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Knöterich - die Staude des Jahres 2012
 
Bistorta tenuicaule
 
  
Mit "Knöterich" wurde vom Bund Deutscher Staudengärtner (BdS) ein vielfältiges Sortiment verschiedener Gattungen zur Staude des Jahres 2012 ausgerufen. Die Knöteriche hatten es in den vergangenen Jahren auch nicht leicht: Viele setzen Knöterich mit Unkraut gleich und die Nomenklatur verwirrt selbst Profis.

Wo die Familie Polygonaceae (Knöterichgewächse) mit Rumex, Rheum und Co. zu weit greifen würde, wollte man sich auch nicht auf die botanische Gattung Persicaria (Knöterich im engeren Sinne) beschränken, da auch die beliebten Kerzen- (Bistorta amplexicaule) oder Schlangenknöteriche (Bistorta officinalis) hier längst nicht mehr angesiedelt sind. Als Regel, was gemeint ist, könnte man alle staudigen Vertreter der Familie Polygonaceae, die den Namen Knöterich im deutschen Art- oder Gattungsnamen tragen, zusammenfassen.

Bistorta amplexicaulis 'JS Caliente'
 
  
Knöterich im Garten
Allgemein bevorzugen Knöteriche frische Standorte in voller Sonne, kommen jedoch auch mit leichter Beschattung gut zurecht. Damit eignen sie sich gerade im Hausgarten als Bindeglied für Standorte, an denen sonnige und schattige Lebensbereiche oft eng beieinander liegen, um sehr harte Pflanzenübergänge zu vermeiden.

Bistorta amplexicaulis "Black Adder"
 
  
Namensvielfalt und -Verwirrung
Die fast babylonische Namensvielfalt bei den einzelnen Arten trübt den Knöterich-Spaß etwas. Zahlreich Listen und Regelwerke versuchen für Ordnung zu sorgen, aber nicht einmal alle Mitgliedsbetreibe des BdS halten sich an die eigene Handelsnomenklatur.
Was soll da ein Kunde auf der Suche nach Bistorta amplexicaulis 'Firetail' denken, wenn er neben den Gattungen Polygonum und Persicaria auch den alternativen Sortenamen 'Speciosum' kennen muss? Anzumerken ist noch, dass unter beiden Synonymen oft unterschiedliche Klone angeboten werden. 'Firetail' wird dann höher und hat einen höheren Orange-Anteil in der Blüte als 'Speciosum'.

Aconogonon speciosum "Johanniswolke"
 
  
Auswahl empfehlenswerter Arten und Sorten
Größter und höchster Vertreter ist Aconogonon speciosum 'Johanniswolke', der auch durch seine enorme Dynamik besticht. Je nach Standort treibt er erst im Mai aus, und blüht dann von Juni bis September durch. Sollte er sich nach einem Gewitter oder Sturm nicht mehr aufrichten, empfiehlt sich ein starker Rückschnitt. Dank seiner attraktiven und imposanten Gestalt, die er auch im Herbst behält, sollte man ihn nicht auf seine Blütenpracht reduzieren. Statt den Hintergrund einer Rabatte zu schmücken, verdient er durchaus, freigestellt zu werden, benachbart von Stauden wie Papaver orientale, Geum rivale oder Gewächsen, die früh blühen, einziehen oder Beschattung vertragen.

Bistorta affinis
 
  
Erheblich größere Stückzahlen werden vom Sch(n)ecken-Knöterich (Bistorta affinis) benötigt, um seine flächige Wirkung, gern auch mäandernd, zu entfalten. Neben einer reichen und lang anhaltenden Blütezeit ab Juni bis zum Frost bietet er eine orangerote Herbstfärbung. Als Pflanzpartner eignen sich niedrige Gräser, höhere Knöterich-Arten und robuste Stauden, denn unter den Teppichen des Schecken-Knöterichs wird die Schneckenbrut gut geschützt...

Bistorta officinalis sowie Bistorta milettii
 
  
In größeren Gruppen verdienen auch der Schlangen- oder Wiesen-Knöterich (Bistorta officinalis) sowie Bistorta milettii gepflanzt zu werden. Wer es noch kleinwüchsiger mag, probiere einmal Bistorta tenuicaule oder Bistorta vivipara.

Bistorta amplexicaulis "Jannet"
 
  
Große züchterische Aufmerksamkeit wird zur Zeit dem Kerzen-Knöterich gewidmet. Das Sortiment Bistorta amplexicaulis ist mittlerweile auf über 60 verfügbare Cultivare angewachsen. Neben einigen Extremen (Wuchs höher oder niedriger, immer dickere Blüten, Variegation der Blätter) gilt es auch die Zuchtziele lange Blütenpracht, Standfestigkeit und Sortenstabilität nicht aus den Augen zu verlieren.

 
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