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Nachruf auf Reinhilde Frank
 

 
  
Unsere langjährige Gruppenleiterin Reinhilde Frank starb am 24. April 2010 nach längerer Krankheit im Alter von 85 Jahren. Sie gründete 1978 die Regionalgruppe Bergstraße / Odenwald und leitete diese bis zum Jahr 2007. Für die Bergsträßer Staudenfreunde organisierte Reinhilde Frank zahlreiche Veranstaltungen, ihre Kenntnisse und Erfahrungen im Umgang mit Stauden vermittelte sie auch in öffentlichen Vorträgen. Sie unternahm mit uns unvergessliche Reisen in beeindruckende Gärten in Deutschland und im benachbarten Ausland, dabei kam uns das von ihr gepflegte internationale Netzwerk zu Gute.

Dank ihres fundierten botanischen Wissens machte sich Reinhilde Frank schon bald einen Namen als Sachbuchautorin. Bereits 1986 veröffentlichte sie ein umfangreiches Werk über „Zwiebel- und Knollengewächse“. Es folgte 1988 ihr Hauptwerk „Päonien. Pfingstrosen“. Diesen Pflanzenschönheiten galt ihre besondere Liebe. Ihre beachtliche Päonien-Sammlung, darunter auch eigene Züchtungen, konnte im liebevoll gepflegten Frank’schen Landgarten bewundert werden, lange bevor „offene Gärten“ in Mode kamen. Beeindruckt hat die Besucher neben den faszinierenden Pfingstrosen auch immer wieder die enorme Pflanzenvielfalt, die Reinhilde Frank mit dem ihr eigenen Ideenreichtum zu beeindruckenden Farbkompositionen arrangiert hatte.

Die Gesellschaft der Staudenfreunde verliert mit Reinhilde Frank eine herausragende Persönlichkeit, die mit ihrer Tatkraft immer wieder neue Impulse und Akzente setzte. 1991 gründete sie auch die Fachgruppe Päonien, deren Leiterin sie bis zum Jahr 1999 war. In dieser Zeit baute sie wertvolle Kontakte zu renommierten Experten und Züchtern auf. Sie organisierte an der Bergstraße eine große GdS-Jahrestagung, beteiligte sich an Pflanzenausstellungen und half viele Jahre bei der Samentauschaktion mit.

Reinhilde Frank war nicht nur in der GdS aktiv: Mit ihrer Begeisterung für die Pflanzenwelt gelang es ihr unter dem Motto „Grau raus, Grün rein“ ihre Dorfgemeinschaft in Erbach so zu mobilisieren, dass dieser Stadtteil von Heppenheim 1992 beim Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ auf Landesebene einen starken dritten Platz erzielte. Die damals gesammelten Erfahrungen bildeten die Grundlage für ihr 1995 erschienenes Buch „Schöne Blumen für den Bauerngarten“. Reinhilde Frank war auch engagierte Naturschützerin und arbeitete seit 1997 in der Lokalen Agenda 21 mit.

Reinhilde Frank hat die Region Bergstraße/Odenwald und damit die Gesellschaft der Staudenfreunde in unnachahmlicher Weise über die Grenzen unseres Landes hinaus bekannt gemacht. Das jahrzehntelange Engagement dieser bemerkenswerten Frau verdient Dank und Anerkennung. Wir werden Reinhilde Frank nicht vergessen.


Christine Bahlo

 
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