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über Stauden
 Ehrenpreis (Veronica und Veronicastrum)
Die Staude des Jahres 2007 |
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Farbenpracht im Staudenbeet
Der Ehrenpreis, botanisch Veronica, ist eine vielseitige Staudengattung, deren Arten und Sorten fast das ganze Jahr hindurch in unterschiedlichen Gartenbereichen blühen. Deshalb ist sie vom Bund deutscher Staudengärtner (BdS) zur Staude des Jahres 2007 gewählt worden. Mit vielen, hauptsächlich blau blühenden Blütenkerzen leuchtet der Ehrenpreis je nach Art und Sorte sowohl in Staudenrabatten als auch im Steingarten, im Kübel oder in Teichnähe. Die Blütezeit reicht vom April bis in den September. Vor allem die hoch wachsenden Arten eignen sich hervorragend als Schnittblumen für die Vase. Viele der Garten-Veronika stammen von heimischen Wildarten ab, einige sind in Ost- und Mitteleuropa oder dem Vorderen Orient beheimatet. Nur der Kandelaber-Ehrenpreis (Veronica virginica) stammt ursprünglich aus Amerika. Die Langblättrige Veronika (Veronica longifolia) wird schon seit Mitte des 16. Jahrhunderts kultiviert. Alle Veronika sind Sonnenanbeter. Je mehr Sonne sie bekommen, desto üppiger entwickelt sich die Blüte. Im lichten Schatten oder gar Halbschatten gedeihen sie nicht gut.
Verwendung als Heilpflanze
Veronica wurde früher als Heilpflanze geschätzt. Im „Kreutterbuch“ von Leonhard Fuchs aus dem Jahr 1543 ist zu lesen: „ … von wegen seiner trefflichen Krafft und würckung, so es hat in heylung der wunden und geschwären“. In der moderne Medizin und Pharmakologie wird Veronika nur noch selten eingesetzt. Die Bachbunge (Veronica beccabunga) wird wegen ihrer blutreinigenden und harntreibenden Wirkung heute noch verwendet.
Herkunft des Namens
Der volkstümliche Name „Ehrenpreis“ zeugt von der ehemals hohen Wertschätzung. Aus „Vera unica“ – „einzig wahres Heilmittel“ wurde nachlässig gesprochen „Veronica“. Da bei schweren Blutungen oder Verletzungen die Heilige Veronika angerufen wurde, passte das noch besser.
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 |  | Rosa blühende Sorte von Veronica spicata Foto © 2007 Ulrich Braunsdorf | |
| | | Steingarten-Veronika
Die polsterbildenden Arten des Ehrenpreises fühlen sich im trockenen Steingarten mit viel Sonne besonders wohl. Der etwa 15 cm hohe Gestielte Ehrenpreis (Veronica peduncularis) ist eine gut bodendeckende Pflanze mit langer Blütezeit. Die enzianblauen Blüten erscheinen ab Ende April. Als schönste Sorten gelten 'Georgia Blue' und 'Big Blue'. Häufig überraschen diese beiden im Herbst mit einer zweiten Blüte, was besonders harmonisch zu der kupferfarbenen Herbsttönung ihres wintergrünen Laubs aussieht. Eine zweite Art blüht von Mai bis Juni: der Niederliegende Ehrenpreis (Veronica prostrata). Dieser Ehrenpreis ist eine schöne, rasenbildende Art für Heide- und Steingärten, für trockene Böschungen und Hänge, die sie in voller Sonne und auf trockenem, etwas magerem, Boden schnell vollständig bedeckt. Seine Blütentriebe erreichen nur eine Höhe von 10 cm. Meist sind sie leuchtend blau, die Sorten 'Alba' und 'Rosea' haben weiße und rosafarbene Blüten. Sehr gut harmoniert der Niederliegende Ehrenpreis mit anderen bodendeckenden, vor allem grau- und silberlaubigen Stauden, wie Silberkamille (Anthemis) und Steinkraut (Lobularia maritima), jedoch auch mit Goldaster oder niedriger Schafgarbe. Hervorragend lässt er sich auch mit niedrig wachsenden Zwiebelblumen kombinieren, die ebenfalls im Frühjahr in voller Blüte stehen. Der Silberblatt-Ehrenpreis (Veronica spicata ssp. incana) wirkt durch sein silbergraues Laub auch ohne Blüten elegant, doch wenn sich von Juni bis Juli die ultramarinblauen Blütenkerzen über dem Blattteppich erheben, ist er eine wahre Augenweide. Der Große Ehrenpreis (Veronica teucrium), ist mit seinen 25 bis 40 cm hohen, kräftigen Blütenstängeln auch für die sonnige Staudenrabatte geeignet. 'Königsblau' und 'Kapitän' sind Sorten, die dunkel-enzianblau blühen, 'Shirley Blue' oder 'Gem' bestechen durch ihre hellblaue Färbung. Besonders schön strahlt ihr Blau, wenn sie gemeinsam mit gelben Blüten, wie zum Beispiel des Gemswurzes (Doronicum), der Nachtkerze (Oenothera) oder des Mädchenauges (Coreopsis), im Beet stehen.
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 |  | Veronica spicata ssp. incana Foto © 2007 Ulrich Braunsdorf | |
| | | Veronika für nasse und feuchte Standorte
Im Gegensatz zu den Steingarten-Arten bevorzugen Bachbunge (Veronica beccabunga) und Enzian-Ehrenpreis (Veronica gentianoides), die beide von Mai bis Juni blühen, nasse oder zumindest feuchte Böden. Die Bachbunge fühlt sich in flachem, bis 10 cm tiefem Wasser auf schlammigen, nährstoffreichen Böden am Teichuferrand besonders wohl. Diese wintergrüne Staude wird 20 bis 60 cm hoch und hat hellblaue Blüten. Der Enzian-Ehrenpreis bevorzugt gleichmäßig feuchte, aber gut durchlässige Böden, wie sie häufig in Teichnähe vorkommen. Er erreicht eine Höhe von bis zu 50 cm und hat glänzendgrüne Blattrosetten, die an die Blätter des Enzians erinnern. Auch im Vordergrund der Staudenrabatte gedeiht dieser Ehrenpreis sehr gut, wenn er ausreichend gewässert wird.
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 |  | Veronicastrum virginicum Foto © 2007 Ulrich Braunsdorf | |
| | | Spätsommer-Veronika
Die Spätsommer-Veronika wollen hoch hinaus – einige werden sogar über einen Meter hoch! Der Ährige Ehrenpreis (Veronica spicata) ist der kleinste unter ihnen. Wie Kerzen leuchten die Ähren – daher auch sein zweiter Name Kerzen-Veronika – mit einer Höhe von 20 bis 50 cm in den schönsten Blau, Rot- und Weiß-Tönen. Ebenfalls von Juli bis September blüht der stattliche Langblatt-Ehrenpreis (Veronica longifolia), der auf verzweigten Stängeln hohe Blütenähren mit kleinen, dichten Einzelblüten hat. Je nach Sorte erreicht er eine Höhe von 90 cm. Die zwei bekanntesten Sorten, die schon vor über 50 Jahren von Karl Foerster gezüchtet wurden, sind 'Blauriesin' und 'Schneeriesin'. Beide werden ungefähr 80 cm hoch und blühen in tiefem Blau beziehungsweise in strahlendem Weiß. Mit schönen RosaTönen erfreuen die Sorten 'Anna', 'Rosa Töne' und 'Pink Damask'. Besonders schön sehen die schlanken Ähren des Langblatt-Ehrenpreises in Kombination mit runden Blütenformen, zum Beispiel von Staudenmargeriten, Goldgarbe oder Mädchenauge, aus. Der größte Ehrenpreis, dem ein prominenter Platz im Staudenbeet gebührt, ist der Kandelaber-Ehrenpreis (Veronica virginica, neuerdings Veronicastrum virginicum) mit einer Hohe von 1,20 bis 2,00 m. Diese stattliche Staude sorgt mit den blauvioletten Tönen ihrer spitz zulaufenden Blütentrauben vor allem mit gelben Blüten, zum Beispiel vom Sonnenhut, Goldmargerite oder von Astern, für gelungene Kontraste in der Staudenrabatte. Schön wirkt sie auch neben großen Gräsern oder als Solitärstaude. Neben Blau warten einige Sorten wie 'Alba', 'Diana' sowie 'Rosea' und 'Rosenrot' auch mit Weiß oder Rosa als Blütenfarbe auf. Um hervorragend zu gedeihen, benötigt der Kandelaber-Ehrenpreis einen feuchten Boden mit Sonne oder leichtem Schatten.
Winterschmuck
Zwei Veronika-Arten schmücken sich im Winter: Veronica peduncularis gefällt durch ihr purpurrot gefärbtes Laub. Die Langblättrige Veronika gibt mit ihren trockenen Blütenständen dem winterlichen Garten Struktur. Beide sollten, wenn überhaupt nötig, erst im Frühjahr geschnitten werden.
CMA, Dr. Folko Kullmann |
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