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Fachgruppe Päonien
Päonien-Gala 2008
Göttingen 2009
Paeonia lactiflora
Oberösterreich 2010
Veranstaltungen







































Fachgruppe Paeonien

Oberösterreich 2010
 

Paeonia lactiflora 'Circus Circus' (Klehm 1995)
Foto © 2010 Thomas Seiler

Jahrestreffen 2010 der Fachgruppe Päonien

Das Jahrestreffen der Fachgruppe Päonien fand dieses Jahr in Oberösterreich statt. Zunächst trafen wir uns aber am Freitag, den 28. Mai 2010 auf dem Päonienfeld unseres Mitglieds Heinz Enzinger-Panitz im Rottal in Bayern, im Bäder-Dreieck von Bad Birnbach, Bad Griesbach und Bad Füssing gelegen. Dieses Feld lag idyllisch direkt an der Rott und ist eines von mehreren Päonienfeldern, die Heinz Enzinger-Panitz meist auf 10 Jahre gepachtet und bepflanzt hat. Unter dem Slogan „Rottaler Pfingstrosen verzaubern“ verkauft er sie dann vorwiegend über den Versandweg. Er hatte extra für uns ein Zelt aufgebaut und Getränke herbeigeschafft. Wir durften dann unter seiner Führung durch die Reihen gehen, und mit Hilfe seiner Pflanzliste konnte er uns auch jede Sorte benennen. Duch das kalte Frühjahr war alles etwas später als sonst, und es blühten sogar noch Strauchpäonien. Die Lactifloras begannen gerade erst mit der Blüte und hatten ihren Höhepunkt noch nicht erreicht. Trotzdem gab es genug Blühendes zu sehen. Allzu lange konnten wir uns leider nicht aufhalten, denn gegen 16 Uhr mussten wir weiter, überquerten die Grenze nach Österreich und besuchten die bekannte Gärtnerei Sarastro von Christian Kreß. Dies war mehr als Kontrastprogramm gedacht, um auch andere Stauden zu sehen, da Christian Kreß fast nur Päonien-Wildarten hat, die jetzt schon verblüht waren. Sein Schaugarten ist originell und sehenswert, und anschließend hatte man die Gelegenheit, noch die eine oder andere ausgefallene Staude mit nach Hause zu nehmen.


Paeonia officinalis 'Anemoniflora' auf dem Feld von Heinz Enzinger-Panitz
Foto © 2010 Thomas Seiler

Dann ging es weiter in das historische Städtchen Eferding, wo wir das Seminarhotel Brummeier direkt am Stadtplatz bezogen. Es war ein typisches Inntaler Haus mit schmaler Fassade zum Platz, das sich nach hinten als ganzer Gebäudekomplex erwies mit absolut ruhigen Zimmern. Das Hotel war jetzt zur Spargelzeit brechend voll, aber wir hatten einen großen Tisch im Nebenraum reserviert und konnten so in entspannter Atmosphäre und bei gehobener Küche mit marktfrischen Produkten diesen ersten Abend unseres Treffens genießen.
Nach der für die meisten Teilnehmer doch sehr weiten Anfahrt am Vortag begann der Samstag erst einmal geruhsam mit viel Zeit für Gespräche beim Frühstück. Dann spazierten wir gemeinsam zum Starhembergschen Schloss direkt am Stadtplatz und weiter zur Eferdinger Kirche, einem überraschend groß dimensionierten spätgotischen Hallenbau, der die Bedeutung Eferdings deutlich machte.


Garten der Geheimnisse
Foto © 2010 Thomas Seiler

Um 11 Uhr erwartete uns dann Wolfgang Wimleitner in seinem Garten der Geheimnisse in Stoheim bei Eferding. Dieser Garten ist schlichtweg eine kleine Sensation. Traumhaft am Hang gelegen bietet er einen wahrhaft atemberaubenden Blick über das Eferdinger Becken bis tief in die Alpen. Geschaffen hat ihn die Mutter von Wolfgang Wimleitner, eine Floristin aus Eferding, die hier auf ca. 20.000 qm ihren Lebenstraum verwirklichen konnte. Leider durfte sie ihn nur wenige Jahre genießen, denn sie ist noch verhältnismäßig jung an Krebs gestorben, und der Garten war danach auch eine Zeit lang geschlossen. Jetzt hat sich aber ihr Sohn dazu entschlossen, ihn weiterzuführen und Dienstag bis Sonntag von 11- 19 Uhr offen zu halten. Er ist wirklich der Geheimtipp für jeden Staudenfreund und Gartenliebhaber. Trotz der schmalen Zufahrtstraße ist er auch für Busse erreichbar. Hauptelement der Gestaltung ist der Regenbogengarten. Fächerförmig ist hier in Staudenbeeten die ganze Palette des Regenbogens ausgebreitet. Oft sind es hunderte von Pflanzen einer Sorte, die eine bestimmte Farbe verkörpern. Diese ganze Anordnung hat aber überhaupt nichts Steriles an sich, sondern zeigt das feine Gespür für Harmonie und Kontrast der Floristin.


Iris und Euphorbien im Garten der Geheimnisse
Foto © 2010 Thomas Seiler

Wie ein Auge liegt der runde See an einer exponierten Stelle des Hanges in der Landschaft und ist nur vom Gelbgrün des Frauenmantels umsäumt. Ganz Grün in Grün geben sich der raffiniert geschnittene Knotengarten wie auch die Rasenarena. Im Saum des angrenzenden Waldes kann man eine Zwergengruppe mit Schneewittchen entdecken, die, aus Terrakotta geformt, nichts mit üblichen Gartenzwergen gemein hat. Ein typischer Bauerngarten, dessen Beete mit Buchs gesäumt sind, zeigt, wie attraktiv ein Gemüsegarten aussehen kann. Nach dem Rundgang saßen wir noch lange auf der Terrasse des kleines Cafés oben am Hang und genossen die phantastische Aussicht über den Garten in die Landschaft.


Garten der Geheimnisse
Foto © 2010 Thomas Seiler

Dann ging es weiter zur Päonien-Gärtnerei unseres Mitglieds Michael Miely. Da er zur Päonienblüte auch seine Päonien-Tage veranstaltet, waren dort schon sehr viele Menschen. Da fiel unsere kleine Päonien-Fachgruppe gar nicht mehr ins Gewicht. In langen Reihen waren die über 500 Sorten seines Sortiments aufgepflanzt. Dazwischen war Rasen gepflanzt, so dass man auch mühelos gehen und alles betrachten konnte. Die Beschilderung war vorbildlich, da musste man sich nicht einmal bücken oder gar noch lange suchen. Selbst die Verkaufspreise waren angegeben.


Feld bei Michael Miely mit Paeonia 'Requiem' (Saunders 1941) und Paeonia 'Red Red Rose' (Saunders 1942)
Foto © 2010 Thomas Seiler

Ortsbäuerinnen verkauften selbstgebackene Mehlspeisen und Getränke wie zum Beispiel einen vorzüglichen Most aus Äpfeln und Birnen. Das Ganze war wie ein schönes, heiteres Päonienfest, und der große Zuspruch an Besuchern gab Michael Miely mit seinem Konzept recht. Aus der Vielzahl der Sorten stachen wieder einmal die extravaganten Sorten von Roy Klehm wie ‘Circus Circus’ oder ‘Daisy Coronet’, beide aus dem Jahr 1995, ins Auge.


Paeonia lactiflora 'Daisy Coronet' (Klehm, 1995)
Foto © 2010 Thomas Seiler

Bemerkenswert sind auch Michael Mielys eigene Sorten, die er alle nach Figuren aus Richard Wagners Tetralogie Der Ring des Nibelungen benennt. Hauptrollen dort sind Siegried und Brünhilde, und so sind die eindrücklichsten seiner Päonien auch nach ihnen benannt. ‘Brünhilde’ ist eine einfache P. lactiflora von leuchtendem Rosa, guter Substanz und, wie es sich für eine Walküre gehört, von großer Standfestigkeit.


Paeonia lactiflora 'Brünhilde' (Miely, 2009)
Foto © 2010 Thomas Seiler

’Siegfried‘ ist schon spektakulär zu nennen, handelt es sich dabei doch um eine Päonie in dem begehrten schwärzlichen Dunkelrot der Blüte, dunkem Laub im Austrieb sowie roten Stielen und Knospen. Während ähnlich dunkle Sorten wie ‘Svarte Petter’ (Schwarzer Peter) von Herman Krupke oder ‘Obsidian’ von Irmtraud und Gottlob Rieck einfach sind, ist ‘Siegfried’ von Michael Miely gefüllt.


Paeonia lactiflora 'Siegfried' (Miely, 2009)
Foto © 2010 Thomas Seiler

Trotz der zahlreichen Besucher nahm sich Michael Miely viel Zeit für unsere kleine Gruppe und stellt uns für unsere Mitgliederversammlung sein Büro zur Verfügung. Anschließend führte uns exklusiv noch auf ein entfernteres Päonienfeld inmitten idyllischer Landschaft, in der auch immer mal wieder ein Fasan hochflog oder ein Hase davonfloh. Hier waren oft große Mengen von einer Sorte aufgepflanzt, die dann teilweise auch dem Schnitt dienten.


Päonienfeld bei Michael Miely
Foto © 2010 Thomas Seiler

Auch war hier eine ganze Reihe einer bemerkenswert schönen Neuzüchtung von ihm in dunklem Rot und mit japanischer Füllung aufgepflanzt, die bislang aber erst einen Arbeitsnamen hat.


Neue, noch unbenannte Sorte von Michael Miely
Foto © 2010 Thomas Seiler

Als wir zum Haus zurückkehrten, war es Abend geworden und die Besucherströme verschwunden. Wir dagegen durften uns vor eine schöne alte Holzhütte setzen, wurden mit Most bewirtet und unermüdlich stellte Frau Miely belegte Brote auf den Tisch, ganz nach österreichischer Art.


Reihen mit unbenannten Sämlingen von Michael Miely
Foto © 2010 Thomas Seiler

Vor uns erstreckte sich das Päonienfeld mit langen Reihen unbenannter Sämlinge, die in schönster Blüte standen und in der schrägen Abendsonne aufleuchteten. Dahinter stieg ein smaragdgrünes Kornfeld leicht an und schien bis zum Horizont zu reichen. Der Versuch des geglückten Tages, heute war er wieder einmal Wirklichkeit geworden.
Thomas Seiler



Foto © 2010 Thomas Seiler


 

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