| |

Die großen könnten „Blue Angel“ sein. Hinter der Bank Fargesia murielae, rechts Phoenix canariensis, links Chamaeropos humilis, beide selbst gesät.
Links Mitte Sämling der H. montana. Vorne grün: noch kleine H. „Red October“, daneben die kleine „Kifukurin Ko Mame“.
Kleine weißbunte: H.„Masquerade“, sehr wüchsig. Kleine blaue: „Blue Mouse Ears“, links und rechts spitzen H. „Striptease“ herein. Zwischen den Trittplatten Thymus serpyllum.
Foto © 2008 Arthur Wiesmet |
|

Unser „Weiherbeet“ war mal ein kleiner Gartenteich, so ist der Boden tiefgründig, die Hostas wachsen sehr gut. Im Hintergrund blüht Paeonia suff. „Kinkaku“ mit lila Verbascum phoeniceum, vorne links das gefüllte Steinkraut. Die weißgerandete könnte H. fortunei „Albomarginata“ sein. Blau sind Tardianas. In der Mitte „Golden Tiara“. Klein und weißgerandet ist „Louisa“, die reinweiß blüht. Und die kleine gelbe dürfte „Lemon Lime“ sein, die sehr wüchsig ist. Ganz rechts in der Ecke spitzt die glänzende „Queen Josephine“ rein. Darüber gelb vielleicht „Zounds“. Einst war eine H. montana „Aureomarginata“ in der Mitte, ihr war es jedoch zu sonnig. Foto © 2008 Arthur Wiesmet |
Hostamania - die Funkiensucht
Arthur Wiesmet
Eigentlich fing es ganz harmlos an, mit ein paar geschenkten Hosta, die oft noch als Funkien bezeichnet werden: H. ventricosa, die grüne Glockenfunkie, H. „Univittata“, die Schneefederfunkie und H. sieboldiana, die große blaublättrige. Bald schon zeigte sich, dass die austreibenden Hostablätter die einziehenden Tulpenblätter schön abdeckten, und uns damit die Arbeit des Abschneidens der welken Blätter ersparten. Und das Laub der Funkien kann man im Herbst einfach liegen lassen, im Frühjahr ist dann fast nichts mehr da zum Abräumen. Von diesen praktischen Stauden wollten wir ein paar mehr haben. Von Freunden und Bekannten erhielten wir ein paar zusätzliche namenlose Sorten.
Und dann kam das ansteckende Ereignis, der Anfang der Sucht: der Besuch eines Gartenfestivals. In angenehmer Atmosphäre, mit persönlicher Beratung konnte man sich die Funkien anschauen – und mitnehmen. Und was soll`s, wenn man schon mal da ist, auf die paar Mark kommt es auch nicht drauf an, auch wenn der „Festival-Zuschlag“ drauf ist. Und so nahm die Sortenanzahl zu. Und weil ich ein alter „Vermehrer“ bin, wurden die neuen Schätze auch gleich zerlegt, geteilt. Ich hatte noch nie Verluste dabei, gebe aber auf Schnittflächen immer Holzkohlepulver.
|

Bunte Mischung: rechts unten „Francis Williams“, daneben eine grüne H.tardiflora.
Die blaue ist noch unbekannt, ich habe aber auch Sämlinge, die ich nicht mehr alle von den echten Sorten unterscheiden kann!
Weißgerandet ist H. undulata „Albomarginata“. Einen H. montana Sämling erkennt man am schön geaderten eleganten Blatt, diese sind bei mir alle eher schwachwüchsig.
Die anderen sind Sämlinge mit unterschiedlichen Herkünften, sie haben hübsche blau-grüne Töne. Foto © 2008 Arthur Wiesmet |
|

H. undulata „Albomarginata“ wächst wie auch andere überraschen gut in den Fugen des Naturfelsens, so daß ich die inzwischen zu groß gewordenen durch kleinere Sorten ersetzte. Der Farn Matteuccia struthiopteris ist wunderbar, wucherte aber selbst im Fels, so dass er auch durch Hosta ersetzt wurde.
Foto © 2008 Arthur Wiesmet |
Außerdem säte ich noch aus, sowohl aus eigener Ernte als auch aus der Samentauschliste. Schade, dass dabei immer nur grüne oder gelbe Formen herauskommen, da bräuchte man schon eine Sorte wie die „Flamboyant“, dann wären auch die Sämlinge panaschiert. In den Beeten reihte sich Topf an Topf, schon langsam wurde es Zeit sich zu überlegen wohin damit. Wie schon oft wurde etwas Rasen umgebrochen und angepflanzt, langsam wird aus der Grünfläche ein grüner Weg. Und außerdem war da noch ein Stück mit ganz alten Haselnusssträuchern, darunter natürlich gewachsener Kalkfels, wie ein Alpinum. Die Sträucher wurden ein bisschen aufgelichtet, die Felsen etwas freigelegt, schmale Wege mit Holzhäcksel angelegt. Und schon war genügend Platz für die Funkien. Fast hätte ich vergessen den Giersch zu erwähnen, der die ganze Fläche bedeckt hatte, die jahrelang mit abgelesenen Steinen aus anderen Gärten aufgefüllt wurde. Mit Konsequenz und Ausdauer wurde die Fläche im Wurzelfilz der Sträucher vorbereitet. Der jahrzehntelange Laubfall der Sträucher hatte einen wunderbaren Humus ergeben, der optimal für die Funkien ist. Und dann pflanzten wir. Es werden so 350 Hostas sein, die jetzt auf ca. 50m² stehen. Natürlich sind darunter viele ganz gewöhnliche Sorten, eigene grüne Sämlinge. Auch in der Hitze des Sommers 2003 pflanzten wir. Die Funkien hatten damit keine Probleme. Gegossen wurde so gut wie nie. Während schon länger gepflanzte Farne fast vertrockneten, blieben die Funkien schön stehen. Ja sogar diejenigen, die ich mich getraut hatte in kleine Felsenlöcher zu setzen, wie H. venusta oder die kleine „Masquerade“, hatten keine Schwierigkeiten. Und ein Pflegekandidat, die allerkleinste, Pandoras Box, wächst gerade da super! Jetzt pflanze ich Funkien sogar an Stellen, an die ich früher nur Sempervivum gesetzt hätte! Was jetzt noch fehlt ist eine Sitzbank, um unser Werk zu beobachten. Kein Platz mehr! Aber ich habe schon eine Idee: ich hänge eine kleine Bank in die starken Haselnussträucher, und dann schaukle ich zusammen mit meiner Frau im Abendlicht und wir sehen den Funkien beim Wachsen zu...... |

„Red October“ ist sehr wüchsig. Ich habe aber den Eindruck, daß sie aus Meristem- Vermehrung zu viele, dichte Triebe bildet. Erst nach Teilung entwickelt sie ihre volle Schönheit. Die Unterseite ist weiß bereift, aber hier nicht zu erkennen. Einige der Keimlinge sind wilde Oxalis acetosella, die ich mit der Varietät „rosea“ ersetzen werde.
Foto © 2008 Arthur Wiesmet |
|
|