung als auch beim Personaleinsatz Schwierigkeiten hatte. Bisher gelang es den Staudenfreunden aber durch regelmäßige, finanzielle Spenden den Ausfall von Pflanzen zu ersetzen und durch hohen persönlichen Einsatz die Arbeiten am Beet ehrenamtlich zu unterstützen.
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Juli 2009 Foto © 2010 Birgit Hübner |
Leistungen der GdS
Eine Vorstellung vom Aufwand an Spenden und der ehrenamtlichen Arbeit
geben die Zahlen aus 2009 :
Die Stadt Dortmund hat 916,-€ für Pflanzen am Beet ausgegeben; die Pflanzen wurden von den Staudenfreunden gekauft und ins Beet gepflanzt
Die Gesellschaft der Staudenfreunde hat zusätzlich 1724,61 € für Pflanzen gespendet, die wir ins Beet gepflanzt haben.
Darüber hinaus sind in 2009 für die Arbeiten am Beet Fahrtkosten in Höhe von 429,50€ (ca.3100km) angefallen, die unsere Kasse unseren Beetplanern erstattet hat und die ebenfalls als Spende für das Beet anzurechnen sind.
Der ehrenamtliche Stundeneinsatz bei Planung, Einkauf, Pflanzung und Pflege für das Beet und am Beet ist bemerkenswert hoch. Allein aus den Unterlagen im Arbeitsbuch am Beet sind für das letzte Jahr 600 Stunden für Arbeiten im Beet schriftlich belegt. Das ist eine Mindestzahl, weil leider häufig Eintragungen vergessen wurden, und die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten zu Hause nicht gezählt werden.
Seit 2003 unterstützt der Vorstand der GdS dieses Projekt durch jährliche Spenden.
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September 2006 Foto © 2010 Birgit Hübner |
Freude der Bürger am Staudenbeet
Viele Menschen erzählen, dass sie mehrmals pro Woche vorbeikommen, die Rabatten bewundern, teilweise solche Farbzusammenstellungen und Pflanzen erstmalig sehen, Pflanzen und Szenen sich für ihre eigenen Gärten merken und fotografieren. Manch unkundiger Besucher wundert sich über die dichte Pflanzung , die kaum den Boden zeigt, und bemängelt, dass die Einzelpflanzen nicht gradlinig angeordnet sind, sondern in „Jekyll-Driften“ sich durch das Beet ziehen und in ihrer Gesamtheit kein Muster wie im barocken Garten ergeben; - eben „very English“.
Das übergroße Interesse der Menschen bringt auch Gefahren für das Beet, weil das Bedürfnis zu wissen, wie diese schöne Pflanze heißt, so groß ist, dass Besucher hineintreten, um das Etikett zu lesen. Manche können nicht an sich halten und stehlen Pflanzen samt Etikett.
Am „Heidemarkt“ des Botanischen Gartens bieten die Staudenfreunde die Pflanzen des Beetes zum Verkauf an, damit der Besucher weiß, wo er kaufen kann und niemand riskieren muss, sich strafbar zu machen.
Aber das Interesse und die Freude der Besucher am Beet überwiegen bei weitem, deshalb lassen sich die Staudenfreunde auch nicht entmutigen.
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September 2009 Foto © 2010 Birgit Hübner |
Die Gesellschaft der Staudenfreunde sieht in der Verbreitung von Gartenkultur eine ihrer Aufgaben und hat daher mit Freude geholfen, im Botanischen Garten Rom-bergpark ein öffentlich zugängliches Anschauungsbeispiel zu schaffen. Gartenkunst ist eine Form von Kunst und wie alle Kulturformen zu entwickeln und zu pflegen.
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Foto © 2010 Birgit Hübner |
In diesem Jahr wird die GdS mit dem Höfker-Preis geehrt, weil wir uns mit diesem großenStaudenbeet „für das Öffentliche Grün der Stadt verdient gemacht haben“.
Dr. Hinrich Höfker(1859-1945) war ein Pionier der Dortmunder Gartenkultur und der Preis, den der Freundeskreis des Botanischen Gartens Rombergpark e.V. auslobt, trägt zu Recht seinen Namen.
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Dezember 2007 Foto © 2010 Birgit Hübner |
Fotos Birgit Hübner
Text Dr.Peter Mosebach
Kontaktadresse zu den Staudenfreunden Dortmund:
Rainer Hatzky, Neue Dachstr.33, 58131 Herdecke,Tel 02330-1534
oder www.gds-staudenfreunde.de |
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