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Jahrestagung der Fachgruppe Hosta
Vom 02. bis 05. Juni 2011 fand die diesjährige Jahrestagung der FG Hosta in Bad Wörishofen statt.
Die Organisation für dieses Treffen übernahm unser Mitglied Harald Berger. Tatkräftige Helfer hatte er dabei in Ursula Santo und Gerd Oellermann.
Sie hatten für die 34 Teilnehmer ein reichhaltiges Programm zusammengestellt.
Gut gewählt war auch der Termin, der, bedingt durch den Himmelfahrtstag, an einem verlängerten Wochenende noch mehr Möglichkeiten für Gartenbesuche, interessante Vorträge über Hosta, dem Besuch der Gärtnerei Gaismeyer, einer Fahrt zur Insel Mainau und für Frühanreisende schon am Donnerstag die erste Tour nach München boten.
Untergebracht waren wir in Bad Wörishofen im Hotel Sonnengarten.
Dass die 4 Sterne am Eingang des Hotels nicht übertrieben sind, hat das Haus, das Servicepersonal und die Küche mehr als bestätigt.
Am Donnerstag 02.06.2011 durften wir noch ausschlafen. Der Bus in Richtung München ging erst um 09:0 Uhr.
Die erste Station waren die Fürstenfelder Gartentage. Das Angebot war sehr vielfältig. Neben vielen Dekoartikeln, Holz im Garten, und Werkzeugen waren besonders für uns Hostafreaks zwei anwesende Gärtner von Interesse. Der Stand von Planwerk wurde zielstrebig als erstes angesteuert und „geplündert“. Auch die Gärtnerei Extragrün hatte etliche Hosta zu bieten und wurde gern besucht.
Die zahlreichen Tüten und Kisten „Nichts“ zeugten vom unbremsbaren Verlangen nach neuen, anderen, besonderen Pflanzen. „Nichts“, weil die meisten sich vorgenommen hatten, nichts zu kaufen.
Von hier fuhren wir weiter zum Botanischen Garten München.
Auch schön: Nur gucken und nichts kaufen, dafür Kaffee und Kuchen.
Die Pausen kamen nicht zu kurz. Im Garten selbst folgten wir der der Empfehlung von H. Berger und haben zunächst die Farnschlucht aufgesucht. Interessant war die Vergesellschaftung der Farne mit (großen) Hosta und anderen großblättrigen Stauden wie Darmera oder Rodgersia.
Der Rosengarten stand in voller Blüte und bot einiges (zuviel?) an Farbe und Duft. Seltene Gehölze und ein nach Regionen geordnetes Alpinum sowie mehrere „Muster“-Standorte, wie z.B. Trockenmagerrasen, nasse Wiese etc. rundeten das Bild ab.
Im Laufe des Tages waren auch die restlichen Teilnehmer angereist, so dass Harald Berger und Joachim Tjaden das bayrische Büffet für alle Gäste eröffnen konnten.
Im Tagungsraum erwartete uns dann eine umfangreiche Hosta-Blatt-Ausstellung, die Ursel Santo mit viel Liebe rund um den Raum platziert hatte.
Für den ersten Abend konnte Andreas Kirschenlohr aus Speyer für einen Vortrag gewonnen werden. Sein Thema „Die Gattung Hosta: Aktuelle Sortimentsentwicklung und Verwendungsbeispiele, neue Krankheitsbilder“
Aus seinem sehr spannenden und informativen Vortrag konnten selbst die absoluten Hostakenner viele neue Erkenntnisse gewinnen. |
Am Freitagmorgen fuhren wird dann pünktlich um 8:00 Uhr zur Insel Mainau.
Dass die Insel Mainau seit kurzem um eine Attraktion, dem Staudengarten der GdS, reicher ist, davon wollten wir uns heute selbst vor Ort überzeugen.
Oft hatten wir gehört, was die GdS hier plante, hatten auch schon Planzeichnungen gesehen, oder Berichte im Staudengarten gelesen. Das wir uns jetzt mit eigenen Augen das Ergebnis ansehen konnten, davon konnte uns auch die recht lange Busfahrt nicht abhalten. Und: Es hat sich gelohnt.
Gleich nach der Ankunft nahmen alle direkten Kurs auf den GdS Staudengarten.
Was wir hier vorfanden, überstieg wohl bei allen die Erwartungen bei Weitem.
Die Auswahl der Pflanzen, die Aufteilung, die Lage an einem Hang, einfach optimal.
Auch die vielen „Normalbesuchern“ der Mainau waren sichtlich angetan.
Wenn man als GdS der breiten Öffentlichkeit einen Staudengarten präsentieren will, dann muss das genau so aussehen. |
Wieder im Hotel angekommen erwartete uns zum gemeinsamen Abendessen ein französisches Buffet. Wieder hatten die Küchenchefs ihr Können unter Beweis gestellt und ließen keine Wünsche offen.
Für den Abend hatte unser Mitglied Arthur Wiesmet für uns noch einen Vortrag vorbereitet.
Sein Thema: Hosta – Tetraploide auf dem Vormarsch ?!
Auch dieser Vortrag fesselte uns. Arthur Wiesmet nahm uns mit in die Welt der Pflanzenzellen und Chromosomensätze.
Was im Titel des Vortrages noch sehr trocken klang, entpuppte sich, nicht zuletzt auch durch die Art des Vortrages, als spannendes und sehr informatives Thema.
Wer wissen will, warum Schnecken die eine Hosta mögen, und die andere meiden, sich die Standfestigkeit bei Hosta unterscheidet, was Polyploide mit der Färbung zu tun haben, der sollte sich Arthur Wiesmet einmal zu einem Vortrag einladen. |
Am Samstag besuchten wir zuerst die Bioland-Gärtnerei Gaismayer in Illertissen. Bevor wir die Gärtnerei erobern konnten, wurden wir von einem der Gärtner begrüßt, der uns auch die Aufteilung des sehr großen Geländes erklärte.
Zuerst führte uns der Weg in das sehr schön angelegte Mutterpflanzenquartier.
Wer bis dahin eigentlich keine Pflanzen kaufen wollte hatte dann doch einen Korb oder auch Handwagen bei sich.
Für diejenigen, die gezielt nach ganz bestimmten Pflanzen suchten, erleichterte ein Computer die Suche. Nach Eingabe des Pflanzennamens gab dieser den genauen Standort an, was die Suche in einer so großen Gärtnerei natürlich extrem vereinfachte.
So stand dann auch ein Teil des sehr breiten Sortimentes unten in unserem Bus, als wir um 11:45 Uhr zum Gasthof „Adler“ in Wiesenbach aufbrachen.
Nach einer kleinen Stärkung konnten wir die beiden nächsten Gärten in 5 Minuten zu Fuß erreichen. |
Die Gärten Schindelbeck und Müller liegen direkt nebeneinander und so teile sich unsere Gruppe hier auf.
Im Garten der Familie Schindelbeck erwarteten uns nicht nur rund 300 Hosta.
Das Grundstück liegt direkt an einem kleinen Bach, der nicht immer so ruhig daher fließt, wie an diesem Tag.
Nachdem die Böschung das erste Mal bepflanzt wurde, riss ein Hochwasser alle Pflanzen mit sich. Heute, erzählten uns die Besitzer, sind alle Pflanzen so verwurzelt, dass sie auch einem Hochwasser stand halten werden.
Dieser liebevoll gestaltete Garten bringt überall neue Überraschungen hervor. Eine echte Fundgrube für Staudenfreunde.
Bevor ich in den Garten Müller wechelte, wollte ich vom Bach an der Dorfstraße aus nur noch ein Abschlussfoto des Gartens machen.
So manch ein Gartenbesitzer würde sich freuen, hätte er in seinem Garten nur die Pflanzen, die man hier an den Böschungen bewundern kann.
Wer einmal in dieser Gegend ist, sollte diesen Garten unbedingt besuchen.
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Gleich nebenan, der Garten Müller. Ein ganz anderer Garten.
Vom Eingang aus gelangt man über einen schmalen Weg auf einen Hügel.
Oben angelangt fällt der Blick zuerst auf einen recht großen Naturteich. Von hier aus gelangt man dann auf eine vormals sehr große, landwirtschaftlich genutzte Wiese, in deren Mitte sich jetzt einer der vielen Gartenteile befindet.
Links der Wiese ein sonniger- und rechts ein schattiger Gartenbereich.
Beim Rundgang entdeckt man besonders im Schattenbereich immer neue unterschiedliche Gartenabschnitte.
Langsam aber sicher wird die Weide, immer mehr zur Augenweide.
Auch Harald Berger war erstaunt, was sich nach seinem letzten Besuch hier wieder so alles verändert hat. |
Langsam machten wir uns wieder auf den Rückweg zum Adler, wo unser Bus dann um 14:45 Uhr zum letzten Garten unserer Reise, dem Garten von Dr. Huthmann in Daxberg-Erkheim abfuhr.
Der ca. 1 ha große Garten wurde von Herrn Huthmann zum größten Teil an einen steilen Hang gebaut. Herr Huthmann bot uns eine verkürzte geführte Besichtigung an - normaler Weise dauert diese rund 3 Stunden.
Die Eheleute haben in über drei Jahrzehnten auf einer Fläche von ca. 1 ha einen Garten nach asiatischen Gestaltungsprinzipien angelegt. Neben heimischen Bäumen, Sträuchern und Stauden – auch viele Hosta - wachsen hier viele Pflanzen, die in unserem Klima sonst nicht gedeihen.
Dazu wurden Pflanzen aus anderen Ländern eingeführt, aber auch oftmals selbst aus Samen gezogen.
In zahlreichen Führungen konnten Gartenliebhaber aus nah und fern die Komposition und die Blütenpracht dieser Gartenanlage bewundern. Der Garten ist in seiner einmaligen Art eine Bereicherung für die heimatlichen Gartenkultur und für Erkheim als Gemeinde an sich.
Pünktlich zum Italienischen Buffet waren wir wieder zurück.
Nach kurzer Stärkung stand heute noch die Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl auf dem Programm. |
Protokoll der Jahrestagung
Fachgruppe Hosta der GdS am 04.06.2011 in Bad Wörishofen
Leitung: Joachim Tjaden
- Begrüßung der Teilnehmer durch den Fachgruppenleiter
- Dank an den Organisatoren der Veranstaltung (H. Berger). Herr Berger wurde von Frau Santo unterstützt.
- Wahl der Fachgruppenleitung
Leiter: Joachim Tjaden
Stellvertretender Leiter: Volker Lettmann
Kassenwart: Christa Hülsmann
Die Wahl erfolgte jeweils ohne Gegenstimmen.
- Aus dem Plenum kamen verschiedene Vorschläge zur Gestaltung unseres Internetauftrittes. Alle Mitglieder sind aufgefordert, Veröffentlichungen für die Homepage an Herrn Tjaden zu senden (e-mail: Joachim.Tjaden@gmx.de). H. Tjaden wird für die Einstellung dieser Zusendungen auf unserer Homepage Sorge tragen.
- Erneuter Vorschlag, den eigenen Garten für andere Fachgruppen-Mitglieder zu öffnen. Interessierte sollten eine kurze Beschreibung ihres Gartens nebst einigen Photos an H. Tjaden (e-mail: Joachim.Tjaden@gmx.de) senden. H. Tjaden wird die Veröffentlichung auf unserer Homepage vornehmen.
- Es wurde darum gebeten, den Fachgruppen-Mitgliedern eine aktuelle Mitgliederliste zur Verfügung zu stellen. Das ist nur möglich, wenn die Mitglieder der Veröffentlichung ihrer Daten zustimmen. Die Zustimmung vieler Mitglieder liegt bereits vor. Die übrigen Mitglieder werden diesbezüglich nochmals kontaktiert.
- Die Orte für die nächsten Jahrestagungen wurden bereits vorgeschlagen:
Jahr Ort/Region Organisator
2012 Oberlausitz H. Wurzbacher
2013 Dortmund oder Köln/Aachen Fam. Hülsmann
2014 Mecklenburg-Vorpommern Fr. Brandstädter/Fr. Fichte
2015 Amberg/Regensburg H. Wismet
2016 Münster Fam. Linnenschmidt
Nach Ende der Mitgliederversammlung ließen wir den letzten Abend in gemütlicher Runde ausklingen. |
Auf dem Nachhauseweg nutzen einige noch die Gelegenheit den Garten von Herrn Vill in Oberroth zu besuchen.
Ein ca. 2.200 qm großer Garten mit einem sehr sonnigen Teil in der Mitte und weiten Schattenpartien. Im Schatten unzählige Hostas, besonders viele große, also L und XL, Sorten. Sie sind sehr ansprechend vergesellschaftet mit Farnen, Disporum und anderen besonderen Waldstauden. Besonders hat mir ein Metasequia-„Dreieck“ gefallen, das mit Hosta, Farnen, Leberblümchen etc. unterpflanzt ist.
Neben Hosta hat H. Vill eine Schwäche für Panaschiertes, besonders panaschierte Gehölze, und Päonien. Die Päonien sind zusammen mit Hemerocallis und Iris im sonnigen Teil versammelt. Die Gehölze sind im Garten verteilt. Wir sind mehrmals durch den Garten gegangen und haben immer wieder etwas Neues entdeckt. Der Abstecher auf dem Nachhauseweg hat sich wirklich gelohnt.
Herzlichen Dank an Harald Berger, der für uns ein wunderschönes verlängertes Wochenende organisiert hat.
Joachim Tjaden |
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