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Von Gerhard Hofmeister
Die Gattung Primula ist im europäischen Raum mit gut 30 Arten und zahlreichen Unterarten vertreten. Rund 80% der Primelarten sind relativ leicht im Garten zu kultivieren, wenn man ihre Ansprüche hinsichtlich Erdmischung und Standort erfüllt. Die restlichen Arten haben ganz spezielle Ansprüche; ihre Kultur wird nur dem Spezialisten gelingen. Die hier vorgestellten Kulturempfehlungen basieren überwiegend auf meinen eigenen Erfahrungen im Garten.
Von Botanikern werden die Primeln in sogenannte Sektionen eingruppiert, in erster Linie aufgrund von Merkmalen der Pollen. Entsprechend dieser Eingruppierung stelle ich hier die Arten vor. Die Sektionen kann man etwa folgendermaßen charakterisieren:
Auricula: Hochgebirgsprimeln mit meist ledrigen Blättern
Farinosae: Arten mit bemehlten Blättern und Blüten
Vernales: frühlingsblühende Schlüsselblumen und Kissenprimeln
Sectio Auricula
Subsectio Euauricula
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 |  | Primula auricula Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner | |
| | | Primula auricula L., Aurikel
Die Art ist über die ganzen Alpen einschließlich des Schwarzwaldes (Feldberggebiet) verbreitet. Sie besiedelt Kalkfels und Kalkschiefer in Höhen von 250 bis 2900 m. Der Blütenstängel wird 5 bis 20 cm hoch. Die teilweise bemehlten, meist wohlriechenden Blüten sind hell- bis dunkelgelb gefärbt. Primula auricula gedeiht im Garten gut in einem kalkhaltigen, steinigen Lehmhumusboden. Eine Vermehrung ist durch Aussaat, Stecklinge oder Wurzelschnittlinge möglich.
Unterarten:
Primula ssp. bauhini (Beck) Lüdi, Südschweiz, Südalpen
Primula ssp. ciliata (Moretti) Lüdi, Judikarische Alpen , Apennin
Primula var. monacensis Widmer, Dachauer Moor, Erdinger Moos
Primula var. obristii (Stein) Bech., Südtirol
Primula var. serratifolia (Roch.), Banat
Primula var. widmerae Pax, Schwarzwald
Primula var. bellunensis Venzo, Schweiz
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 |  | Primula palinuri Foto © 2010 Rudolf Weiss | |
| | | Primula palinuri Petagna, Italienische Aurikel
Nur in Südwest-Italien beim Cap Palinuri in sonnigen, sommertrockenen Kalkfelsspalten anzutreffen. Große, hellgrüne, ledrige Blätter sitzen auf einem verholzten Stamm. Die Blatt- und Blütenstängel sind teilweise stark bemehlt. Der ca. 25 cm hohe Blütenstand setzt sich aus 35 bis 40 dunkelgelben, duftenden Blüten und einem auffallend großen Stützblatt zusammen.
Wächst im Garten zufriedenstellend in einem durchlässigen, schotterigen Kalklehmboden oder in sonnigen, trockenen Kalkfelsspalten. Benötigt während der Sommerruhe einen regengeschützten Standort. Eine Vermehrung sowohl durch Aussaat, als auch durch Teilung älterer Pflanzen, Stecklinge oder Wurzelschnittlinge ist möglich.
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 |  | Primula carniolica Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner | |
| | | Subsectio Brevibracteata
Primula carniolica Jacp., Krainer Schlüsselblume
Diese endemische Art der Julischen Alpen (Krain) wächst auf anmoorigen Kalkböden im Halbschatten bewaldeter Schluchten. Die glänzenden, hellgrünen Blätter umrahmen einen bis zu 25 cm hohen Blütenstand mit rosaviolettfarbenen Blüten, die einen auffallend bemehlten Schlund aufweisen.
Die etwas empfindliche und selten im Handel erhältliche Primel gedeiht am besten halbschattig in einem mit Kalksteinen angereicherten moorigen Humusboden (Abraumsubstrat von Kalkflachmooren). Eine erfolgreiche Vermehrung ist am ehesten durch Aussaat gegeben. |
 |  | Primula marginata Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner | |
| | | Primula marginata Curtis, Meeralpen-Primel
In sonnigen Kalkfelsspalten des Cottischen und Ligurischen Gebirges als auch in den Seealpen anzutreffen. Die länglich-eiförmigen Blätter sind an den Rändern weiß oder gelblich bemehlt. Bis zu 15 hell- bis dunkellila gefärbte Blüten sitzen auf einem 10 bis 12 cm hohen Stängel.
Eine leicht zu pflegende, schöne Primel, die einen sandig-lehmigen, mit Kalksteinbrocken durchsetzten Boden liebt und selbst mit Felsspalten zufrieden ist. Eine Vermehrung ist sowohl durch Aussaat als auch durch Teilung älterer Pflanzen oder Stecklinge möglich.
Primula latifolia Lapeyr., Breitblättrige Primel
Bevorzugt die Spalten kalkarmer Felsen der West- und Räthischen Alpen. Findet sich ferner im Monte-Rosa-Gebiet und in den Ostpyrenäen. Die dunkelgrünen Blätter sind an den Rändern ungleich gesägt und mit kurzen, klebrigen Drüsenhaaren besetzt. Die auf einem 15 bis 20 cm hohen Stängel sitzenden, anfänglich rotviolettfarbenen Blüten gehen beim Verblühen ins Blaue über.
Primula latifolia erweist sich als ein schwieriger Pflegling. Erfolgversprechend ist eine Mischung aus 3 Teilen Silikatgrus und 1 Teil kalkfreier Torferde. Der Klon aus den Ostpyrenäen hat, an einen kühlen Standort gepflanzt, nach meiner Erfahrung die längste Lebensdauer. Eine Vermehrung erfolgt durch Aussaat, Teilung älterer Pflanzen oder Stecklinge. |
 |  | Primula apennina Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner | |
| | | Subsectio Erythrodrosum
Primula apennina Widmer, Apeninnen-Primel
Das Hauptvorkommen liegt im nördlichen Apennin, im südlichen Teil ist sie äußerst selten. Ein schöner, aber schwieriger Zwerg, der wegen seiner Kalkscheue nur in Granitspalten wächst. Die 2,5 bis 4 cm langen Blätter sind eiförmig und mit gelblichbraunen Drüsen bedeckt. Der 3 bis 5 cm hohe Blütenstängel weist oft 6 bis 8 Blüten von rosavioletter Farbe mit einem weißem Auge auf. Kalkverträglicher ist der seltenere, südliche Klon. In Urgesteinsspalten gepflanzt ist die Kultur nicht schwierig, wenn man die Pflanze nach der Blüte etwas trockener hält. Die Vermehrung ist durch Samen oder Teilung möglich, Stecklinge bewurzeln sich kaum. |
 |  | Primula daonensis Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner | |
| | | Primula daonensis Leyb., Inntaler Schlüsselblume
Vom Adamellogebiet bis zum Ortler und im Gebiet um den Croce Domini in Höhen um 1500 bis 2800 m auf Granitfelsen beheimatet. Die unregelmäßig gezähnten Blätter sind matt dunkelgrün bis gelblichgrün. Alle grünen Pflanzenteile sind mit rötlichen Drüsenhaaren besetzt. Auf dem ca. 3 bis 5 cm hohen Blütenstängel sitzen 3 bis 6 rotlilafarbene Blüten mit weißem Schlund.
In einem kalkfreien, steinigen Substrat bereitet P. daonensis wenig Schwierigkeiten. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder Teilung.
Die Unterart Primula daonensis var. breviscapa P. H. Huang et L. H.Zhuo
vom Monte Blumone ist im Wuchs zierlicher, somit eine ideale Trogpflanze. |
 |  | Primula hirsuta exacapa Foto © 2010 Gerhard Hofmeister | |
| | | Primula hirsuta All., Behaarte Primel
Vorkommen in den Zentral- und Ostpyrenäen sowie auf kalkarmem Fels im mittleren Teil der zentralen Alpenkette, also von den Hohen Tauern bis zu den Grajischen Alpen. Bevorzugt normalerweise Höhen von 1000 bis 2600 m; am Lago Maggiore ist sie aber schon bei 230 m Meereshöhe anzutreffen. Alle grünen Teile dieser spaltenliebenden Pflanze sind mit kurzen, sehr klebrigen Drüsenhaaren besetzt. Die verkehrt eiförmigen Blätter sind teilweise gezähnt. Der 5 bis 6 cm hohe Blütenstängel weist 3 bis 5 karminrosafarbene Blüten auf. Sehr selten sind weißblühende Pflanzen anzutreffen.
Im Alpinum ist P. hirsuta in engen Urgesteinsspalten mit kalkfreiem Substrat gut zu halten. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder Teilung älterer Pflanzen; Stecklingsversuche verlaufen meist negativ.
Es gibt neun Unterarten, deren Status aber umstritten ist. Lediglich zwei davon sind erwähnenswert: P. hirsuta var serrulata Beauv.ist gegen Kalkwasser unempfindlich und blüht rosa bis weiß, P. hirsuta var. nivea Hort. AM besitzt reinweiße Blüten und ist deshalb sehr gefragt. |
 |  | Primula pedemontana Foto © 2010 Gerhard Hofmeister | |
| | | Primula pedemontana Thomas ex Gaud., Piemonter Primel
Besiedelt Urgesteinsspalten oder pflanzenarmen, groben Schutt der Cottischen und Grajischen Alpen. Die eiförmigen, mit leichten Einbuchtungen versehenen Blätter sind am Rande mit einer dichten, rötlichen Bewimperung versehen. Der bis 8 cm hohe Blütenstängel trägt maximal 6 karminrosafarbene Blüten mit einem weißem Auge.
Die Kultur erfolgt ähnlich wie bei Primula hirsuta/i>, nur etwas absonniger. Eine Vermehrung ist durch Aussaat, Teilung großer Pflanzen oder Stecklinge möglich.
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 |  | Primula villosa Foto © 2010 Klaus Patzner | |
| | | Primula villosa Wulfen, Zottige Primel
Besiedelt in der Steiermark und in Kärnten kalkarmes Gestein in Höhen von 1400 bis 2600 m. Die länglich ovalen Blätter sowie alle übrigen, grünen Pflanzenteile sind dicht mit bis zu einem ¾ mm langen, rötlichen, sehr klebrigen Drüsenhaaren besetzt. Der bis zu 8 cm hohe Blütenstängel trägt oft 8 rosafarbene Blüten mit weißem Auge.
P. villosa wächst nicht so willig wie P. hirsuta. Sie liebt es halbschattig bis schattig, kühl und absolut kalkfrei. Nach dem Verblühen ist sie trockener zu halten. Die Vermehrungsmöglichkeiten sind die gleichen wie bei P. hirsuta angegeben.
Unterarten sind P. villosa f. commutata (Schott) Lüdi, P. villosa f. cottica (Widmer) Lüdi, und P. villosa f. norica (Kerner et Widmer) Lüdi. Alle drei zeigen nur geringe Unterscheidungsmerkmale, reagieren aber viel empfindlicher und stellen somit hohe Ansprüche an Klima und Boden.
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 |  | Primula albenensis Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner | |
| | | Primula albenensis Banfi & Ferl., Monte-Alben-Primel
Wurde am Monte Alben in den Bergamasker Alpen in absonniger Lage an feuchten, überhängenden Kalkfelsen in 1200 bis 2100 m Höhe gefunden.
Die länglich ovalen, teilweise gezähnten Blätter sowie alle übrigen grünen Pflanzenteile sind dicht mit mehligen Drüsenhaaren besetzt. Der ca. 5 bis 6 cm hohe, mehlig weiße Blütenstängel trägt rotviolettfarbene Blüten mit hellem Schlund.
Ist im Alpinum in absonniger Lage in Kalkfelsspalten oder in Kalkschotter mit nur wenig Humusbeimengung, also weitgehend mineralisch, zu pflanzen. Die Vermehrung erfolgt am besten durch Aussaat oder Teilung älterer Pflanzen. Stecklingsvermehrung ist ebenfalls möglich. |
 |  | Primula recubariensis Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner | |
| | | Primula recubariensis Prosser & Scortegagna, Monte-Lessini-Primel
Findet sich in den nördlichen, steilen Dolomitfelsen des Monte Lessini an absonnigen, kühlen Stellen. Die rundlichen, breitovalen Blätter sowie alle übrigen Pflanzenteile sind mit dunkelgrünen Drüsenhaaren besetzt. Auf dem ca. 0,6 bis 1,5 cm hohen Blütenstängel sitzen 2 bis 5 blaulilafarbene Blüten mit weißem Schlund. Im Alpinum sind Kalkfelsspalten oder Kalkschotter mit wenig Humus an einer kühlen, schattigen Stelle bevorzugte Standorte. Die Vermehrung geschieht ähnlich wie bei P. albenensis, ist nur meistens nicht so erfolgreich. |
 |  | Primula clusiana Foto © 2010 Klaus Patzner | |
| | | Subsectio Arthritica
Primula clusiana Tausch, Clusius Schlüsselblume
Diese sehr kalkbedürftige Primel kommt oberhalb der Baumgrenze in einer Höhe von 1800 bis 2300 m im östlichen bayerischen Alpenvorland bis zu den Wiener Schneebergen auf steinig-humosen Böden vor. Die kahlen Blätter sind länglich-eiförmig und ganzrandig; der Blattrand ist weißknorpelig und mit Drüsenhaaren besetzt. Der 2 bis 10 cm hohe Blütenstängel ist mit 3 bis 6 rosafarbenen Blüten mit weißem Auge besetzt.
P. clusiana wächst im Alpinum zufriedenstellend in einer Mischung 2/3 Kalksteinsplitt und 1/3 Humuserde. Eine erfolgreiche Vermehrung ist durch Aussaat oder Teilung älterer Pflanzen möglich. Eine Unterart aus Niederösterreich ist als Primula clusiana var. admontensis beschrieben.
Primula glaucescens Morettti, Meergrüne Schlüsselblume
Kommt endemisch in Höhenlagen von 500 bis 2500 m in den Judikarischen und Bergamasker Alpen vor. Bevorzugt Kalkfelsspalten oder ruhenden Kalkschotter in feuchter, halbschattiger Lage. Die ca. 10 cm langen, lanzettförmigen, nicht klebrigen Blätter sind dunkelgrün, glänzend und besitzen einen weißen Knorpelrand. Auf dem ca. 6 bis 10 cm hohen Blütenstängel sitzen leuchtend purpurrosafarbene Blüten mit einem kleinen weißen Auge.
Eine Vermehrung ist durch Aussaat oder Teilung mehrtriebiger Pflanzen möglich.
Als Unterarten sind beschrieben: P. glaucescens ssp. Calycina (Duby) Pax und P. glaucescens ssp. langobarda (Porta) Widmer.
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 |  | Primula spectabilis Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner | |
| | | Primula spectabilis Tratt., Prächtige Schlüsselblume
Von den Veroneser bis zu den Judikarischen Alpen ist diese Primelart vertreten. Sie ist in Höhen von 600 bis 2500 m in halbschattigen Kalkfelsspalten sowie in höheren Lagen im kalkschotterhaltigen, humosen Kurzrasen anzutreffen. Die ca. 10 cm langen und bis zu 4 cm breiten Blätter sind dunkelgrün glänzend, nicht klebrig und mit einem weißen Knorpelrand versehen. Den ca. 10 bis 12 cm hohen Blütenstängel zieren bis zu 8 rosenrotfarbene Blüten mit weißem Auge. P. spectabilis liebt kalkschotterhaltigen Humusboden, dem man zur Förderung der Blühwilligkeit etwas verrotteten Rinderdung beimischt. Die empfindlichste Art aus Subsectio Arthritica. Eine Vermehrung ist durch Aussaat oder Teilung älterer Pflanzen möglich. |
 |  | Primula wulfeniana Foto © 2010 Klaus Patzner | |
| | | Primula wulfeniana Schott, Wulfens Schlüsselblume
Aus den südöstlichen Kalkalpen bekannt. Bevorzugt feinen, sandig-humosen Kalkschutt in Höhen von 1500 bis 2200 m. Die ca. 5 cm langen, ovalen zugespitzten Blätter sind dunkelgrün glänzend, nicht klebrig und wie die der vorigen Art mit weißem Knorpelrand versehen. Der ca. 4 bis 8 cm hohe Blütenstiel trägt bis zu 6 rosafarbene, zuweilen leuchtend rote Blüten mit einem kleinen weißen Auge. Gelegentlich findet man auch helllilafarbene oder weiße Exemplare.
Am besten im Alpinum in einen sandigen, kalkschotterhaltigen Humusboden in kühler, feuchter Ostlage pflanzen. Liebt wie P. spectabilis ebenfalls alten, verrotteten Rinderdung. Die Vermehrung erfolgt durch Aussaat oder Teilung mehrtriebiger Pflanzen.
Die aus Rumänien stammende, empfindlichere P. wulfeniana ssp. Baumgarteniana Degen et Moesz hat etwas schmalere Blätter und wächst am Naturstandort nur an freiliegenden, kühlen Stellen. |
 |  | Primula allionii Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner | |
| | | Subsectio Rhoposidium
Primula allionii Loisel, Allionis Schlüsselblume
Diese allbekannte Primel ist nur in den Seealpen und Ligurischen Alpen zu finden. Sie bevorzugt Höhenlagen von 800 bis 2000 m und wächst unter überhängenden Kalkfelsen. Diese sehr nässeempfindliche Pflanze ist am Naturstandort von den mit Kalkstaub überzogenen, abgestorbenen Blättern der letzten Jahre umgeben. Die ca. 2 bis 3 cm langen Blätter sind rundlich, eiförmig, mattgrün und mit feinen Drüsenhaaren besetzt. Die der Blattrosette aufsitzenden Blüten sind entweder dunkelrot oder hellrosarot gefärbt und haben einen weißem Schlund; weißblühende Exemplare sind selten.
Diese frostunempfindliche Primel ist immer an eine Stelle zu pflanzen, wo sie gegen Nässe geschützt ist. Sie benötigt neben dem erforderlichen Nässeschutz ein kalksandhaltiges, humoses Substrat. Eine erfolgreiche Vermehrung ist durch Aussaat oder Teilung älterer Pflanzen, bei Farbvarianten nur durch Teilung möglich. |
 |  | Primula integrifolia Foto © 2010 Klaus Patzner | |
| | | Primula integrifolia L., Ganzblätterige Primel
In den Pyrenäen und mittleren Westalpen (Graubünden) über kristallinem Gestein in 1600 bis 3000 m Höhe anzutreffen. Als Schneetälchenbesiedler meist auf tonig-humosen Böden zu finden. Die ganze Pflanze ist dicht mit feinen, nicht klebrigen Härchen besetzt. Die ca. 3 bis 4 cm langen Blätter sind weich, spatelförmig, ganzrandig und glänzend grasgrün. Der ca. 2 bis 4 cm hohe Blütenstängel ist mit 1 bis 2 purpurrosa- bis lilarosafarbenen, weißäugigen Blüten besetzt.
Diese Art ist ein schwieriger Pflegling und fauler Blüher. Als Pflanzsubstrat dient saurer Lehm mit grobem Torf, je zur Hälfte gemischt. Der Pflanzort sollte feucht, kühl und halbschattig sein (Moorbeet). Eine Vermehrung ist durch Aussaat oder Teilung mehrtriebiger Pflanzen zu probieren. |
 |  | Primula kitaibeliana Foto © 2010 Dieter Schacht | |
| | | Primula kitaibeliana Schott, Dinarische Primel
Eine nur im westlichen Jugoslawiens beheimatete Primel (endemisch). Sie wächst im Karst des Velebit- und Dinarischen Gebirges in Spalten mit größeren Humusansammlungen. Die ca. 4 bis 6 cm langen, länglich eiförmigen
Blätter sind gelbgrün, mit wenigen Drüsenhaaren besetzt und riechen nach Ölfarbe. Der ca. 4 bis 6 cm hohe Blütenstängel ist mit 4 bis zu 3 cm großen, lilarosafarbenen Blüten besetzt.
Gilt als schwieriger Pflegling! Der Pflanzort sollte gut drainiert sein, das Substrat aus 2/3 Kalkschotter und 1/3 Rohhumus bestehen. Wegen Fäulnisgefahr muss die Pflanze nach der Blüte trocken gehalten werden (Karstpflanze). Eine Vermehrung ist durch Aussaat, Teilung älterer Pflanzen oder Stecklinge zu versuchen. |
 |  | Primula tyrolensis Foto © 2010 Klaus Patzner | |
| | | Primula tyrolensis Schott, Südtiroler Schlüsselblume
Eine nur im südöstlichen Südtirol vorkommende, also endemische Primel. Die kalkliebende Pflanze wächst in einer Höhe von 1000 bis 2400 m in schattigen Felsspalten. Die ca. 2 bis 3 cm langen, eiförmigen Blätter sind dunkelgrün und mit farblosen, klebrigen Drüsenhaaren bedeckt. Bis zu 4 rosenrotfarbene Blüten mit weißem Auge sitzen auf einem 1 bis 2 cm hohen Stängel.
Als Felsspaltenpflanze ist sie im gängigen Alpinum kaum zu kultivieren. Halbschattig gelegene Steinspalten mit einem wenig Humus enthaltenden mineralischen Substrat sind erfolgversprechender. Eine Vermehrung durch Aussaat oder Stecklinge ist möglich; bei größeren Exemplaren mit mehreren Austrieben empfiehlt sich eine Teilung.
Kontakt zum Autor: g-hofmeister@t-online.de
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