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Erica tetralix
Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner
 
  
Von Dr. Hugo Herkner

Allgemeines
Der mit Wasser getränkte Torf verkörpert das eigentliche Moor. Höher gelegene, trockenere Gebiete am Rande des Moores charakterisieren die Heide.

Baumaterial
Durch seinen Wassergehalt muss ein künstliches Moor gegen seine Umgebung wasserdicht abgesichert werden. Baustoffe wie für einen Gartenteich finden demnach Verwendung. Man kann die 60–80 cm tiefe Mulde ausbetonieren, muss den Beton aber wegen seines Kalkgehaltes mit einem ungiftigen Anstrich versiegeln. Alternativ kann die Vertiefung auch mit Teichfolie ausgelegt werden. Diese Plastikhaut ist allerdings sehr verletzungsgefährdet. Neben Beton und Folie kommen die stabilen Kunststoffschalen, wie sie in verschiedenen Größen und Formen als Gartenteiche angeboten werden, in Betracht.

Saxifraga hirculus
Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner
 
  
Lage
Ein Moor benötigt neben kalkfreiem Wasser am besten den ganzen Tag über Sonne. Unter einem hohen Laubbaum hat ein derartiges Biotop wenig Überlebenschancen; Laub erstickt jegliche Moorvegetation.

Substrat
Käuflicher Torf variiert je nach Abbautiefe in seiner Konsistenz. Wir benötigen für unsere Zwecke oberflächennahen Weiß- bzw. Sphagnumtorf. Nicht jeder Gartencenter hat diesen Torf vorrätig. Um Gärprozesse zu vermeiden, füllen wir unser Moor nicht gänzlich mit diesem Substrat auf. Nur die oberen 30 cm bestehen aus diesem Naturprodukt. Zu unterst kommt garantiert kalkfreies, mineralisches Material, z.B. Quarzkies (Baustoffhandel). Nur im äußersten Notfall füllen wir auch unten mit handelsüblichem Torf auf. Über das mineralische Substrat breiten wir ein Vlies (Gartencenter), bevor wir cirka 30 cm hoch unseren Sphagnumtorf einbringen. Wurzeln oder Äste beleben das Biotop zusätzlich. Für die Heidevegetation erhebt sich ein Torfhügel über das Niveau hinaus. Ein Moortümpel darf in keinem Fall fehlen.

Drosera rotundifolia
Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner
 
  
Weitere Hinweise
Bei einer gegen die Umgebung isolierten Mooranlage kommt es gerne in den tieferen Torfschich-ten zu giftigen Zersetzungsprozessen, die sich ungünstig auf das Pflanzenwachstum auswirken. Der Moortümpel wirkt diesen Gärungsvorgängen entgegen. Als seine Begrenzung ist z.B. ein schwarzer Teichpflanzengitterkorb bestens geeignet. Bei alleiniger Torffüllung sitzt der Gitterkorb auf einem umgedrehten Eimer. Dieser muss mit der Öffnung dem Untergrund aufliegen, enthält später ausschließlich Wasser in seinem Inneren und besitzt im Boden mehrere 0,5 cm große Löcher. Die Methode, den ganzen Boden des Moores mit durchlöcherten Eimern auszulegen (Wasserreservoir) und nur die Zwischenräume mit Torf auszufüllen, ist zwar einleuchtend, erlaubt aber leider keine gefahrlose Begehung. Bei einer Quarzkiesfüllung ruht der Gitterkorbboden auf der mineralischen Unterlage. Die in Aquarianerkreisen wohlbekannte Wasserumwälzung mit Luftblasen würde im Moortümpel die biologische Situation weiter verbessern.

Nymphaea tetragona
Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner
 
  
Erst wenn alle genannten Arbeiten erledigt sind, darf das Moor ganz langsam mit kalkfreien Was-ser aufgefüllt werden, damit sich der Torf voll Wasser saugen kann. Nach zwei bis drei Tagen wird angepflanzt. Baumscheiben als Tritt- und Arbeitsplatten passen gut in das Gesamtbild.
Ferner ist dafür Sorge zu tragen, dass bei einem Platzregen kein kalkhaltiges Material in die Moor-anlage geschwemmt wird. Überschüssiges Regenwasser im Moor findet von selbst einen Weg nach außen. Unerklärlicher Wasserverlust ist meist die Folge von Kapillareinwirkungen (z.B. Falten in der Teichfolie). Im Frühjahr holen Amseln besonders gerne das nasse Torfmoos zum Nestbau, im Herbst erstickt das Falllaub die Moorvegetation; beides Einsatzmöglichkeiten für ein Vogelschutznetz.

Trichophorum alpinum
Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner
 
  

Pflanzen für Hochmoor und Heide
* teilweise Winterschutz erforderlich

Hochmoor
Eriophorum vaginatum Scheidiges Wollgras
Trichophorum alpinum Alpen-Wollgras
Rhynchospora Schnabelbinse
Scheuchzeria palustris Blasenbinse
Sedum villosum Moor-Fetthenne
Saxifraga hirculus Moor-Steinbrech
Oxycoccus Moosbeere
Lycopodiella inondata Moor-Bärlapp
Narthecium ossifragum Beinbrech-Lilie
Hypericum elodes Moor-Johanniskraut
Sarracenia Schlauchpflanzen *
Darlingtonia Kobralilie *
Dionaema Venusfliegenfalle *
Drosera Sonnentau *

Moortümpel
Sphagnum Torfmoos
Sparganium minimum Zwerg-Igelkolben
Utricularia Wasserschlauch

Ledum palustre
Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner
 
  

Heide
Betula nana Zwergbirke
Betula humilis Moorbirke
Calluna Besenheide
Erica Glockenheide
Daboecia Irische Heide
Andromeda Rosmarinheide
Ledum Sumpfporst
Myrica gale Gagelstrauch
Empetrum Krähenbeere
Vaccinium Heidelbeere; Preiselbeere, Rauschbeere
Pernettya Torf-Myrthe
Helonias bullata Moornelke
Molinia Pfeifengras
Pogonia Moor-Orchidee

Pogonia
Foto © 2010 Dr. Hugo Herkner
 
  

Literatur
Maier, Erich: Das Moor im eigenen Garten. Parey-Verlag.
Beck, Peter: Gartenlust Wassergärten. Kosmos-Verlag.
Beck, Peter: Gartenteiche. Kosmos-Verlag.

Bezugsquellen
Johannes Betz
Schleiermacherstr. 16
86165 Augsburg
Tel.: 08 21 – 15 29 26
Fax: 08 21 – 2 72 22 16

Erich Maier
Hansell 155
48341 Altenberge
Tel.: 0 25 05 – 15 33
erichmaier@t-online.de
www.erichmaier.de

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