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über Stauden
 Phlox - Staude des Jahres 2006 |
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 |  | Der zierlichere Bruder von Phlox paniculata: Phlox maculata, hier die Sorte `Natasha´
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| | | Ein Garten ohne Phlox ist ein Irrtum. Diesem Satz aus dem Munde des Altmeisters der Staudenzüchtung, Karl Foerster kann nur zustimmen, wer einmal im Hochsommer vom unvergleichlichen Blütenduft des hohen Staudenphloxes (Phlox paniculata) aufs köstlichste eingehüllt wurde. Dazu kommen noch Blüten in allen erdenklichen romantischen Farbschattierungen, von Weiß über rosige Pastellfarben bis hin zu kräftigen Purpur- und Lilatönen.
Sicherlich ist der hohe Staudenphlox (der deutsche Name „Flammenblume“ hat sich nie so recht durchgesetzt) der wichtigste und imposanteste Vertreter und auch aus der Staudenrabatte nicht wegzudenken, aber die Gattung Phlox bietet noch etliche weitere gartenwürdige Vertreter. Vom Frühling bis zum Hochsommer ist Phlox-Zeit im Garten. |
Zwergphloxe bereichern Steingärten und Trockenmauern
Zu den polsterförmigen Vertretern, die bereits im Frühjahr für viel Farbe in Steinfugen sorgen, gehören die Sorten des Polsterphloxes (Phlox subulata) und des Zwerg-Polsterphloxes (Phlox douglasii). Ab Anfang Mai schmücken sich beide Arten so dicht mit Blüten, dass vom zierlichen Laub fast nichts mehr zu sehen ist. Die Sorten von Phlox subulata werden dabei etwa 10 cm hoch, während die Douglasii-Sorten es gerade auf 5 cm kommen. Gut eingewachsene Polster bringen es dabei aber durchaus auf einen Durchmesser von 20-30 cm. Die Blütenfarben variieren im Wesentlichen zwischen rosa und violett, es sind aber auch kräftig purpurrote Töne darunter, beispielsweise bei den Subulata-Sorten `Temiskaming´ oder `Scarlet Flame´. Die Blütezeit der Polsterphloxe schließt an die des Blaukissens (Aubrieta-Hybriden) an, teilweise überlappen die Zeiträume auch, und farblich ergänzen sich beide Gattungen sowieso aufs Beste.
Phlox subulata und Phlox douglasii sind dankbare und reich blühende Steingartenstauden, die mit wenig Pflege auskommen. Sie sind winterhart und kommen mit wenig Wasser und Dünger aus. Lediglich auf winterliche Staunässe reagieren sie allergisch, wie die meisten wintergrünen Polsterstauden. Auf Mauerkronen und in der Trockenmauer finden sie aber ideale Bedingungen und breiten sich Jahr für Jahr weiter aus.
Polsterphloxe lassen sich außer mit anderen Polsterstauden sehr gut mit kleinwüchsigen Zwiebelblumen vergesellschaften, die man in kleinen Gruppen zwischenpflanzt. Zwergtulpen wie Tulipa batalinii, T. saxatilis oder T. turcestanica eignen sich zum Beispiel gut. Auch sie wünschen einen Standort mit gutem Wasserabzug. Mit dieser Kombination lassen sich übrigens auch Kübel und Tröge farbenfroh gestalten, die dann für die gewünschte Frühlingsstimmung auf der Terrasse sorgen.
Halbhohe Phloxe verbinden Frühling und Sommer
Nachdem die Polsterphloxe verblüht sind, tritt ab Ende Mai die Gruppe der halbhohen Phloxe in den Vordergrund. Am verbreitetsten sind dabei die Sorten des Blauen Waldphloxes (Phlox divaricata), der wegen seines Duftes in seiner amerikanischen Heimat den treffenden Namen „Sweet William“ besitzt. Sortennamen wie `Clouds of Perfume´ oder `May Breeze´ deuten schon eindeutig auf seine Duftintensität hin. Anders als Polsterphlox und Hoher Phlox kommt der Waldphlox mit halbschattigen Standorten gut zurecht. Unter lichten Gehölzen fühlt er sich besonders wohl, dies entspricht auch am ehesten den natürlichen Gegebenheiten in seiner Heimat. Mit Wuchshöhen je nach Sorte zwischen 30 und 50 cm lässt er sich mit zahlreichen anderen Stauden und Zwiebelpflanzen vergesellschaften. Auch Farne sind geeignete Beetpartner, denn sie bevorzugen ebenso humosen, nicht zu trockenen Boden.
Phlox als Bodendecker?
Wer einen Phlox mit echten Bodendeckerqualitäten auch für schwierige Standorte sucht, sollte es einmal mit Phlox stolonifera versuchen. Unter größeren Gehölzen ist es ja besonders im Sommer ziemlich trocken, denn die Baumkronen wirken wie ein Regenschirm und auch im Wurzelbereich ist die Konkurrenz erheblich. Lediglich im Frühjahr vor dem Laubaustrieb sind die Bedingungen ideal. Genau diesen Zeitraum im April und Mai nutzt Phlox stolonifera für seine Blüte, ebenso wie viele Zwiebelblumen, womit auch schon die Frage nach Kombinationspartnern gelöst wäre. Tuffs kleinblütiger Narzissen (Narcissus-Poeticus-Hybriden u.ä.), Strahlen-Anemone (Anemone blanda), Hundszahnlilie (Erythronium-Arten und Sorten) sowie Waldhyazinthen (Hyacinthoides hispanica) sorgen für farbige Muster im Phloxteppich. Eine weitere Möglichkeit wäre die großzügige Pflanzung von „Bändern“ aus Phlox stolonifera, Geranium renardii und Aster divaricatus. Je nach Jahreszeit rücken die einzelnen Gattungen durch Blüten- und Laubaspekte in den Vordergrund.
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Flammen in der Sommersonne
Kommen wir nun zum augenfälligsten Vertreter, dem hohen Staudenphlox (Phlox paniculata). Seit Generationen ist er nicht wegzudenken aus Beeten und Rabatten, sogar im Bauerngarten hat er seinen festen Platz erobert und sorgt dort für duftenden Vasenschmuck im bäuerlichen Wohnzimmer. Besonders im süddeutschen Raum kann man immer wieder eindrucksvolle Beispiele sehen, in denen üppigste Horste aus hohem Phlox und Sonnenauge (Heliopsis helianthoides var. scabra in Sorten) um die Wette über den Zaun winken. Zahlreiche lokale Sorten haben sich im Laufe der Jahre herausgebildet, die durch Tauschen und Weiterschenken schnell verbreitet wurden.
Auch professionelle Züchter, allen voran Karl Foerster, beschäftigten und beschäftigen sich noch mit der Züchtung attraktiver und gesunder Sorten. Schaut man in die Kataloge der verschiedenen Gärtnereien, fällt auf, dass die Sortimente, abgesehen von einigen Standardsorten, doch oft stark voneinander abweichen. Es hat sich nämlich gezeigt, dass nicht alle Sorten in allen Regionen gleich gut gedeihen. Das Ausgangsmaterial von Phlox paniculata stammt aus einem überaus großen Gebiet der östlichen USA, von Illinois im Norden bis hinunter nach Georgia. Die Wildvorkommen finden sich überwiegend in Flusstälern mit hoher Luftfeuchte und kräftigen, mineralreichen Böden. So erklärt sich auch, dass der hohe Phlox im regenreichen Voralpenland immer prächtig gedeiht, während viele Sorten in trockenen Gegenden, zum Beispiel rund um Berlin oder südlich und südöstlich des Harzes, bemitleidenswert vor sich hinmickern, bevor die immer kleiner werdenden Horste vom Mehltau dahingerafft werden. |
Die Kunst des Züchters besteht darin, durch Selektion und Einbeziehung von Wildformen, die sich auch in den USA an ungünstigeren Standorten durchgesetzt haben, robuste Formen zu finden, die mit den eigentlich atypischen Standortbedingungen zurechtkommen. Daher ist es am besten, Pflanzen beim lokalen Gärtner zu kaufen, der bewährte Sorten im Sortiment hat. Oder man schaut sich in der Nachbarschaft um, wo besonders wüchsige Exemplare zu sehen sind. Vielleicht kennt der Gartenbesitzer ja die Sorte und auch eine zuverlässige Bezugsquelle. Vielleicht kann man auch Teilstücke bekommen, wenn wegen üppigen Wachstums die nächste Staudenteilung ansteht.
Auf jeden Fall ist es wichtig, in Gebieten mit wenig Niederschlägen und in Jahren mit trockenen Frühlings- und Frühsommermonaten reichlich zu gießen. Düngen sollte man eher mineralisch, auch reifer Kompost oder sehr gut abgelagerter Stalldung schadet nicht. Ein weiteres Problem bei der Kultivierung von Phlox paniculata kann der Befall der Wurzeln mit Stengelälchen sein. In diesem Fall hilft nur die Entfernung der befallenen Pflanzen. Um die Älchen zu vertreiben, hat es sich bewährt, mehrere Jahre Tagetes auf dem befallenen Standort zu säen.
Auch das Einkreuzen von Phlox amplifolia hat in den letzten Jahren zu robusteren Sorten geführt. Hier ist sicher auch in den nächsten Jahren noch mit weiteren interessanten und widerstandsfähigen Sorten zu rechnen.
Text und Bilder: Katharina Adams |
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