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Es war am 24. September 2005, als ich beim Treffen unserer Fachgruppe „Steingarten und alpine Stauden“ ein Töpfchen mit Antirrhinum hispanicum ersteigerte. Am Fuß eines Granittroges, vor Regen etwas geschützt unter dem Dachvorsprung unseres Hauses, überstand das Pflänzchen den denkwürdigen Winter 2005/06 gut und entwickelte sich prächtig in 2006. Irgendwann im Sommer – es dürfte Ende Juni oder Anfang Juli gewesen sein- brach ich beim Unkraut jäten versehentlich einen Zweig der betreffenden Pflanze ab. Ich wunderte mich über deren Brüchigkeit, hatte ich sie doch nur leicht gestreift. Da es nun schon passiert war, wollte ich probieren, einen Steckling aus dem abgebrochenen Zweig zu machen. Er war so zerbrechlich, dass beim Stecken erneut ein Stück davon abbrach. Da kam mir der Gedanke, dass die große Brüchigkeit vielleicht zur Vermehrungsstrategie dieser Pflanze gehören könnte. Die weiteren Beobachtungen bestärkten mich in meinem Verdacht:
Den Topf mit dem Steckling hatte ich an einem relativ schattigen Ort und in einer betont mineralisch-durchlässigen Substratmischung immer leicht feucht gehalten. Der Steckling wurde nicht welk und Anfang August konnte ich erkennen, dass er weiter wuchs und sich damit bewurzelt hatte. Als ich Anfang September 2006 die Mutterpflanze nochmals auf ihre Zerbrechlichkeit testete, merkte ich zu meinem großen Erstaunen, dass sie gut biegsam war und auch gröbere Berührungen vertrug, ohne abzubrechen!
Wird Antirrhinum hispanicum vielleicht zu einer bestimmten Zeit brüchig um sich auf diese Weise vegetativ durch Teilstücke zu vermehren?
Eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Mich würde jetzt interessieren, ob andere Pflanzenfreunde vielleicht ähnliche Beobachtungen an dieser Art gemacht haben oder ob wissenschaftliche Untersuchungen über eine vegetative Vermehrungsstrategie bekannt sind.
Robert Eiler
Am Walkweiher 4
86875 Waal
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